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	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13965</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
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		<updated>2013-04-09T22:08:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung vor dem [[Rat der Republik]] begründete und sich von diesem in seinem Vorgehen bestätigen ließ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Versammlung aus parteipolitischen Beweggründen aufgelöst zu haben und damit seine Rolle als unabhängiger Richter über den Parteien missbraucht zu haben. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und von Präsident [[Domênco Scalfín]] durch ein parteiloses Expertenkabinett unter [[Martín Celano López]] ersetzt wurde. Das neue Kabinett verfügte über keine parlamentarische Mehrheit und blieb daher ein Übergangsphänomen. Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin nach Monaten der Krise die Nationalversammlung auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter. Nach weiteren Krisenjahren suchte schließlich auch Präsident Alemà Sobrantes 1934 sein Heil in einer parteilosen Expertenregierung unter [[Sergio Rafael Dini]]. Als die Nationalversammlung aber auch diesem im Sommer 1935 das Vertrauen entzog, löste Gaitán Alemà erneut die Versammlung auf, ohne die Regierung zu entlassen. Aus [[Parlamentswahl 1935|Neuwahlen im September 1935]] ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als Sieger hervor, doch weigerte sich der Präsident in der Folge, den Führer der Volksfront [[Santiago Laval]] mit dem Amt des Regierungschefs zu betrauen und die weiterhin geschäftsführende [[Kabinett Dini I|Regierung Dini]] aus dem Amt zu entlassen. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Darüber entzündete sich schließlich eine handfeste Debatte, in der sich das Staatsoberhaupt auf sein Recht der Ernennung berief, während das Parlament auf sein Kontrollrecht und die Praxis des Misstrauensvotums bestand.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auseinandersetzung drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, musste aber im Rat der Republik ernsthaften Vorbehalten begegnen. Um den Präsidenten zum Einlenken zu bewegen, entschied sich die linke Mehrheit in der Nationalversammlung dazu, eine Abstimmung über den Präsidenten der Republik anzusetzen, ohne dass das Amt bisher vakant geworden wäre. In unmittelbarer Reaktion darauf erließ der Präsident ein Auflösungsedikt, das jedoch noch durch den Rat der Republik zu ratifizieren war. Angesichts dessen erachtete die Mehrheit der Nationalversammlung das Auflösungsedikt für (noch) nicht gültig und enthob den Präsident vor Inkrafttreten faktisch des Amtes, indem es den Führer der Parlamentsmehrheit [[Santiago Laval]] zum Nachfolger im Präsidentenamt wählte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
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		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
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		<updated>2013-04-09T22:02:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Präsidentschaft Alemà Sobrantes (1932-1935) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikale [[Cristoval Sánchez]], zuvor zweimal Ministerpräsident des Landes, zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. Unter Sánchez' Präsidentschaft wurde die Koalition fortgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Nationalversammlung. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partido Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, verhinderte aber eine Mehrheit für den Linksblock. Angesichts fehlender Mehrheiten und einem parlamentarischen Patt zwischen dem Linksblock und der bisherigen Rechtsopposition suchte Präsident Sánchez eine aktive Rolle zu übernehmen. Er setzte eine Minderheitsregierung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]] ein, die sich zeitweise auf Sozialisten und Liberale stützte, aber schon nach wenigen Monaten gestürzt wurde. Nach vergeblicher Suche nach parlamentarischen Mehrheiten zog Präsident Sánchez per Dekret die Wahl seines Nachfolgers von Januar auf Dezember vor und verzichtete auf eine Wiederwahl. Die Wahl seines Nachfolgers geriet zu einer Marathonsitzung. Erst im 12. Wahlgang konnte sich schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Kandidat des linken Zentrums durchsetzen. Seine Wahl beruhte schließlich auf einem Pakt mit der liberalen [[Aliança Republicana]], die nun mit [[Daniel Laponte]] den Regierungschef einer radikal-liberalen Minderheitsregierung stellte. Da die Sozialisten eine erneute Zusammenarbeit mit der Republikanischen Allianz Lapontes verweigerte, stützte sich das Kabinett auf die Stimmen der Volksunion, die aber bereits im August 1926 die Koalition aufkündigte und das Ministerpräsidentenamt für einen eigenen Bewerber forderte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen suchte Präsident López nun mit einem überparteilichen Bewerber eine neue inoffizielle Mehrheit zu konstruieren. Sein Kandidat, der mehrmalige parteilose Minister [[Luciano Capón]], schaffte es aber ebenso wenig, Katholiken und Sozialisten hinter sich zu bringen, sodass Präsident López dem Ansinnen Capóns nachgab und erstmals seit 1909 das Parlament vorzeitig auflöste. Im Wahlkampf kam es schließlich zu einer schweren Verleumdungskampagne gegen den Präsidenten, dem von Seiten der Rechten vorgeworfen wurde, sein Amt parteiisch auszuüben. Außerdem wurden Gerüchte gestreut, der ledig lebende Politiker sei homosexuell. Nachdem er im Wahlkampf zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, erklärte López schließlich noch am Morgen nach der Wahl seinen Rücktritt vom höchsten Staatsamt. Die Affäre führte zu einer heftigen Debatte um die Würde des höchsten Staatsamts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Schmutzkampagne gegen das Staatsoberhaupt, gelang es der Rechtsopposition erstmals seit 1917 die Vorherrschaft der Linken deutlich zu brechen. Die Volksunion wurde zusammen mit dem ihr nahestehenden Bauernbund stärkste Kraft im Parlament und unterbreitete den geschwächten Zentrumsparteien ein Angebot zur Zusammenarbeit. Mit der Mehrheit der Rechtspartei gelang es schließlich, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen den früheren Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte zunächst keine neue Regierung, sondern beließ die Regierung unter [[Luciano Capón]] vorerst im Amt, ernannte jedoch mehrere Minister aus den Reihen der [[Volksunion]]. Nur wenige Wochen später erklärte Capón schließlich dennoch seinen Rücktritt und machte damit Platz für eine Regierung der Liberalen und der [[Volksunion]] unter [[Gaitán Alemà Sobrantes]], die schließlich auch vom [[Partido Radical]] toleriert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1930-1932) ===&lt;br /&gt;
Bis 1930 wechselten sich unter der Präsidentschaft [[Domênco Scalfín]]s gleich mehrere Mitte-Rechts-Regierungen im Amt ab, die zwar keine Mehrheit im Parlament hinter sich hatten, zeitweise aber vom [[Partido Radical]] unterstützt wurden. Auf diese Weise konnte eine vorzeitige Auflösung der Nationalversammlung und eine größere Instabilität trotz mehrerer Regierungskrisen verhindert werden. Stattdessen wiesen die Regierungen der Ministerpräsidenten [[Gaitán Alemà Sobrantes]], [[Joán César Negrín]], [[Santiago Domingues]] und [[Daniel Laponte]] eine große Kontinuität in Personal und Programm auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch radikale Parteien am linken und am rechten Rand. Bei der Wahl konnte der national-katholische „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Erstmals stellten die Volksunionisten die stärkste Parlamentsfraktion. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett Laponte, wurde zum zweiten Mal zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die geschwächten Liberalen dem Kabinett fernblieben, da sie ein noch weitergehendes öffentliches Kürzungsprogramm anstrebten, als die Katholiken bereit waren durchzusetzen. Dennoch signalisierte die [[Aliança Republicana]] Kooperationsbereitschaft mit der neuen Minderheitsregierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch verfolgte auch die Regierung Alemà Sobrantes eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Liberalen ihre Unterstützung für diese Politik im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, musste Ministerpräsident [[Gaitán Alemà Sobrantes]] zurücktreten. Nachfolger wurde der parteilose [[Martín Celano López]], der ein [[Kabinett Celano López|technisches Kabinett]] aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ anführte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die [[Regierung Celano López]] eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Präsidentschaft Alemà Sobrantes (1932-1935) ===&lt;br /&gt;
Mitten in der wirtschaftlich-sozialen Krise starb Präsident [[Domênco Scalfín]] im Sommer 1932 an einem Schlaganfall. Nach mehrmaliger Sitzungsunterbrechnung fand sich bei der Wahl des Nachfolgers erst im achten Wahlgang eine Mehrheit für den [[Volksunion]]-Kandidaten [[Gaitán Alemà Sobrantes]], der ankündigte, in der Krise des Landes eine aktivere Rolle ausfüllen zu wollen als seine Vorgänger. Unter [[Domênco Santês]] ernannte Alemà eine Regierung seines Vertrauens, das mit seinem Programm einer autoritären Verfassungsreform aber im Parlament scheiterte. Unmittelbar nach der Niederlage der neuen Regierung löste Alemà Sobrantes schließlich die Nationalversammlung auf und setzte Neuwahlen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932|Parlamentswahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 45, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es Santês nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte in einem gewaltsamen [[Novemberputsch 1934|Putschversuch]] die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits stürmten Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der faschistische [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Zuvor hatte der Präsident bereits ein Auflösungsedikt der Nationalversammlung eingereicht, das der Präsident der Nationalversammlung [[Luis Bertón]] jedoch absichtlich übersah und damit die Abstimmung zur Abwahl des Präsidenten vorzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten und die Kammer verließen. Trotz der angespannten Lage und wochenlanger Lähmung des Gesetzgebungsprozesses fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Nach einem Generalstreik zugunsten der Parlamentsmehrheit musste die Rechtsopposition sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. Alemà übergab daraufhin den [[Plazarenya]] an den Sozialisten [[Santiago Laval]]. Dieser war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zum Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung der Rechten, Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten und zu einem deutlichen Anwachsen der demokratieskeptischen und parlamentarismus-feindlichen Strömungen innerhalb des konservativ-bürgerlichen Lagers, das von antikommunistischen Ressentiments und teilweise auch ständestaatlichen Vorstellung angetrieben wurde. Die Niederlage der katholisch-konservativen [[Volksunion]] bei den Wahlen 1935 und die Amtsenthebung ihres starken Mannes [[Gaitán Alemà Sobrantes]] führte in der Partei zu einem Machtvakuum, in das schließlich der radikale Parteiflügel mit ihrem Führer [[Manuel Álamo Igualde]] treten konnte. Diese vertraten das Konzept einer autoritären Reform, der Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung. Einflussreiche Proponenten dieses Kurses waren unter anderem auch die radikalkonservativen [[Jungzirkeln]] der Partei und die paramilitärischen [[Juntas Accionistas]], die aus Teilen der [[Truppistenbewegung]] hervorgegangen waren. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde an die Spitze der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der faschistischen Brüderfront [[León Francês]]’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. Gleichzeitig blieben zahlreiche Aktionstruppen trotz Verbots weiterhin aktiv, darunter die von León Francês selbst gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fraternal verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erfolge der Faschisten verleiteten auch konservative Katholiken dazu, mit faschistischer Symbolik und teilweise auch Programmatik zu experimentieren. Schon längere Zeit traten die paramilitärsichen [[Juntas Accionistas]] uniformiert auf, nun übernahmen auch die Jungzirkel wesentliche Elemente des Faschismus und inszenierten den UP-Führer Álamo Igualde als &amp;quot;Chefe del Movimiento&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“, das wesentlich von den Jungzirkeln beeinflusst wurde, zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Nationalversammlung im Januar 1938 verschärfte die Krise nochmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste Präsident Laval schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Jahre nach dem ersten gescheiterten Putschversuch versuchten die faschistischen Divisionisten unter [[León Francês]] schließlich erneut, die unklare Situation für einen Staatsstreich zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter angeschossen. Nach dem gescheiterten Mordanschlag auf [[Gaitán Alemà Sobrantes]] war es das zweite Attentat auf einen Präsidenten binnen weniger Jahre. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und [[León Francês]] zum Führer und Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Putschversuch niedergeschlagen worden war, wurde bekannt, dass Präsident Laval an den Folgen des Attentats gestorben war. Als Interimspräsident wurde der parteilose Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt. Ministerpräsident [[Angel Colón]] reichte seinen Rücktritt ein und wurde durch [[Daniel Laponte]] als Chef einer Übergangsregierung ersetzt. Die Putschisten, darunter auch [[León Francês]], wurden festgenommen, doch blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1940]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar. Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón [[Amentino Xavier-Castrell]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. April 1942 erklärte [[Sagradien]] gegen den Rat Álamos dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der korporatistische Staatsrat wurde aufgelöst und seine Kompetenzen vorübergehend an die Nationalversammlung übertragen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] war bereits 1943 wieder zugelassen worden und wurde nun an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Wahl zur Nationalversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens (''Presidente de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierungsparteien waren sich schnell darüber einig, dass nach den Verfassungskonflikten der 1930er Jahre und der Revision im Zweiten Weltkrieg eine neue Verfassung auf parlamentarischer Grundlage notwendig war. In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden (statt wie bisher für sieben Jahre durch das Parlament). Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung betonte gegenüber der Vorgängerverfassung die demokratische Entscheidungsfindung. Sowohl das Parlament als auch der Präsident sollten direkt demokratisch legitimiert sein, außerdem sollte es keine indirekt gewählte oder gar ständisch besetzte zweite Kammer mehr geben. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, die lagerübergreifende Zusammenarbeit der Christdemokraten und Sozialisten führte aber zu einem Erstarken der politischen Ränder. Schon bald nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen sorgte eine neue politische Bewegung für Aufsehen, die vom ehemaligen [[Divisionisten]] [[António Blanxard Rovira]] angeführte [[Volksbruderschaftsbewegung]]. Die blanxardistische Bewegung zeichnete sich durch populistische Parteienkritik, antimodernistische Ressentiments, nationalistische Skepsis gegenüber der europäischen Integration, einen scharfen Antikommunismus sowie antiparlamentarischen und korporatistischen Ideen aus. Damit standen die Blanxardisten am rechten Rand des politischen Systems und riefen nicht nur in ihrem uniformierten Auftreten Erinnerungen an die faschistische Bewegung der Dreißiger Jahre wach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vermehrten sozialen Spannungen trugen dazu bei, dass die Große Koalition schon nach wenigen Monaten zerbrach. Nach einem Jahr kam es daher zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die Blanxardisten erstmals ins Parlament einzogen. Auch die liberale [[UDS]] konnte von ihrer Oppositionsrolle profitieren. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[MFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
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		<updated>2013-04-09T22:01:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1930-1932) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikale [[Cristoval Sánchez]], zuvor zweimal Ministerpräsident des Landes, zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. Unter Sánchez' Präsidentschaft wurde die Koalition fortgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Nationalversammlung. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partido Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, verhinderte aber eine Mehrheit für den Linksblock. Angesichts fehlender Mehrheiten und einem parlamentarischen Patt zwischen dem Linksblock und der bisherigen Rechtsopposition suchte Präsident Sánchez eine aktive Rolle zu übernehmen. Er setzte eine Minderheitsregierung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]] ein, die sich zeitweise auf Sozialisten und Liberale stützte, aber schon nach wenigen Monaten gestürzt wurde. Nach vergeblicher Suche nach parlamentarischen Mehrheiten zog Präsident Sánchez per Dekret die Wahl seines Nachfolgers von Januar auf Dezember vor und verzichtete auf eine Wiederwahl. Die Wahl seines Nachfolgers geriet zu einer Marathonsitzung. Erst im 12. Wahlgang konnte sich schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Kandidat des linken Zentrums durchsetzen. Seine Wahl beruhte schließlich auf einem Pakt mit der liberalen [[Aliança Republicana]], die nun mit [[Daniel Laponte]] den Regierungschef einer radikal-liberalen Minderheitsregierung stellte. Da die Sozialisten eine erneute Zusammenarbeit mit der Republikanischen Allianz Lapontes verweigerte, stützte sich das Kabinett auf die Stimmen der Volksunion, die aber bereits im August 1926 die Koalition aufkündigte und das Ministerpräsidentenamt für einen eigenen Bewerber forderte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen suchte Präsident López nun mit einem überparteilichen Bewerber eine neue inoffizielle Mehrheit zu konstruieren. Sein Kandidat, der mehrmalige parteilose Minister [[Luciano Capón]], schaffte es aber ebenso wenig, Katholiken und Sozialisten hinter sich zu bringen, sodass Präsident López dem Ansinnen Capóns nachgab und erstmals seit 1909 das Parlament vorzeitig auflöste. Im Wahlkampf kam es schließlich zu einer schweren Verleumdungskampagne gegen den Präsidenten, dem von Seiten der Rechten vorgeworfen wurde, sein Amt parteiisch auszuüben. Außerdem wurden Gerüchte gestreut, der ledig lebende Politiker sei homosexuell. Nachdem er im Wahlkampf zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, erklärte López schließlich noch am Morgen nach der Wahl seinen Rücktritt vom höchsten Staatsamt. Die Affäre führte zu einer heftigen Debatte um die Würde des höchsten Staatsamts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Schmutzkampagne gegen das Staatsoberhaupt, gelang es der Rechtsopposition erstmals seit 1917 die Vorherrschaft der Linken deutlich zu brechen. Die Volksunion wurde zusammen mit dem ihr nahestehenden Bauernbund stärkste Kraft im Parlament und unterbreitete den geschwächten Zentrumsparteien ein Angebot zur Zusammenarbeit. Mit der Mehrheit der Rechtspartei gelang es schließlich, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen den früheren Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte zunächst keine neue Regierung, sondern beließ die Regierung unter [[Luciano Capón]] vorerst im Amt, ernannte jedoch mehrere Minister aus den Reihen der [[Volksunion]]. Nur wenige Wochen später erklärte Capón schließlich dennoch seinen Rücktritt und machte damit Platz für eine Regierung der Liberalen und der [[Volksunion]] unter [[Gaitán Alemà Sobrantes]], die schließlich auch vom [[Partido Radical]] toleriert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1930-1932) ===&lt;br /&gt;
Bis 1930 wechselten sich unter der Präsidentschaft [[Domênco Scalfín]]s gleich mehrere Mitte-Rechts-Regierungen im Amt ab, die zwar keine Mehrheit im Parlament hinter sich hatten, zeitweise aber vom [[Partido Radical]] unterstützt wurden. Auf diese Weise konnte eine vorzeitige Auflösung der Nationalversammlung und eine größere Instabilität trotz mehrerer Regierungskrisen verhindert werden. Stattdessen wiesen die Regierungen der Ministerpräsidenten [[Gaitán Alemà Sobrantes]], [[Joán César Negrín]], [[Santiago Domingues]] und [[Daniel Laponte]] eine große Kontinuität in Personal und Programm auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch radikale Parteien am linken und am rechten Rand. Bei der Wahl konnte der national-katholische „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Erstmals stellten die Volksunionisten die stärkste Parlamentsfraktion. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett Laponte, wurde zum zweiten Mal zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die geschwächten Liberalen dem Kabinett fernblieben, da sie ein noch weitergehendes öffentliches Kürzungsprogramm anstrebten, als die Katholiken bereit waren durchzusetzen. Dennoch signalisierte die [[Aliança Republicana]] Kooperationsbereitschaft mit der neuen Minderheitsregierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch verfolgte auch die Regierung Alemà Sobrantes eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Liberalen ihre Unterstützung für diese Politik im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, musste Ministerpräsident [[Gaitán Alemà Sobrantes]] zurücktreten. Nachfolger wurde der parteilose [[Martín Celano López]], der ein [[Kabinett Celano López|technisches Kabinett]] aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ anführte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die [[Regierung Celano López]] eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Präsidentschaft Alemà Sobrantes (1932-1935) ===&lt;br /&gt;
Mitten in der wirtschaftlich-sozialen Krise starb Präsident [[Domênco Scalfín]] im Sommer 1932 an einem Schlaganfall. Nach mehrmaliger Sitzungsunterbrechnung fand sich bei der Wahl des Nachfolgers erst im achten Wahlgang eine Mehrheit für den [[Volksunion]]-Kandidaten [[Gaitán Alemà Sobrantes]], der ankündigte, in der Krise des Landes eine aktivere Rolle ausfüllen zu wollen als seine Vorgänger. Unter [[Domênco Santês]] ernannte Alemà eine Regierung seines Vertrauens, das mit seinem Programm einer autoritären Verfassungsreform aber im Parlament scheiterte. Unmittelbar nach der Niederlage der neuen Regierung löste Alemà schließlich zum zweiten Mal binnen weniger Monate die Kammern auf und setzte erneute Neuwahlen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932 (Dezember)|Dezemberwahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 57, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es Santês nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte in einem gewaltsamen [[Novemberputsch 1934|Putschversuch]] die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits stürmten Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der faschistische [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Zuvor hatte der Präsident bereits ein Auflösungsedikt der Nationalversammlung eingereicht, das der Präsident der Nationalversammlung [[Luis Bertón]] jedoch absichtlich übersah und damit die Abstimmung zur Abwahl des Präsidenten vorzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten und die Kammer verließen. Trotz der angespannten Lage und wochenlanger Lähmung des Gesetzgebungsprozesses fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Nach einem Generalstreik zugunsten der Parlamentsmehrheit musste die Rechtsopposition sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. Alemà übergab daraufhin den [[Plazarenya]] an den Sozialisten [[Santiago Laval]]. Dieser war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zum Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung der Rechten, Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten und zu einem deutlichen Anwachsen der demokratieskeptischen und parlamentarismus-feindlichen Strömungen innerhalb des konservativ-bürgerlichen Lagers, das von antikommunistischen Ressentiments und teilweise auch ständestaatlichen Vorstellung angetrieben wurde. Die Niederlage der katholisch-konservativen [[Volksunion]] bei den Wahlen 1935 und die Amtsenthebung ihres starken Mannes [[Gaitán Alemà Sobrantes]] führte in der Partei zu einem Machtvakuum, in das schließlich der radikale Parteiflügel mit ihrem Führer [[Manuel Álamo Igualde]] treten konnte. Diese vertraten das Konzept einer autoritären Reform, der Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung. Einflussreiche Proponenten dieses Kurses waren unter anderem auch die radikalkonservativen [[Jungzirkeln]] der Partei und die paramilitärischen [[Juntas Accionistas]], die aus Teilen der [[Truppistenbewegung]] hervorgegangen waren. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde an die Spitze der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der faschistischen Brüderfront [[León Francês]]’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. Gleichzeitig blieben zahlreiche Aktionstruppen trotz Verbots weiterhin aktiv, darunter die von León Francês selbst gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fraternal verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erfolge der Faschisten verleiteten auch konservative Katholiken dazu, mit faschistischer Symbolik und teilweise auch Programmatik zu experimentieren. Schon längere Zeit traten die paramilitärsichen [[Juntas Accionistas]] uniformiert auf, nun übernahmen auch die Jungzirkel wesentliche Elemente des Faschismus und inszenierten den UP-Führer Álamo Igualde als &amp;quot;Chefe del Movimiento&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“, das wesentlich von den Jungzirkeln beeinflusst wurde, zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Nationalversammlung im Januar 1938 verschärfte die Krise nochmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste Präsident Laval schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Jahre nach dem ersten gescheiterten Putschversuch versuchten die faschistischen Divisionisten unter [[León Francês]] schließlich erneut, die unklare Situation für einen Staatsstreich zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter angeschossen. Nach dem gescheiterten Mordanschlag auf [[Gaitán Alemà Sobrantes]] war es das zweite Attentat auf einen Präsidenten binnen weniger Jahre. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und [[León Francês]] zum Führer und Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Putschversuch niedergeschlagen worden war, wurde bekannt, dass Präsident Laval an den Folgen des Attentats gestorben war. Als Interimspräsident wurde der parteilose Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt. Ministerpräsident [[Angel Colón]] reichte seinen Rücktritt ein und wurde durch [[Daniel Laponte]] als Chef einer Übergangsregierung ersetzt. Die Putschisten, darunter auch [[León Francês]], wurden festgenommen, doch blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1940]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar. Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón [[Amentino Xavier-Castrell]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. April 1942 erklärte [[Sagradien]] gegen den Rat Álamos dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der korporatistische Staatsrat wurde aufgelöst und seine Kompetenzen vorübergehend an die Nationalversammlung übertragen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] war bereits 1943 wieder zugelassen worden und wurde nun an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Wahl zur Nationalversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens (''Presidente de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierungsparteien waren sich schnell darüber einig, dass nach den Verfassungskonflikten der 1930er Jahre und der Revision im Zweiten Weltkrieg eine neue Verfassung auf parlamentarischer Grundlage notwendig war. In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden (statt wie bisher für sieben Jahre durch das Parlament). Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung betonte gegenüber der Vorgängerverfassung die demokratische Entscheidungsfindung. Sowohl das Parlament als auch der Präsident sollten direkt demokratisch legitimiert sein, außerdem sollte es keine indirekt gewählte oder gar ständisch besetzte zweite Kammer mehr geben. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, die lagerübergreifende Zusammenarbeit der Christdemokraten und Sozialisten führte aber zu einem Erstarken der politischen Ränder. Schon bald nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen sorgte eine neue politische Bewegung für Aufsehen, die vom ehemaligen [[Divisionisten]] [[António Blanxard Rovira]] angeführte [[Volksbruderschaftsbewegung]]. Die blanxardistische Bewegung zeichnete sich durch populistische Parteienkritik, antimodernistische Ressentiments, nationalistische Skepsis gegenüber der europäischen Integration, einen scharfen Antikommunismus sowie antiparlamentarischen und korporatistischen Ideen aus. Damit standen die Blanxardisten am rechten Rand des politischen Systems und riefen nicht nur in ihrem uniformierten Auftreten Erinnerungen an die faschistische Bewegung der Dreißiger Jahre wach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vermehrten sozialen Spannungen trugen dazu bei, dass die Große Koalition schon nach wenigen Monaten zerbrach. Nach einem Jahr kam es daher zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die Blanxardisten erstmals ins Parlament einzogen. Auch die liberale [[UDS]] konnte von ihrer Oppositionsrolle profitieren. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[MFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
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[[Kategorie:Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer 1932]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932 (April)</title>
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		<title>Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932</title>
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		<updated>2013-04-09T21:54:58Z</updated>

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|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Wahlergebnis Dezember 1932&lt;br /&gt;
|'''Partei'''&lt;br /&gt;
! Kurzbezeichnung&lt;br /&gt;
! Stimmanteil&lt;br /&gt;
! Mandate&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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| [[Partido Comunista Sagradês]] (Kommunisten)&lt;br /&gt;
| '''PCS'''&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
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| [[Partido Socialista]] (Sozialisten)&lt;br /&gt;
| '''PS'''&lt;br /&gt;
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| [[Unión Radical Socialista]] (Radikal-Sozialisten)&lt;br /&gt;
| '''URS'''&lt;br /&gt;
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| [[Partido Radical|Partido Republicano Radical]] (Radikale/Linksliberale)&lt;br /&gt;
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| [[Entesa Democrática Republicana]] ([[ARD]]/[[PDP]]: Rechtsliberale, Christdemokraten)&lt;br /&gt;
| '''ARD'''&lt;br /&gt;
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| '''Zentrum'''&lt;br /&gt;
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| [[Unión Popular]] i [[Unión Campesana|Campesana]] ([[UP]], [[UCNP]], Katholisch-Konservative und Agrarier)&lt;br /&gt;
| '''UPC''' &lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
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| [[Partido Popular Alconês]] (Regionale)&lt;br /&gt;
| '''PPA'''&lt;br /&gt;
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| '''Bloco Nacional'''&lt;br /&gt;
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| [[Frente Fraternal]] (Faschisten)&lt;br /&gt;
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| [[Unión Social]] (Rechtsextreme)&lt;br /&gt;
| '''US'''&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer 1932]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932</title>
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		<updated>2013-04-09T21:53:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Wahlergebnis Dezember 1932&lt;br /&gt;
|'''Partei'''&lt;br /&gt;
! Kurzbezeichnung&lt;br /&gt;
! Stimmanteil&lt;br /&gt;
! Mandate&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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| [[Partido Comunista Sagradês]] (Kommunisten)&lt;br /&gt;
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| [[Partido Radical|Partido Republicano Radical]] (Radikale/Linksliberale)&lt;br /&gt;
| '''PRR'''&lt;br /&gt;
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| [[Entesa Democrática Republicana]] ([[ARD]]/[[PDP]]: Rechtsliberale, Christdemokraten)&lt;br /&gt;
| '''ARD'''&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
| 48&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| '''Zentrum'''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| '''%'''&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| [[Unión Popular]] i [[Unión Campesana|Campesana]] ([[UP]], [[UCNP]], Katholisch-Konservative und Agrarier)&lt;br /&gt;
| '''UPC''' &lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
| 199&lt;br /&gt;
|-bgcolor=D4D4D4&lt;br /&gt;
| [[Partido Popular Alconês]] (Regionale)&lt;br /&gt;
| '''PPA'''&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
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| '''%'''&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| [[Frente Fraternal]] (Faschisten)&lt;br /&gt;
| '''FF'''&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
| 45&lt;br /&gt;
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| [[Unión Social]] (Rechtsextreme)&lt;br /&gt;
| '''US'''&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
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|-bgcolor=D2B48C&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| Sonstige&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| %&lt;br /&gt;
| 11&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Total'''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|'''577'''&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer 1932]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13956</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13956"/>
		<updated>2013-04-09T20:44:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung vor dem [[Rat der Republik]] begründete und sich von diesem in seinem Vorgehen bestätigen ließ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Versammlung aus parteipolitischen Beweggründen aufgelöst zu haben und damit seine Rolle als unabhängiger Richter über den Parteien missbraucht zu haben. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter. Als die Nationalversammlung im Sommer 1935 der überparteilichen Regierung unter [[Sergio Rafael Dini]] das Vertrauen entzog, löste Gaitán Alemà erneut die Versammlung auf, ohne die Regierung zu entlassen. Aus [[Parlamentswahl 1935|Neuwahlen im September 1935]] ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als Sieger hervor, doch weigerte sich der Präsident in der Folge, den Führer der Volksfront [[Santiago Laval]] mit dem Amt des Regierungschefs zu betrauen und die weiterhin geschäftsführende [[Kabinett Dini I|Regierung Dini]] aus dem Amt zu entlassen. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Darüber entzündete sich schließlich eine handfeste Debatte, in der sich das Staatsoberhaupt auf sein Recht der Ernennung berief, während das Parlament auf sein Kontrollrecht und die Praxis des Misstrauensvotums bestand.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auseinandersetzung drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, musste aber im Rat der Republik ernsthaften Vorbehalten begegnen. Um den Präsidenten zum Einlenken zu bewegen, entschied sich die linke Mehrheit in der Nationalversammlung dazu, eine Abstimmung über den Präsidenten der Republik anzusetzen, ohne dass das Amt bisher vakant geworden wäre. In unmittelbarer Reaktion darauf erließ der Präsident ein Auflösungsedikt, das aber im Rat der Republik auf heftige Gegenwehr stieß. Angesichts dessen erachtete die Mehrheit der Nationalversammlung das Auflösungsedikt für nicht gültig und enthob den Präsident faktisch des Amtes, indem es den Führer der Parlamentsmehrheit [[Santiago Laval]] ins Präsidentenamt wählte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13955</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13955"/>
		<updated>2013-04-09T20:40:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Konfliktpotenziale der Verfassung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung vor dem [[Rat der Republik]] begründete und sich von diesem in seinem Vorgehen bestätigen ließ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Versammlung aus parteipolitischen Beweggründen aufgelöst zu haben und damit seine Rolle als unabhängiger Richter über den Parteien missbraucht zu haben. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter. Als die Nationalversammlung im Sommer 1935 der überparteilichen Regierung unter [[Sergio Rafael Dini]] das Vertrauen entzog, löste Gaitán Alemà erneut die Versammlung auf, ohne die Regierung zu entlassen. Aus [[Parlamentswahl 1935|Neuwahlen im September 1935]] ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als Sieger hervor, doch weigerte sich der Präsident in der Folge, den Führer der Volksfront [[Santiago Laval]] mit dem Amt des Regierungschefs zu betrauen und die weiterhin geschäftsführende [[Kabinett Dini I|Regierung Dini]] aus dem Amt zu entlassen. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Darüber entzündete sich schließlich eine handfeste Debatte, in der sich das Staatsoberhaupt auf sein Recht der Ernennung berief, während das Parlament auf sein Kontrollrecht und die Praxis des Misstrauensvotums bestand.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auseinandersetzung drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, musste aber im Rat der Republik ernsthaften Vorbehalten begegnen. Um den Präsidenten zum Einlenken zu bewegen, entschied sich die linke Mehrheit in der Nationalversammlung dazu, eine Abstimmung über den Präsidenten der Republik anzusetzen, ohne dass das Amt bisher vakant geworden wäre. In unmittelbarer Reaktion darauf erließ der Präsident ein Auflösungsedikt, das aber erst noch im Rat der Republik zu ratifizieren war.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der zweifelhaften Verfassungsgrundlage  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Eine zentrale Rolle spielte der linke Parlamentspräsident, der sich weigerte das Auflösungsedikt des Präsidenten vor dessen Abwahl zu verlesen. Mit diesem Schritt wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13954</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13954"/>
		<updated>2013-04-09T20:38:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung zwar vor dem [[Rat der Republik]] bekannt gab und von dessen Präsidenten gegenzeichnen ließ, aber keine Abstimmung durchführen ließ. Zwar kam es bereits zu dieser Zeit zu Kritik an diesem Vorgehen, aber zu keinen Konsequenzen. Die Frage blieb daher offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Meinung des Rats der Republik übergangen zu haben - dies obwohl sich im Rat der Republik kein Widerstand gegen den Präsidenten abgezeichnet hatte. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter. Als die Nationalversammlung im Sommer 1935 der überparteilichen Regierung unter [[Sergio Rafael Dini]] das Vertrauen entzog, löste Gaitán Alemà erneut die Versammlung auf, ohne die Regierung zu entlassen. Aus [[Parlamentswahl 1935|Neuwahlen im September 1935]] ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als Sieger hervor, doch weigerte sich der Präsident in der Folge, den Führer der Volksfront [[Santiago Laval]] mit dem Amt des Regierungschefs zu betrauen und die weiterhin geschäftsführende [[Kabinett Dini I|Regierung Dini]] aus dem Amt zu entlassen. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Darüber entzündete sich schließlich eine handfeste Debatte, in der sich das Staatsoberhaupt auf sein Recht der Ernennung berief, während das Parlament auf sein Kontrollrecht und die Praxis des Misstrauensvotums bestand.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Auseinandersetzung drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, musste aber im Rat der Republik ernsthaften Vorbehalten begegnen. Um den Präsidenten zum Einlenken zu bewegen, entschied sich die linke Mehrheit in der Nationalversammlung dazu, eine Abstimmung über den Präsidenten der Republik anzusetzen, ohne dass das Amt bisher vakant geworden wäre. In unmittelbarer Reaktion darauf erließ der Präsident ein Auflösungsedikt, das aber erst noch im Rat der Republik zu ratifizieren war.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der zweifelhaften Verfassungsgrundlage  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Eine zentrale Rolle spielte der linke Parlamentspräsident, der sich weigerte das Auflösungsedikt des Präsidenten vor dessen Abwahl zu verlesen. Mit diesem Schritt wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13953</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13953"/>
		<updated>2013-04-09T18:18:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung zwar vor dem [[Rat der Republik]] bekannt gab und von dessen Präsidenten gegenzeichnen ließ, aber keine Abstimmung durchführen ließ. Zwar kam es bereits zu dieser Zeit zu Kritik an diesem Vorgehen, aber zu keinen Konsequenzen. Die Frage blieb daher offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Meinung des Rats der Republik übergangen zu haben - dies obwohl sich im Rat der Republik kein Widerstand gegen den Präsidenten abgezeichnet hatte. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter. Als Alemà im Jahr 1935 erneut von seinem Recht Gebrauch machte, die Nationalversammlung vorzeitig aufzulösen, war diese Vollmacht längst Verfassungsrealität geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 als Präsident Alemà sich nach dem Sieg der linken [[Volksfront]] bei der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1935]] weigerte, eine sozialistisch geführte Regierung zu ernennen, für die eine Mehrheit in der Nationalversammlung eintrat. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Damit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintrat. Stattdessen drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, woraufhin er durch die Volksfront-Mehrheit als Präsident abgesetzt wurde. Eine zentrale Rolle spielte der linke Parlamentspräsident, der sich weigerte das Auflösungsedikt des Präsidenten vor dessen Abwahl zu verlesen. Mit diesem Schritt wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13952</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=13952"/>
		<updated>2013-04-09T18:15:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung zwar vor dem [[Rat der Republik]] bekannt gab und von dessen Präsidenten gegenzeichnen ließ, aber keine Abstimmung durchführen ließ. Zwar kam es bereits zu dieser Zeit zu Kritik an diesem Vorgehen, aber zu keinen Konsequenzen. Die Frage blieb daher offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Meinung des Rats der Republik übergangen zu haben - dies obwohl sich im Rat der Republik kein Widerstand gegen den Präsidenten abgezeichnet hatte. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alemà im &lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter, als Präsident Alemà sich nach dem Sieg der linken [[Volksfront]] bei der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1935]] weigerte, eine sozialistisch geführte Regierung zu ernennen, für die eine Mehrheit in der Nationalversammlung eintrat. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Damit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintrat. Stattdessen drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, woraufhin er durch die Volksfront-Mehrheit als Präsident abgesetzt wurde. Eine zentrale Rolle spielte der linke Parlamentspräsident, der sich weigerte das Auflösungsedikt des Präsidenten vor dessen Abwahl zu verlesen. Mit diesem Schritt wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
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		<updated>2013-04-09T18:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.72: /* Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]). Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1946 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1946|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung jedoch stark in eine autoritär-konservative Richtung umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1892 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1892|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die liberalkonservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die Verfassung von 1892 wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Neben die alle vier Jahre direkt gewählte [[Nationalversammlung]] als Volkskammer des Parlaments wurde ein nicht direkt gewählter [[Rat der Republik]] gestellt, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das Wahlprozedere sah vor, dass der gewählte Präsident sowohl in der Nationalversammlung als auch im Rat der Republik je eine Mehrheit auf sich vereinen musste, was zu äußerst schwierigen Wahlakten führte und den Präsidenten von der wechselnden Mehrheit der Versammlung schützen sollte. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Nationalversammlung ''nach Beratung'' mit dem Rat der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungskonflikt der Dreißiger Jahre ====&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die erste wies auch die zweite republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Gleichzeitig blieb unklar, ob der Präsident die Nationalversammlung auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rats der Republik auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Versammlung durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung zwar vor dem [[Rat der Republik]] bekannt gab und von dessen Präsidenten gegenzeichnen ließ, aber keine Abstimmung durchführen ließ. Zwar kam es bereits zu dieser Zeit zu Kritik an diesem Vorgehen, aber zu keinen Konsequenzen. Die Frage blieb daher offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum zweiten Mal löste ein Präsident im Jahr 1926 die Kammer auf, die durch eine Pattsituation zwischen den Blöcken lahmgelegt war. Der damalige Präsident [[Carles Simón López]] ging, gestützt durch die Regierung [[Angel Colón]]s vor wie sein Vorgänger [[Joán Cardinal]], musste im Nachhinein aber teils heftige Kritik vor allem von Seiten der politischen Rechten einstecken, da ihm vorgeworfen wurde, die Meinung des Rats der Republik übergangen zu haben - dies obwohl sich im Rat der Republik kein Widerstand gegen den Präsidenten abgezeichnet hatte. Nach weiteren Vorwürfen teils privater Art trat López schließlich nach der Wahl von seinem Amt als Präsident zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre kam es schließlich in einem polarisierten Klima wiederum zu einem Verfassungskampf um die Ausdeutung der Verfassungsbestimmungen. In dieser Auseinandersetzung nahm der Großteil der politischen Rechten die Position ein, die Verfassung sei so zu deuten, dass sie dem Präsidenten im Zweifel die größeren Vollmachten einräume, während die politische Linke für die Prärogative der Parlamentsmehrheit eintrat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akut wurde die Auseinandersetzung, als die bürgerliche Koalitionsregierung von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] im Frühjahr 1932 ihre Mehrheit einbüßte und den Präsidenten [[Domênco Scalfín]] um eine Auflösung der Nationalversammlung zugunsten vorzeitiger Neuwahlen bat. Vorausgegangen waren bereits Monate politischer Instabilität, in denen die Regierung mehrmals am Rande eines Zusammenbruchs stand. Scalfín hatte bis dahin aber eine Auflösung der Nationalversammlung verweigert. Schließlich gab er nach und übernahm das Argument, die wirtschaftliche und politische Krise verlange ein stabiles Mandat der Bevölkerung für eine starke Exekutive, worin er vom Rat der Republik unterstützt wurde. Da die Neuwahlen aber keine Änderungen der Mehrheitsverhältnisse erbrachte, blieb die Krise bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im August ins Amt gelangte Nachfolger Scalfíns [[Gaitán Alemà Sobrantes]] ernannte schließlich eine Regierung seines Vertrauens, die mit ihrem Sparprogramm aber in der Nationalversammlung scheiterte. Alemà Sobrantes löste daraufhin die Nationalversammlung zum zweiten Mal binnen weniger Monate auf und berief sich auf sein Auflösungsrecht, was zu heftigen Protesten der parlamentarischen Linken führte. Mit seiner Vorgehensweise gelang es Alemà aber schließlich, die oppositionellen Sozialisten unter Druck zu setzen und diese schließlich nach der Wahl im Dezember zur Kooperationen mit der Regierung zu bewegen. Faktisch hatte sich das Machtgewicht nun in Zeiten instabiler Mehrheitsverhältnisse zugunsten des Präsidenten verschoben, der das Auflösungsrecht eindeutig politisch gebrauchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alemà im &lt;br /&gt;
Der Verfassungskonflikt schwelte jedoch weiter, als Präsident Alemà sich nach dem Sieg der linken [[Volksfront]] bei der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1935]] weigerte, eine sozialistisch geführte Regierung zu ernennen, für die eine Mehrheit in der Nationalversammlung eintrat. Alemà argumentierte, es stehe allein dem Präsidenten frei, eine Regierung zu ernennen, die Nationalversammlung könne dieser zwar ihr Misstrauen aussprechen, aber selbst keine neue Regierung bestimmen. Damit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintrat. Stattdessen drohte Alemà mit einer neuerlichen Parlamentsauflösung, woraufhin er durch die Volksfront-Mehrheit als Präsident abgesetzt wurde. Eine zentrale Rolle spielte der linke Parlamentspräsident, der sich weigerte das Auflösungsedikt des Präsidenten vor dessen Abwahl zu verlesen. Mit diesem Schritt wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Augustrevision 1940 ====&lt;br /&gt;
Mit den [[Augustgesetze]]n 1940 wurde die Verfassung schließlich umfassend revidiert. Sie blieb im Kern zwar erhalten, zentrale Bestimmungen wurden aber neu gefasst. Unter anderem wurde der schwelende Verfassungskonflikt zwischen Parlament und Präsident deutlich zugunsten der Exekutive gelöst. Die Regierung erhielt außerordentliche Gesetzgebungsvollmachten und konnte Edikte erlassen, die erst nachträglich durch eine Mehrheit der [[Nationalversammlung]] revidiert werden konnten. Außerdem wurde das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten gestärkt und seine vorzeitige Abwahl durch die Nationalversammlung an einen schweren Amtsverstoß sowie an die Zustimmung des Staatsrats gebunden. Der Rat der Republik wurde durch einen korporativen Staatsrat (''Cosiliu d'Estado'') ersetzt, dem Vertreter der lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen sowie Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.72</name></author>
		
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