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	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Finanzministerium</title>
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		<title>Ministerium für Finanzen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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		<title>Luis Enrico de Piacón</title>
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		<updated>2012-01-22T23:13:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Parteifunktionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Luis Enrico de Piacón''' (*1898 bei Madrid, +1975 in [[Santana]], vollständiger Name ''Luis Enrico Fernando María António Ramírez Conte de Piacón-Santana i Bernat'') war ein [[Sagradien|sagradischer]] konservativer Politiker ([[CSD]]). Er war von 1952 bis 1955 [[Finanzminister]] und danach bis 1958 [[Justizminister]] unter Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Luis Enrico de Piacón, Sprössling der sagradisch-italienischen Hochadelsfamilie der [[Piacone]], wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof. Dem [[Februarputsch 1938]] stand der parteilose Piacón wohlwollend gegenüber und wurde Mitglied der [[Comunión Nacional]], 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Staatsstreich vom [[23. Mai 1943]] gegen die diktatorische Regierung [[Manuel Álamo Igualde]]s verließ Piacón zunächst das Ministerium und zog sich in seine Heimatstadt [[Santana]] zurück, wo er als Verwaltungsfachmann das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters und Finanzstadtrats übernahm. Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der [[Unión Monarquista]] bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte und versuchte, den monarchistischen Flügel der aufgelösten Comunión zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Unión Monarquista wurde Piacón 1945 in die [[verfassungsgebende Nationalversammlung]] gewählt, wo er sich als Fraktionsmitglied der rechtskonservativen [[Unión Nacional Popular]] anschloss. Piacón arbeitete im Finanzausschuss des Parlaments und stand in Opposition zur regierenden [[Demokratische Koalition|Demokratischen Koalition]], da er jede Zusammenarbeit mit den [[PCS|Kommunisten]] ablehnte. Nach einer vergeblichen Kandidatur wurde Piacón 1949 mithilfe der Mitte-Rechts-Parteien in den [[Senat]] gewählt, wo er den Wahlkreis [[Bolivas]] repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der rechten UNP, wo er dem gemäßigt-konservativen Flügel angehörte, war er eines der einflussreichsten Mitglieder, auch wenn er im [[Kabinett Luciaro I]], der ersten Regierung unter UNP-Beteiligung, kein Amt übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1952 gehörte Piacón zu den Gründern der christlich-konservativen [[Convergência Social Democrática]] (CSD) und wurde für den monarchistisch-konservativen Flügel der Partei zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Von da an galt er für den rechten CSD-Flügel als Aushängeschild und Integrationsklammer zum rechtskonservativen Spektrum. Überraschend berief ihn Paulo Luciaro 1952 als Nachfolger des zurückgetretenen [[Oscar Corrado]] im Amt des Finanzministers in [[Kabinett Luciaro II|sein Kabinett]], wo Piacón mit anderen den konservativen Gegenpol zum [[PSD|sozialdemokratischen]] Koalitionspartner bilden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón Justizminister. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den [[Senatswahlen 1961]] bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des CSD brachte ihn 1964 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle. Nach den [[Kommunalwahlen 1964]] wurde Piacón Präsident der [[Provinz Corar]], 1968 provisorisches Oberhaupt der neu gebildeten [[Region Liez und Corar]] und delegiertes Mitglied des ersten Regionalrats. Bei den ersten [[Regionalwahlen 1969]] wurde der mittlerweile 71-jährige Piacón zum Regionalrat gewählt und amtierte danach bis 1973 als Präsident des Regionalrats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn [[Lorenzo de Piacón]] wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe [[Carles de Piacón]] war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der [[PP-CSD]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Abteilungsleiter im [[Ministerium für Finanzen]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Stellvertretender Bürgermeister und Beigeordneter Rat für Finanzen der Stadt [[Santana]]&lt;br /&gt;
* 1952-1955: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1958: [[Justizminister]] im [[Kabinett Luciaro V]] und [[Kabinett Luciaro VI|VI]]&lt;br /&gt;
* 1964-1969: Präsident der [[Provinz Corar]]&lt;br /&gt;
* 1968-1973: Präsident der Regionalregierung von [[Liez und Corar]] (bis 1969 provisorisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1944-1949: Stadtrat in [[Santana]] &lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung|Verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1949-1961: Mitglied des [[Senat]]s für die Provinz [[Bolivas]]&lt;br /&gt;
* 1964-1969: Mitglied des Provinzialrats von [[Corar]]&lt;br /&gt;
* 1969-1975: Mitglied des Regionalrats von [[Liez und Corar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1952-1955: Stellvertretender Parteivorsitzender der [[CSD]]&lt;br /&gt;
* 1963-1972: Parteivorsitzender der [[CSD]] in [[Corar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Justizminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Minister_f%C3%BCr_Wirtschaft_und_Finanzen&amp;diff=8321</id>
		<title>Minister für Wirtschaft und Finanzen</title>
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		<updated>2012-01-22T23:12:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Ministerium für Wirtschaft und Finanzen]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mart%C3%ADn_N%C3%AAu_Regr%C3%ADguez&amp;diff=8320</id>
		<title>Martín Nêu Regríguez</title>
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		<updated>2012-01-22T23:11:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1951: Unterstaatssekretär im [[Innenministerium]] (unter den Minister [[Oscar Corrado]] und [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]] (unter Minister [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die Öffentliche Verwaltung &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker der PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsidentschaftsminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<title>Andrés Colón</title>
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		<updated>2012-01-22T23:10:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* sonstige Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Andrés Olivera Colón''' (*26.11.1929 in [[Noyar]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] [[ASUL|sozialistischer]] Politiker. Er begleitete in den Siebziger und frühen Achtziger Jahren mehrere Ministerposten und trat bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982|Parlamentswahl 1982]] vergeblich als Spitzenkandidat der sozialdemokratischen [[ASUL]] an. Von 1982 bis 1989 war er Vizegeneralsekretär seiner Partei, danach von 1991 bis 1997 Präsident der [[Fundación Santiago Laval|Santiago-Laval-Stiftung]] (FSL).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend, Ausbildung und frühe politische Karriere ===&lt;br /&gt;
Der studierte Jurist Colón trat nach seinem Abschluss zunächst in die Finanzverwaltung der Stadt [[Semess]] ein und machte dort Karriere. Im Jahr 1962 wurde er Justizoberrat und daraufhin von Bürgermeister [[Joán Caval]] als politisches Nachwuchstalent entdeckt. Dieser holte das ASUL-Mitglied Colón 1964 als Mitarbeiter ins Rathaus. 1965 wurde Colón zum stellvertretenden Sekretär der [[Juventú Socialista|Sozialistischen Jugend]] gewählt, ein Amt, das er bis 1968 ausübte. In dieser Zeit erwarb sich Colón den Ruf eines linken Reformers, der die [[Guarda Jovén|Junge Garde]] der Partei um Caval, [[Paulo Centavo]] und [[Martín Solano]] unterstützte und gegen das Machtkartell der Führungstroika [[Iacovo Del Pérez]], [[Carles Domínguez-Arrás]] und [[Stefano Nacoma]] ankämpfte. Zudem gehörte er zu den Unterstützern der [[Studentenbewegung 1968 in Sagradien|Studentenbewegung des Jahres 1968]], bei der er sich bemühte, zwischen den Studenten und der Mitte-Links-Opposition zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Wahl seines Mentors Joán Caval zum Generalsekretär der Sozialisten im Jahr 1969 berief ihn dieser auf den neugeschaffenen Posten eines Nationalen Koordinator der Partei. Wesentlicher Aufgabenbereich Colóns war die Organisation des Wahlkampfs für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]], die mit einem Erdrutschsieg der Linken endete. Während Cavals damaliger Büroleiter [[David Cabarel]] gemeinsam mit [[David Luis Aragón]] wesentlich für die reibungslose Organisation des Wahlkampfs verantwortlich zeichnete, gehörte Colón zusammen mit [[Martín Solano]] und [[José Helguerra]] zu den Köpfen hinter dem Wahlprogramm Cavals, das unter dem Titel „[[Renovación Democrática]]“ umfangreiche Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Justizpolitik versprach. Colón wurde von Ministerpräsident Caval 1972 als [[Minister der Präsidentschaft|Kabinettschef im Ministerrang]] in die Regierung berufen, wo er als Cheforganisator der Regierungsarbeit wirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsminister, Affäre und Rücktritt ===&lt;br /&gt;
Nach der erfolgreichen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974]], die in einem erneuten Sieg der Sozialisten endete, stieg Colón abermals auf und wurde im neuen [[Kabinett Caval III]] Minister für Wirtschaft und Industrie. Zusammen mit Finanzminister [[Francisco Montone]] war er nun für die ökonomische Politik verantwortlich. Als überzeugter Anhänger einer staatsinterventionistischen Wirtschaftspolitik setzte er ein stringentes linkskeynesianisches Programm um, hatte jedoch Schwierigkeiten, den Folgen der Ölkrise von 1973 zu begegnen. Im Herbst 1976, mitten im Wahlkampf der Sozialisten für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|vorgezogene Parlamentswahl]] kam es zu einer politischen Affäre um Colón, dem eine Affäre mit einer Mitarbeiterin nachgewiesen wurde, die er nicht nur mit einer Beförderung auf einen besser bezahlten Posten in seinem Ministerium, sondern auch mit aus der öffentlichen Kasse bezahlten Hotelübernachtungen entlohnte. Colón musste nach heftigen Angriffen auf seine Person seinen Rücktritt erklären, um den Schaden für die Partei zu begrenzen. Nachfolger wurde mit [[Donado Ricardes]] ausgerechnet ein Vertreter einer eher liberalen Wirtschaftspolitik, was allgemein als Zeichen für eine Annäherung der ASUL an die bürgerliche Rechte gedeutet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seine Partei die Wahlen im Herbst 1976 gewinnen konnte und nun eine Koalition mit der liberalen [[UDS]] bildete, zog sich Colón aus der nationalen Politik zurück. Ein Comeback feierte er im Sommer 1977, als er für die Sozialisten in der [[Region Semesce]] zum neuen Regionalsekretär und Spitzenkandidaten für die anstehenden [[Regionalwahlen 1977|Regionalwahlen]] gewählt wurde. Colón verlor die Wahl zwar gegen den konservativen Amtsinhaber [[Marcelo Iudeta]], sein energischer Wahlkampf für die heillos zerstrittene Asul in der Hauptstadtregion brachte ihm aber großen Respekt ein und in der Folge bemühte sich Colón, den Regionalverband der Sozialisten wieder zu einen. In den folgenden Jahren profilierte sich Colón als parteiinterner Führer der Parteilinken, die zunehmend Kritik am Regierungskurs der sozialistisch-bürgerlichen Koalition übten. Am Entwurf des 1977 verabschiedeten [[Manifesto de Semesce 1977|Semesker Programms]] war Colón als Mitglied der zuständigen Kommission führend beteiligt. Das Programm betonte den Charakter der Partei als linke Reformpartei und wurde als pointiertes Absetzungsmanöver vom liberalen Koalitionspartner gewertet. Vor allem die Passagen zum Arbeitnehmerschutz und zur Mitbestimmung sowie zur Möglichkeit der Eingriffe des Staates ins kapitalistische Wirtschaftssystem wurden von Colón konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Comeback 1979 und Gegner des NATO-Doppelbeschlusses ===&lt;br /&gt;
Seine Führungsstellung innerhalb der Parteilinken untermauerte Colón bald auch durch die Gründung einer eigenen Strömung. Sein 1978 gegründeter Corrente stellte einen Versuch dar, die alte Traditionslinke der Partei mit der jüngeren aus den Neuen Sozialen Bewegungen stammenden Linken zu verbünden. Seine Anhängerschaft im Corrente „[[Corrente Colonista|Solidaritá Justa]]“ umfasste einen Großteil des alten Gewerkschaftsflügels der Partei sowie jüngere Mitglieder und drängte auf weitergehende Sozialstaats- und Wirtschaftsreformen. Der gestiegene Einfluss Colóns in der Partei spiegelte sich in seiner Berufung ins Wahlkampfteam der Sozialisten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1979|neuerlichen vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1979]] wieder, wo Colón für die Sozialpolitik verantwortlich zeichnete. Die Sozialisten verloren die Wahl und wurden erstmals seit neun Jahren wieder nicht stärkste Kraft im Parlament. Wahlsieger [[Santo de la Nada]] von der [[PP-CSD]] bildete daraufhin eine [[Große Koalition]] mit der ASUL, in der Colón das Ministerium für Arbeit und Soziales übernahm. Da Parteichef Caval dem Kabinett nicht angehörte, war Colón neben Finanzminister [[Francisco Montone]], dem führenden Vertreter der Parteirechten in der Regierung, einer der wichtigsten Minister der Regierung und repräsentierte den traditionalistisch-linken Flügel der Partei. Hier kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Colón und dem konservativen Wirtschaftsminister [[Alfonso Guivares]], der Colón daraufhin als seinen &amp;quot;Lieblingsfeind&amp;quot; bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Auseinandersetzungen um den NATO-Doppelbeschluss ergriff Colón energisch Partei gegen die Stationierung amerikanischer Raketen in Europa und trat als Folge eines gegenläufigen Kabinettsbeschlusses im Februar 1981 von seinem Ministeramt zurück. Danach organisierte er mit Zustimmung von Parteichef Caval den parteiinternen Widerstand gegen die Regierungspolitik, womit er maßgeblich Mitverantwortung für das Scheitern der Regierung im Sommer 1982 trug. Nachdem Joán Caval auf die Spitzenkandidatur der Sozialisten verzichtet hatte, wurde Andrés Colón auf dem Parteikongress der Sozialisten in [[Bosa]] zum Kandidaten der Partei für das Premieramt gewählt. Außerdem erbte Colón von Stefano Nacoma das Amt des Vizegeneralsekretärs. Damit war er auch in der Partei die Nummer Zwei hinter Caval. Der als potenzieller Gegenkandidat Colóns für die Spitzenkandidatur gehandelte [[Donado Ricardes]] hatte auf eine eigene Bewerbung verzichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahlniederlage als Spitzenkandidat 1982 ===&lt;br /&gt;
Colón zog mit einer klar Lagerwahlkampfstrategie in die Kampagne. Gegenüber Caval konnte er die Ernennung seines ehemaligen Staatssekretärs [[Miguel Cambrís]] zum Nationalen Koordinator und Wahlkampfleiter durchsetzen. Ziel Colóns war es, stärker als die Konservativen zu werden, um die neue Regierung anführen zu können. Erst danach sollte die schwierige Koalitionsfrage beantwortet werden. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982|Wahl im September 1982]] endete schließlich in einem Debakel für die Sozialisten, die erstmals seit 1958 unter die 30-Prozent-Marke abrutschten. Colón ging absolut geschwächt aus der Wahl hervor. War er zuvor als klarer Favorit für die Nachfolge Cavals gehandelt worden, der signalisiert hatte, den Parteivorsitz mittelfristig an Colón abzugeben, so musste er nun um sein politisches Überleben kämpfen und war als direkter Nachfolgekandidat Cavals unvermittelbar. Immerhin wurde er als Nachfolger [[Stefano Nacoma]]s zum neuen Sprecher der ASUL-Fraktion in der Kammer gewählt. In der Folge musste er allerdings gegen einen sukzessiven Machtgewinn der Rechten in der Partei kämpfen, die das Projekt des Linkskurses als gescheitert ansahen und das politische Comeback [[Donado Ricardes]]' vorbereiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sukzessiver Rückzug aus der Spitzenpolitik ===&lt;br /&gt;
Im Herbst 1984 musste Colón nach einer Herzoperation von Parteichef Caval dessen Amt als Parteichef vorübergehend übernehmen. Im Januar 1985 präsentierte der noch immer kranke Caval Colón und Ricardes neben [[Luis José López]] und [[Flávio Osório Jimenez]] als Kern eines politischen Quadrumvirats, das sich künftig die Parteiführung übernehmen sollte. In diesem Zuge bewarb er auf dem Noyarenser Parteitag der Sozialisten im Mai 1985 um das Amt des Generalsekretärs und um die Spitzenkandidatur für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1986|kommenden Parlamentswahlen]]. In der Abstimmung um die Spitzenkandidatur unterlag er jedoch seinem Kontrahenten [[Donado Ricardes]] und verzichtete daraufhin auf das Amt des Generalsekretärs. An seiner Stelle wurde der [[Semess|Semesker]] Bürgermeister [[Flávio Osório]] zum neuen Parteichef der ASUL gewählt, Colón blieb im Amt des Stellvertreters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahlniederlage und der folgende Sieg [[Donado Ricardes]]' bei der Kammerwahl 1986 leitete einen kontinuierlichen Machtverlust Colóns in der Partei ein. Während die Partei unter Ricardes, der 1987 auch zum Parteichef der ASUL gewählt wurde, eine Koalitionen mit den Liberalen bildete, einen Kurs der Mitte steuerte und die liberalen Reformen der Regierung Moya im Wesentlichen fortsetzte, zog sich Colón nach und nach aus den entscheidenden Parteipositionen zurück. Dem [[Kabinett Ricardes I|Kabinett Ricardes]] gehörte er nicht an und gab bereits kurz nach der Wahl auch die Fraktionsführung ab, nachdem er öffentlich Kritik an der Kabinettsliste und dem künftigen Kurs der Regierung Ricardes geäußert hatte. 1989 gab Colón sein Mandat in der Abgeordnetenkammer zurück und wurde erstmals ins Europäische Parlament gewählt. Die Führung der Parteilinken übergab er an [[Francisco Montero]] und gab auch den Posten als Vizegeneralsekretär zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1991 wurde Colón schließlich als Nachfolger [[Iacovo Del Pérez]]’ zum Präsidenten der parteinahen [[Santiago-Laval-Stiftung]] (FSL) gewählt. Bei den Urwahlen für das Amt des Generalsekretärs der Partei unterstützte Colón 1992 öffentlich den jungen Linken [[Paulo Satyres]] gegen den Semesker Bürgermeister [[António Grande Illega]], der aber die Abstimmung für sich entscheiden konnte. Nachdem er 1994 aus dem Europaparlament ausgeschieden war, trat Colón im Jahr 1997 auch von der Spitze der FSL zurück und zog sich in sein Privathaus auf [[Cuentez]] zurück. Danach schrieb er im Wechsel mit dem konservativen [[Joán Perón]] regelmäßig eine politische Kolumne in der linksliberalen Wochenzeitung [[Il Tiempo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1972-1974: Minister der Präsidentschaft im [[Kabinett Caval II]]&lt;br /&gt;
* 1974-1976: Minister für Wirtschaft und Industrie im [[Kabinett Caval III]]&lt;br /&gt;
* 1979-1981: Minister für Arbeit und Soziale Angelegenheiten im [[Kabinett Nada I]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1969-1972: Nationaler Koordinator der [[ASUL]]&lt;br /&gt;
* 1977: Spitzenkandidat der [[ASUL]] bei den [[Region Semesce|Semesker]] [[Regionalwahlen 1977]]&lt;br /&gt;
* 1977-1980: Regionalsekretär der [[ASUL]] in der [[Region Semesce]]&lt;br /&gt;
* 1982: Spitzenkandidat der [[ASUL]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982]]&lt;br /&gt;
* 1982-1986: Sprecher der sozialistischen Fraktion in der [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1984-1991: Vizegeneralsekretär der [[ASUL]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1970-1989: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1977-1981: Regionalrat in der [[Region Semesce]]&lt;br /&gt;
* 1989-1994: Mitglied des Europäischen Parlaments&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== sonstige Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1991-1997: Präsident der [[Fundación Santiago Laval]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker der ASUL]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wirtschaftsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Arbeitsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsidentschaftsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der FSL]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<title>José Helguerra</title>
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		<updated>2012-01-22T23:10:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Parteifunktionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''José Manuel Helguerra''' (*1928 in [[Siedéa]], †1999 in [[Arocí]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker der sozialistischen [[ASUL]]. Zwischen 1970 und 1989 bekleidete unter drei verschiedenen Ministerpräsidenten Regierungsämter, u.a. als [[Gesundheitsminister]] (1970-1974), [[Kabinettsminister]] (1974-1979) und [[Arbeitsminister]] (1981-1982 und 1986-1989). Von 1989 bis 1993 gehörte er als EU-Kommissar für Soziales der Europäischen Kommission von Jacques Delors an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1964-1967: Beigeordneter Rat für Soziales der Stadt [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: Beigeordneter Rat für Wirtschafts- und Soziales und Vizebürgermeister der Stadt [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1970-1974: [[Gesundheitsminister|Minister für Gesundheit und Familie]] im [[Kabinett Caval I]] und [[Kabinett Caval II|II]]&lt;br /&gt;
* 1974-1979: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Caval III]], [[Kabinett Caval IV|IV]] und [[Kabinett Caval V|V]]&lt;br /&gt;
* 1979-1981: [[Verkehrsminister|Minister für Verkehr, öffentliche Arbeiten und Infrastruktur]] im [[Kabinett Nada I]]&lt;br /&gt;
* 1981-1982: [[Arbeitsminister|Minister für Arbeit und Soziales]] im [[Kabinett Nada I]]&lt;br /&gt;
* 1986-1989: [[Arbeitsminister|Minister für Arbeit und Beschäftigung]] im [[Kabinett Ricardes I]] und [[Kabinett Ricardes II|II]]&lt;br /&gt;
* 1989-1993: EU-Kommissar für Soziales in der Kommission Delors II&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1968-1972: Stadtrat in [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1970-1989: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] &lt;br /&gt;
* 1994-1999: Ernannter Senator auf Lebenszeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1982-1986: Stellvertretender Sprecher der [[ASUL]]-Gruppe in der [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker der ASUL]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Arbeitsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: EU-Kommissar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Verkehrsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Gesundheitsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsidentschaftsminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Piero_Dulce_Rodr%C3%ADguez&amp;diff=8317</id>
		<title>Piero Dulce Rodríguez</title>
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		<updated>2012-01-22T23:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Parteiämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Pietro Maria Dulce Rodríguez''' (*1962 in [[Scola]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker der sozialistischen [[ASUL]] und seit 2007 direkt gewählter [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der sagradischen Hauptstadt [[Semess]]. Zuvor war Dulce Rodríguez von 2000 bis 2006 in verschiedenen Funktionen Minister in der [[Kabinett De la Costa I|Regierung De la Costa]], zunächst bis 2005 als Kabinettschef (&amp;quot;[[Minister der Präsidentschaft]]&amp;quot;) und anschließend als [[Innenminister]] (2005-2006).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und Beginn der politischen Karriere ===&lt;br /&gt;
Der Sohn eines katholischen Religionslehrers Dulce Rodríguez wurde 1962 im südsagradischen [[Scola]] geboren und besuchte ein katholisches Franziskaner-Gymnasium in [[Santa May]], wo er mit seiner Familie lange Zeit lebte. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Rechts-, Sozial- und Politikwissenschaften an der Universität von [[Lemez]], das er später in [[Semess]] fortsetzte und mit dem Magistertitel abschloss. Bereits während des Studiums trat er aus Bewunderung für Ministepräsident [[Joán Caval]] in die sozialistische [[ASUL]] ein und engagierte sich bei den [[Juventú Socialista|Jungsozialisten]] in der Region [[Sur Pinia]], die ihn 1985 in den Vorstand und 1987 schließlich zu ihrem Sekretär wählten. In dieser Zeit engagierte sich Dulce auch in der Hochschulpolitik und wurde 1988 in den Stadtbezirksrat Lemez-Carrel gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studienabschluss und dem Ende seiner Amtszeit als JuSo-Regionalsekretär im Jahr 1990 arbeitete er als Assistent an einem Semesker Sozialforschungsinstitut und war zudem als Redakteur für die sozialistische Parteizeitung „[[Avante]]“ tätig, ehe er im Jahr 1992/1993 für wenige Monate an der [[Luis-Cavaller-Universität]] von Semess beschäftigt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionalpolitik in Semesce ===&lt;br /&gt;
Nachdem Dulce bereits 1993 als Berater der sagradischen Sozialisten bei verschiedenen Wahlkampagnen fungiert hatte, trat er Anfang 1994 als Sekretär unter [[Flávio Osório Jimenez]] in die [[Region Semesce|Semesker Regionalverwaltung]] ein. Bereits nach wenigen Monaten wurde er Untersekretär und Leiter der Planungsabteilung im Generalsekretariat der Semesker [[Regionaljunta]], 1997 stieg er zum Wahlkampfmanager der Sozialisten in Semesce auf, ehe er nach dem neuerlichen Sieg der Süd-ASUL mit der Leitung des Generalsekretariats unter Osório berufen wurde und damit in eine Schlüsselstellung in der Regionalpolitik gelang. In dieser Zeit wuchs Dulce zu einem der engsten politischen Vertrauten Osórios heran und galt bald als dessen Kronprinz, ohne jedoch bisher ein Abgeordnetenmandat erhalten zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minister in der Regierung De la Costa ===&lt;br /&gt;
Dulces Arbeit in Semess brachte ihm bald die Aufmerksamkeit durch den neuen sagradischen Ministerpräsidenten [[Julio De la Costa]] ein. Dieser holte Dulce im Jahr 2000 in seine [[Kabinett De la Costa I|seine Regierung]] und übertrug ihm das Ministeramt an der Spitze der Regierungskanzlei. Als [[Minister der Präsidentschaft]] organisierte Dulce in den kommenden zwei Jahren die rot-grüne Regierung. Nachdem er bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002|Parlamentswahlen im Herbst 2002]] erstmals in die [[Abgeordnetenkammer]] gewählt worden war, berief ihn De la Costa in seinem neuen Kabinett erneut zum Präsidentschaftsminister. Bei einer [[Kabinett De la Costa IV|Kabinettsumbildung]] nach den verlorenen [[Regionalwahlen 2005]] wurde Dulce Rodríguez als Nachfolger von [[Vítor Gomes Amarón]] zum neuen [[Innenminister]] Sagradiens berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg in der Partei ===&lt;br /&gt;
Kurz nach seiner Ernennung zum Verteidigungsminister wurde Dulce auf die Empfehlung De la Costas hin erstmals in den nationalen Parteivorstand der Sozialisten gewählt. In der [[Kabinett De la Costa II|zweiten Regierung De la Costa]] gehörte Dulce als enger Vertrauter des Regierungschefs zu den Befürwortern der umstrittenen Reformpolitik und galt als Vertreter des Reformflügels in der Partei, der fest hinter dem zunehmend kritisierten Parteichef De la Costa stand. Nach dem Rücktritt Julio De la Costa vom Amt des Generalsekretärs der Asul im Herbst 2005 wurde Dulce Rodríguez als Sekretär für Fragen der öffentlichen Sicherheit erstmals in die Exekutivkommission und damit in die engere Parteiführung der Sozialisten gewählt, die nun vom neuen Generalsekretär [[Santiago Diaz de Velozo]] angeführt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der verlorenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006|Kammerwahl 2006]] gehörte Dulce Rodríguez der nationalen Opposition unter Führung von Diaz de Velozo an und wurde als Sekretär in der Parteiexekutive der Sozialistischen Allianz bestätigt. Sein neuer Aufgabenbereich sollten Reformen und Innovationen sein. Seither wurde Dulce Rodríguez gemeinsam mit [[Nina Álamo Gomes]] als Führer der „[[Julistas]]“ in der Partei angesehen, die den progressiven, von Gegnern als linksliberal kritisierten Modernisierungskurs de la Costas fortführen wollen. Sein Verhältnis zu Diaz de Velozo blieb nicht frei von Spannungen, besonders als Dulce Rodríguez anders als Diaz de Velozo eine engere Zusammenarbeit mit der äußeren Linken in der Opposition nicht kategorisch ausschließen wollte und dadurch Sympathien am linken Parteiflügel der Sozialisten gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgermeister von Semess ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 2007 stellte sich Dulce Rodríguez als Kandidat der Mitte-Links-Koalition „[[Cerezo]]“ für das Amt des [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeisters]] der Hauptstadt [[Semess]] zur Wahl. Im Vorfeld hatte er in den parteiinternen Vorwahlen der Sozialisten mit der Unterstützung der Julistas und eines Teils der Parteilinken den Kandidaten der Parteirechten, Ex-Regionalpräsident [[David Acebes]] aus dem Rennen geschlagen. Dulce Rodríguez galt auch als Wunschkandidat der [[Grünen]], zu denen er gute Kontakte pflegt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
In den Direktwahlen um das Bürgermeisteramt konnte sich Dulce Rodríguez im zweiten Wahlgang deutlich gegen den [[PP-CSD|Konservativen]] [[David Elabal]] durchsetzen, der von den Parteien der rechten Mitte aufgestellt worden war und im zweiten Wahlgang auch von [[Joán María De la Pênia|De le Pênias]] [[PSP|Rechtspopulisten]] unterstützt wurde. Der Sieg in der Hauptstadt machte Dulce Rodríguez, zuvor eher ein Außenseiter in der Parteiführung zu einem politischen Schwergewicht, der besonders auf sein gutes Image in den Medien vertrauen konnte und von vielen als Protagonist einer jungen, modernen und vor allem erfolgreichen Asul angesehen wurde.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt Diaz de Velozos vom Amt des Parteichefs der ASUL infolge der verhehrenden Wahlniederlage der Sozialisten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008|Kammerwahlen im Sommer 2008]] sprach sich Dulce Rodríguez weder für [[Mercé Serrat Cabarell]] als Nachfolgerin im höchsten Parteiamt, noch für den Kandidaten der Parteirechten, den ehemaligen [[Semess|Semesker]] Bürgermeister [[Miguel Javier León]], aus. Eine öffentliche Stellungnahme der Julistas gab es damit nicht. Jedoch wurde zunächst davon ausgegangen, dass die Faktion den Kandidaten León unterstützt. Erst die Stellungnahme einiger Julistas der zweiten Reihe zugunsten Serrats änderte dies. Nach der Wahl Serrats wurde Dulce Rodríguez als Vizegeneralsekretär der Partei ins neue Führungsteam eingebunden. Anhänger Dulces hatten vergeblich versucht, den 46-Jährigen zu einer eigenen Kandidatur zu bewegen. Stattdessen hatte dieser argumentiert, sich zunächst auf seine Rolle als Semesker Bürgermeister konzentrieren zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Positionen ==&lt;br /&gt;
Pietro Dulce Rodríguez gilt in Parteikreisen als Vertreter des gemäßigten Reformflügels und als enger Vertrauter von Ex-Parteichef [[Julio De la Costa]]. Zur Zeit wird er als Führer der Julistas angesehen, zu denen auch [[Ana Voçares]], [[Nina Álamo Gomes]] und [[Lorenzo Dimas Ferrera]] gezählt werden und die das Erbe der Präsidentschaft De la Costas weiterführen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Finanzkrise der Jahre 2008 ff. trat Dulce Rodríguez als Kritiker des wirtschaftsliberalen Systems auf und zeigte sich im Hinblick auf sein eigenes früheres Wirken selbstkritisch. Er unterstützte den von De la Costa initiierten [[Plan Social Ecologista]] (PSE), dessen Ziel die Etablierung einer neuen auf soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Rahmen einer demokratisch legitimierten europäischen Integration ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentliche Wahrnehmung und Privates ==&lt;br /&gt;
Seit seiner Wahl zum Bürgermeister von Semess im Jahr 2007 gilt Dulce zudem als einer der beliebtesten Politiker des Landes. Im Jahr 2008 wurde er von einer sagradischen Illustrierten zum attraktivsten Politiker des Landes gewählt.  Dulce Rodríguez ist seit 1993 mit der Journalistin [[Sellesi Robredo]] verheiratet, mit der er drei Kinder hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1994-1997: Untersekretär und Leiter der Planungsabteilung im Generalsekretariat der [[Regionaljunta]] von [[Region Semesce|Semesce]]&lt;br /&gt;
* 1997-2000: Generalsekretär der [[Regionaljunta]] von [[Region Semesce|Semesce]]&lt;br /&gt;
* 2000-2005: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett De la Costa I]], [[Kabinett De la Costa II|II]] und [[Kabinett De la Costa III|III]]&lt;br /&gt;
* 2005-2006: [[Innenminister]] im [[Kabinett De la Costa IV]]&lt;br /&gt;
* seit 2007: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 2002-2007: Mitglied der [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1987-1990: Regionalsekretär der [[Juventú Socialista]] in der  [[Sur Pinia]]&lt;br /&gt;
* seit 2008: Vizegeneralsekretär der [[ASUL]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsidentschaftsminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Vizegeneralsekretär der ASUL]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mart%C3%ADn_N%C3%AAu_Regr%C3%ADguez&amp;diff=8316</id>
		<title>Martín Nêu Regríguez</title>
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		<updated>2012-01-22T23:08:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1951: Unterstaatssekretär im [[Innenministerium]] (unter den Minister [[Oscar Corrado]] und [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]] (unter Minister [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die Öffentliche Verwaltung &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker der PP-CSD]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8315</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T23:06:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel María Favale''' (*1902 in [[Navil]]/[[Amôria]]; †1986) war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Für seine konservative Haltung und Politik wurde er zum Feindbild der Studentenbewegung der späten Sechziger Jahre und ist bis heute umstritten. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl des Kolonialministers [[Martín Nêu Regríguez]], zuvor Staatsssekretär Favales im [[Innenministerium]], zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl. Eine Ernennung zum Senator auf Lebenszeit lehnte Präsident [[Iacovo Del Pérez]] bis zum Ende seiner eigenen Amtszeit 1982 ab, sein Nachfolger [[Alfonso María Guivares]] berief Favale schließlich im Jahr 1983 zum Senator. Der bereits erkrankte Favale gab sein Mandat jedoch Anfang 1984 wieder zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1983-1984: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit (Mandat 1983 zurückgegeben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Martín Nêu Regríguez</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1951: Unterstaatssekretär im [[Innenministerium]] (unter den Minister [[Oscar Corrado]] und [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]] (unter Minister [[Carles Favale]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker der PP-CSD]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1951: Unterstaatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
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=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
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[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1951: Abteilungsleiter im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Richter am [[Verfassungsgerichtshof]] der Sagradischen Republik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1963-1971: Vorstandsmitglied der [[Banca de Sagradia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1951-1955: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Beauftragter der Regierung für die [[Sagraphone Gemeinschaft]] &lt;br /&gt;
* 1957-1960: [[Minister für die Kolonien]] im [[Kabinett Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Minister der Präsidentschaft]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1959-1960: Sekretär des [[CSD]]-Exekutivkomitees&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Kabinett Luciaro VI</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zusammensetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Kabinett '''Luciaro VI''' wurde 1957 durch eine Umstrukturierung des Kabinetts [[Kabinett Luciaro V|Luciaro V]] gebildet und blieb bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958]] im Amt, ehe das [[Kabinett Luciaro VII]] folgte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Kabinett Luciaro VI ([[CSD]], [[UDR]], [[PLD]], [[PND]]), April 1957 - Dezember 1958&lt;br /&gt;
* Ministerpräsident: [[Paulo Luciaro]], CSD &lt;br /&gt;
* Vizeministerpräsidenten: [[Carles Méndez]], UDR&lt;br /&gt;
* Auswärtiges: [[Carles María Ortega]], CSD&lt;br /&gt;
* Inneres: [[Carles Méndez]], UDR &lt;br /&gt;
* Justiz: [[Luis Enrico de Piacón]], CSD &lt;br /&gt;
* Finanzen: [[Carles Ángel Favale]], CSD &lt;br /&gt;
* Wirtschaft und Industrie [[Luis Selle Delavesc]], parteilos&lt;br /&gt;
* Ernährung: [[Marcelo Cardinal]], CSD&lt;br /&gt;
* Arbeit: [[Francisco Carreras]], CSD&lt;br /&gt;
* Verteidigung: [[Marcio Montone]], PND&lt;br /&gt;
* Verkehr und öffentliche Arbeiten: [[Garibaldo Filipesca]], CSD&lt;br /&gt;
* Wohnen: [[Luis Teufil]], CSD&lt;br /&gt;
* Erziehung: [[Gerardo Delunes]], UDR&lt;br /&gt;
* Forschung: [[Daniel Afonsín]], CSD&lt;br /&gt;
* Kolonien: [[Martín Nêu Regríguez]], CSD&lt;br /&gt;
* Soziale und humanitäre Angelegenheiten: [[Roberto Andrés Costa]], CSD&lt;br /&gt;
* Post: [[António Miguel Verón]], PLD&lt;br /&gt;
* Außenhandel: [[Daniel Demontis]], CSD&lt;br /&gt;
* Kultur: [[Alfredo Soler]], CSD&lt;br /&gt;
* Planung: [[Santiago Miguel Ramírez]], CSD&lt;br /&gt;
* Präsidentschaft: [[Dián Jocéntilo Sánchez]], CSD&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kabinette der Dritten Republik|Luciaro VI]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sagradische Regierungen|Luciaro VI]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mart%C3%ADn_N%C3%AAu_Regr%C3%ADguez&amp;diff=8305</id>
		<title>Martín Nêu Regríguez</title>
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		<updated>2012-01-22T22:50:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* 1952-1957: Staatssekretär im [[Innenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1958-1960: [[Minister für die Kolonien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T22:49:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Aufstieg zum Minister */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' (*1902 in [[Navil]]/[[Amôria]]; †1986) war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Für seine konservative Haltung und Politik wurde er zum Feindbild der Studentenbewegung der späten Sechziger Jahre und ist bis heute umstritten. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl des Kolonialministers [[Martín Nêu Regríguez]], zuvor Staatsssekretär Favales im [[Innenministerium]], zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl. Eine Ernennung zum Senator auf Lebenszeit lehnte Präsident [[Iacovo Del Pérez]] bis zum Ende seiner eigenen Amtszeit 1982 ab, sein Nachfolger [[Alfonso María Guivares]] berief Favale schließlich im Jahr 1983 zum Senator. Der bereits erkrankte Favale gab sein Mandat jedoch Anfang 1984 wieder zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1983-1984: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit (Mandat 1983 zurückgegeben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=8303</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
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		<updated>2012-01-22T22:48:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1944 bis 1947 war Luciaro zudem Parteisekretär der [[PCC]] und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[CSD]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. 1930 wurde Luciaro erstmals für die PDP in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Jahr 1932 dann wurde er Bürgermeister von Vierna. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend antidemokratischen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach dem rechten Februarputsch 1938 für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. Nach der Verhaftung de Leóns und dem Verbot der PDP durch das Regime der [[Comunión Nacional]] änderte er seine Meinung und verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Von seinen Ämtern als Bürgermeister und Abgeordneter trat er im Sommer 1938 zurück. Nachdem er zwischen 1939 und 1941 in Haft gesessen hatte, schloss er sich dem [[Resistença|sagradischen Widerstand]] an. Er hielt Kontakt zu dem in London publizierenden De la Roya und gehörte schließlich 1943 zu den Mitgründern des nationalen Widerstandskomitees [[CNRS]], wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PCC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten PDP. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Im Frühjahr 1944 wurde die Partei unter dem Namen [[Christliche Zentrumspartei]] (PCC) neugegründet. Luciaro – der zusammen mit de la Roya das Parteileben reorganisierte – wurde zu ihrem Parteisekretär gewählt. Während de la Roya als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PCC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der Volksunion und des CN-Regimes offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PCC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PCC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des Mitte-Rechts-Bündnisses [[CSD|Convergência]] an, das deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. Die 1952 unter Führung Luciaros als Partei gegründete [[Convergência Social Democrática]] (CSD) stellte daher faktisch nichts weiter als eine Erweiterung der christdemokratischen PCC durch ihre bisherigen bürgerlichen Satelliten aus MPD, UNP und der Bauernpartei [[FNC]] dar. In der neuen Partei begleitete Luciaro zunächst keine Ämter, wurde 1954 aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der CSD mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der CSD ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1938: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung (1944)|verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1944-1948: Parteisekretär des [[Partido del Cientro Cristiano]] (PCC)&lt;br /&gt;
* 1952-1961: Parteivorsitzender der [[Convergência Social Democrática]] (CSD)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der CSD&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PP-CSD]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Kabinett_Luciaro_VII&amp;diff=8302</id>
		<title>Kabinett Luciaro VII</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Kabinett_Luciaro_VII&amp;diff=8302"/>
		<updated>2012-01-22T22:47:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zusammensetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Kabinett '''Luciaro VII''' war die letzte Regierung unter Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]]. Gebildet wurde die Regierung der [[Bürgerblock]]-Koalition nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958]] und löste das [[Kabinett Luciaro VI]] ab. Es blieb bis zum Rücktritt Luciaros im Januar 1960 im Amt und bestand damit ein Jahr und einen Monat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Kabinett Luciaro VII ([[CSD]], [[UDR]], [[PLD]], [[PND]], [[PR]]), Dezember 1958 - Januar 1960&lt;br /&gt;
* Ministerpräsident: [[Paulo Luciaro]], CSD &lt;br /&gt;
* Vizeministerpräsidenten: [[Carles Méndez]], UDR&lt;br /&gt;
* Auswärtiges: [[Carles María Ortega]], CSD&lt;br /&gt;
* Inneres: [[Aliureto Muller]], UDR &lt;br /&gt;
* Justiz: [[Márcio Montone]], PND &lt;br /&gt;
* Finanzen: [[Carles Ángel Favale]], CSD &lt;br /&gt;
* Wirtschaft und Industrie [[Carles Méndez]], UDR&lt;br /&gt;
* Ernährung: [[Oscar Ariel Malakoff]], CSD&lt;br /&gt;
* Arbeit: [[Francisco Carreras]], CSD&lt;br /&gt;
* Verteidigung: [[Joán António Ricardes]], CSD&lt;br /&gt;
* Soziale und humanitäre Angelegenheiten: [[Roberto Andrés Costa]], CSD&lt;br /&gt;
* Verkehr, öffentliche Arbeiten: [[António Miguel Verón]], PLD&lt;br /&gt;
* Wohnen: [[Luis Teufil]], CSD&lt;br /&gt;
* Bildung: [[Osvaldo Waldner]], parteilos&lt;br /&gt;
* Forschung: [[Daniel Afonsín]], CSD&lt;br /&gt;
* Kolonien: [[Martín Nêu Regríguez]], CSD&lt;br /&gt;
* Post: [[Gerardo Ferrera]], PR&lt;br /&gt;
* Außenhandel: [[Mário López Bernal]], CSD&lt;br /&gt;
* Kultur: [[Alfredo Soler]], CSD, ab März 1959 [[Helénio Carrera]], CSD&lt;br /&gt;
* Planung: [[Santiago Miguel Ramírez]], CSD&lt;br /&gt;
* Präsidentschaft: [[Dián Jocéntilo Sánchez]], CSD&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kabinette der Dritten Republik|Luciaro VII]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sagradische Regierungen|Luciaro VII]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_%C3%81ngel_Favale&amp;diff=8301</id>
		<title>Carles Ángel Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T22:46:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Carles Angel Favale]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=8300</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
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		<updated>2012-01-22T22:44:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1944 bis 1947 war Luciaro zudem Parteisekretär der [[PCC]] und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[CSD]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. 1930 wurde Luciaro erstmals für die PDP in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Jahr 1932 dann wurde er Bürgermeister von Vierna. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend antidemokratischen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach dem rechten Februarputsch 1938 für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. Nach der Verhaftung de Leóns und dem Verbot der PDP durch das Regime der [[Comunión Nacional]] änderte er seine Meinung und verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Von seinen Ämtern als Bürgermeister und Abgeordneter trat er im Sommer 1938 zurück. Nachdem er zwischen 1939 und 1941 in Haft gesessen hatte, schloss er sich dem [[Resistença|sagradischen Widerstand]] an. Er hielt Kontakt zu dem in London publizierenden De la Roya und gehörte schließlich 1943 zu den Mitgründern des nationalen Widerstandskomitees [[CNRS]], wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PCC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten PDP. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Im Frühjahr 1944 wurde die Partei unter dem Namen [[Christliche Zentrumspartei]] (PCC) neugegründet. Luciaro – der zusammen mit de la Roya das Parteileben reorganisierte – wurde zu ihrem Parteisekretär gewählt. Während de la Roya als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PCC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der Volksunion und des CN-Regimes offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PCC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PCC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des Mitte-Rechts-Bündnisses [[CSD|Convergência]] an, das deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. Die 1952 unter Führung Luciaros als Partei gegründete [[Convergência Social Democrática]] (CSD) stellte daher faktisch nichts weiter als eine Erweiterung der christdemokratischen PCC durch ihre bisherigen bürgerlichen Satelliten aus MPD, UNP und der Bauernpartei [[FNC]] dar. In der neuen Partei begleitete Luciaro zunächst keine Ämter, wurde 1954 aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der CSD mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, Abgeordneten und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der CSD ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1938: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung (1944)|verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1944-1948: Parteisekretär des [[Partido del Cientro Cristiano]] (PCC)&lt;br /&gt;
* 1952-1961: Parteivorsitzender der [[Convergência Social Democrática]] (CSD)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der CSD&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PP-CSD]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T21:20:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' (*1902 in [[Navil]]/[[Amôria]]; †1986) war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Für seine konservative Haltung und Politik wurde er zum Feindbild der Studentenbewegung der späten Sechziger Jahre und ist bis heute umstritten. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl. Eine Ernennung zum Senator auf Lebenszeit lehnte Präsident [[Iacovo Del Pérez]] bis zum Ende seiner eigenen Amtszeit 1982 ab, sein Nachfolger [[Alfonso María Guivares]] berief Favale schließlich im Jahr 1983 zum Senator. Der bereits erkrankte Favale gab sein Mandat jedoch Anfang 1984 wieder zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1983-1984: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit (Mandat 1983 zurückgegeben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' (*1902 in [[Navil]]/[[Amôria]]; †1986) war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Für seine konservative Haltung und Politik ist er bis heute umstritten. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl. Eine Ernennung zum Senator auf Lebenszeit lehnte Präsident [[Iacovo Del Pérez]] bis zum Ende seiner eigenen Amtszeit 1982 ab, sein Nachfolger [[Alfonso María Guivares]] berief Favale schließlich im Jahr 1983 zum Senator. Der bereits erkrankte Favale gab sein Mandat jedoch Anfang 1984 wieder zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1983-1984: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit (Mandat 1983 zurückgegeben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8297</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8297"/>
		<updated>2012-01-22T21:11:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' (*1902 in [[Navil]]/[[Amôria]]; †1986) war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl. Eine Ernennung zum Senator auf Lebenszeit lehnte Präsident [[Iacovo Del Pérez]] bis zum Ende seiner eigenen Amtszeit 1982 ab, sein Nachfolger [[Alfonso María Guivares]] berief Favale schließlich im Jahr 1983 zum Senator. Der bereits erkrankte Favale gab sein Mandat jedoch Anfang 1984 wieder zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1983-1984: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit (Mandat 1983 zurückgegeben)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8296</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8296"/>
		<updated>2012-01-22T21:06:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt und mit seinem radikalen Konfrontationskurs zur Linksregierung Caval umstritten, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|Parlamentswahl 1976]] verzichtete er auf eine Wiederwahl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8295</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T21:04:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [[Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T21:03:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen erneuten Wahlsieg nachhaltig geschwächt, trat Favale im Frühjahr 1971 schließlich vom Parteivorsitz der Volkspartei zurück. Zu seinem Nachfolger wurde [[Márcio Ellévez Perón]] gewählt. Favale blieb jedoch Parlamentsabgeordneter und wurde bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1974]] wiedergewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8293</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8293"/>
		<updated>2012-01-22T20:57:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich. Joán Caval bildete eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der [[PCS|Kommunistischen Partei]]. Favale erklärte der neuen Regierung einen &amp;quot;Kampf mit allen demokratischen Mitteln&amp;quot; an und fungierte zunächst als Oppositionsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8292</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8292"/>
		<updated>2012-01-22T20:52:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett bis zu dessen Sturz im Sommer 1970 formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] führte er seine Partei erneut als Spitzenkandidat an und suchte den Urnengang zur Entscheidung zwischen einer freiheitlich-demokratischen und einer sozialistischen Entwicklung des Landes zu inszenieren. Den Oppositionskandidaten für die Regierungsspitze [[Joán Caval]] bezeichnete er als &amp;quot;Handlanger Moskaus&amp;quot; und &amp;quot;Verbündeten der anarchistischen Randalierer&amp;quot;, was ihm große Kritik auch aus den eigenen Reihen einbrachte. Favales Volkspartei verlor die Wahl  deutlich gegen die oppositionellen [[ASUL|Sozialisten]] schließlich deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8291</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T20:46:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Gesellschaftliche und Parteifunktionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PP-CSD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<title>Carles Favale</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8289</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8289"/>
		<updated>2012-01-22T20:44:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesellschaftliche und Parteifunktionen ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Geschäftsführender Sekretär des Zentralkomitees der sagradischen Katholiken&lt;br /&gt;
* 1964-1971: Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]])&lt;br /&gt;
* 1965-1967: Fraktionssprecher der [[CSD]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8288</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8288"/>
		<updated>2012-01-22T20:43:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]])&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8287</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T20:43:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Stellvertretender und (seit 1934) Bürgermeister der Stadt [Navil]]&lt;br /&gt;
* 1940-1943: Referent und (seit 1942) Abteilungsleiter im sagradischen [[Kirchenministerium]]&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]]&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8286</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8286"/>
		<updated>2012-01-22T20:39:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]]&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1938-1939: Mitglied des [[Estado Sagradês|ständestaatlichen]] [[Staatsrat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8285</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T20:35:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]]&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1954-1976: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8284</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8284"/>
		<updated>2012-01-22T20:35:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]]&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1954-1978: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8283</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8283"/>
		<updated>2012-01-22T20:33:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1949-1950: Staatssekretär im [[Justizministerium]] ([[Kabinett Luciaro II]]&lt;br /&gt;
* 1950-1955: [[Innenminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] und [[Kabinett Luciaro IV|IV]]&lt;br /&gt;
* 1955-1960: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 10-12/1962: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale I]]&lt;br /&gt;
* 1962-1964: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Costa]]&lt;br /&gt;
* 1967-1970: [[Ministerpräsident]] im [[Kabinett Favale II]] und [[Kabinett Favale III|III]]&lt;br /&gt;
* 7-8/1968: geschäftsführender [[Außenminister]] im [[Kabinett Favale II]]&lt;br /&gt;
* 1-11/1970: [[Vizeministerpräsident]] ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Méndez]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Ministerium_f%C3%BCr_Ausw%C3%A4rtige_und_Europ%C3%A4ische_Beziehungen&amp;diff=8282</id>
		<title>Ministerium für Auswärtige und Europäische Beziehungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Ministerium_f%C3%BCr_Ausw%C3%A4rtige_und_Europ%C3%A4ische_Beziehungen&amp;diff=8282"/>
		<updated>2012-01-22T20:28:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Liste der sagradischen Außenminister */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Liste der sagradischen Außenminister ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;prettytable&amp;quot;&lt;br /&gt;
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||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:22%&amp;quot;|Amtsinhaber&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:8%&amp;quot;|Partei&lt;br /&gt;
| Kabinette&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:8%&amp;quot;|Legislatur&lt;br /&gt;
| besonderes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister des Auswärtigen (Ministroes del Exterior) des [[Estado Sagradês]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1938&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1941&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Franco Ribero]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde II|Álamo II]] und [[Kabinettt Álamo Igualde III|III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
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|align=&amp;quot;center&amp;quot; |Mär 1941&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Manuel Álamo Igualde]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde III|Álamo III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
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|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1941&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1942&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Caro Mêstre]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde III|Álamo III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister des Auswärtigen (Ministroes del Exterior) der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Sep 1944&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1945 &lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ffee44&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[David Pizarro Cordês]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PRR]]&lt;br /&gt;
| [[Regierung Dini II|Dini II]], [[Regierung Saviola III|Saviola III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1945&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1946&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PCC]]&lt;br /&gt;
| [[Regierung Saviola III|Saviola III]] und [[Regierung Saviola IV|Saviola IV]], [[Regierung Luciaro I|Luciaro I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| März bis Oktober 1946 zugleich Präs. der provisor. Regierung&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1946&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1947&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ffee44&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[David Pizarro Cordês]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PRR]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Dorado|Dorado]], [[Kabinett Delauro|Delauro]], [[Kabinett Delavesc|Delavesc]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1947&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1949&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PCC]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Ilpa I|Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1949&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1950&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Jocelín Gustavo Arena]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[MPD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro II|Luciaro II]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1950&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1955&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ff2222&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Santo De la Ilpa]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro III|Luciaro III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]] und [[Kabinett Luciaro V|V]]&lt;br /&gt;
| [[2. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|II]] und [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1955&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1957&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro V|Luciaro V]]&lt;br /&gt;
| [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1957&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1960&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles María Ortega]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
| [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]] und [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1960&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1962&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Roberto Helguerra]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale I|Favale I]]&lt;br /&gt;
| [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1962&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1962&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Angel Favale]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale I|Favale I]]&lt;br /&gt;
| [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1962&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1964&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Iacovo Del Pérez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Costa|Costa]] und [[Kabinett Santiago|Santiago]]&lt;br /&gt;
| [[5. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|V]], [[6. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VI]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1964&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1967&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #EEEEEE&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Francisco Conte de Montxerent]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|parteilos&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez I]], [[Kabinett Del Pérez II|II]] und [[Kabinett Del Pérez III|III]]&lt;br /&gt;
| [[6. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VI]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1967&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 1968&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Méndez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale II|Favale II]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 1968&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1968&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Angel Favale]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale II|Favale II]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1968&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1970&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Méndez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale III|Favale III]] und [[Kabinett Méndez|Méndez]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| bis Jan 1970 zugleich [[Vizeministerpräsident]], Jan-Nov 1970 zugleich [[Ministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1970&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Iacovo Del Pérez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval I|Caval I]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Caval]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval I|Caval I]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1974&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #EEEEEE&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joaquín Bexerent]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|parteilos&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval II|Caval II]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1974&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1977&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Matêu]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval III|Caval III]]&lt;br /&gt;
| [[9. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IX]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1977&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Lorenzo Estrubal]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval IV|Caval IV]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Martín Solano]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval V|Caval V]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]]&lt;br /&gt;
| im Amt verstorben&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Caval]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval V|Caval V]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1982&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Luis Martínez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Nada I|Nada I]] und [[Kabinett Nada II|II]]&lt;br /&gt;
| [[11. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XI]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1982&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1992&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Lorenzo Estrubal]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Moya I|Moya I]] und [[Kabinett Moya II|II]], [[Kabinett Ricardes I|Ricardes I]] und [[Kabinett Ricardes II|II]], [[Kabinett Otero I|Otero I]]&lt;br /&gt;
| [[12. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XII]], [[13. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIII]] und [[14. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIV]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1992&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1998&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Vítor António Anghés]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Otero II|Otero II]] und [[Kabinett Otero III|III]]&lt;br /&gt;
| [[14. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIV]] und [[15. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XV]]&lt;br /&gt;
| seit 1994 zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1998&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 2004&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #558811&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Javier Carles Etxeberría]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Verdes]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett De la Costa I|De la Costa I]] und [[Kabinett De la Costa II|II]]&lt;br /&gt;
| [[16. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVI]] und [[17. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVII]]&lt;br /&gt;
| seit 2002 zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister für Auswärtige und Europäische Beziehungen (Ministroes de Relaciones Exteriores i Europeas)&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 2004&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 2006&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #558811&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Javier Carles Etxeberría]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Verdes]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett De la Costa III|De la Costa III]] und [[Kabinett De la Costa IV|IV]]&lt;br /&gt;
| [[17. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVII]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 2006&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 2008&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Hernán Ferrero Perón]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto I|Luisanto I]] und [[Kabinett Luisanto II|II]]&lt;br /&gt;
| [[18. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 2008&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 2010&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Oscar Rolando Huerón]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto III|Luisanto III]]&lt;br /&gt;
| [[19. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIX]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 2010&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Gael António Beregui]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto III|Luisanto III]]&lt;br /&gt;
| [[19. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIX]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradisches Ministerium]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Ministerium_f%C3%BCr_Ausw%C3%A4rtige_und_Europ%C3%A4ische_Beziehungen&amp;diff=8281</id>
		<title>Ministerium für Auswärtige und Europäische Beziehungen</title>
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		<updated>2012-01-22T20:27:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Liste der sagradischen Außenminister */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Liste der sagradischen Außenminister ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;prettytable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:9%&amp;quot;|Amtsbeginn&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:9%&amp;quot;|Amtsende&lt;br /&gt;
| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#ffffff&amp;quot;&amp;gt; . &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:22%&amp;quot;|Amtsinhaber&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:8%&amp;quot;|Partei&lt;br /&gt;
| Kabinette&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;width:8%&amp;quot;|Legislatur&lt;br /&gt;
| besonderes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister des Auswärtigen (Ministroes del Exterior) des [[Estado Sagradês]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1938&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1941&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Franco Ribero]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde II|Álamo II]] und [[Kabinettt Álamo Igualde III|III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; |Jan 1941&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot; |Mär 1941&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Manuel Álamo Igualde]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde III|Álamo III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1941&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1942&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #556644&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Caro Mêstre]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Comunión Nacional|CN]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Álamo Igualde III|Álamo III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister des Auswärtigen (Ministroes del Exterior) der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Sep 1944&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1945 &lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ffee44&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[David Pizarro Cordês]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PRR]]&lt;br /&gt;
| [[Regierung Dini II|Dini II]], [[Regierung Saviola III|Saviola III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1945&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1946&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PCC]]&lt;br /&gt;
| [[Regierung Saviola III|Saviola III]] und [[Regierung Saviola IV|Saviola IV]], [[Regierung Luciaro I|Luciaro I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| März bis Oktober 1946 zugleich Präs. der provisor. Regierung&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1946&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1947&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ffee44&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[David Pizarro Cordês]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PRR]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Dorado|Dorado]], [[Kabinett Delauro|Delauro]], [[Kabinett Delavesc|Delavesc]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1947&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1949&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PCC]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Ilpa I|Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mär 1949&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1950&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Jocelín Gustavo Arena]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[MPD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro II|Luciaro II]]&lt;br /&gt;
| [[1. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|I]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1950&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1955&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ff2222&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Santo De la Ilpa]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro III|Luciaro III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]] und [[Kabinett Luciaro V|V]]&lt;br /&gt;
| [[2. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|II]] und [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1955&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1957&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Paulo Manuel Luciaro]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro V|Luciaro V]]&lt;br /&gt;
| [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1957&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1960&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles María Ortega]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
| [[3. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|III]] und [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1960&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Sep 1962&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Roberto Helguerra]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale I|Favale I]]&lt;br /&gt;
| [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Sep 1962&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1962&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Angel Favale]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale I|Favale I]]&lt;br /&gt;
| [[4. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IV]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Dez 1962&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1964&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Iacovo Del Pérez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Costa|Costa]] und [[Kabinett Santiago|Santiago]]&lt;br /&gt;
| [[5. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|V]], [[6. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VI]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1964&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1967&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #EEEEEE&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Francisco Conte de Montxerent]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|parteilos&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez I]], [[Kabinett Del Pérez II|II]] und [[Kabinett Del Pérez III|III]]&lt;br /&gt;
| [[6. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VI]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1967&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 1968&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Méndez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale II|Favale II]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 1968&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1968&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Angel Favale]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale II|Favale II]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 1968&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1970&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Carles Méndez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Favale III|Favale III]] und [[Kabinett Méndez|Méndez]]&lt;br /&gt;
| [[7. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VII]] &lt;br /&gt;
| bis Jan 1970 zugleich [[Vizeministerpräsident]], Jan-Nov 1970 zugleich [[Ministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1970&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Iacovo Del Pérez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval I|Caval I]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Caval]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval I|Caval I]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Mai 1972&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1974&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #EEEEEE&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joaquín Bexerent]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|parteilos&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval II|Caval II]]&lt;br /&gt;
| [[8. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|VIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Okt 1974&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1977&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Matêu]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval III|Caval III]]&lt;br /&gt;
| [[9. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|IX]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1977&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Lorenzo Estrubal]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval IV|Caval IV]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]] &lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Martín Solano]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval V|Caval V]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]]&lt;br /&gt;
| im Amt verstorben&lt;br /&gt;
|-bgcolor= EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1979&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #ee1122&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Joán Caval]], amtierend&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[ASUL]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Caval V|Caval V]]&lt;br /&gt;
| [[10. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|X]]&lt;br /&gt;
| zugleich Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jun 1979&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1982&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Luis Martínez]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Nada I|Nada I]] und [[Kabinett Nada II|II]]&lt;br /&gt;
| [[11. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XI]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1982&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1992&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Lorenzo Estrubal]] &lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Moya I|Moya I]] und [[Kabinett Moya II|II]], [[Kabinett Ricardes I|Ricardes I]] und [[Kabinett Ricardes II|II]], [[Kabinett Otero I|Otero I]]&lt;br /&gt;
| [[12. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XII]], [[13. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIII]] und [[14. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIV]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Apr 1992&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1998&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Vítor António Anghés]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Otero II|Otero II]] und [[Kabinett Otero III|III]]&lt;br /&gt;
| [[14. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIV]] und [[15. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XV]]&lt;br /&gt;
| seit 1994 zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 1998&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 2004&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #558811&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Javier Carles Etxeberría]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Verdes]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett De la Costa I|De la Costa I]] und [[Kabinett De la Costa II|II]]&lt;br /&gt;
| [[16. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVI]] und [[17. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVII]]&lt;br /&gt;
| seit 2002 zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#EEEEFF&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; | Minister für Auswärtige und Europäische Beziehungen (Ministroes de Relaciones Exteriores i Europeas)&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jul 2004&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 2006&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #558811&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Javier Carles Etxeberría]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[Verdes]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett De la Costa III|De la Costa III]] und [[Kabinett De la Costa IV|IV]]&lt;br /&gt;
| [[17. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVII]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Nov 2006&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 2008&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #1e90ff&amp;quot; |&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Hernán Ferrero Perón]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[UDS]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto I|Luisanto I]] und [[Kabinett Luisanto II|II]]&lt;br /&gt;
| [[18. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XVIII]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Aug 2008&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 2010&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Oscar Rolando Huerón]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto III|Luisanto III]]&lt;br /&gt;
| [[19. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIX]]&lt;br /&gt;
| zugleich [[Vizeministerpräsident]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=EEEEEE&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|Jan 2010&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color: #18395A&amp;quot;|&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Gael António Beregui]]&lt;br /&gt;
|align=&amp;quot;center&amp;quot;|[[PP-CSD]]&lt;br /&gt;
| [[Kabinett Luisanto III|Luisanto III]]&lt;br /&gt;
| [[19. Legislaturperiode der sagradischen Abgeordnetenkammer in der Dritten Republik|XIX]]&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradisches Ministerium]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8280</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8280"/>
		<updated>2012-01-22T20:24:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde. Favale gehörte dem neuen Kabinett formell als [[Vizeministerpräsident]] an, führte jedoch kein eigenes Ressort.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8279</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T20:16:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer [[Kabinett Méndez|bürgerlichen Mehrheitsregierung]] aus [[PP-CSD]], [[UDS]] und [[PRD]] ernannt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8278</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T20:16:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Sturz und Rückzug */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Ende 1969 schienen die letzten Gemeinsamkeiten der bürgerlichen Parteien aufgebraucht. Neuerliche Vorwürfe gegen Favale tauchten auf, die ihm zur Last legten, eine Untersuchung der Vorfälle bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und linken Demonstranten im Sommer 1968 vorsätzlich behindert zu haben. Die Tatsache, dass einer der beschuldigten Polizisten Mitglied der Blanxardistenbewegung war, verstärkte den Eindruck der Zusammenarbeit Favales mit der populistischen Rechten und deren paramilitärischen Einheiten. Nachdem die PRD öffentlich den Rücktritt Favales gefordert und die Linke erneut ein Misstrauensvotum gegen Favale eingebracht hatte, zog dieser schließlich im November 1969 die Notbremse und demissionierte. Geschäftsführend blieb er bis Januar 1970 im Amt und übergab das Amt des Regierungschefs schließlich offiziell an seinen bisherigen Stellvertreter [[Carles Méndez]] von der [[UDS]], der zum Ministerpräsidenten einer bürgerlichen Mehrheitsregierung aus PP-CSD, UDS und PRD ernannt wurde.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zweite Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8276</id>
		<title>Carles Favale</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8276"/>
		<updated>2012-01-22T20:07:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zweite Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete. Das Abkommen lief Ende September 1969 aus. Es kam zu neuerlichen Verhandlungen zwischen Favale und den Radikaldemokraten, die schließlich im Dezember 1969 endgültig scheiterten. Nachdem der Untersuchungsausschuss Favale heftig kritisiert hatte, forderte die PRD offiziell Favales Rücktritt und sprach ihm damit faktisch das Misstrauen aus. Noch ehe es zu einem Misstrauensvotum kommen konnte, reichte Favale im Dezember 1969 bei Präsident Ortega seinen Rücktritt ein, der ihn jedoch bat, bis zur Ernennung eines Nachfolgers geschäftsführend im Amt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz und Rückzug ===&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Carles Favale</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zweite Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in [[Novil]] zu Gesprächen zwischen Regierungsbeamten und PFP-Chef [[António Álvaro Blanxard Rovira]]. Die „[[Nacht von Novil]]“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System intentional zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PFP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PFP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, um ein verfassungswidriges Gesetz durchzusetzen, und forderten von Präsident Ortega die Entlassung der Regierung, was dieser zurückwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das vermeintliche Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte (siehe [[Märzkrise 1968]]). Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister [[Santo Quixón]] zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Um eine Entlassung Quixóns und eine Gesetzesänderung zu erreichen, die die angespannte Lage beruhigen sollte, verließen die Minister der liberalen [[UDS]] im Juli 1968 die Regierung. Den Wiedereintritt in eine neue Koalition machten sie von einer parlamentarischen Mehrheit ohne Beteiligung der Blanxardisten abhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favale zeigte sich in der Folge kompromissbereit, entließ Innenminister Quixón und signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, erneuerte die Koalition mit der UDS und leitete Verhandlungen mit der PRD ein, die sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden ließ und ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen unterzeichnete. Das Abkommen lief Ende September 1969 aus. Es kam zu neuerlichen Verhandlungen zwischen Favale und den Radikaldemokraten, die schließlich im Dezember 1969 endgültig scheiterten. Nachdem der Untersuchungsausschuss Favale heftig kritisiert hatte, forderte die PRD offiziell Favales Rücktritt und sprach ihm damit faktisch das Misstrauen aus. Noch ehe es zu einem Misstrauensvotum kommen konnte, reichte Favale im Dezember 1969 bei Präsident Ortega seinen Rücktritt ein, der ihn jedoch bat, bis zur Ernennung eines Nachfolgers geschäftsführend im Amt zu bleiben.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.11.14</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Carles_Favale&amp;diff=8274</id>
		<title>Carles Favale</title>
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		<updated>2012-01-22T19:49:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.11.14: /* Zweite Ministerpräsidentschaft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Carles Angel Favale''' war ein konservativer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker [[PP-CSD]]. Er war zweimal [[Ministerpräsident]] der [[Sagradische Republik|Sagradischen Republik]], das erste Mal nach dem Rücktritt von [[Paulo Luciaro]] 1960 bis zur [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]], das zweite Mal nach dem Sieg der [[CSD]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Parlamentswahl 1967]] bis zu seinem Rücktritt im Januar 1970. Von 1964 bis 1971 war er zudem Parteivorsitzender der [[CSD]] (seit 1965 [[PP-CSD]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Karriere in der Zweiten Republik und im Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Carles Angel Favale wurde im Jahr 1902 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Navil]] in der [[Cripón]] geboren und besuchte dort ein katholisches Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosophie und katholische Theologie, seit 1922 Rechtswissenschaften in [[Viça]] und später in [[Semess]]. Während seines Studiums gehörte Favale mehreren katholischen Studentenvereinigungen an. Nach seiner Dissertation ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Vertreter der konservativ-katholischen [[Volksunion]] bald in den Stadtrat gewählt wurde. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich für die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde er im Alter von nur 30 Jahren stellvertretender Bürgermeister, 1934 dann hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Navil. Nach dem [[Februarputsch 1938]] gehörte Favale kraft seines Amtes als Kommunalvertreter mehrere Monate lang dem ständestaatlichen Staatsrat an und war Mitglied der Staatspartei [[Comunión Nacional]]. 1940 trat der Jurist in den Staatsdienst ein und wurde unter Premierminister und 'Staatsführer' [[Manuel Álamo Igualde]] Beamter im Kirchenministerium. Dort stieg er bis 1943 bis zum Abteilungsleiter auf, verließ das Ministerium nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] jedoch freiwillig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Minister ===&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung der [[Comunión Nacional]] blieb Favale zunächst parteilos und engagierte sich für den Zentralkomitee der sagradischen Katholiken in [[Semess]]. Von 1945 bis 1948 bekleidete er das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers der Organisation. In dieser Tätigkeit knüpfte er Kontakte zur sagradischen Regierung und zur katholischen [[PCC|Zentrumspartei]]. Im [[Kabinett Luciaro II]] wurde der administrativ erfahrene Parteilose im Frühjahr 1949 zum Staatssekretär im [[Justizministerium]] ernannt. Noch im gleichen Jahr trat er in die katholische [[PCC|Zentrumspartei]] ein. Im [[Kabinett Luciaro III]] wurde Favale im Herbst 1950 zum [[Innenminister]] berufen. Nach seiner Wahl in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahl 1954]] ernannte ihn Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]] zum [[Finanzminister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Fünfziger Jahren stieg Favale zu einem der profiliertesten Politiker der regierenden Mitte-Rechts-Koalition auf. 1952 gehörte er dem Gründungsvorstand der konservativen PCC-Nachfolgepartei [[CSD|Convergência Social Democrática]] an, wo er zum rechten katholisch-konservativen Parteiflügel gezählt wurde. Er galt als überzeugter Anhänger der transatlantischen Allianz und der Westbindung seines Landes und fiel durch einen besonders scharfen Antikommunismus auf. So bezeichnete er sich selbst als Anhänger des amerikanischen Kommunistenverfolgers McCarthy und bezeichnete die Allianz der sagradischen [[PS|Sozialisten]] mit der [[PCS|Kommunistischen Partei]] als &amp;quot;Putschistische Verschwörung gegen die freiheitliche Ordnung&amp;quot; und die Parteien der Linken als &amp;quot;Feind im Inneren&amp;quot;. Als Innenminister setzte sich Favale u.a. für eine Ausweitung der Zugriffsrechte der Staatsorgane ein. In seinem Amt als Finanzminister vertrat er weitgehend marktwirtschaftliche Positionen und gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der so genannten &amp;quot;liberalen Wende&amp;quot; in der sagradischen Wirtschaftspolitik der Fünfziger Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als langjähriger Minister und Führungsmitglied der CSD, unter anderem als Mitglied im Exekutivkomitee der Partei, wurde Favale schon früh als potenzieller Nachfolgekandidat [[Paulo Luciaro]]s als Ministerpräsident gehandelt. Durch seine konservative Werthaltung, seine patriotische Gesinnung und seine dezidiert antimarxistische Ausrichtung konnte er sich großes Vertrauen im rechten Parteiflügel erarbeiten. Dennoch kam es bald zu Spannungen zwischen Luciaro und Favale, der vor der Unterzeichnung der Römischen Verträge Bedenken wegen eines möglichen Souveränitätsverzichts angemeldet hatte. Luciaro bezichtigte Favale deswegen einer nationalistischen Gesinnung und misstraute seinem von den Medien zum Kronprinzen ausgerufenen Minister zunehmend. Spätestens die Wahl [[Martín Nêu Regríguez]]', zuvor Staatsssekretär Favales, zum Sekretär des Exekutivkomitees der Partei im Jahr 1959 ließen Favale als Favorit für die Nachfolge Luciaros erscheinen, der jedoch kurz darauf aktiv auf eine Verhinderung Favales als Nachfolger hinarbeitete und seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]] protegierte. Die öffentliche Forderung Nêu Regríguez' an seinen Vorgesetzten Luciaro, rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen Platz für einen Nachfolger zu machen, veranlassten Luciaro schließlich im November 1959, seinen Rücktritt zum Januar 1960 zu erklären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ministerpräsidentschaft und Niederlage 1962 ===&lt;br /&gt;
In der parteiinternen Auswahl trat Favale als Nachfolgekandidat Luciaros gegen den von diesem unterstützten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] an und konnte sich knapp durchsetzen. Von seiner Partei als Nachfolger vorgeschlagen, ernannte Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] Favale Ende Januar 1960 zum [[Ministerpräsident]]en. Luciaro war so lange im Amt geblieben, wie es seine Ankündigung, im Januar zurückzutreten, überhaupt nur zuließ. Seine Ministerpräsidentschaft verlief jedoch von Beginn an schwierig. Zu ständigen Reibereien mit dem liberalen Koalitionspartner, der sich zunehmend emanzipierte und von der konservativen Politik Favales distanzierte, kamen Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung, wo Favale seinen Anspruch auf die Parteiführung nicht durchsetzen konnte. An seiner Stelle wurde 1961 der frühere Außenminister [[Carles María Ortega]] zum Parteivorsitzenden gewählt. Besonders die Berufung von Nêu Regríguez zum Kabinettschef erwies sich bald als taktischer Fehler, da nach dem internen Parteiproporz nun mit [[Carles Toquero]] ein Politiker zum Exekutivsekretär der Partei gewählt wurde, der nicht zu den Anhängern Favales zählte und eher den liberalen Parteiflügel abdeckte. Hinzu kamen öffentliche Skandale und umstrittene Entscheidungen wie der Versuch Favales, größeren Einfluss auf die Nationalbank zu nehmen, und die verhinderte Vertragsverlängerung des Chefredakteurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die als Eingriff in die Medienfreiheit kritisiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar führte Favale seine Partei als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]], musste dort aber empfindliche Verluste hinnehmen. Favale verlor seine bisherige parlamentarische Mehrheit und versuchte, eine Vielparteienkoalition ohne Beteiligung der Sozialisten zu bilden, was aber an den Vorbehalten der linksbürgerlichen [[PRD|Radikaldemokraten]] gegen einen Eintritt in eine Regierung unter Favales Führung scheiterte. Als sich die Bildung einer Großen Koalition mit den Sozialisten abzeichnete, für die u.a. Parteichef Ortega eintrat, musste Favale schließlich auf seinen Führungsanspruch verzichten, da die Sozialisten einen Wechsel an der Regierungsspitze zur Bedingung einer Zusammenarbeit gemacht hatten. Im [[Kabinett Costa|neuen Kabinett der Großen Koalition]] unter seinem Parteifreund [[Martín Ánibal Costa]] wurde Favale erneut zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher sollte er ein marktwirtschaftliches Gegengewicht zum sozialistischen Wirtschaftsminister [[Ricardo Moreno]] bilden. Beide gerieten schließlich mehrmals heftig aneinander und entwickelten eine Dauerfehde, die das von Beginn an angespannte Koalitionsklima zusätzlich belastete und im Jahr 1963 auch zum Scheitern der Koalition beitrug. Die nötig gewordenen Neuwahlen brachten der [[CSD]] unter dem blass wirkenden Spitzenkandidaten Costa eine verhehrende Niederlage ein. Die Partei fiel von 37 auf 31 Prozent ab und wurde damit nur zweitstärkste Kraft hinter der ASUL. Auch gelang es Costa nicht, den Eintritt der liberalen Parteien in eine sozialistisch geführte Koalitionsregierung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oppositionsführer ===&lt;br /&gt;
Das Desaster der anderthalb Jahre Großer Koalition bedeutete für Favale eine zweite Chance, die Führung seiner Partei zu übernehmen. Die für die Wahlniederlage verantwortlich gemachte Parteichef Ortega zog sich in der Folge aus der Parteiführung zurück und kandidierte für das Präsidentenamt, Favale wurde 1964 in einer Kampfabstimmung gegen den Wahlverlierer [[Martín Ánibal Costa]] mit großer Mehrheit zum Parteivorsitzenden der [[CSD]] gewählt. In seiner Zeit als Partei- und Oppositionsführer machte sich Favale an eine umfassende Reform der Führungsstruktur der Partei, die die Effizienz erhöhen und seine eigene Macht sichern sollte. Das Wahlamt des Exekutivsekretärs wurde durch den neu geschaffenen Posten eines vom Vorsitzenden nominierten Generalsekretärs ersetzt, erster Amtsinhaber wurde auf Vorschlag Favales [[Joán Aliureto Perón]]. Zudem wurden die zahlreichen Fachausschüsse der Partei auf höchster Ebene abgeschafft und das Exekutivkomitee als alleiniger Entscheidungsträger an der Spitze gestärkt. Im Jahr 1965 übernahm Favale zudem auch die Führung der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und hatte damit alle wichtigen Ämter inne. Seit 1965 war Favale damit der unumstrittene Oppositionsführer gegen die amtierende Mitte-Links-Koalition unter [[Iacovo Del Pérez]], der er eine sozialistische Wirtschaftspolitik und mangelnde finanzpolitische Vernunft vorhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Favales Führung nahm die PP-CSD eine eindeutig wertkonservative und marktorientierte Ausrichung ein. Sowohl der zentristisch-liberale als auch der christlich-soziale Flügel gerieten in die Minderheit und verloren deutlich an Einfluss. Europapolitisch wurde der Integrationskurs Luciaros zwar fortgesetzt, die Emphase seines Vorgängers für die europäische Aussöhnung brachte der stärker national gesinnt Favale jedoch nicht mit. Stattdessen war er um ein enges Verhältnis zu den USA bemüht. Nach dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett Del Pérez im Januar 1967 brachte Favale ein Misstrauensvotum ein, das den mit einer Minderheitsregierung weiter amtierenden Ministerpräsidenten stürzte und schließlich Neuwahlen erzwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Fünf Jahre nach seiner Wahlniederlage 1962 trat Favale bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967]] erneut als Spitzenkandidat der CSD (seit 1965 ''Volkspartei'' PP-CSD) an. Die Partei konnte sich schließlich als stärkste Kraft gegen die Sozialisten durchsetzen. Favale bildete daraufhin eine konservativ-liberale Minderheitsregierung mit der [[UDS]], die zunächst von der linksliberalen [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] unterstützt wurde. Als Gegenleistung ließ Favale sein Vorhaben einer Wahlrechtsänderung zulasten der kleinen Parteien fallen. Favale wurde Mitte Mai 1967 zum zweiten Mal nach 1960 als sagradischer Ministerpräsidenten vereidigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Favales zweite Regierung war als Minderheitsregierung von Beginn an großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die von Finanzminister [[Alfonso María Guivares]] angetriebene und von der UDS befürwortete große Steuerreform stieß ebenso auf Widerstand bei der PRD wie die angedachte liberale Wirtschaftspolitik, die überdies auch beim Sozialflügel der PP-CSD umstritten war. Dennoch schafften es die Koalitionspartner im Frühjahr 1968 eine Mehrheit für ihre Steuergesetzgebung zu finden. Als Problem erwies sich im März 1968 jedoch die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze, mit der die Regierung die Polizei mit größeren Eingriffsrechten ausstatten wollte. Obwohl die PRD die Gesetze ablehnte, glaubte die Regierung eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Da dies offenkundig nur mithilfe der Rechtsaußenopposition der nationalistisch-populistischen [[PFP|Volksbruderschaft]] [[António Álvaro Blanxard]]s möglich war, kam es zum Eklat. Die Radikaldemokraten erklärten vor der Abstimmung über die Gesetze, die Regierung nicht weiter tolerieren zu wollen, woraufhin die Sozialisten ein Misstrauensvotum einbrachten. Noch in der folgenden Nacht kam es in Novil zu Gesprächen zwischen Favale und PSP-Chef António Álvaro Blanxard Rovira. Die „Nacht von Novil“ brachte ein einmaliges Bündnis in der Geschichte der Dritten Republik zustande. Zum erstenmal sollten Konservative und Rechtsextreme im parlamentarischen System zusammenarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blanxard Rechte stützten die bestehende Regierung Favale sowohl bei der Abstimmung über das neue Sicherheitsgesetz als auch beim Misstrauensvotum und verhinderten damit einen Sturz Favales. Was Favale in der berüchtigten „Nacht von Novil“ der PSP im Gegenzug vesprach, ist bis heute ungeklärt, wahrscheinlich sind jedoch Änderungen am Parteiengesetz zugunsten der PSP. Favales Allianz mit Blanxard erregte einen Sturm der Entrüstung bei der Linken und auch innerhalb der PP-CSD und der UDS für Unmutsäußerungen. Sozialisten und Kommunisten warfen der Regierung einen außerparlamentarischen Coup vor, was Präsident Ortega jedoch trotz Bedenken gegenüber einer Einbindung der Rechten zurückwies. Seit Beginn der Republik hatte ein ungeschriebener Konsens zwischen den Verfassungsparteien gegen die Partizipation der äußeren Rechten an einer Regierung gegolten, der nun aufgebrochen war. Jedoch argumentierte Favale, die PSP, die sich selbst als Partei des Volkes gerierte, könnte durch eine Einbindung in bestimmte Entscheidungen ihre demokratische Orientierung und ihre Verfassungstreue beweisen. Da sie nicht direkt in die Regierung eingebunden sei, gehe von ihr keine Gefahr für die Demokratie aus. &lt;br /&gt;
Über Nacht wurde Favale – ohnehin kein Liebling der Studenten – zum Feindbild der jungen Generation. Studenten und Gewerkschafter gingen – von den zeitgleichen Protesten in Paris angeheizt – auf die Straßen, um gegen das Rechtsbündnis zu demonstrieren. Im Mai eskalierte die Lage und es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Favale drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustands, was die Lage nochmals anfachte. Gegen-Demonstrationen konservativer und rechtsgerichteter Studenten gegen die Wortführer erinnerten bald an die Straßenschlachten zwischen Rechten und Linken am Ende der Zweiten Republik. Favale aber ließ sich von seinem Kurs nicht abbringen. Das harte Durchgreifen der Polizei gegen Demonstranten brachte zwar bald ein Abebben der Demonstrationen mit sich, konnte diese aber nicht ganz eindämmen. Neben Favale selbst wurde auch sein Innenminister Santo Quixón zur Unperson der Demonstranten. Die Regierung Favale war bei ihren Gegnern so unpopulär wie noch nie, hatte sich bei Konservativen und Rechten aber für ihren klaren Kurs Respekt verdient. Das Land galt als tief gespalten.&lt;br /&gt;
Im Sommer 1968 geriet Innenminister Quixón immer stärker in die Kritik und wurde zum Fall für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ihm Fehlverhalten vorwarf. Favale hatte sich bereits seit einigen Wochen um eine neuerliche Kooperation mit der PRS bemüht. Die Entlassung Quixóns signalisierte einen Kurswechsel. Statt der Konfrontation suchte Favale nun verstärkt den Dialog mit den Studenten, die PRS ließ sich schließlich im September wieder in die parlamentarische Mehrheit einbinden und unterzeichnete ein zeitlich befristetes Kooperationsabkommen. Das Abkommen lief Ende September 1969 aus. Es kam zu neuerlichen Verhandlungen zwischen Favale und den Radikalsozialisten, die schließlich im Dezember 1969 endgültig scheiterten. Nachdem der Untersuchungsausschuss Favale heftig kritisiert hatte, forderte die PRS offiziell Favales Rücktritt und sprach ihm damit faktisch das Misstrauen aus. Noch ehe es zu einem Misstrauensvotum kommen konnte, reichte Favale bei Präsident Ortega seinen Rücktritt ein.&lt;/div&gt;</summary>
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