<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=89.14.237.110</id>
	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=89.14.237.110"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/89.14.237.110"/>
	<updated>2026-04-29T18:31:47Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.34.1</generator>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Tulis&amp;diff=6938</id>
		<title>Tulis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Tulis&amp;diff=6938"/>
		<updated>2011-12-01T16:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.110: /* Das 17. und 18. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Tulis''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Tules'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Tùles'', das antike ''Tulisium'') ist eine [[Sagradien|sagradische]] Hafenstadt am [[Blaues Meer|Blauen Meer]], Hauptstadt der [[Region Comtàid-Perín]] und der [[Provinz Tulinês-Cordêsa]] sowie historische Hauptstadt der [[Blaumeerregion]] (bzw. des ''Comtàid''), am Mündungsdelta des [[Tule]] in den [[Golf von Tulis]] gelegen. Mit 897000 Einwohnern im Stadtgebiet und etwa 2,5 Millionen in der Agglomeration ([[Area Metropolitana de Tules]]) ist Tulis die viertgrößte Stadt Sagradiens nach [[Semess]], [[Ostino]] und [[Artir]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzbischofssitz; Universitäten u.a. Hochschulen; zahlreiche Museen, darunter das weltbekannte Musêu Navale, die Galería Renacimiento sowie andere Museen und Gemäldesammlungen; Modezentrum; internationale Kunstfestivals, Opernhäuser und Theater, Kathedrale, U-Bahn, Hafen, internationaler Flughafen, traditionelles Kunsthandwerk und grafisches Gewerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtbild ==&lt;br /&gt;
Den Kern des antiken Stadtgebiets, der heutigen [[Citá Vella]], bilden die Ruine des römischen Amphitheaters und die [[Nestor-Basilika]] (2. Jh. n. Chr., heute Kirche ''Santa Sélena''), daneben die Überreste der römischen [[Porta Sagradia]] (4. Jh. n. Chr.) und andere römische Relikte. Auf dem Platz des römischen Forums steht noch heute der [[Triumphbogen des Tulinian]] sowie seit dem 16. Jahrhundert die Markthalle [[Fôro Duace]] von [[Donado Celeste]] (nach einem Brandt 1990 von [[Lorenzo Geroza]] renoviert). Durch ein Kanalsystem aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Entstehung von vier großen Inseln (''Islas Históricas''); die [[Isla de Gabriel]] bildet das kulturelle Zentrum mit dem [[Palâciu Âudaço]], der ehemaligen Residenz der [[Conte de Tules|Stadtconte]]s aus dem 14. Jahrhundert, der im tulinesisch-gotischen Stil erbaut wurde und im Innern bedeutende Fresken von [[António Volero]] trägt. Heute beherbergt der Palast das ''Musêu Municipal''. Von Volero stammt auch die Kuppel, der ''Torre'' wurde von [[Fernando Granval]] Ende des 15. Jahrhunderts ergänzt. Auf der Insel befinden sich zudem der ''Palâciu Zavarri'', der die [[Galería de la Renascença Tulinêsa]] beherbergt, sowie als eines der Wahrzeichen der Stadt die gotische Kathedrale [[San Gabriel Arcangel]] aus dem 14. Jahrhundert, in deren Innern Fresken von Volero und [[Don Cabal]] zu sehen sind (u.a. „Genesis“ von Volero und „Adam und Eva im Paradies“ von Cabal). Die Kathedrale gilt als eines der imposantesten Kirchengebäude Westeuropas. Jahrhundertelang diente sie als Krönungskirche der tulinesischen Contes und der [[Königreich Cuentez|Könige von Cuentez]]. Vor der Kathedrale befinden sich die klassizistischen [[Dokiansarkaden]] aus dem 19. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekanntesten Brücken von Tulis sind der große [[Ponte Beleiy]] (16. Jh.), der die [[Isla de Gabriel]] mit der [[Isla de Canones]] verbindet, sowie der kleinere [[Ponte Micú]] auf der [[Isla de Canones]]. Touristisches Zentrum ist der [[Barrí de Navale]] mit seinen engen geschäftigen Gassen sowie der weltberühmten [[Ópera Navale]] (1849-1861), dem [[Musêu Navale]] (15. Jahrhundert) sowie einigen sehenswürdigen Kirchen (u.a. [[Santa María]] von Don Cabal, [[San Docién]] von Volero). Außerdem stehen in Navale das Rathaus [[Palâciu Municipal]] aus dem 15. Jahrhundert, der Sitz der [[Deputación Provincial de Tulinês-Cordêsa]] im [[Casa Ferrà]] sowie der [[Palâciu Machiês]], der heute die [[Junta Regional|Regionalregierung]] von [[Perín-Tulinêsa]] beherbergt. Auf der [[Isla del Salute]] vor der alten [[Tule]]-Mündung befindet sich die wunderschöne Barock-Kirche [[Santa María de la Salute]], die im späten 17. Jahrhundert von König [[Gabriel VII.]] aus Anlass der Bekämpfung der Pest gestiftet wurde, mit dem [[Obelisc d'Aziz]] und dem zur romanischen Vorgängerkirche gehörenden ''Campanile'' aus dem 11. Jahrhundert. Auf der [[Isla del Torre]] überragt die romanische Hafenburg [[Castello del Mar]] aus dem 9. Jahrhundert mit dem [[Torre de Natxaret]] auf einem Hügel die Stadt, daneben die [[Capilla del Rey]] aus dem 12. Jahrhundert. Als weitere architektonische Glanzstücke gelten die Renaissancekirche [[Santa María Nascente]] (16. Jh.), der [[Palâciu Sántori]], der [[Paláciu Real]], früherer Sitz der Könige von Cuentez, und zahlreiche andere ''Palâcius'' des Statadels. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Stadtteil [[Les Granes]] befinden sich das [[Musêu dels Novoes Artes]] im avantgardistisch gestalteten [[Casa Iacovo Del Pérez]] sowie die im Art Déco-Stil gehaltene Kirche [[Nostre Sêiniora del Sacro Côr]]. [[Les Granes]] ist zudem der Ort zahlreicher kleiner Galerien und Arteliers und mit seinen Klubs und Bars zu einem der angesagtesten Szeneviertel Europas geworden. Auch das ehemalige Hafenarbeiterviertel [[Les Marines]] im Norden der [[Tulinola]] sowie das Studentenviertel [[Celusanto]] in [[Trástulo]] gelten als In-Viertel. Südlich ans Hafenviertel Tulinola grenzt der neue Industriehafen [[Albet]] an, wo sich zahlreiche Neubauten des tulinesischen Stararchitekten [[Selle Arriaga]] befinden wie das [[Musêu dels Mares]] und der [[Palâciu d’Europa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Tulis in Antike und frühem Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Tulis wurde ursprünglich als ''Aeis'' im 5. Jahrhundert v. Chr. von den [[Sagrer|sagrischen]] [[Piyäer]]n gegründet und gehörte seit dem 4. Jahrhundert zum Machtbereich der [[Nikoläer]]. Um 18 v. Chr. machten die Römer die Stadt unter dem Namen ''Tulisium'' zur Hauptstadt der neu gegründeten [[Provincia Sisinia]] und ließen sie ausbauen. Unter Diokletian wurde Tulis zur Hauptstadt der [[Diözese Sagradia]] und zu einer der Hauptstädte des Reichs. Um 415 etwa wurde die Stadt von den germanischen [[Herkanden]] eingenommen und teilweise zerstört. Vom römischen Statthalter zur Hilfe gerufen fielen danach die [[Alkonen]] in die Stadt ein und integrierten sie in ihren Machtbereich. 462 wurde der letzte römische Provinzstatthalter in Tulis getötet. Danach gehörte Tulis zum Alkonenreich und war Sitz einheimischer Grafen. Tulis wurde bald zum Schutzort für verschiedene Flüchtlingsgruppen, die zunächst vor den Germanen und später vor den arabischen [[Numerer]]n flohen. Die sumpfigen Gebiete im südlichen Tuledelta wurden im 8. Jahrhundert durch ein Kanalsystem überbaut, sodass die charakteristischen vier Islas Históricas entstanden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Jahr 740 wurde die Stadt von den Numerern eingenommen und diente fortan als Ausgangspunkt numerischer Überfälle auf Städte im gesamten Blaumeerraum. Nach dem Sieg [[Skantenreich|Scantia]]s gegen die Numerer in der [[Schlacht von Taravillas]] 763 glückte eine skantische Gegenoffensive ab 770 und brachte großer Teile der sagradischen Blaumeerküste unter skantische Kontrolle. Tulis wurde Zentrum einer vom [[Skantenreich]] abhängigen Grafschaft, die Teil der [[Azumarische Mark|Azumarischen Mark]] (''Comtáides Azoumaresques'') war. Die Azumarischen Markgrafschaften nahmen für das Skantenreich eine Schlüsselstellung ein, da sie einerseits als Vorposten gegen die Mauren dienten, andererseits aber auch den wirtschaftlich wichtigen Zugang zum Blauen Meer sicherten, der in [[Perin]] und der [[Eskada]] von den plündernden [[Golen (Stamm)|Golen]] bedroht war. Die von den Skantenherrschern eingesetzten ''Comites'' waren daher zuerst einmal Heerführer und zuvorderst mit militärischen Dingen beschäftigt. Zwar kam es mehrmals zu Aufständen tulinesischer Vornehmer (''Maiores''), doch wurde die Herrschaft der skantischen Comites als Schutzgarant gegen die numerische Bedrohung sowie golische Plünderungszüge weitgehend akzeptiert. Erst als diese Bedrohungen abermals zunahmen und das Skantenreich, aus Sicht der einheimischen Bevölkerung - wegen anhaltender Thronstreitigkeiten gelähmt - seiner Schutzfunktion nur unzureichend nachkommen konnte, wurde die skantische Herrschaft problematisch. Um 850 erwirkten die ansässigen Maiores oder ''Nobiles'' ein Mitspracherecht bei der Ernennung zukünftiger Contes, woraufhin vermehrt Mitglieder der ansässigen Familien ernannt wurden. Von einer Wahl durch das tulinesische Volk oder den ansässigen Adel kann für diese Zeit nicht gesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tulinesischen Contes wurden bald in lokale Fehden hineingezogen. Dem Conte [[Dianus Margiste]] gelang es um 870, die Kontrolle über angrenzende Grafschaften in der [[Cordêsa]] und im südlichen Perin zu übernehmen, was wenig später auch von den Skantenkönigen anerkannt wurde. Dianus gelang es auch, mit skantischer Hilfe 873 eine alkonische Invasion durch [[Aerich der Große|Aerich den Großen]] abzuwehren, wodurch er in der Legende der Stadt zum siegreichen Helden stilisiert wurde. Dians Nachfolger [[Maximus von Fornat]] gelang es im Jahr 894, die skantischen Thronstreitigkeiten zwischen [[Martin I.]] und seinem Bruder [[Belfrid]] zu nutzen, um sich von Belfrid die Erbfolge seines Sohnes Laurentius zusichern zu lassen, was zu einem Aufstand der Nobiles führte, die sich in ihrem Mitspracherecht übergangen fühlten. Maximus wurde gestürzt und vertrieben, sein Sohn Laurentius ermordert, woraufhin die Nobiles den einheimischen [[Corrado Gaulo de Plasencia]] zum neuen Conte akklamierten und sich der Oberherrschaft Martins unterstellten. Dieser siegte im Jahr 897 über seinen Bruder und erkannte Corrado Gaulo als Conte an, ein Wahlrecht der Nobiles und eine Autonomie vom Skantenreich können daraus aber nicht abgeleitet werden, zumal Corrado eine skantenfreundliche Politik betrieb. Immerhin gelang es Corrado, das Recht zu erhalten, Beamte und Statthalter in seinem Herrschaftsgebiet eigenständig zu ernennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 10. Jahrhundert begann sich aus dem adligen Beraterkreis des Conte ein ständiges Gremium von Nobiles herauszubilden, das als ''Cosèllu'' bezeichnet wurde. In diesem Cosèllu dominierten vor allem die in der Stadt Tulis ansässigen Familien, die sich allerdings mit dem umliegenden Landadel vermischten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Tulinesische Comitat im Hochmittelalter ===&lt;br /&gt;
Als Corrado im Jahr 909 selbst die Erbfolge in seiner Grafschaft durchsetzen wollte und dafür die Unterstützung des ansässigen Klerus erhielt, wurde er selbst aus der Stadt vertrieben und der Senatsadel übernahm vorübergehend die Herrschaft. Mit dem Conte musste auch der Bischof die Stadt verlassen und es kam zu Übergriffen gegen den Klerus, woraufhin [[Martin der Eroberer]] die Stadt zwischen 914 und 916 vergeblich belagerte. Erst nachdem er 923 zum Herrscher ganz Sagradiens aufgestiegen war, gelang es ihm 925, die Stadt einzunehmen. Corrado, der inzwischen in [[San Vicente del Fornat]] residiert hatte, wurde wieder als Statthalter eingesetzt, blieb aber in San Vicente, sodass ein skantischer Vikar die Statthalterschaft in Tulis selbst übernahm, der sich zukünftig mit dem Senatsadel arrangieren sollte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Corrado Gaulos Sohn [[Marcelo Gaulo|Marcelo]] gelang es 927, nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolge anzutreten und vom tulinesischen Senat anerkannt zu werden, jedoch um den Preis, dass die Stadt selbst weitgehend selbständig wurde und als Vikar einen eigenen Mann bestimmen konnte. In der Folge kam es allerdings zu einer Reihe von Streitigkeiten zwischen Conte und Stadt um die Herrschaft über die Kolonien, die 956 im vergeblichen Versuch Marcelo Gaulos mündeten, die Stadt wieder einzunehmen. Der Richterspruch König [[Philipp der Große|Philipps des Großen]] brachte einen Kompromiss, der den Status Quo festsetzte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerstädtische Streitigkeiten zwischen Erzbischof, Klerus und Aristokratie führten im Laufe des 10. Jahrhunderts zu einer weitgehenden Entmachtung des Klerus zugunsten der aus dem Senatsadel stammenden ''boni homines'', die in Abwesenheit des Conte Recht sprachen und eine Art patrizische Stadtregierung, die ''Generalitaid de Bonhomes'' formten, die bald zur ständigen Regierung der Stadt unter Kontrolle des Senats wurde und den Vikar des Conte entmachteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Errichtung von Außenposten auf den Zwillingsinseln [[Nerva und Lerça]] im Jahr 814 hatte Tulis begonnen, auf das Blaumeergebiet auszugreifen. 881 wurde mit der Gründung der Stadt [[Villagua]] am alten verwaisten Römerhafen im golischen [[Aquae]] die erste Kolonie jenseits des Blaumeeres errichtet, 914 folgte mit [[Del Piey]] ein Stützpunkt auf der ansonsten zum [[Königreich Conte]] gehörigen Insel [[Cuentez]]. In den folgenden Jahrhunderten wurde ein reges Handelsnetz aufgebaut, das den Warenaustausch mit allen umliegenden Mächten, auch den Numerern in Südsagradien und den Mauren in Spanien, aber auch mit [[Micolinien]] und Golen organisierte und im 11. Jahrhundert  eine erste große Blütephase erlebte. Bald kamen mit [[Tinagua]] und [[Plato]] wichtige Stützpunkte an der micolinischen Küste hinzu, wo auch das Hinterland besiedelt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 10. Und frühen 11. Jahrhundert kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den beiden verbliebenen Comitate von [[Comtàid de Tùles|Tulis]] und [[Comtàid de Belavís|Belavís]], die schließlich zur Eroberung des Comtàids de Belavís durch die Tulinesen und zur Eingliederung in den tulinesischen Herrschaftsverband führten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von [[António Gaulo]], dem letzten Conte aus der [[Gaulo-Dynastie]], im Jahr 1024, der ohne männlichen Erben gestorben war, akklamierten die Bürger von Tulis den angesehenen Senator [[Josefe Cornell]] zum neuen Conte, der den Beinamen ''il Âudaço'' erhielt, was bald zum Beinamen des Grafenamtes wurde. Cornell wurde im Jahr 1027 von König [[Filipe III.]] anerkannt. Das vom micolinischen Königtum abhängige [[Fürstentum Cuentez]] (micol. ''Principat de Cuentèse'', cuentes. ''Principaid de Cüentìz'') wurde 1048 durch die Hochzeit des tulinesischen Conte [[Selle Machiês]] mit der cuentezischen Thronerbin ins tulinesische Herrschaftskonglomerat eingegliedert. Machiês war ein Jahr zuvor als Nachfolger Josefe Cornells zum Conte gewählt worden und hatte sich wie sein Vorgänger noch die Anerkennung durch den sagradischen König und damit die Belehnung erbeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er im Jahr 1055 starb, kam es in der Stadt zu Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und Bürgern um die Neubesetzung. Schließlich setzte sich der Senatsadel durch, der durch Richterspruch des Königs das Recht erhielt, einen Kandidaten zu wählen, der danach dem König vorzuschlagen sei. Damit hatte sich in Tulis faktisch das Adelsregiment durchgesetzt und der Senat war als dominierendes Organ der Stadt bestätigt. Inmitten der sagradischen Thronstreitigkeiten des Jahres 1078/1079 erreichte die Stadt Tulis vom neuen König [[Johann I.]] neben anderen Privilegien das urkundlich verbürgte Recht, in Zukunft den Conte und damit den Herrn des Comtáid de Tùles, der zu dieser Zeit bereits wichtigsten Macht im Blaumeerraum, selbst zu wählen. Damit wurde Tulis faktisch unabhängig von der sagradischen Krone und die Lehnsabhängigkeit bestand nur noch formal. Die Contes wurden de facto zu republikanischen Stadtoberhäuptern und Tulis endgültig zur freien Kommune und Adelsrepublik. Die Begriffe ''Res Publica Tulinensis'' oder ''Civitas Tulinorum'' wurden danach synonym zum lateinischen ''Comitatus Tulinorum'' oder asumarischen ''Comtáid de Tùles'' benutzt. Das Jahr 1079 kann daher als eigentliches Gründungsdatum der [[Tulinesische Republik|Tulinesischen Republik]] angesehen werden. Im Spätmittelalter benutzte die Republik in offiziellen Dokumenten meist die Bezeichnung ''Res Publica Comitatus Tulinenensis'' oder asumarische ''Republica del Comtàid Tulinês'' und die dem alten Rom entlehnte Abkürzung ''S.P.Q.T.'' (''Senatus Populusque Tulinorum'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es immer wieder zu Faktionskämpfen und Fehden innerhalb des tulinesischen Adels. 1168 übernahm eine patrizische Junta, die so genannten ''Maleducas'', die Herrschaft in der Stadt. Mit Gewalt wurden die Feinde der Maleducas aus der Stadt vertrieben, darunter die Mehrheit des städtischen Senatsadels sowie der [[Erzbischof Dianus]]. Dieser suchte beim sagradischen König [[Gabriel Juvans]] Hilfe, sodass dieser 1170 mit einem großen Heer die Stadt belagerte. Der Legende nach konnte er die Stadt nach drei Tagen einnehmen, nachdem die Bewohner gehört hatten, der vom Kreuzzug heimgekehrte König habe Teile des Kreuzes Jesu bei sich. Als er in die Stadt einzog, hätten sich die Maleducas ihm bereitwillig unterworfen und der König habe, von der Schönheit der Stadt überwältigt, auf alle Racheakte verzichtet. Stattdessen habe er dem heimgekehrten Erzbischof Dianus ein Stück des Kreuzes geschenkt, das heute im Altar der Gabrielskathedrale eingearbeitet sein soll. In Wahrheit kam es zu keinem größeren Widerstand, da die unbeliebten Maleducas wohl von der Bevölkerung gestürzt worden waren. Der Ort, an dem Gabriel sein Belagerungsheer stationiert hatte, wurde später als [[Barrí Juvante]] bezeichnet und ist heute ein Stadtteil von Tulis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütezeit der Tulinesischen Republik und Aufstieg der Santori ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1230/31 wurde die bis zum Ende der Republik gültige Verfassungsstruktur eingerichtet. Mächtigstes Organ blieb der ''Senat'', der sich aus den wichtigsten Adelsfamilien zusammensetzte und auf Lebenszeit den Conte wählte, der jedoch von der ''Generalitaid de Bonhomes'' kontrolliert wurde. Als eigentliche &amp;quot;Regierung&amp;quot; wurde die Generalitaid durch den jährlich vom Senat neu bestellten ''Zehnerrat'' (''Cosèllu de Dèze'') abgelöst. Die zwölf Mitglieder der Generalitaid de Bonhomes wurden nicht vom Senat, sondern vom ''Großen Rat'' (''Cosèllu Grande'') gewählt, dem alle Adelsfamilien der Stadt angehörten. Die Bonhomes sollten nicht nur den Conte und den Cosellu de Dèze kontrollieren, sondern verfügten neben dem Senat auch über Gerichtskompetenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Stützpunkte im galizischen La Coruña und im nordportugiesischen Viana kam es bereits im Mittelalter zu regem Technologie- und Güteraustausch mit der iberischen Halbinsel, auch mit deren muslimischen Teilen. Im Laufe des Spätmittelalters stieg Tulis allmählich durch regen Handel mit Micolinien, Spanien, Frankreich und Portugal und als wichtigste Zwischenhandelsstation Micoliniens zu den reichsten Städten Europas auf. Mit ihrem Besitz in Cuentez und in Micolinien, wo die Städte [[Plato]], [[Corell]] und [[Tinágua]] mit ihrem Umland kontrolliert wurden, sowie mit ihrer großen Handelsmacht mit besten Beziehungen nach Frankreich, Spanien und Portugal stieg die tulinische Grafschaft zu einer unabhängigen See- und Handelsmacht in Westeuropa auf und erreichte eine Hegemoniestellung im Blauen Meer. Mit der Gründung der [[Universität Celusanto]] 1232 stieg Tulis zudem zu einem bedeutenden Zentrum des spätmittelalterlichen Wissens auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl des Conte durch den patrizischen Senat verhinderte zunächst eine Dynastiebildung und sorgte für eine Herrschaft des seit dem 13. Jahrhundert gegenüber den unteren Schichten abgeschlossenen Stadtadels. Die Herrschaft wurde unter den wichtigsten Adelsfamilien wie den [[Zavarri]], [[Callas]], [[Delaurente]] und [[Machiês]] geteilt. Jedoch waren Adelsfehden an der Tagesordnung, sodass die traditionellen Familien sich im Spätmittelalter gegenseitig schwächten und Volksaufstände provozierten. In dieses Machtvakuum stieß im 14. Jahrhundert die bis dahin weniger bedeutende städtische Adelsfamilie der [[Santori]] und stieg mit der Unterstützung der Volksmassen zur führenden Familie im Senat auf. Gleichzeitig wurde der Senat infolge längerer Konflikte mit den aufstrebenden Kaufmannsfamilien entgegen der Abschließungstendenzen des Patriziats teilweise für Vertreter der Bürgerschaft geöffnet. Seit [[Julio de Santori]] 1366 stellten die Santori mit nur wenigen Unterbrechungen den Conte der Stadt und eroberten dadurch eine quasi-monarchische Macht. Als die alte Gabrielskirche Ende des 13. Jahrhundert niederbrannte, wurde die neue gotische Gabrielskathedrale errichtet, die schnell zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Der bereits im 10. Jahrhundert errichtete Audakenpalast erhielt seine gotische Fassade im 14. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Arcélio I de Sántori|Arcélio de Santori]] wurde 1309 als erstes Familienmitglied der Santori zum Conte gewählt. Seine Wahl verdankte er vor allem der Hoffnung des Senatsadels, der aus dem jüngerem Patriziat stammende Santori könne keine starke Machtstellung etablieren. Arcélio, genannt ''der Alte'', hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1345 inne und galt in der Tat als eher schwacher Conte, jedoch gelang es ihm, enge Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien zu knüpfen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Fürsten von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk. Posthum wurde ihm der Ehrentitel eines ''Pater Patriae'' zuerkannt. Nachdem sich Arcélios Sohn [[David de Santori|David]] um das Amt des Stadtgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur Einnahme der Stadt durch [[Francès de Perín]] und zur Befreiung durch [[Julio I de Sántori]], der daraufhin Regentschaft und Audakenwürder erhielt. Er errang schnell eine große Machtstellung innerhalb der Stadt. Mit Ränkespielen und geschickten Schachzügen schaltete er politische Gegner aus oder band sie an sich. Er gilt daher als eigentlicher Begründer des Hauses Santori. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1390 wählten die Großen in einer umstrittenen Wahl und unter starkem Druck der bewaffneten Santori-Partei in der Stadt [[António de Sántori zum Conte, der den Einflusskreis der Santori und damit auch der Stadt nochmals erweiterte. Eine Verschwörung gegen António durch die verbündeten Häuser Machiês und Callas führte unmittelbar nach seiner Wahl zur militärischen Einnahme der Stadt durch António, der in der Folge interne Gegner weitgehend auszuschalten vermochte. Unter seiner autoritären Regentschaft wurde die Stadt wesentlich zum quasi-monarchischen Herrschaftsbereich der Santori, die sich in der Folge bemühten, Verbindungen mit dem sagradischen und europäischen Adel aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Republik und Zentrum Sagradiens ===&lt;br /&gt;
Durch die Vermählung Antónios mit [[Isabela de Vesaey die Ältere|Isabela de Vesaey]], der Tochter König [[Michael I.|Michaels I.]] zog Sagradien die Stadtrepublik im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] auf seine Seite, nachdem die Erfolge Micoliniens die hegemoniale Stellung der Tulinesischen Republik im Blaumeer ernsthaft bedroht hatten. Gleichzeitig stieg die Familie der Santori in den sagradischen Hochadel auf und verknüpfte die Schicksale beider Mächte. Nach dem Tod Antónios setzte sich dessen Bruder [[Kardinal Julio de Santori]] durch und machte seinen illegitimen Sohn [[Pietro Símplice]] zum Audaken, blieb selbst aber Machthaber. Seine kirchenfreundliche Herrschaft führte zum Aufstand von Volk und Senat und zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt. Pietro Simplice wurde ermordet und der Kardinal musste aus der Stadt fliehen. Nachdem das aus dem Bürgertum stammende Vierergremium der ''Cuatro Terribles'' in der Folge den Senat entmachtet und eine Schreckensherrschaft errichtet hatte, belagerte Antónios Sohn [[David I. de Santori]], Fürst von Valier, die Stadt 1423 mit sagradischer Hilfe und nahm sie ein. Das Volk feierte ihn als Befreier und akklamierte ihn zum neuen Conte, wodurch die Herrschaft der Santori fortgesetzt werden konnte. Auch der Senat stimmte – wenngleich nachträglich – der Rückkehr der Santori in den Audakenpalast zu, da er vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Cuatro Terribles eine hegemoniale Stellung der Santori der Ochlokratie der Volksmassen vorzog. David nahm nun eine diktatorische und quasi-monarchische Stellung ein, gebahr sich als Monarch und entmachtete den Senat weitestgehend. Er erneuerte das Bündnis zwischen der sagradischen Krone und der Stadt Tulis durch die Ehe mit der Thronerbin [[Isabela de Vesaey die Jüngere|Isabela]], der einzigen Tochter [[Michael II.|Michaels II.]], der sich noch immer im Krieg mit Micolinien befand. Tulinesische Truppen und die starke Flotte der Tule-Metropole unter [[Luis Ricardes I. de Santori|Luis Ricardes]] und [[David de Santori|David I. de Santori]] errangen in der Folgezeit entscheidende Erfolge gegen den westlichen Nachbarn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Tod Michaels II. und der Erhebung seines elfjährigen Enkels [[Santiago de Santori]] als [[Jakob III.]] zum sagradischen König, wurden die Santori – sehr zum Missfallen des tulinesischen Adels - zur sagradischen Königsdynastie. Jakobs Vater David, Conte von Tulis und seit kurzem auch [[Herzogtum Ostino|Herzog von Óstino]], übernahm die Regentschaft für seinen Sohn und machte Tulis damit für ca. ein Jahrhundert zum Königssitz und damit zur sagradischen Hauptstadt. Es entwickelte sich eine faktische politische [[Sagradisch-Tulinesische Union|Union]] der sagradischen Krone mit dem Amt des sagradischen Stadtgrafen, das nach dem Tod Davids an seinen Bruder Luis Ricardes und danach an [[Joán Prudente]], ältester Sohn Davids aus der Ehe mit [[Lara von Nonthí]] und damit Halbbruder Jakobs III., fiel. Tulis war damit endgültig zur Monarchie geworden. Nach Don Joáns Tod 1490 und dem Versuch des Senats, auf sein bereits seit António nicht mehr ausgeübtes republikanisches Wahlrecht gegen den Santori-Kandidaten [[Miguel de Valier]] zu bestehen, übernahm König Jakob III. durch einen Staatsstreich selbst das Amt des Stadtgrafen, beseitigte den Senat und machte das Tulinesische Grafentum zur Erbmonarchie in Personalunion mit der sagradischen Krone. Mit der Union und faktischen Verschmelzung mit Sagradien endete zwar die politische Selbständigkeit der Stadtrepublik, unter dem Schutz der sagradischen Krone, der herausragenden Stellung der Stadt als Verwaltungszentrale des Königreichs sowie mit der Bündelung der wirtschaftlichen und politischen Potenziale von Stadt und Reich brach nun aber das [[Goldenes Jahrhundert|Goldene Jahrhundert]] der Stadt an. Der aufgelöste Senat wurde durch die vom König eingesetzten ''Capitanes Municipales'' ersetzt, die als Statthalter von Tulis fungierten. Das ''Comitá de Tules'' blieb als politische Einheit mit allen seinen Kolonialbesitzungen bestehen, jedoch stand an seiner Spitze in Personalunion der sagradische König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Regentschaft David de Santoris und der Herrschaft Jakobs III. entwickelte sich in Tulis eine Form des Humanismus, aus der sich bald die die [[Sagradische Renaissance]] speisen sollte. Italienische Denker wie [[Ercule Schiatti]] und Künstler wie [[Nicola Vacheotti]] kamen an den Hof und befruchteten die Arbeit einheimischer Talente wie [[Donado Celeste]]. Jakobs Enkel [[David I.]] (1509-1543) – der 1521 auch die portugiesische Krone erwarb und damit ein Weltreich ungekannter Größe in Besitz nahm, führte die Phase des tulinesischen Königtums zu einem Höhepunkt. Nachdem Tulis bereits im 14. und 15. Jahrhundert ein intensives Handelsnetz mit Nordafrika aufgebaut hatte und Handelsstützpunkte in der arabischen Welt gegründet hatte, brachen in der Regierungszeit David I. von Tulis aus Seefahrer wie [[Selle Inoza]] und [[Santo Aziz]] zu ihren Entdeckungs- und Handelsfahrten auf den Weltmeeren auf und Tulis wurde neben Lissabon zum Hauptumschlagplatz für Waren aus der neuen Welt und damit zu einer der wichtigsten Städte Europas. Zudem wurde der Hof Davids im [[Palâciu Santori]] zu einem Zentrum der westeuropäischen Renaissance, an dem Künstler die sagradischen Schüler Vacheottis [[Don Cabal]] und [[António Volero]], Gelehrte und Philosophen ein- und ausgingen. Tulis wurde zur Renaissancestadt und für ein knappes halbes Jahrhundert – noch vor Lissabon und Madrid – zum kulturellen Zentrum Westeuropas. Die erste Phase des so genannten [[Sêcolo d’Oro]] in der sagradischen Kunst und Literatur (bis etwa 1550) wird daher auch als [[Tulinesische Phase]] bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende des Sêcolo Tulinês ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Davids I. 1543 begann der machtpolitische Abstieg der Stadt. König [[Michael III.]] (1543-1552) und Königin [[Johanna I.]] (1543-1575) verlegten den Regierungssitz ins Landesinnere nach [[Semess]]. 1552 kam es zum so genannten [[Josephitenaufstand]], als [[Joseph der Schöne]], [[König von Cuentez|Titularkönig von Cuentez]] versuchte, unter seiner Führung die alte Republik zu restaurieren und die tulinesische Unabhängigkeit wiederherzustellen. Der Aufstand wurde bis 1556 endgültig niedergerungen. Tulis verlor zahlreich Privilegien und der Regierungssitz Semess wurde zur neuen Hauptstadt ausgebaut. Das alte Comitat Tulis blieb zwar formal bestehen, erhielt aber einen von Semess aus ernannten königlichen Statthalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch und wirtschaftlich vermochte Tulis danach nicht mehr an die alte Blütezeit anzuschließen, während [[Semess]] als neue sagradische Hauptstadt allmählich zum politischen Zentrum des Landes wurde. Mit dem Königshof ging auch eine Großzahl der sagradischen Künstler mit nach Semess, wo das neue Kunst- und Kulturzentrum des Landes heranwuchs. Die [[Semeskitische Phase]] des sagradischen [[Sêcolo d’Oro]] begann, die Tulinesische war zu Ende gegangen. Außerdem verlor Tulis seinen Status als wichtigster Hafen im aufstrebenden Amerika-Handel an [[Ligre North]] und [[Óstino]], die allmählich zu den wichtigsten Handelshäfen Sagradiens wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch konnte Tulis auch in der später als [[Decadença Tulinêsa]] bezeichneten Phase kulturell noch etwa ein ganzes Jahrhundert vom Nachklang der Hochphase zehren. In dieser Epoche entstanden in Tulis zahlreiche bedeutende Kunstwerke der Spätrenaissance und des Manierismus wie die von [[Lorenzo Desquiero]] und [[Tulinês]], der später auch in Semess wirkte. Mit dem Ende des 16. Jahrhunderts wandelte sich die Renaissancemetropole Tulis allmählich im Schatten alter Stärke und Macht zur Barock-Stadt. Übergang war der [[Estilo Reina Leonor]], benannt nach der cuentesischen Titularkönigin [[Eleonore I. von Cuentez|Leonor I.]], die bis zu ihrem Tod 1610 als Statthalterin in Tulis residierte und als Kunstmäzenin wirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das 17. und 18. Jahrhundert === &lt;br /&gt;
Unter [[Maximilian I. von Cuentez|Maximilian I. dem Prächtigen]] Titularkönig von Cuentez und Statthalter in Tulis, erlebte Tulis noch einmal eine vorübergehende Glanzzeit. [[Maximilian II. von Cuentez]] (1701-1725) engagierte sich von Tulis aus im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Koalitionskrieg]] von 1713-1718 und schloss sich der Opposition gegen König [[Danadier II.]] an, wodurch Tulis zu einem Zentrum der Koalition wurde. Sein Sohn [[Johann III.|Johann Franziskus]] wurde schließlich 1723 nach seiner Hochzeit mit der Kronprinzessin [[María I. Luísa]], einer Enkelin Danadiers von den sagradischen Generalständen zum sagradischen König gewählt. Er versprach die Beachtung der Rechte der Stände und beendete damit die [[Erste Republik|zweijährige republikanische Phase]] (''Biênio Republicano'') in [[Semess]]. Offiziell waren nun die Könige von Sagradien bis 1891 auch zugleich Könige von Cuentez und Stadtgrafen von Tulis, ein Titel, der seine Funktion als Bezeichnung des tulinischen Stadtoberhauptes einbüßte und bald an einen Bürgermeister verlor. Als Nachfolger des ohne männlichen Erben verstorbenen Johann III. wählten die sagradischen und die tulinesischen Stände dessen Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton|Antonio Ramón de Piacone]],&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union und Inkorporierung ===&lt;br /&gt;
Im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] von 1756 bis 1760 stand Tulis auf der Seite [[Maria II. Franziska|Maria Franciscas]] und [[Anton II.|Antonio di Piacones]]. Erst 1760 konnte der siegreiche [[Gabriel VIII.]] aus dem [[Haus Vienne]], seit 1757 König von Sagradien, auch in Tulis seine Herrschaft durchsetzen. Die Renitenz der Tulinesen sollten jedoch zu deren Nachteil gereichen. Hatte Tulis mitsamt seinen alten Besitzungen unter den Santori-Königen noch eine relative Eigenständigkeit mit eigenen Organen, eigenen Rechten und Privilegien genossen, so leiteten die Könige aus dem nun regierenden [[Haus Vienne]] eine straffe Zentralisierung ein. Tulis verlor alle seine Sonderrechte und musste die Stadtherrschaft eines königlichen Generalkapitäns dulden. Die [[Asumarische Sprache|azumarisch-tulinesische Sprache]] wurde verboten und rigoros durch das [[Sagradische Sprache|Hochsagradische]] ersetzt. In der Folge war Tulis immer wieder Hochburg revolutionärer Erhebungen gegen das zentralistische Regime der Bourbonenkönige. Die [[Novemberrevolution 1817]], die zum Sturz [[Joseph Ludwig II.|José Luis’ II.]] geführt hatte, sowie die [[Aprilrevolution 1848]] gegen das ultrakonservative Regime [[Emil I. Johann|Emilios I.]] sahen in Tulis harte Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und den Aufständischen, in denen sich auch antizentralistische Tendenzen widerspiegelten. Die 1848 von radikalen Aufständischen in Tulis proklamierte [[Asumarische Republik]] (''Repùblica Azumaresca'') regierte mehrere Monate lang die Stadt, ehe die Stadt wieder unter sagradische Kontrolle kam und die Regenten festgenommen werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die harte Unterdrückung der azumarischen Sprache und Kultur in Tulis führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der [[Sagradische Romantik|romantischen Bewegung]] in Literatur, bildender Kunst und Musik zu einer [[Renaixença Azumaresca]], welche die eigentümliche tulinesisch-azumarische Kultur wiederentdeckte und ihre Eigenständigkeit propagierte. In diesem Kontext entwickelte sich um 1900 auch eine spezifisch tulinesische Form des Jugendstils, zu deren herausragenden Bauwerken die [[Eglesia Nôstre Sêiniora del Sacro Côr]] in [[Les Granes]] zählt. Die im sagradischen [[Montevilismus]] der 1850er bis 1870er Jahre erreichte relative Entspannung im Sprachenstreit wurde nach der [[Januarrevolution 1891|Ausrufung der Republik 1891]] durch neuerliche heftige Auseinandersetzungen zwischen Zentralisten und Föderalisten abgelöst, in der die Befürworter des starken Zentralstaats die Oberhand behielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tulis im 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
In der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] wurde Tulis zur Hochburg des linksbürgerlichen radikal-republikanischen Lagers, das bald jedoch durch die sozialistische Linke als dominanter Kraft in der Stadt abgelöst wurde. Im Jahr 1922 wurde Tulis durch ein Hochwasser zu großen Teilen überflutet. In Zeiten der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen linker [[Volksfront]] und der politischen Rechten zwischen 1934 und 1938 galt die Stadt als ''Tules Rôiso''. Im Zuge des rechten [[Februarputsch 1938|Februarputsches von 1938]] wurde die linke Stadtregierung abgesetzt und führende Vertreter der kommunalen Politik verhaftet oder wie der damalige [[PS|sozialistische]] Bürgermeister [[Hugo Nacesta]] hingerichtet. In der Folge wurde auch Tulis von den sagradischen Faschisten kontrolliert, blieb aber Hort der Opposition. Das Stadion des Fußballklubs [[Juvantêsa Sport]], das [[Esplanat-Stadion|&amp;quot;Esplanat&amp;quot;]] wurde zu einem der wenigen öffentlichen Orte, an denen Azumarisch geredet wurde, während im gesamten Stadtgebiet schwere Strafen auf die „provokante Verwendung des separatistischen Dialekts“ standen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943]] kam eine linke Regierung unter [[Dián Nacesta]], dem Sohn des hingerichteten Ex-Bürgermeisters ins Amt. Von 1952 bis 1958 amtierte der Sozialdemokrat [[Iacovo Del Pérez]] als Bürgermeister der Stadt, der danach viele Jahre lang als sagradischer [[Ministerpräsident]] und später [[Präsident der Republik|Staatspräsident]] eine entscheidende Rolle in der sagradischen Politik spielte. Unter ihm wurde das Museum der neuen Künste gebaut und Tulis entwickelte sich zu einem beliebten touristischen Ziel. Zudem erhielt der [[Flughafen Sacâu]] einen ersten großen Ausbau zum internationalen Flughafen, um den zunehmenden Besucherzahlen gerecht zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Achtziger Jahren wurde Tulis zu einer der Hochburgen der grün-alternativen Bewegung in Sagradien. Unter dem sozialistischen Bürgermeister [[Joán Corell]] kam 1984 die erste [[Coalición Eco-Socialista|rot-grüne Stadtregierung]] in einer sagradischen Großstadt ins Amt. Eines der wichtigsten Vorhaben der Regierung war das vom jungen [[Verdes Celarcoes|grünen]] Beauftragten für Tourismus, Stadtplanung und Umwelt [[Julio de la Costa]] propagierte Ziel der ''Ökologischen Kulturstadt'', das sich Corell bald zueigen machte und als eigenes Vorhaben betrieb. Unter diesem Schlagwort wurde Tulis schließlich 1987 Kulturstadt Europas. Seither ist die Altstadt von Tulis auch UNESCO-Kulturerbe. Die südliche Hafenerweiterung in Albet wurde zeitgleich durch zahlreiche Kultureinrichtungen ergänzt. Dennoch blieb die Hafenerweiterung umstritten und führte im selben Jahr zum Bruch der Koalition. Unter Joán Corell, der die Stadt von 1980 bis 1996 als Bürgermeister führte, wurden zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgesetzt, die den Standort Tulis’ als touristischer Metropole und Kulturstadt unterstützen sollten. Dazu gehört auch die erste U-Bahn-Erweiterung um die Linie 3, die die Stadt diagonal von Nordwesten nach Südosten durchquert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Neben [[Semess]] und [[Óstino]] ist Tulis einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte [[Sagradien]]s. Der große Kopfbahnhof [[Estación Tules Central|Tules Central]] (früher ''Estación de Bernabéu-Vernet'') fungiert als Hauptbahnhof der Stadt und ist an die Schnellbahnstrecken nach [[Duerez]] über [[Artir]] und nach [[Semess]] sowie an die U-Bahnlinien 2, 3 und 4 angebunden. Bedeutende Personenverkehrsbahnhöfe sind ferner [[Estación Tules Ostiniense|Tules Ostiniense]] im Osten, [[Estación Tules Norte|Tules Norte]] im Norden und [[Estación Tules Albet|Tules Albet]] am [[Porto de Tules Albet|neuen Hafen]] im Süden sowie der Flughafenbahnhof [[Estación Tules Aeroporto|Tulis Aeroporto]]. Außerdem existiert ein großer Güterbahnhof [[Estación Tules Este|Este]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulis ist an die Westautobahn A2 Richtung Semess, die Autobahn A6 Richtung Duerez, die A11 Richtung [[Sollar]], die A14 Richtung [[Nalcaz]] sowie die Blaumeerautobahn A23 Richtung [[San Cristo]] angebunden. Nördlich von Tulis verläuft zudem die Perin-Autobahn von [[Freúte]] nach [[Marcan]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem internationalen [[Aeroporto de Tules Sacâu]] verfügt die Stadt über den nach Semess und Óstino drittwichtigsten Luftverkehrsknoten Sagradiens. Der Flughafen befindet sich zum größten Teil auf dem Gebiet der Stadt [[Sacâu de Barregat]] südlich von Tulis sowie auf dem Gebiet kleinerer Gemeinden. Mehrere Billigfluglinien nutzen den kleineren [[Aeroporto de Tules Fornat]] zwischen den Städten [[San Vicente del Fornat]] und der Stadt [[Freúte]] im Norden von Tulis. Auch der [[Aeroporto de La Cordí|Flughafen]] von [[La Cordí]] ist von Tulis aus leicht zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nahverkehrsnetz der Stadt besteht aus der [[Mêtro Tulinês]], die bis vor kurzem aus drei Linien bestand, einem Busnetz, drei Straßenbahnlinien sowie einem S-Bahnnetz in die Vororte der Stadt. Zuletzt wurde eine vierte Metro-Linie gebaut, die den Bahnhof Ostiniense über die Neue Universität und Bernabêu mit dem Bahnhof Monteverde im Süden der Stadt verbindet und ihren Endpunkt schließlich am Flughafen Tulis-Sacâu hat. Zu den Metrolinien M3 und M4 bestehen zudem Zubringerlinien aus den Vororten, die als ''Intermêtro''-Strecken bekannt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulis verfügt über einen größten Seehäfen Sagradiens und der größte Hafen des Blaumeers. Der historische [[Porto Vellu]] im Norden des Hafengebiets wird heute fast ausschließlich als Yachthafen und für Freizeitschiffe genutzt. Der neuere Industriehafen in Tulinola ([[Porto Autónomo de Tules]]) wurde 1992 durch den [[Porto de Albet]] (Novo Porto) im Süden erweitert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Metrolinien in Tulis ===&lt;br /&gt;
* M1 (Linia Vertical)	Seza – Norte – Celusanto – Monte Círio – Sur – Albet	&lt;br /&gt;
* M2 (Linia Horizontal)	Natxaret / Porto – Bernabêu-Vernet – Estádiu de Illón – San León / Ostiniense &lt;br /&gt;
* M3 (Linia Diagonal)	Illária / Campo d. Cruce – Celusanto – Bernabéu-Vernet – Esplanat – Saniesta  &lt;br /&gt;
* M3 Intermêtro		Laxón – Francovil – ... – Saniesta – Montera – Ollar &lt;br /&gt;
* M4 (Linia Nova)	Verón – Ostiniense – Universitá David-Maximilián – Bernabéu – Monteverde&lt;br /&gt;
* M4 Intermêtro		Santa Marguerita – Noveos Barries – ... – Cellar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltung ==&lt;br /&gt;
Die Stadt Tulis gliedert sich heute in sechs ''Stadtbezirke'' (''Distritōes Aministrativōes'') mit jeweils drei bis sieben (historischen) ''Stadtvierteln'' (''Barríes''):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I ([[Citá Vella]]):&lt;br /&gt;
* [[Navale]] (mit den ''Islas Históricas'')&lt;br /&gt;
* [[Monte Círio]]&lt;br /&gt;
* [[Trástulo]] &lt;br /&gt;
* [[Trêis Torres]]&lt;br /&gt;
* [[San Matêu]]&lt;br /&gt;
* [[Natxaret]]&lt;br /&gt;
* [[Campes]]&lt;br /&gt;
II (Maior Cientro):&lt;br /&gt;
* [[Valéria]]&lt;br /&gt;
* [[Bernabêu i Santangel]] (mit [[Vernet]])&lt;br /&gt;
* [[Les Granes]]&lt;br /&gt;
* [[Tulinola]] (mit [[Les Marines]])&lt;br /&gt;
III (Norte):&lt;br /&gt;
* [[Norte-Samareste]]&lt;br /&gt;
* [[Francovil]]&lt;br /&gt;
* [[Illária]]&lt;br /&gt;
IV (Nort-Este):&lt;br /&gt;
* [[Seza]]&lt;br /&gt;
* [[Novoes Barries]]&lt;br /&gt;
* [[Santária]]&lt;br /&gt;
V (Este):&lt;br /&gt;
* [[Santa Marí]]&lt;br /&gt;
* [[Verón]]&lt;br /&gt;
* [[Illón]]&lt;br /&gt;
* [[Saniesta]]&lt;br /&gt;
VI (Sur):&lt;br /&gt;
* [[Juvante]] (mit [[Monte Esplanat]])&lt;br /&gt;
* [[Monteverde]]&lt;br /&gt;
* [[Albet]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besonders beliebte Szeneviertel von Tulis gelten die Universitätsstadt im Barrí [[Trástulo]], der Nordteil des Bezirks [[Les Granes]], [[Les Marines]] im alten Arbeiterbezirk [[Tulinola]] und die historische Altstadt in [[Navale]]. Die Hafen- und Strandgebiete in [[Francovil]] und im Norden von [[Illária]] gelten dagegen als klassische Nobelviertel der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
Tulis verfügt über vier wissenschaftliche Hochschulen. Die 1232 durch päpstliche Bulle gegründete [[Universitá de Tùles Celusanto]], benannt nach der ''Eglésia Santa María del Celu Santo'', ist eine der ältesten Hochschulen Europas und ist heute eine der renommiertesten Universitäten der Welt. Ihre Hauptgebäude hat die von ihren Mitgliedern als „la Sêiniora“ bezeichnete Celusanto-Universität am Rande des ''Parc Santori'' im tulinesischen Stadtteil [[Trástulo]]. Neben der Celusanto-Universität besteht seit dem 17. Jahrhundert die als „la Nova“ bezeichnete [[David-Maximilians-Universität]] auf der ''Isla Universitária'' im Süden des Stadtteils [[Santária]]. Außerdem verfügt Tulis über eine [[Polytechnische Universität Tulis]] sowie die [[Academía del Arte de Tules]], die als eine der traditionsreichsten Kunsthochschulen überhaupt gilt und bis zu den Meistern der tulinesischen Renaissance zurückreicht.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.110</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Anton_II.&amp;diff=6937</id>
		<title>Anton II.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Anton_II.&amp;diff=6937"/>
		<updated>2011-12-01T16:18:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.110: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Anton II. Ramon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.110</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=S%C3%AAcolo_d%27Or&amp;diff=6936</id>
		<title>Sêcolo d'Or</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=S%C3%AAcolo_d%27Or&amp;diff=6936"/>
		<updated>2011-12-01T16:12:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.110: /* Periodisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Goldenes Zeitalter''' (sagr. '''Sêcolo d’Oro''') bezeichnet man in [[Sagradien]] das Zeitalter wirtschaftlicher und v.a. kultureller Blüte von ca. 1520 bis in die 1640er Jahre hinein, das von der sagradischen Renaissance bis zum Barock reicht und die Hochphasen sagradischer Renaissancekunst und poetischer [[Sagradische Klassik|Klassik]] umfasst. Als Eckdaten der Epochenbildung werden gerne der Amtsantritt [[David I.|Davids I.]] 1509 sowie der Tod [[Gabriel V.|Gabriels V.]] 1640 angeführt, während sich Formen der Renaissancemalerei und der humanistischen Dichtung jedoch bereits im 15. Jahrhundert finden, die Hochphase der bildenden Kunst jedoch erst in den 1520ern, die der klassischen Dichtung in den 1550er Jahren angesetzt wird. Politisch und wirtschaftlich beschreibt das Goldene Jahrhundert den bereits unter den [[Haus Santori|Santori]]-Königen im 15. Jahrhundert begonnenen Aufstieg Sagradiens von einer westeuropäischen Mittelmacht zur europäischen Großmacht und Weltmacht mit einem florierenden Handelsimperium und einem expandierenden Kolonialreich in Übersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Periodisierung ===&lt;br /&gt;
Bezüglich des Sêcolo d'Oro bestehen zahlreiche divergierende Periodisierungsmöglichkeiten, von denen zwei besonders verbreitet sind. Einerseits wird das Sêcolo in etwa drei gleich lange Phasen eingeteilt, die sich grob an den Regierungszeiten der sagradischen Könige orientiert. Danach folgt der ersten Phase, der so genanten ''Era Davidêsa'' unter König [[David I.]] (1509-1543), eine mittlere Phase, der ''Era Joanita'' oder ''Era Joanita-Filipina'' unter [[Johanna I.]] (1543-1575) und ihrem Sohn [[Philipp VII. Jakob]] (1575-1591), ehe unter [[Gabriel V.]] (1591-1640) die abschließende ''Era Gabrielina'' folgt. Allgemein kann man jedoch auch die erste Phase als ''Era Tulinêsa'' von der zweiten ''Era Semescal'' abgrenzen. In Tulis schließlich folgt klassischerweise auf die ''Era Davidêsa'' (etwa bis 1550) die so genannte ''Era Portuguesa'' (1550-1580), in der Tulis nur Vizekönigssitz der Könige in Lissabon war, ehe die ''Era Reina Leonor'' (ca. 1580-1610) unter Königin [[Eleonore I. von Cuentez|Eleonore]] wieder einen machtpolitischen und künstlerischen Aufstieg bedeutete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politisch-Kulturelle Hintergründe ===   &lt;br /&gt;
Nach den Wirren des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Kriegs]] zwischen den Kronen [[Sagradien]]s und [[Micolinien]]s war 1457 mit dem Haus Santori eine neue Königsdynastie auf den sagradischen Thron gekommen, welche die Herrschaft über Sagradien und die [[Tulinesische Republik]] vereinte und unter den Königen [[Jakob III.]], [[Jakob IV.]] und [[Peter I.]] zu einer gesamteuropäischen Macht heranwuchs. Unter dem von den bedeutenden Humanisten [[Ercule Schiatti]] und [[Geert van Stael]] erzogenen [[David I.]] (1509-1543), der 1521 auch die Herrschaft über Portugal antrat und damit über ein Weltreich herrschte, erreichte das sagradisch-tulinesische Reich schließlich einen politischen Höhepunkt. Seefahrer und Entdecker wie [[Santo Aziz]], [[Selle Inoza]], [[Carles Diaz]], [[Nuno Guavo]] und [[Joán Caballes]] erkundeten in seinem Namen die Weltmeere und bauten ein erstes [[sagradisches Kolonialreich]] auf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Das Goldene Jahrhundert in den Bildenden Künsten ===&lt;br /&gt;
Auch der Hof Davids und seiner ersten Frau Luisa d'Avis in Tulis wurde bald zu einem kulturellen Zentrum und zum Hauptort der sich entwickelnden sagradischen Renaissance. Auf die bereits unter seinen Vorgängern in Tulis wirkenden Renaissance-Künstler wie [[Nicola Vacheotti]] und [[Donado Celeste]] folgte eine zweite Generation hochbegabter Maler, Bildhauer und Architekten um die beiden Großen [[Don Cabal]] (''Francès Cabal de Safora'') und [[António Volero]], die in fruchtbarem künstlerischen Wettbewerb zueinander standen und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornten. Dabei galt der ältere Volero als der akribischere und der beiden, der einen Stil klassischer Schönheit, Harmonie und Nüchternheit bevorzugte, während Cabal das Genie verkörperte und vor allem in seinem Spätwerk zu individuellen Neuerungen und von Zeitgenossen heftig kritisierten Manierismen neigte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Tod Davids I. 1543 und der folgende Thronfolgestreit ([[Lilienkrieg]]) stellt eine Zäsur im sagradischen Sêcolo d’Oro dar, welche die frühe so genannnte ''Tulinesische Phase'' bis 1550 beendete und zur ''Semesker Phase'' überleitete. Gleichzeitig kann von einem allmählichen Übergang der sagradischen Hochrenaissance zur Spätrenaissance und danach zum Frühbarock gesprochen werden. Während Don Cabal in Tulis blieb und sich seinem Spätwerk widmete, zog Volero um 1550 an den neuen Hof [[Johanna I.|Johannas I.]] (1543-1568) und ihres Mannes [[Michael III.]] (1543-1552) nach [[Semess]]. Jedoch dominierte bald eine neue Riege manieristischer Maler, die das Zeitalter der Spätrenaissance einläuteten und zum Frühbarock überleiteten. Der ebenfalls aus Tulis nach Semess gezogene Pier-Laurenço Domínguez de Gilán, genannt [[Tulinês]] (auch ''Lorenzo Tulinês''), stieg zum Hofmaler König Johannas und ihres Sohnes [[Philipp VII. Jakob]] (1568-1591) auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nun zur neuen Hauptstadt Sagradiens ausgebauten [[Semess]] wurden nun im so genannten ''Estilo Reina Joana'' zahlreiche neue Bauten verwirklicht, während Tulis unter den portugiesischen Königen [[Johann III. (I.) von Portugal und Cuentez|Johann]] und [[Sebastian I. von Portugal und Cuentez|Sebastian]] in den weltpolitischen Schatten geriet, ehe es erst unter Königin [[Eleonore I. von Cuentez]] wieder zur Hauptstadt des [[Königreich Cuentez|azumarischen Königreichs]] wurde. Im späten 16. Jahrhundert wurde auch mit dem Neubau der Semesker Kathedrale [[San Docién in Celu]] nach den Plänen von [[Lorenzo Desquiero]] begonnen. Am Hof Eleonores I. in Tulis traten nun [[Jofré de Gilard]] und [[Francès Murán de Fosa]] die Nachfolge der Altmeister Cabal und Volero an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Hof [[Gabriel V.|Gabriels V.]] (1591-1640) entwickelte sich schließlich der sagradische Barock. Zum wichtigsten Maler dieser Epoche wurde [[Sebastian Bexente]], der besonders in seinen frühen Jahren wichtige Werke schuf und in der Tradition Caravaggios einen ausdrucksstarken Stil entwickelte. Weitgehend unabhängig davon entwickelte sich auch in Tulis eine eigene Barock-Schule heraus (''Baroque Azoumaresc''), zu deren wichtigsten Exponenten [[Francisco Fran]] und [[Mauro Calestín]] gehörten und die unter König [[Maximilian I. der Prächtige|Maximilian dem Prächtigen]] (1617-1654) einen Höhepunkt erreichte. Nach dem Tod Gabriels V. setzen Historiker das Ende des Goldenen Zeitalters an. Für die bildenden Künste sprechen setzen manche jedoch bereits das Ende der Tulinesischen Phase um 1550, andere dagegen erst den Tod Sebastians 1681 an, jedoch kann argumentiert werden, dass die Blütephase sagradischer bildender Künste sich zwischen den Hochphasen der Renaissancemalerei Cabals und Voleros in den 1520er Jahren und der Hochphase der Barockmalerei Sebastians in den 1620er bis 1640er Jahren abgespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Goldene Jahrhundert in Literatur und Dichtung ===&lt;br /&gt;
Neben den bildenden Künsten der Renaissance und des frühen Barock ist das Goldene Zeitalter Sagradiens wesentlich von der Blütephase sagradischer Literatur in der so genannten sagradischen Klassik geprägt. Bereits im 15. Jahrhundert entwickelte sich in Sagradien eine vom Humanismus geprägte vorklassische Literatur, zu deren hervorragenden Vertretern die mittelsagradischen Dichter [[Georgo Frances de Herrera]] und [[Mariano Illiegues]] gerechnet werden können. Auch die [[Asumerische Sprache|asumerische]] Dichtung [[Josefe Borrard]]s, der durch seine Geschichtensammlung „[[la Fontana]]“ berühmt wurde, kann zur Vorklassik gezählt werden und zeigte sich besonders einflussreich auf die spätere Literatur der Früh- und Hochklassik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1500 entwickelte sich parallel zur sagradischen Renaissancekunst auch eine von der italienischen Klassik und der antiken Philosophie und Dichtung geprägte Literatur. Die Dramen- und Komödiendichter [[Marcantónio Verosán]] und [[Erculo Danieles Scarça]] gelten als Hauptvertreter der Frühklassik bis etwa 1540, zu denen auch der Lyriker [[Manuel Braga]] gerechnet wird, der die Sonettform in die sagradischen Lyrik einführte. Auch in der sagradischen Literatur vollzog sich zwischen 1540 und 1550 mit den politischen Geschehnissen des Thronfolgekriegs ein Wandel, der jedoch unter der Förderung der Königin [[Johanna I.|Johanna]] erst die eigentliche Blütephase einleitete, die von der Literatur des wichtigsten Vertreters sagradischer Dichtkunst [[Celiano Nacoma]] geprägt ist. Seine Schaffenszeit bis zu seinem Tod 1601 wird als Hochklassik bezeichnet, in die auch das Werk [[Plácido Cosança]]s fällt. Die zeitlich parallel verlaufende epische [[Duerez]]er „[[Besangua]]“-Literatur von [[Rodrigo Mêrces]] und [[António Man]] kann als Sonderform der Hochklassik angesehen werden. Ein großer Förderer der klassischen Dichtung Sagradiens war König [[Philipp VII. Jakob]], genannt der ''Dichterkönig'', der selbst schrieb und zunächst als Prinz und später als König bekannte sagradische Literaten um sich sammelte. Nach dem Tod Cosanças 1594 und dem Nacomas 1601 leutete die so genannte Spätklassik ein, die erste Zerfallserscheinungen aufweist, aus denen das Werk [[Manuel Orraio]]s mit seiner strengen Dramenform noch einmal deutlich herausragt. Der Philosoph, Literat und Naturwissenschaftler [[Santiago Calles]] gilt als Hauptvertreter der sagradischen Frühaufklärung und wird oft noch in die Spätphase der sagradischen Klassik eingeordnet. Orraios Tod 1645 gilt in der Literaturwissenschaft im Allgemeinen als endgültiger Schlusspunkt der sagradischen Klassik. Die folgende, auch als „Decadença“ bezeichnete Literatur des sagradischen Barock weist deutliche qualitative, thematische und formale Brüche mit der Klassik auf.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.110</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradische_Literatur&amp;diff=6935</id>
		<title>Sagradische Literatur</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradische_Literatur&amp;diff=6935"/>
		<updated>2011-12-01T16:11:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.110: /* Sagradische Dichter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sagradische Literatur'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter (9.-15.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Literatur in Sagradien war dominiert von Ritterromanen, Heldenepen und Minnelyrik. Erhalten blieben die Minnelyrik von [[Costanço de Valbraga]] und [[Manuel Figueras de Sâis]] sowie die höfischen Epen von [[Eduardo de Graça]]. Das Versepos ''La storia de [[Don León de Zarraguieta]]'' eines unbekannten Verfassers aus dem 13.Jahrhundert wurde zum Nationalepos Sagradiens (Der Held, auch als „Don Leâu“ oder „Dô Lió“ bekannt, taucht in zahlreichen späteren Werken erneut auf). Das Werk [[Gustavo Patresa]]s ist beherrscht von satirischen Elementen und zeigt den Niedergang der höfischen Kultur. Die Werke des 15.Jahrhunderts von [[Georgo Frances de Herrera]] und [[Mariano Iliegues]] sind vom italienischen Humanismus beeinflusst und leiten über zur sagradischen Klassik. Als ein weiterer Vertreter der [[Vorklassik]] kann [[Francisco Borrard]] bezeichnet werden, der vor allem durch seine in [[Asumarische Sprache|asumarischem Dialekt]] verfasste Geschichtensammlung ''La Fontana'' berühmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissance, Sêcolo d’Oro und sagradische Klassik (16. und frühes 17. Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Eingeleitet von der kulturellen und politischen Blüte Sagradiens in der Regierungszeit König [[David I.|Davids I.]] und seinen Nachfolgern, erreichte auch die sagradische Literatur ihre höchste Blüte in der Renaissance und [[Sagradische Klassik|Klassik]] des 16. Jahrhundert, dem so genannten „[[Sêcolo d'Oro|Goldenen Jahrhundert]]“, die von der italienischen Klassik und Renaissance beeinflusst wurde. Besonders die Dramen und Lyrik [[Celiano Nacoma]]s und [[Plácido Cosança]]s erlangten weltweite Berühmtheit und zeigen starke Rückgriffe auf die antike Klassik. Hauptvertreter der frühen Phase (1500-1540) sind [[Marcantónio Verosán]], [[Erculo Danieles Scarça]], die beide als Dramen- und Komödiendichter bekannt wurden, sowie [[Manuel Braga]], der vor allem durch seine Lyrik Geltung erlangte und die Sonettform in die sagradische Lyrik einführte, die später auch vom „Meister“ Nacoma, der wie sein enger Freund Cosança der mittleren Phase der Klassik (1540-1600) angehörte, übernommen wurde. Bekannt wurde auch [[Don Josefe de Santori]], ein unehelicher Sohn des [[König von Cuentez|cuentesischen Königs]] [[Joseph I. von Portugal und Cuentez|Joseph I.]], der sich selbst als Lyriker am Hof seines Vaters hervortat und später als Statthalter seines Halbbruders [[Johann III. (I.) von Portugal und Cuentez|Johann]] in Tulis zahlreiche Dichter um sich sammelte. Hauptvertreter der Duerezer „[[Besangua]]“-Literatur, die in epischer Form auf die arabische [[Numerer]]kultur zurückgreift, sind [[Rodrigo Mêrces]] und [[António Man]]. Als Vertreter der Spätklassik des frühen 17.Jahrhunderts gilt neben [[Santiago Calles]], der vor allem als Philosoph und Naturwissenschaftler in Erscheinung trat, auch [[Manuel Orraio]], der wiederum durch seine strenge Dramenform die französische Klassik mit beeinflusste und als letzter bedeutender Vertreter des „Sêcolo de Oro“ gilt. Insgesamt bilden die Regierungszeiten der Könige [[David I.]] (1509-1543) und [[Gabriel V.]] (1591-1640) den politisch-zeitlichen Rahmen für die literarische Phase des goldenen Zeitalters, das auch in eine ''Tulineser Phase'' (ca. 1500-1550) und eine ''Semesker Phase'' (ca. 1550-1640) eingeteilt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Barock und Aufklärung (17.-18.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Die Literatur des sagradischen Barock, die ihre Blütezeit um die Jahrhundertwende vom 17. zum 18.Jahrhundert hatte, ist gekennzeichnet vom Niedergang der Klassik und zeigt vor allem Themen wie Dekadenz, Zerfall, Vergänglichkeit und Tod. Sie bildet einen lyrischen und epischen Gegensatz zum in der Klassik dominierenden Drama. Einflussreiche sagradische Barockdichter waren [[Hernán Kempes]] und [[Bernardo de Montxerent]]. Beeinflusst durch die französische Aufklärung und besonders durch das Werk Santiago Calles’ entwickelte sich Mitte des 18. Jahrhunderts eine sagradische Literatur der Aufklärung, die stark beeinflusst war von der französischen und mit [[Pietro Cavalles]] und [[Fernando Camûes dels Logres]] seine Hauptvertreter hatte. Im Gegensatz zum Barock lebte in der Literatur der Aufklärung wieder das Drama auf, das die Kraft des menschlichen Verstandes offen legen sollte und unmittelbar an die Klassik anzuknüpfen suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sêcolo d’Argente und Romantik (18./19.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Zum Ende des 18.Jahrhunderts hin legte [[Marcio Levar]] mit seinen patriotischen Gedichten und pathetischen Dramen den Grundstein für die sagradische Romantik, deren Hauptvertreter [[Luis Filipe Neâu war]], der wegen seiner Dramen, Balladen und Erzählungen Weltberühmtheit erlangte und neben [[Celiano Nacoma]] als größter Dichter Sagradiens gilt. Wegen dieser neuerlichen Blüte der sagradischen Sprache gilt die erste Phase der sagradischen Romantik als &amp;quot;Silbernes Zeitalter&amp;quot;. Daneben gilt Neâu wegen seiner Rückbezüge auf die Klassik und Antike in seiner klassizistischen Phase auch neben dem jungen [[Lorenzo Madrigal]] als Vertreter der so genannten [[Neoklassik]]. Als wichtigster Repräsentant der späteren Phase der Romantik, die im Zuge der sagradischen Befreiungskriege noch mehr das nationale Pathos in den Vordergrund rückte, gilt [[Dani Caballeri]] (eigentlich ''Daniel Caballer i Mârces''). Den Niedergang der Romantik zur Mitte des 19. Jahrhunderts hin bezeichnen die Spätwerke [[Lorenzo Madrigal]]s, die von traumhaft subjektiver Lyrik und sentimentaler Verklärung des Mittelalters bestimmt sind. Als Postromantiker gilt der [[Cuentez|Cuentesische]] Lyriker [[León Mervel]], der sich als erster sagradischer Dichter des Mittels der absoluten Metapher bediente und die traumhaft-subjektive Weltsicht der Spätromantik in eine ihm eigene düster-okkultisch wirkende und Stilelemente des Symbolismus und des Surrealismus vorwegnehmende Assoziationsdichtung verwandelt. Damit steht er den Franzosen Nerval und Baudelaire näher als irgendeinem anderen sagradischen Dichter seiner Zeit und gilt daher als Avantgardist der europäischen Moderne.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Realismus, Symbolismus, Naturalismus und Fin de Siècle ===&lt;br /&gt;
Die Epoche des sagradischen Realismus leitete die sozialkritische Romanliteratur [[Osvaldo Verres]]’ ein. [[Hernán Correr]] traf 1882 mit seinem realistischen Roman &amp;quot;Cocarde&amp;quot; genau den Geist der Zeit und erlangte dadurch Weltruhm. [[Francisco Olivera]] sowie [[Ana Ferrera Sanchis]] leiten zum Naturalismus über. Von besonderer Relevanz für die sagradische Arbeiterbewegung wurde das naturalistische Werk [[Keke Sapinto]]s, der von der Philosophie [[Carles Iudeta]]s beeinflusst wurde und in seinen Romanen vor allem das Elend der Arbeiterschaft aufzeigte. Parallel und als Gegenbewegung zum Realismus entstand um 1885 in Anlehnung an die französischen Symbolisten in [[Semess]] ein sagradischer symbolistischer Kreis um die „Meister“ [[Iano Madris]] und [[Josemarí David]], die als Bewunderer Baudelaires und Mervels die Schule der &amp;quot;[[Simbolista]]&amp;quot; gründeten. Um die Jahrhundertwende wirkten auf die Werke [[Gerardo Ramírez]]’, [[Verena Santís]]’ und [[Hernán Colón]]s zunehmend impressionistische und besonders auf [[Emilio Grande]] und [[Federico López]] auch expressionistische Einflüsse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Moderne im frühen 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Während des ersten Weltkriegs und in den Jahren danach erlangte der expressionistische Dichterkreis der &amp;quot;[[Noyarenser]]&amp;quot; um [[Pepe Gomerra]], [[Santi Nerra]] und [[Miguel Gerardo Musca]] großen Ruhm. Die letzteren beiden vertraten bald die eher rechte, nationalistische Richtung der Literatur. Nerra gehörte den Anhängern von Präsident [[Gaitán Sobrantes Alemà]] an und verherrlichte in seinen späten Jahren das autoritäre Regime des Präsidenten und machte ihn nach seiner Ermordung im Versepos &amp;quot;Sagradia&amp;quot; zum heroischen Märtyrer der nationalen Sache. Der dem Noyarenser Kreis nahe stehende, aber eher symbolistisch beeinflusste [[Sollar]]er Dichter [[Fernando Mexés]] wiederum verherrlichte in seinem 1940 erschienenen Roman „Santa Nación“ den zweiten Weltkrieg als „Endabrechnung mit dem diabolischen Judentum“ und musste nach dem Angriff Nazi-Deutschlands auf Sagradien ins Exil nach Berlin emigrieren, nachdem er einige Jahre lang als Hofdichter des faschistischen [[Álamo-Regime]]s gegolten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dem seit Beginn der Zwanziger Jahre eher rechts gerichteten „Noyarenser-Kreis“ entgegen gesetzte Strömung stellte die linke Literatur des Romanciers und Dichters [[Maximilián Ferrera]], des bissigen Satirikers [[Fernando Gran Cela]] sowie des jüdischen Feuilletonisten [[José Manolo Rosenthal]] dar. Ein weiterer Gegner der Rechten und Kritiker des Regimes war der äußerst erfolgreiche Dramatiker und Romanautor [[Miguel Solares]], der sich in seinem Werk auf satirische Weise vor allem gegen die Dekadenz der Zeit und die Intoleranz der Politik und Gesellschaft aussprach und dafür 1938 ins Pariser Exil gehen musste und im gleichen Jahr den Nobelpreis für Literatur erhielt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als gänzlich unpolitisch stellte sich die Literatur der sagradischen Surrealisten dar. Von den Lehren Freuds sowie dem französischen Surrealismus beeinflusst, wirkten v.a. [[Maximilián Casilla]] und [[Karlos Marcês]] nachhaltig auf die sagradische Nachkriegsliteratur, in der sich v.a. [[António Deçadro]] vom Surrealismus beeinflusst zeigte. Die Stellung der sagradischen surrealistischen Bewegung in der bildenden Kunst aber konnte die Literatur dieser Richtung nicht erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegsliteratur (seit 1945) ===&lt;br /&gt;
Die sagradische Nachkriegsliteratur war zum einen geprägt von Antikriegsschriften und gesellschaftskritischen Werken, zum anderen von einer distanzreichen Fortführung der symbolistischen und surrealistischen Strömungen der Vorkriegszeit. Bedeutendster Dichter wurde der [[Duerez]]er [[António Deçadro]], der bereits vor dem Krieg einen Großteil seiner Werke veröffentlicht hatte (mit geringem Erfolg) und erst nach dem Krieg Aufmerksamkeit erlangte. Er verfasste zahlreiche Parabeln und Erzählungen und schuf darin eine rätselhaft wirkende Symbiose aus Surrealismus, Postrealismus und Symbolismus. Sein Spätwerk war zudem vom französischen Existentialismus beeinflusst. Deçadro, der 1955 den Literaturnobelpreis gewann, gilt als wichtigster Nachkriegsautor Sagradiens. Mit einem ähnlichen Ansatz erreichte in der Lyrik besonders [[Maximilián Berlín]] nachhaltigen Weltruhm, der sich in seinen Zeit-, Liebes- und Weltgedichten bewusst auf symbolistische Vorbilder wie Madris, Verlaine, Rimbaud oder David sowie auf die Assoziationsdichtung Mervels berief und einen grotesk-surrealistisch anmutenden Ästhetizimus vertrat. Seine romantisch-melancholischen Liebesgedichte gehören zur weltweit meistgelesenen Lyrik. Jedoch stellen besonders seine auf kryptischer Metaphorik aufbauenden „Weltgesänge“ (so der Titel eines seiner Bände: Cançones Mundiales) ein stetiges Faszinosum der modernen sagradischen Literatur-wissenschaft dar. Weitere wichtige Autoren der ersten Phase der Nachkriegsliteratur waren [[Luca Mendieta]], [[Carlota Arrist]] und auch [[Bernardo Gral]], der vor allem die Kurzgeschichte in Sagradien populär machte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre kam unter dem Einfluss der Studentenunruhen eine neue rebellische Generation von Dichtern auf, die es sich zum Ziel machte, die sagradische Literaturlandschaft umfassend zu verändern. Bedeutendste Vertreter waren [[Ulisso Carvas de Patra]] (Nobelpreis 1984), [[Mónica Belléme]] und [[Andrés Nacesta]]. Wichtige Chansonniers und Liedermacher, die vor allem auch durch den Inhalt ihrer Texte Aufsehen erregten, waren [[Gerardo Ívan Valles]] und [[Francisco Serguieta]]. Wichtigste Vertreter  der „Popliteratur“ der Achtziger Jahre waren die Halbchinesin [[Li Pérez]] und der [[Gerón|Geroneser]] Dramatiker [[Marcelo Vil i Vil]]. Bedeutendste Vertreter der Literatur der Neunziger Jahre sind [[Diego Fernández Belêu]], [[Arcélio Torres]], [[María Ferrer Vélez]], [[Oscar Domênco Milet]] sowie [[Antónia Domíngues]] und [[Lauro Nera]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradische Nobelpreisträger für Literatur === &lt;br /&gt;
* [[Iano Madris]] (1905)&lt;br /&gt;
* [[Fernando Eguerra i Vargas]] (1913)&lt;br /&gt;
* [[Joán Mairas Dellas]] (1919)&lt;br /&gt;
* [[Miguel Solares]] (1938)&lt;br /&gt;
* [[António Deçadro]] (1955)&lt;br /&gt;
* [[Oscar Herrero Celu]] (1979 für Argentinien)&lt;br /&gt;
* [[Ulisso Carvas de Patra]] (1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradische Dichter ===&lt;br /&gt;
Mittelalter:&lt;br /&gt;
* [[Costanço de Valbraga]]&lt;br /&gt;
* [[Manuel Figueras de Sâis]]&lt;br /&gt;
* [[Eduardo de Graça]]&lt;br /&gt;
* [[Gustavo Patresa]]&lt;br /&gt;
Frührenaissance/[[Vorklassik]]: &lt;br /&gt;
* [[Georgo Frances de Herrera]]&lt;br /&gt;
* [[Mariano Illegues]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Borrard]]&lt;br /&gt;
[[Sagradische Klassik|Klassik]]:&lt;br /&gt;
* [[Marcantónio Verosán]]&lt;br /&gt;
* [[Erculo Danieles Scarça]]&lt;br /&gt;
* [[Manuel Braga]]&lt;br /&gt;
* [[Celiano Nacoma]]&lt;br /&gt;
* [[Plácido Cosança]]&lt;br /&gt;
[[Besangua]]-Literatur:&lt;br /&gt;
* [[Rodrigo Mêrces]]&lt;br /&gt;
* [[António Man]]&lt;br /&gt;
Spätklassik:&lt;br /&gt;
* [[Manuel Orraio]]&lt;br /&gt;
Barock:&lt;br /&gt;
* [[Hernán Kempes]]&lt;br /&gt;
* [[Bernardo de Montxerent]]&lt;br /&gt;
Aufklärung:		&lt;br /&gt;
* [[Santiago Calles]]&lt;br /&gt;
* [[Pietro Cavalles]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Camûes das Logres]]&lt;br /&gt;
Romantik:&lt;br /&gt;
* [[Marcio Levar]]&lt;br /&gt;
* [[Luis Filipe Neâu]]&lt;br /&gt;
* [[Dani Caballeri]] (Daniel Caballer i Marces)&lt;br /&gt;
* [[Lorenzo Madrigal]]&lt;br /&gt;
Postromantik:	&lt;br /&gt;
* [[León Mervel]]&lt;br /&gt;
Realismus:&lt;br /&gt;
* [[Osvaldo Verres]]&lt;br /&gt;
* [[Hernán Correr]]&lt;br /&gt;
Naturalismus:	&lt;br /&gt;
* [[Francisco Olivera]]&lt;br /&gt;
* [[Ana Ferrera Sanchis]]&lt;br /&gt;
* [[Keke Sapinto]]&lt;br /&gt;
Symbolismus:	&lt;br /&gt;
* [[Iano Madris]]&lt;br /&gt;
* [[Josemarí David]]&lt;br /&gt;
Impressionismus:&lt;br /&gt;
* [[Gerardo Ramírez]]&lt;br /&gt;
* [[Verena Santís]]&lt;br /&gt;
* [[Hernán Colón]]&lt;br /&gt;
Expressionismus:&lt;br /&gt;
* [[Emilio Grande]]&lt;br /&gt;
* [[Federico López]]&lt;br /&gt;
„[[Noyarenser]]“:	&lt;br /&gt;
* [[Pepe Gomerra]]&lt;br /&gt;
* [[Santi Nerra]]&lt;br /&gt;
* [[Miguel Gerardo Musca]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Mexés]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Literatura Sinistra&amp;quot;:&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Ferrera]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Gran Cela]]&lt;br /&gt;
* [[José Manolo Rosenthal]]&lt;br /&gt;
* [[Miguel Solares]]&lt;br /&gt;
Surrealismus:	&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Casilla]]&lt;br /&gt;
* [[Karlos Marcês]]&lt;br /&gt;
Nachkrieg:&lt;br /&gt;
* [[António Deçadro]]&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Berlín]]&lt;br /&gt;
* [[Luca Mendieta]]&lt;br /&gt;
* [[Carlota Arrist]]&lt;br /&gt;
* [[Bernardo Gral]]&lt;br /&gt;
68er:&lt;br /&gt;
* [[Ulisso Carvas de Patra]]&lt;br /&gt;
* [[Mónica Belléme]]&lt;br /&gt;
* [[Andrés Nacesta]]&lt;br /&gt;
Chanson:&lt;br /&gt;
* [[Gerardo Ívan Valles]]&lt;br /&gt;
* [[Francisco Serguieta]]&lt;br /&gt;
Achtziger:&lt;br /&gt;
* [[Li Pérez]]&lt;br /&gt;
* [[Marcelo Vil i Vil]]&lt;br /&gt;
Neunziger:&lt;br /&gt;
* [[Diego Fernández Belêu]]&lt;br /&gt;
* [[Arcélio Torres]]&lt;br /&gt;
* [[María Ferrer Vélez]]&lt;br /&gt;
* [[Oscar Doménico Milet]]&lt;br /&gt;
* [[Antónia Domingues]]&lt;br /&gt;
* [[Lauro Nera]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.110</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradische_Literatur&amp;diff=6934</id>
		<title>Sagradische Literatur</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradische_Literatur&amp;diff=6934"/>
		<updated>2011-12-01T16:11:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.14.237.110: /* Nachkriegsliteratur (seit 1945) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sagradische Literatur'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter (9.-15.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Literatur in Sagradien war dominiert von Ritterromanen, Heldenepen und Minnelyrik. Erhalten blieben die Minnelyrik von [[Costanço de Valbraga]] und [[Manuel Figueras de Sâis]] sowie die höfischen Epen von [[Eduardo de Graça]]. Das Versepos ''La storia de [[Don León de Zarraguieta]]'' eines unbekannten Verfassers aus dem 13.Jahrhundert wurde zum Nationalepos Sagradiens (Der Held, auch als „Don Leâu“ oder „Dô Lió“ bekannt, taucht in zahlreichen späteren Werken erneut auf). Das Werk [[Gustavo Patresa]]s ist beherrscht von satirischen Elementen und zeigt den Niedergang der höfischen Kultur. Die Werke des 15.Jahrhunderts von [[Georgo Frances de Herrera]] und [[Mariano Iliegues]] sind vom italienischen Humanismus beeinflusst und leiten über zur sagradischen Klassik. Als ein weiterer Vertreter der [[Vorklassik]] kann [[Francisco Borrard]] bezeichnet werden, der vor allem durch seine in [[Asumarische Sprache|asumarischem Dialekt]] verfasste Geschichtensammlung ''La Fontana'' berühmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissance, Sêcolo d’Oro und sagradische Klassik (16. und frühes 17. Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Eingeleitet von der kulturellen und politischen Blüte Sagradiens in der Regierungszeit König [[David I.|Davids I.]] und seinen Nachfolgern, erreichte auch die sagradische Literatur ihre höchste Blüte in der Renaissance und [[Sagradische Klassik|Klassik]] des 16. Jahrhundert, dem so genannten „[[Sêcolo d'Oro|Goldenen Jahrhundert]]“, die von der italienischen Klassik und Renaissance beeinflusst wurde. Besonders die Dramen und Lyrik [[Celiano Nacoma]]s und [[Plácido Cosança]]s erlangten weltweite Berühmtheit und zeigen starke Rückgriffe auf die antike Klassik. Hauptvertreter der frühen Phase (1500-1540) sind [[Marcantónio Verosán]], [[Erculo Danieles Scarça]], die beide als Dramen- und Komödiendichter bekannt wurden, sowie [[Manuel Braga]], der vor allem durch seine Lyrik Geltung erlangte und die Sonettform in die sagradische Lyrik einführte, die später auch vom „Meister“ Nacoma, der wie sein enger Freund Cosança der mittleren Phase der Klassik (1540-1600) angehörte, übernommen wurde. Bekannt wurde auch [[Don Josefe de Santori]], ein unehelicher Sohn des [[König von Cuentez|cuentesischen Königs]] [[Joseph I. von Portugal und Cuentez|Joseph I.]], der sich selbst als Lyriker am Hof seines Vaters hervortat und später als Statthalter seines Halbbruders [[Johann III. (I.) von Portugal und Cuentez|Johann]] in Tulis zahlreiche Dichter um sich sammelte. Hauptvertreter der Duerezer „[[Besangua]]“-Literatur, die in epischer Form auf die arabische [[Numerer]]kultur zurückgreift, sind [[Rodrigo Mêrces]] und [[António Man]]. Als Vertreter der Spätklassik des frühen 17.Jahrhunderts gilt neben [[Santiago Calles]], der vor allem als Philosoph und Naturwissenschaftler in Erscheinung trat, auch [[Manuel Orraio]], der wiederum durch seine strenge Dramenform die französische Klassik mit beeinflusste und als letzter bedeutender Vertreter des „Sêcolo de Oro“ gilt. Insgesamt bilden die Regierungszeiten der Könige [[David I.]] (1509-1543) und [[Gabriel V.]] (1591-1640) den politisch-zeitlichen Rahmen für die literarische Phase des goldenen Zeitalters, das auch in eine ''Tulineser Phase'' (ca. 1500-1550) und eine ''Semesker Phase'' (ca. 1550-1640) eingeteilt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Barock und Aufklärung (17.-18.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Die Literatur des sagradischen Barock, die ihre Blütezeit um die Jahrhundertwende vom 17. zum 18.Jahrhundert hatte, ist gekennzeichnet vom Niedergang der Klassik und zeigt vor allem Themen wie Dekadenz, Zerfall, Vergänglichkeit und Tod. Sie bildet einen lyrischen und epischen Gegensatz zum in der Klassik dominierenden Drama. Einflussreiche sagradische Barockdichter waren [[Hernán Kempes]] und [[Bernardo de Montxerent]]. Beeinflusst durch die französische Aufklärung und besonders durch das Werk Santiago Calles’ entwickelte sich Mitte des 18. Jahrhunderts eine sagradische Literatur der Aufklärung, die stark beeinflusst war von der französischen und mit [[Pietro Cavalles]] und [[Fernando Camûes dels Logres]] seine Hauptvertreter hatte. Im Gegensatz zum Barock lebte in der Literatur der Aufklärung wieder das Drama auf, das die Kraft des menschlichen Verstandes offen legen sollte und unmittelbar an die Klassik anzuknüpfen suchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sêcolo d’Argente und Romantik (18./19.Jahrhundert) ===&lt;br /&gt;
Zum Ende des 18.Jahrhunderts hin legte [[Marcio Levar]] mit seinen patriotischen Gedichten und pathetischen Dramen den Grundstein für die sagradische Romantik, deren Hauptvertreter [[Luis Filipe Neâu war]], der wegen seiner Dramen, Balladen und Erzählungen Weltberühmtheit erlangte und neben [[Celiano Nacoma]] als größter Dichter Sagradiens gilt. Wegen dieser neuerlichen Blüte der sagradischen Sprache gilt die erste Phase der sagradischen Romantik als &amp;quot;Silbernes Zeitalter&amp;quot;. Daneben gilt Neâu wegen seiner Rückbezüge auf die Klassik und Antike in seiner klassizistischen Phase auch neben dem jungen [[Lorenzo Madrigal]] als Vertreter der so genannten [[Neoklassik]]. Als wichtigster Repräsentant der späteren Phase der Romantik, die im Zuge der sagradischen Befreiungskriege noch mehr das nationale Pathos in den Vordergrund rückte, gilt [[Dani Caballeri]] (eigentlich ''Daniel Caballer i Mârces''). Den Niedergang der Romantik zur Mitte des 19. Jahrhunderts hin bezeichnen die Spätwerke [[Lorenzo Madrigal]]s, die von traumhaft subjektiver Lyrik und sentimentaler Verklärung des Mittelalters bestimmt sind. Als Postromantiker gilt der [[Cuentez|Cuentesische]] Lyriker [[León Mervel]], der sich als erster sagradischer Dichter des Mittels der absoluten Metapher bediente und die traumhaft-subjektive Weltsicht der Spätromantik in eine ihm eigene düster-okkultisch wirkende und Stilelemente des Symbolismus und des Surrealismus vorwegnehmende Assoziationsdichtung verwandelt. Damit steht er den Franzosen Nerval und Baudelaire näher als irgendeinem anderen sagradischen Dichter seiner Zeit und gilt daher als Avantgardist der europäischen Moderne.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Realismus, Symbolismus, Naturalismus und Fin de Siècle ===&lt;br /&gt;
Die Epoche des sagradischen Realismus leitete die sozialkritische Romanliteratur [[Osvaldo Verres]]’ ein. [[Hernán Correr]] traf 1882 mit seinem realistischen Roman &amp;quot;Cocarde&amp;quot; genau den Geist der Zeit und erlangte dadurch Weltruhm. [[Francisco Olivera]] sowie [[Ana Ferrera Sanchis]] leiten zum Naturalismus über. Von besonderer Relevanz für die sagradische Arbeiterbewegung wurde das naturalistische Werk [[Keke Sapinto]]s, der von der Philosophie [[Carles Iudeta]]s beeinflusst wurde und in seinen Romanen vor allem das Elend der Arbeiterschaft aufzeigte. Parallel und als Gegenbewegung zum Realismus entstand um 1885 in Anlehnung an die französischen Symbolisten in [[Semess]] ein sagradischer symbolistischer Kreis um die „Meister“ [[Iano Madris]] und [[Josemarí David]], die als Bewunderer Baudelaires und Mervels die Schule der &amp;quot;[[Simbolista]]&amp;quot; gründeten. Um die Jahrhundertwende wirkten auf die Werke [[Gerardo Ramírez]]’, [[Verena Santís]]’ und [[Hernán Colón]]s zunehmend impressionistische und besonders auf [[Emilio Grande]] und [[Federico López]] auch expressionistische Einflüsse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Moderne im frühen 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Während des ersten Weltkriegs und in den Jahren danach erlangte der expressionistische Dichterkreis der &amp;quot;[[Noyarenser]]&amp;quot; um [[Pepe Gomerra]], [[Santi Nerra]] und [[Miguel Gerardo Musca]] großen Ruhm. Die letzteren beiden vertraten bald die eher rechte, nationalistische Richtung der Literatur. Nerra gehörte den Anhängern von Präsident [[Gaitán Sobrantes Alemà]] an und verherrlichte in seinen späten Jahren das autoritäre Regime des Präsidenten und machte ihn nach seiner Ermordung im Versepos &amp;quot;Sagradia&amp;quot; zum heroischen Märtyrer der nationalen Sache. Der dem Noyarenser Kreis nahe stehende, aber eher symbolistisch beeinflusste [[Sollar]]er Dichter [[Fernando Mexés]] wiederum verherrlichte in seinem 1940 erschienenen Roman „Santa Nación“ den zweiten Weltkrieg als „Endabrechnung mit dem diabolischen Judentum“ und musste nach dem Angriff Nazi-Deutschlands auf Sagradien ins Exil nach Berlin emigrieren, nachdem er einige Jahre lang als Hofdichter des faschistischen [[Álamo-Regime]]s gegolten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dem seit Beginn der Zwanziger Jahre eher rechts gerichteten „Noyarenser-Kreis“ entgegen gesetzte Strömung stellte die linke Literatur des Romanciers und Dichters [[Maximilián Ferrera]], des bissigen Satirikers [[Fernando Gran Cela]] sowie des jüdischen Feuilletonisten [[José Manolo Rosenthal]] dar. Ein weiterer Gegner der Rechten und Kritiker des Regimes war der äußerst erfolgreiche Dramatiker und Romanautor [[Miguel Solares]], der sich in seinem Werk auf satirische Weise vor allem gegen die Dekadenz der Zeit und die Intoleranz der Politik und Gesellschaft aussprach und dafür 1938 ins Pariser Exil gehen musste und im gleichen Jahr den Nobelpreis für Literatur erhielt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als gänzlich unpolitisch stellte sich die Literatur der sagradischen Surrealisten dar. Von den Lehren Freuds sowie dem französischen Surrealismus beeinflusst, wirkten v.a. [[Maximilián Casilla]] und [[Karlos Marcês]] nachhaltig auf die sagradische Nachkriegsliteratur, in der sich v.a. [[António Deçadro]] vom Surrealismus beeinflusst zeigte. Die Stellung der sagradischen surrealistischen Bewegung in der bildenden Kunst aber konnte die Literatur dieser Richtung nicht erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegsliteratur (seit 1945) ===&lt;br /&gt;
Die sagradische Nachkriegsliteratur war zum einen geprägt von Antikriegsschriften und gesellschaftskritischen Werken, zum anderen von einer distanzreichen Fortführung der symbolistischen und surrealistischen Strömungen der Vorkriegszeit. Bedeutendster Dichter wurde der [[Duerez]]er [[António Deçadro]], der bereits vor dem Krieg einen Großteil seiner Werke veröffentlicht hatte (mit geringem Erfolg) und erst nach dem Krieg Aufmerksamkeit erlangte. Er verfasste zahlreiche Parabeln und Erzählungen und schuf darin eine rätselhaft wirkende Symbiose aus Surrealismus, Postrealismus und Symbolismus. Sein Spätwerk war zudem vom französischen Existentialismus beeinflusst. Deçadro, der 1955 den Literaturnobelpreis gewann, gilt als wichtigster Nachkriegsautor Sagradiens. Mit einem ähnlichen Ansatz erreichte in der Lyrik besonders [[Maximilián Berlín]] nachhaltigen Weltruhm, der sich in seinen Zeit-, Liebes- und Weltgedichten bewusst auf symbolistische Vorbilder wie Madris, Verlaine, Rimbaud oder David sowie auf die Assoziationsdichtung Mervels berief und einen grotesk-surrealistisch anmutenden Ästhetizimus vertrat. Seine romantisch-melancholischen Liebesgedichte gehören zur weltweit meistgelesenen Lyrik. Jedoch stellen besonders seine auf kryptischer Metaphorik aufbauenden „Weltgesänge“ (so der Titel eines seiner Bände: Cançones Mundiales) ein stetiges Faszinosum der modernen sagradischen Literatur-wissenschaft dar. Weitere wichtige Autoren der ersten Phase der Nachkriegsliteratur waren [[Luca Mendieta]], [[Carlota Arrist]] und auch [[Bernardo Gral]], der vor allem die Kurzgeschichte in Sagradien populär machte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre kam unter dem Einfluss der Studentenunruhen eine neue rebellische Generation von Dichtern auf, die es sich zum Ziel machte, die sagradische Literaturlandschaft umfassend zu verändern. Bedeutendste Vertreter waren [[Ulisso Carvas de Patra]] (Nobelpreis 1984), [[Mónica Belléme]] und [[Andrés Nacesta]]. Wichtige Chansonniers und Liedermacher, die vor allem auch durch den Inhalt ihrer Texte Aufsehen erregten, waren [[Gerardo Ívan Valles]] und [[Francisco Serguieta]]. Wichtigste Vertreter  der „Popliteratur“ der Achtziger Jahre waren die Halbchinesin [[Li Pérez]] und der [[Gerón|Geroneser]] Dramatiker [[Marcelo Vil i Vil]]. Bedeutendste Vertreter der Literatur der Neunziger Jahre sind [[Diego Fernández Belêu]], [[Arcélio Torres]], [[María Ferrer Vélez]], [[Oscar Domênco Milet]] sowie [[Antónia Domíngues]] und [[Lauro Nera]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradische Nobelpreisträger für Literatur === &lt;br /&gt;
* [[Iano Madris]] (1905)&lt;br /&gt;
* [[Fernando Eguerra i Vargas]] (1913)&lt;br /&gt;
* [[Joán Mairas Dellas]] (1919)&lt;br /&gt;
* [[Miguel Solares]] (1938)&lt;br /&gt;
* [[António Deçadro]] (1955)&lt;br /&gt;
* [[Oscar Herrero Celu]] (1979 für Argentinien)&lt;br /&gt;
* [[Ulisso Carvas de Patra]] (1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradische Dichter ===&lt;br /&gt;
Mittelalter:&lt;br /&gt;
* [[Costanço de Valbraga]]&lt;br /&gt;
* [[Manuel Figueras de Sâis]]&lt;br /&gt;
* [[Eduardo de Graça]]&lt;br /&gt;
* [[Gustavo Patresa]]&lt;br /&gt;
Frührenaissance/[[Vorklassik]]: &lt;br /&gt;
* [[Georgo Frances de Herrera]]&lt;br /&gt;
* [[Mariano Illegues]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Borrard]]&lt;br /&gt;
[[Sagradische Klassik|Klassik]]:&lt;br /&gt;
* [[Marcantónio Verosán]]&lt;br /&gt;
* [[Erculo Danieles Scarça]]&lt;br /&gt;
* [[Manuel Braga]]&lt;br /&gt;
* [[Celiano Nacoma]]&lt;br /&gt;
* [[Plácido Cosança]]&lt;br /&gt;
[[Besangua]]-Literatur:&lt;br /&gt;
* [[Rodrigo Mêrces]]&lt;br /&gt;
* [[António Man]]&lt;br /&gt;
Spätklassik:&lt;br /&gt;
* [[Manuel Orraio]]&lt;br /&gt;
Barock:&lt;br /&gt;
* [[Hernán Kempes]]&lt;br /&gt;
* [[Bernardo de Montxerent]]&lt;br /&gt;
Aufklärung:		&lt;br /&gt;
* [[Santiago Calles]]&lt;br /&gt;
* [[Pietro Cavalles]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Camûes das Logres]]&lt;br /&gt;
Romantik:&lt;br /&gt;
* [[Marcio Levar]]&lt;br /&gt;
* [[Luis Filipe Neâu]]&lt;br /&gt;
* [[Dani Caballeri]] (Daniel Caballer i Marces)&lt;br /&gt;
* [[Lorenzo Madrigal]]&lt;br /&gt;
Postromantik:	&lt;br /&gt;
* [[León Mervel]]&lt;br /&gt;
Realismus:&lt;br /&gt;
* [[Osvaldo Verres]]&lt;br /&gt;
* [[Hernán Correr]]&lt;br /&gt;
Naturalismus:	&lt;br /&gt;
* [[Francisco Olivera]]&lt;br /&gt;
* [[Ana Ferrera Sanchis]]&lt;br /&gt;
* [[Keke Sapinto]]&lt;br /&gt;
Symbolismus:	&lt;br /&gt;
* [[Iano Madris]]&lt;br /&gt;
* [[Josemarí David]]&lt;br /&gt;
Impressionismus:&lt;br /&gt;
* [[Gerardo Ramírez]]&lt;br /&gt;
* [[Verena Santís]]&lt;br /&gt;
* [[Hernán Colón]]&lt;br /&gt;
Expressionismus:&lt;br /&gt;
* [[Emilio Grande]]&lt;br /&gt;
* [[Federico López]]&lt;br /&gt;
„[[Noyarenser]]“:	&lt;br /&gt;
* [[Pepe Gomerra]]&lt;br /&gt;
* [[Santi Nerra]]&lt;br /&gt;
* [[Miguel Gerardo Musca]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Mexés]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Literatura Sinistra&amp;quot;:&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Ferrera]]&lt;br /&gt;
* [[Fernando Gran Cela]]&lt;br /&gt;
* [[José Manolo Rosenthal]]&lt;br /&gt;
* [[Miguel Solares]]&lt;br /&gt;
Surrealismus:	&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Casilla]]&lt;br /&gt;
* [[Karlos Marcês]]&lt;br /&gt;
Nachkrieg:&lt;br /&gt;
* [[António Deçadro]]&lt;br /&gt;
* [[Maximilián Berlín]]&lt;br /&gt;
* [[Luca Mendieta]]&lt;br /&gt;
* [[Carlota Arrist]]&lt;br /&gt;
* [[Bernardo Gral]]&lt;br /&gt;
68er:&lt;br /&gt;
* [[Ulisso Carvas de Patra]]&lt;br /&gt;
* [[Mónica Belléme]]&lt;br /&gt;
* [[Andrés Nacesta]]&lt;br /&gt;
Chanson:&lt;br /&gt;
* [[Gerardo Ívan Valles]]&lt;br /&gt;
* [[Francisco Serguieta]]&lt;br /&gt;
Achtziger:&lt;br /&gt;
* [[Li Pérez]]&lt;br /&gt;
* [[Marcelo Vil i Vil]]&lt;br /&gt;
* [[Diego Scarfín]]&lt;br /&gt;
Neunziger:&lt;br /&gt;
* [[Diego Fernández Belêu]]&lt;br /&gt;
* [[Arcélio Torres]]&lt;br /&gt;
* [[María Ferrer Vélez]]&lt;br /&gt;
* [[Oscar Doménico Milet]]&lt;br /&gt;
* [[Antónia Domingues]]&lt;br /&gt;
* [[Lauro Nera]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.14.237.110</name></author>
		
	</entry>
</feed>