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	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T21:53:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nationaler Feiertag des Königreichs gilt der 2. August, der Tag der [[Nantheser Konvention]] 1386, dem Beginn des [[Mikolinische Revolutionskrieg|Mikolinischen Revolutionskriegs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] einen Höhepunkt, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte. Nach Kriegen gegen das napoleonische Frankreich und gegen dessen sagradischen Verbündeten sicherte sich Mikolinien auf dem Wiener Kongress 1815 schließlich den Besitz [[Westligrien]]s und [[Golen]]s (ohne den Ostteil). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert erlebte Mikolinien unter liberaler Vorherrschaft einen Industrialisierungs-, Zentralisierungs- und Demokratisierungsprozess, die sich gegenseitig überlagerten und zu neuen Spannungen führte. Das Staatsgebiet konnte in zwei [[Golenkriege]]n gegen Sagradien abgesichert werden. Unter [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]] erhielt Mikolinien 1856 eine liberale Verfassung, die [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|1879]] weiter demokratisiert wurde. Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) fanden Wirtschafts- und Sozialreformen statt. Zudem wurde 1906 das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt. 1917 trat Mikolinien auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spannungen zwischen Zentralmacht und einer erstarkten Unabhängigkeitsbewegung in Golen führte in den 1920er Jahren zu dauerhaften Kämpfen zwischen golischen Separatisten, golischen Loyalisten und mikolinischer Staatsmacht, die seit 1934 Formen eines [[Golischer Bürgerkrieg|offenen Bürgerkriegs]] annahmen. Nach dem Tod des langjährigen Staatsministers [[Pier Ulisse]] von der konservativ-liberalen [[Nationale Koalition|Nationalkoalition]] weitete sich die Golenkrise in den 1940er Jahren zu einer gesamtmikolinischen Staatskrise, aus der nach der [[Maikrise 1948]] die Auflösung der Nationalkoalition und eine umfangreiche [[Mikolinische Verfassungsrevision 1948|Verfassungsrevision]] resultierte. Aus dem mikolinischen Zentralstaat wurde nun eine föderale Monarchie aus parlamentarischer Grundlage, der Bürgerkrieg in Golen wurde endgültig beendet. Offene Grenzkonflikte mit Sagradien konnten in den [[Golenverträge]]n 1955 endgültig ausgeräumt werden, 1972 gründeten beide Nationen den [[Blaumeer]]]rat, 1973 trat das bisherige EFTA-Mitglied Mikolinien wie zuvor Sagradien den Europäischen Gemeinschaften bei. 1999/2002 führte Mikolinien den Euro ein, der die [[Mikolinische Libra]] als gesetzliches Zahlungsmittel ablöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=24250</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
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		<updated>2015-11-07T19:39:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segôna República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s [[Geschichte der Sagradischen Republik|zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891/92 und dem Zweiten Weltkrieg]] bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Zugleich reichen die Anfänge des modernen sagradischen Wohlfahrtsstaats in diese Zeit zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Sagradien mit der [[Verfassung von 1949]] eine vollständig überarbeitete konstitutionelle Ordnung, weswegen gemeinin von der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]] gesprochen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarisch-republikanische [[Verfassung von 1893]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung nominell - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1949 in Kraft, ehe sie von der [[Verfassung von 1949|Verfassung der Dritten Republik]] abgelöst wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Novemberstatut 1891 ====&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die amtierende Regierung des [[Conte de Montxerent]] für abgesetzt und übertrug die Regierungsgewalt bis zur [[Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Damit verfocht das Parlament gegenüber dem König einen eigenen Souveränitätsanspruch. Zugleich wurde die erste Parlamentskammer ausgeschaltet und letzlich per Beschluss der neuen Nationalversammlung abgeschafft. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen, die provisorische Exekutive wurde von der Nationalversammlung delegiert und konnte jederzeit wieder abberufen werden. Das Einkammerprinzip und die Wahl der Regierung durch das Parlament wurde schließlich im [[Novemberstatut 1891]], dem ''Estatú de Governo'' festgeschrieben, sodass Sagradien erstmals ein parlamentarisches Regierungssystem erhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilverfassung 1893 ====&lt;br /&gt;
Mit dem Novemberstatut war die Frage der Staatsform aber noch nicht entschieden, da weiterhin Verhandlungen mit dem Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] andauerten, der von überzeugten Monarchisten als ''Philipp IX.'' geführt wurde, jedoch niemals regierte. Die Verhandlungen zogen sich über Monate hin und scheiterten endgültig im Herbst 1892, nachdem der &amp;quot;Brief aus Chateauvieille&amp;quot; bekannt geworden war, in dem der Thronfolger sich abschätzig über das Parlament geäußert hatte. In der &amp;quot;Deklaration über die Staatsform&amp;quot; erklärte die Nationalversammlung schließlich am 2. Januar 1893 endgültig die Monarchie für abgeschafft. Regierungspräsident [[Luis Cavaller]] wurde daraufhin zum &amp;quot;Präsidenten der Republik&amp;quot; und damit zum neuen Staatsoberhaupt gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1893 verabschiedete die Nationalversammlung schließlich ein umfassendes [[Lêi Costitucional]], das auf dem Novemberstatut basierte und zahlreiche Zusatzbestimmungen enthielt. Sagradien wurde nun erstmals als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Zugleich sollten die Minister dem Parlament gegenüber verantwortlich sein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Präsident der Republik ernennt den Ministerrat. Dieser bedarf des Vertrauens der Nationalversammlung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erhielt das System starke Züge einer Versammlungsdemokratie, auch wenn eine formale Abwahl des Präsidenten durch das Parlament nicht vorgesehen war. Auch das Amt eines Premierministers als Regierungschefs wurde in der Aprilverfassung nicht beschrieben, doch ernannte bereits der erste Präsident [[Luis Cavaller]] einen Minister zum &amp;quot;Vizepräsidenten des Ministerrats&amp;quot; (später als &amp;quot;Präsident des Ministerrats&amp;quot; bezeichnet), der in seiner Abwesenheit die Geschäfte leiten sollte und der sich de facto zum Regierungschef entwickelte. Der Ministerrat war damit &lt;br /&gt;
sowohl vom Vertrauen des Präsidenten als auch der Nationalversammlung abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Januarrevision 1895 ====&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893|Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1893]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894/95, in der es zu einem Kompetenzenstreit zwischen Parlament und Präsident gekommen war, setzte Präsident [[Luis Cavaller]] schließlich mithilfe der liberalkonservativen Kräfte im Parlament eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfassung wurde in Richtung einer Zweikammerarchitektur modifiziert. Die Nationalversammlung sollte fortan aus zwei Kammern bestehen, einer direkt gewählten [[Abgeordnetenkammer|Kammer der Abgeordneten]] und einer indirekt gewählten [[Senat|Kammer der Senatoren]]. Die Senatskammer wurde von einem eigenen Wahlmännergremium, dem ''Colletxu dels Eleitores'', bestehend aus lokalen und provinzialen Amtsträgern, bestellt und sollte ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Stellung des Präsidenten der Republik wurde gestärkt. Er sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die Abgeordneten der Nationalversammlung und des Staatsrats gewählt werden und dadurch Unabhängigkeit gegenüber dem Parlament gewinnen. Das per Gesetz festgelegte Wahlprozedere sah vor, dass ein Kandidat in gemeinsamer Sitzung der beiden Kammern der Nationalversammlung durch eine absolute Mehrheit der Delegierten gewählt werden musste. Durch die stets deutlich höhere Zahl an Abgeordneten gegenüber den Senatoren kam dem Unterhaus aber dadurch ein stärkeres Gewicht zu als dem nominellen Oberhaus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung des Präsidenten wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Abgeordnetenkammer ''im Einvernehmen'' mit dem Senat und mit den Ministern aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein gewissermaßen semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident zwar vom Parlament gewählt wurde, aber eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig und entwickelte in der Verfassungsrealität eine relative Unabhängigkeit vom Präsidenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungsrevision 1919 ====&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte die Linksregierung unter [[Francisco Calbane]] 1919 eine umfassende Revision der Verfassung von 1893/95 durch, die vor allem eine weitere Demokratisierung einleiten sollte. Mit den Stimmen der Linksparteien und der Katholiken wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht eingeführt und das Wahlalter für Männer und Frauen gleichzeitig von 25 auf 21 Jahre gesenkt. Gleichzeitig trat bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer an die Stelle der bisher praktizierten absoluten Mehrheitswahl in Einer-Wahlkreisen das Verhältniswahlrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konfliktpotenziale der Verfassung ====&lt;br /&gt;
Insgesamt wies die republikanische Verfassung einige Lücken auf, die zu unterschiedlichen Interpretationen einluden. Erstens war nichts darüber gesagt, ob der Präsident vor Ablauf seiner siebenjährigen Amtszeit abgewählt werden konnte. Zwar sah die Verfassung die parlamentarische Verantwortlichkeit der Minister, nicht aber die des Präsidenten vor. Da dieser aber durch die Nationalversammlung gewählt wurde, wurde von Vertretern einer starke Parlamentsherrschaft im Sinn der [[Verfassung von 1893]] argumentiert, dass der Präsident ein Delegierter der Versammlung sei und daher bereits vor Ablauf seiner Amtszeit ersetzt werden könne. Demgegenüber argumentierten Präsidentialisten im Sinne der [[Januarrevisionen 1895]] zugunsten einer unabhängigen Stellung des Präsidenten vom Parlament, die durch seine Wahl für eine längere Amtszeit und durch die gemeinsame Versammlung von Abgeordneten und Senatoren garantiert sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig blieb im Verhältnis des Präsidenten zur Nationalversammlung unklar, ob der Präsident die Kammer auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Ministerrats und des Senats auflösen könne. Im Jahr 1909 kam es erstmals zu einer vorzeitigen Auflösung der Kammer durch den damaligen Präsidenten [[Joán Cardinal]], der seine Entscheidung vor dem [[Senat]] begründete und sich von diesem ebenso wie vom Ministerrat in seinem Vorgehen bestätigen ließ. Damit war ein Präzedenzfall geschaffen, der relativ hohe Hürden für eine Auflösung der Kammer aufstellte, da sich der Ministerrat in der Verfassungswirklichkeit zu einer Vertretung der Parlamentsmehrheit entwickelte, die zudem oftmals von der Mehrheit im Senat abwich. Im Ergebnis wurde bis 1932 keine Versammlung mehr vorzeitig aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung der Verfassungsrealität ====&lt;br /&gt;
In der politischen Praxis zeigte sich die Verfassung äußerst flexibel. In der ursprünglichen Form von 1893 war im Grunde eine Versammlungsdemokratie vorgesehen: Die monokameralistische Legislative wählte den Präsidenten als Chef der Exekutive und konnte die von diesem benannten Minister einzeln oder insgesamt zum Rücktritt bringen. Theoretisch war der Präsident zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef. Mit der de-facto-Einführung eines zusätzlichen Regierungschefs und der Stärkung der präsidientiellen Position veränderte sich das System in Richtung einer dualen Exekutive. Der Regierungschef und sein Kabinett wurden zwar vom Präsidenten ausgewählt und ernannt, bedurften aber zugleich des Vertrauens der beiden Kammern der Nationalversammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis war die Stellung des Präsidenten von der politischen Situation, den Mehrheitsverhältnissen in der Kammer, der Art der Wahl und der Persönlichkeit des Amtsinhabers abhängig. So stellten die ersten beiden Präsidenten [[Luis Cavaller]] und [[Joán Cardinal]] relativ starke Persönlichkeiten dar, die bei der Auswahl der Regierungschefs zwar Rücksicht auf die Mehrheitsverhältnisse in den Kammern nehmen mussten, aber mit Vorliebe Persönlichkeiten ihres Vertrauens mit der Regierungsbildung beauftragten. Dabei nahmen sie auch regelmäßig Einfluss auf die Auswahl der Minister und die Inhalte der Regierungspolitik. Unter den eher schwächeren Präsidenten [[Francisco Berlioz]] und [[Carles Simón López-Iregui]] nahm der Einfluss der Präsidenten gegenüber der Regierung ab, während sich der linksliberale [[Cristoval Sánchez]] 1925/26 eine Dauerfehde mit der konservativ dominierten Parlamentsmehrheit lieferte. Sein Nach-Nachfolger [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] versuchte schließlich offen, eine präsidentielle Hegemonie herzustellen, indem er Regierungen unabhängig ernannte und entließ, klare politische Vorgaben machte und zeitweise sogar mit Ausnahmedekreten an den Kammern vorbei regierte. Das Auftreten Gaetas und des sozialistischen Parteisekretärs [[Santiago Laval]] im Wahlkampf 1936 als Rivalen um das höchste Staatsamt sprach faktisch für eine Präsidentialisierung des Regierungssystems, das auch unter der Präsidentschaft Lavals und der Volksfront-Regierung intakt blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
==== Frühe Republik ====&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik als primäre Konfliktlinie abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partíu Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partíu Radical|radikale]] und [[Partíu Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mittlere und späte Republik ====&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partíu Socialista]] einerseits, der den [[Partíu Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partíu Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte der Sagradischen Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=24249</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=24249"/>
		<updated>2015-11-07T19:38:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die Zweite Republik ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Revolution ===&lt;br /&gt;
==== Soziale und ökonomische Krise ====&lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt des langjährigen sagradischen Premierministers [[Jacquel de Montevil]] im Jahr 1873 wurde in Sagradien eine Ära der relativen Restauration eingeleitet. Die Spaltung der Liberalen in einen [[Partíu Radical|radikalen]] und einen [[Partíu Moderata|moderaten]] Flügel begünstigte den konservativen [[Partíu Conservador]], der sich für ein starkes Königtum und eine Einhegung der bürgerlichen Rechte aussprach und bei mehreren Wahlen der 1870er Jahre eine deutliche parlamentarische Mehrheit erringen konnte. Gleichzeitig begann sich neben der radikal-liberalen auch eine [[Partíu Socialista|sozialistische Linke]] zu formieren, deren Einfluss auf die Arbeiterbewegung im Zuge der Industrialisierung stieg. Dazu kam seit den 1870er Jahren auch eine handfeste ökonomische Krise in Form einer langjährigen Depression, die die soziale Lage vor allem der Arbeiterschaft verschlimmerte und die sozialen Spannungen verstärkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konstitutionelle und politische Krise ====&lt;br /&gt;
In den 1880er Jahren kam zur ökonomisch-sozialen Krise eine Reihe von verfassungspolitischen Auseinandersetzungen, in denen sich die monarchisch-katholische Rechte auf der Seite der Regierungsmacht und die liberale Linke auf Seite einer stärkeren Parlamentarisierung gegenüberstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Liberalen die [[Parlamentswahl 1884]] gewinnen konnten, kam es zum Dauerkonflikt zwischen Parlament und den konservativen königlichen Regierungen. Nachdem König [[Philipp VIII.]] 1887 das Parlament aufgelöst hatte und es zu einem neuerlichen Sieg der Liberalen gekommen war, weigerte sich der König im Streit um einen neuen Haushalt kurzerhand, das Parlament noch einmal einzuberufen und setzte unter dem Vorwand juristischer Untersuchungen den Parlamentspräsidenten [[Cornélio de Martín]] fest, um ihn an  einer selbständigen Einberufung des Parlaments zu hindern. Die damit ausgelöste [[Verfassungskrise 1887/88|Verfassungskrise]], in der der König ohne das Parlament regierte, kostete vor allem die gemäßigte Linke an Ansehen, die zwar gegen das Verhalten des Königs empört demonstrierte, eine gewaltsame Auseinandersetzung aber fürchtete. In der Folge kam es im ganzen Land zu einem Erstarken radikaler, republikanischer und sozialistischer Kräfte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst Mitte 1888 konnte die Krise beigelegt werden und das wieder zusammengetretene Parlament legitimierte nachträglich einige Entscheidungen des Königs, weigerte sich aber dem König eine Indemnität auszusprechen, sodass dieser das Haus bald wieder auflöste und Neuwahlen ansetzte, von denen vor allem die Republikaner profitieren, die trotz Zensuswahl und benachteiligendem Mehrheitswahlrecht auf 11 Prozent der Stimmen kamen und in einigen Großstädten sogar stärkste Kraft wurden. Philipps Premierminister [[Gustavo Conte de Montxerent]] reagierte mit der Verhaftung führender Republikaner und einer Verschärfung von Zensur und Versammlungsrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Winterkrise 1890 und Januarrevolution 1891 ====&lt;br /&gt;
Nach einem harten Winter 1889/1890 heizten Hungersnöte die ohnehin gespannte Lage an und im ganzen Jahr 1890 kam es überall im Land zu Verhaftungen republikanischer und sozialistischer Agitatoren und zu Aufständen gegen die konservative Regierung des [[Conte de Montxerent]], bei denen immer wieder Arbeiter festgenommen, verletzt oder getötet wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von der [[Partíu Socialista|Sozialistischen Partei]] im Dezember 1890 verhängte Generalstreik führte schließlich zur Eskalation. Nachdem sich Arbeiter im ganzen Land mit streikenden Arbeitern in den Industriegebieten von [[Bordez]] und [[Oller]] solidarisiert hatten, kam es zum gewaltsamen Einsatz bewaffneter Truppen gegen die Streikenden, der zu heftigen Protesten auch in manchen bürgerlichen Kreisen führten. In vielen Städten sammelten sich Arbeiter und bürgerliche Protestanten zu Demonstrationen gegen die Regierung, die sich bald auch gegen den König selbst zu wenden begannen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich aufständische Arbeiter Zutritt zum Rathaus von [[Semess]] verschafften und die Kontrolle über das Stadtzentrum übernahmen, fürchtete die Mehrheit der Abgeordneten in der Deputiertenkammer eine soziale Revolution. Inzwischen hatten sich in Semess und in einigen anderen Großstädten des Landes [[Revolutionäre Räte]] gebildet, die von radikalen Republikanern und Sozialisten beherrscht wurden. Unter dem Druck der Straße mussten König und Regierung am 21. und 22. Januar 1891 die Stadt verlassen. Nach mehreren Resolutionen erklärte die linke Mehrheit in der Abgeordnetenkammer am 26. Januar eigenmächtig die Regierung des konservativen Grafen von Montxerent für abgesetzt und suchte auf diesem Weg eine Parlamentarisierung herbeizuführen. Bereits am Folgetag, dem 27. Januar erließ die Kammer eine neue Wahlresolution, die die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts auf Grundlage der allgemeinen Volkswahl ankündigte. Zudem bestellte sie einen &amp;quot;Exekutivausschuss&amp;quot; unter der Führung des liberalen Abgeordneten [[Cornel Gil-Lerma]], der in Abwesenheit einer königlichen Regierung die Amtsgeschäfte übernehmen solle. Im Parlamentsbeschluss beriefen sich die Abgeordneten auf die &amp;quot;ständische Tradition der Codices Magna&amp;quot; und setzten sich damit über den Willen der Nobelnkammer hinweg, die erst gar nicht mehr einberufen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge nahm die Kammer Verhandlungen mit den aufständischen Revolutionären Räten auf und setzte sich mit dem König in Verbindung, der noch immer fernab der Hauptstadt weilte und die Entwicklung abzuwarten suchte. Unterdessen einigten sich die Parlamentarier auf baldige [[Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung 1891|Neuwahlen zu einer Nationalversammlung]] nach den Bestimmungen eines neuen Wahlgesetzes, das &amp;quot;im Namen des Volkes, der Stände und des Königs&amp;quot; promulgiert wurde, ohne dass König Philipp VIII. Einfluss auf den Prozess hätte nehmen können. Vor vollendete Tatsachen gestellt, rief König Philipp widerwillig dazu auf, den Exekutivausschuss unter der Führung Gil-Lermas als provisorische Regierung anzuerkennen, verweigerte diesem aber die offizielle Ernennung zum Kronkanzler und Ministerpräsidenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zur Republik ===&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen und Juni-Proklamation 1891 ====&lt;br /&gt;
Mitten im Wahlkampf kam es zur sogenannten &amp;quot;Lunes-Affäre&amp;quot;, in der der Thronfolger von republikanisch gesinnten Liberalen als reaktionärer Feind der Cortes diffamiert und erfolgreich diskreditiert wurde. In der aufgeheizten Atmosphäre schlugen sich zahlreiche frühere Anhänger der parlamentarischen Monarchie auf die Seite der Republik, &amp;quot;weil der gütige parlamentarische Monarch in diesem Land nicht vorhanden ist&amp;quot;, wie der Schriftsteller [[Cornell Demarques]] festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund gingen aus den Aprilwahlen 1891 schließlich Liberale, Radikale und Sozialisten als Sieger hervor. König Philipp verließ noch in der Wahlnacht das Land und erklärte seine Abdankung zugunsten seines Sohnes [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]], den er als Philipp IX. zum König erhob. In ihrer konstituierenden Sitzung am 1. Juni 1891 verabschiedete die neue Verfassungsgebende Versammlung mit deutlicher Mehrheit die sogenannte &amp;quot;Juni-Proklamation&amp;quot;, in der sich die [[sagradische Nationalversammlung]] zur &amp;quot;alleinigen Inhaberin der Regierungsgewalt der Sagradischen Nation&amp;quot; erklärte (&amp;quot;la sola poder governante de la Nación es síu nela Asamblea Nacional&amp;quot;). Ein Antrag auf Ausrufung der Republik wurde zwar nicht zur Abstimmung gestellt, ebensowenig erkannte die Versammlung aber den neuen König an und erklärte sich auf Antrag monarchistischer Parlamentarier lediglich zu &amp;quot;Beratungen mit dem Prinzen Joseph Philipp [...] über eine Erhebung zum König&amp;quot; bereit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war das sagradische Königtum zwar noch nicht abgeschafft. Es wurde auch eine Kommission gebildet, die Verhandlungen mit dem Thronfolger zur Übernahme des Throns führen sollte. Das Parlament erklärte sich de facto aber zum alleinigen Souverän und machte die Erhebung zum König vom eigenen Gutdünken abhängig. In einer vielzitierten Antwortnote ließ der Thronfolger am 7. Juni das neue Parlament wissen, als &amp;quot;König von Gnaden der Feinde Gottes&amp;quot; nicht zur Verfügung zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Novemberstatut zur Ausrufung der Republik (1891-1893) ====&lt;br /&gt;
Die Nationalversammlung arbeitete in der Folge ein provisorisches Verfassungsstatut aus, das im November als ''Estatú de Governo'' in Kraft trat. Darin wurde die gewählte Nationalversammlung zum Inhaber der vollen Staatsgewalt erklärt und die zuvor bereits aufgelöste Nobelnkammer endgültig abgeschafft, womit Sagradien ein Einkammerparlament erhielt. Das Novemberstatut vermied es, Bestimmungen über das Staatsoberhaupt zu erlassen. Stattdessen wählte das Parlament den Liberalen [[Francês de Píu-Castellán]] zum neuen Präsidenten des Exekutivrates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit gingen in Semest die Kämpfe weiter, nachdem eine Gruppe radikaler Republikaner die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister [[Luis María del Castós]], der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1892 kamen die Verhandlungen mit dem weiterhin exilierten Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] zum Halt, der sich weiterhin weigerte, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen. Nach dem Bekanntwerden des &amp;quot;Briefes aus Chateauvieille&amp;quot;, in dem der Thronfolger seine Verachtung für die Nationalversammlung ausgesprochen hatte, war das Tischtusch endgültig zerschnitten. In Abwesenheit der royalistischen Abgeordneten, die die Abstimmung boykottierten, verkündete die Nationalversammlung am 2. Januar 1893 endgültig die Monarchie für abgeschafft. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum [[Präsidenten der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) ====&lt;br /&gt;
Mit den im April 1893 inkraft getretenen [[Verfassungsgesetze 1893|Verfassungsgesetzen]] war die Sagradische Republik als ''Republik der Versammlung'' begründet. Historisch versuchte das junge Gemeinwesen an die Tradition der Ständeversammlung von 1721-23 und die Codices Magna anzuknüpfen. Die gesamte Staatsmacht befand sich nun in den Händen der direkt gewählten Nationalversammlung, die als Einkammerparlament fungierte und neben der Gesetzgebung und dem Haushaltsrecht auch die Wahl des Präsidenten beanspruchte. Wahlen zur Nationalversammlung sollten nun alle zwei Jahre nach den Grundsätzen des allgemeinen Wahlrechts stattfinden, wobei alle Männer über 25 Jahre wahlberechtigt waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die politische Krise anhielt, geriet die Republik schnell auch unter Druck von rechts. Feinde der neuen Staatsform fanden sich einerseits im Adel und in der Kirche, die die Ersetzung der alten Ordnung durch die Herrschaft des liberalen Bürgertums nicht akzeptierten, andererseits durch breite Volksschichten, die sich ebenfalls nicht durch die liberale Elite an der Spitze des neuen Gemeinwesens repräsentiert sahen. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen der Parlamentsmehrheit und dem Präsidenten um das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] gingen die Republikaner daher gegenüber den Vorjahreswahlen deutlich geschwächt hervor. Gestärkt wurden vor allem die gemäßigten und konservativen Kräfte, denen die einseitige Ausgestaltung der Verfassung zugunsten des Parlaments zu weit ging. In der Folge setzte sich auch Präsident [[Luis Cavaller]] für eine Revision der jungen Verfassung ein, um die Exekutive zu stärken - dem &amp;quot;Biêniu de l'Asamblêa&amp;quot; folgte eine Phase der &amp;quot;konservativen Korrektur&amp;quot;. Die [[Januarrevisionen 1895]] wichen schließlich deutlich vom Konzept der ungeteiligen Parlamentsherrschaft ab und knüpften vielmehr an die konstitutionell-monarchische Ordnung der Liberalen Ära unter [[Jacquel de Montevil]] an. Das Einkammerparlament wurde wieder durch ein Zweikammersystem ersetzt, indem neben die direkt gewählte Abgeordnetenkammer eine indirekt gewählte [[Sagradischer Senat|Senatskammer]] trat, die als konservatives Gegengewicht gegen die Deputierten fungieren sollte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch deutlicher wirkte sich die Stärkung des Amtes des Präsidenten der Republik aus, dessen Amtszeit mit unmittelbarer Wirkung von drei auf sieben Jahre verlängert wurde und der das Recht erhielt, im Einvernehmen mit dem Senat die Nationalversammlung vorzeitig aufzulösen. Zudem setzte der Präsident de facto seine Prärogative über die Einsetzung und Absetzung der Regierung durch, die zwar weiterhin an das Vertrauen des Parlaments gebunden blieb, ebenso aber auch vom Präsidenten abhängig blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn des 20. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
==== Der gescheiterte Putsch von 1898 ====&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1895]] gingen erneut die gemäßigten Kräfte der [[Moderatas]] als klarer Sieger hervor, die sich für eine Konsolidierung der Republik auf Grundlage eines starken Bürgertums einsetzten und auf einen Konsens mit den Kräften des Ancien Régime hinarbeiteten. In Opposition zu den meist großbürgerlichen Moderaten drängten die eher kleinbürgerlichen [[Partíu Republicano Radical|Radicales]] auf eine Fortführung der konstitutionellen Revolution auf sozialem und politischem Gebiet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten [[Putsch von 1898|Putschversuch vom 25. April 1898]] wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um [[Arcélio del Carnet]], [[Filipe Conte d'Avís]] und [[Stefano Perón de Carilla]] gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses [[Vienne]] wieder einzuführen und den Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] aus dem Exil zurück auf den Thron zu führen. Die eigentliche Macht sollte damit aus der Hand der gewählten Volksvertreter auf einen kleinen Kreis adliger Eliten übertragen werden. In der Abwesenheit des Präsidenten [[Luis Cavaller]], verbreitete sich am Morgen des 25. April 1898 das Gerücht, die Nationalversammlung sei aufgelöst und die Monarchie unter dem exilierten ''[[José Filipe (Thronfolger)|König Philipp IX.]]'' wiedereingeführt. Der folgende Versuch der Putschisten, die Nationalversammlung zu besetzen, schlug aber bereits in seinen Ansätzen fehl, da ein Teil der Putschisten noch in den Morgenstunden festgenommen wurde und wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren. In der Konsequenz gelang es nur wenigen putschistischen Soldaten, das Parlamentsgebäude zu umstellen, zum Sturm des Gebäudes kam es aber zunächst nicht. Dennoch erklärten einige monarchistische Abgeordnete im Gebäude ihre Solidarität mit den Aufständischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsident Cavaller erklärte sofort den Ausnahmezustand und ernannte General [[Luis María del Castós]] zum Inhaber der Exekutivgewalt. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch jedoch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialgesetzgebung und Laizismus-Streit (1899-1905) ====&lt;br /&gt;
Der April-Putsch 1898 bewirkte letztlich das Gegenteil dessen, was er zu bewirken suchte. Statt die Monarchie zurückzubringen, führte die akute Bedrohung der jungen Republik zu einer Solidarisierung der längst zerstrittenen bürgerlich-liberalen Kreise und zu einem Machtgewinn der republikanischen Linken. Präsident [[Luis Cavaller]], der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, wurde in der Folge von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt und entwickelte sich zur Integrationsfigur der jungen Republik. Die Putschisten von 1898 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die Abgeordneten, die sich mit ihnen solidarisiert hatten, verloren ihr Mandat und durften 1899 nicht zur Parlamentswahl antreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1899]] profitierten vor allem die Radikalen von der Stimmung im Land und gingen erstmals als stärkste Kraft hervor. Unter der Führung des Radikalen-Politikers [[Donado Salgado]] setzte eine laizistische Koalitionsregierung in der Folge zahlreiche Gesetze durch, die in einer &amp;quot;zweiten Revolution&amp;quot; einen Großteil der bis dahin ausgebliebenen Sozialreformen nachholten. Einerseits blieben umfangreiche Landreformen und Enteignungen wie von der aufstrebenden sozialistischen Linken gefordert aus. Andererseits aber wurden in einem weiten Linksbündnis von Liberalen bis hin zu den Sozialisten die Grundlagen für den modernen sagradischen Wohlfahrtstaat gelegt, indem nacheinander umfassende gesetzliche Unfall- und Krankenversicherungen eingeführt wurden, die als Basis für das nach und nach ausgebaute sagradische Sozialversicherungssystem dienten. 1913 folgte die Einführung einer gesetzlichen Rentenversicherung, 1936 die einer gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Darüber hinaus zielten die Reformen der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot; auf eine klare Trennung von Staat und Kirche ab und schafften u.a. die Konfessionsschulen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laizistische Koalition traf auf heftigen Widerstand der katholischen Rechten. Am energischsten stellte sich die radikal-nationalistische und populistische Bewegung der [[Nacional Renovadores]] unter der Führung von [[Daniel Lafontán]] gegen die &amp;quot;linke Republik&amp;quot;. Aber auch katholische und großbürgerliche Republikaner sowie konservative Monarchisten, die sich in der [[Unionistas|Unionistischen Partei]] sammelten, fanden sich in der Opposition zu der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot;. Unter der Führung Lafontáns und des Unionisten [[Miquel Fernando Luisanto]] gewann die vereinigte Rechte die [[Parlamentswahl 1903]] und bildete in der Folge eine Regierung der &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;. Die Koalition führte die Konfessionsschulen wieder ein, stärkte die Klöster und baute den Einfluss der katholischen Kirche wieder aus. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke verfolgt, in der sich Sagradien zunehmend isolierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Präsidentschaft Cardinal (1905-1912) ====&lt;br /&gt;
1905 starb mit [[Luis Cavaller]] der erste Präsident der Republik, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Unter seiner Führung führte Sagradien unabhängig von der Zusammensetzung der jeweiligen Regierung und trotz Widerstand aus weiten Teilen der Linken die Kolonialpolitik der Monarchie unter neuen Vorzeichen einer &amp;quot;republikanischen Zivilisationsmission&amp;quot; fort. Als Cavaller 1905 wenige Monate vor Ende seiner zweiten Amtszeit starb, hatte sich aus der provisorischen Republik ein stabiles, wenn auch politisch heftig umkämpftes Gemeinwesen etabliert, das von breiten bürgerlichen Schichten getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger Cavallers wählte die rechtsgerichtete Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Mit dem konservativen Militär saß ein Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik lange reserviert gegenübergestanden hatte, als Staatsoberhaupt aber die Integrität der Republik verteigite und eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich kategorisch ausschloss. Zunächst von Linken äußerst kritisch betrachtet und als potenzielle Gefahr für die Republik angesehen, entwickelte sich die Präsidentschaft Cardinals zu einem Integrationserfolg, indem der erzkatholische und ehemals monarchistische General zahlreiche Republikgegner für das Gemeinwesen gewinnen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich in sich zerfiel. Präsident Cardinal löste [[Parlamentswahl 1909|im Jahr 1909]] erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen ging jedoch die liberale [[Aliança Republicana]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft. Mit der [[Acción Popular]] und dem ebenfalls deutlich gestärkten [[Partíu Socialista]] gehörte nun ca. ein Drittel der Abgeordneten in der Kammer einer der beiden Parteien an, die in der Folge zu den großen Massenintegrationsparteien des Landes anwuchsen und das Ende der radikal-liberalen Dominanz im Parlament einläuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erster Weltkrieg und Entstehung des Linksblocks (1914-1917) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der parteilose [[Pier-Costantín Sant'Estrell]] zum Ministerpräsidenten einer liberalen Konsensregierung ernannt, die über eine breite parlamentarische Basis verfügte. Präsident [[Francisco Berlioz]] und seinem Ministerpräsidenten Sant'Estrell gelang es in der Folge, Sagradien aus dem Krieg herauszuhalten, auch wenn das Land offen mit den Alliierten sympathisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Parlamentswahl 1917]], bei der die Parteien der Linken den Sieg davon trugen, wurde der Radikalliberale [[Francisco Calbane]] zum Ministerpräsidenten ernannt. Er führte eine Regierung des [[Bloco de Sinistra]] an, die auch von den [[Partíu Socialista|Sozialisten]] unterstützt wurde. Mit [[Carles Sastre]] trat 1919 der erste sozialistische Minister in die Regierung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich auf Basis der Sozialgesetzgebung von 1900-1902 den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918, der Sozialgesetzgebung von 1919/20 und der Verfassungsreform von 1919 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zwanziger und Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
==== Verfassungsreform 1919 ====&lt;br /&gt;
Bereits unter Sant'Estrell war 1916 eine Verfassungskommission eingesetzt worden, die umfassende Vorschläge für eine konstitutionelle Revision vorlegte. Unter der seit 1917 amtierenden Linksregierung wurde schließlich 1919 eine umfassende [[Verfassungsrevision von 1919|Verfassungsrevision]] durchgesetzt, die bei der folgenden vorgezogenen [[Parlamentswahl 1919]] erstmals zur Anwendung kam. An die Stelle des allgemeinen Wahlrechts der Männer über 25 Jahren trat nun das allgemeine Wahlrecht für Männer und - das war neu - auch für Frauen über 21 Jahren. Damit wurde in Sagradien wie in den meisten westeuropäischen Ländern zeitgleich auch das Frauenwahlrecht eingeführt. Zudem wurde die bisherige absolute Mehrheitswahl bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer durch die Verhältniswahl ersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1919 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1919|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei erneut die Parteien der Linken davon. Die [[Partíu Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikaldemokrat [[Carles Simón López-Iregui]] zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. López-Ireguis Präsidentschaft bestand jedoch nur wenige Monate. In dieser Zeit litt sich der zögerliche Amtsinhaber unter gesundheitlichen Problemen und musste sich überdies starken Angriffen von Seiten der konservativen Presse erwehren. Im November 1919 zog er die Konsequenzen aus einer Verleumdungskampagne und trat von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]] gewählt, der die Pressekampagne hart verurteilte und einen Kurs der starken Präsidentschaft ankündigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spaltung der Linken und Große Koalition (1917-1925) ====&lt;br /&gt;
Das Regierungsbeteiligung der Linken führte zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich bereits 1917 der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partíu Socialista Auténtico]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die russische Oktoberrevolution 1917 und der Streit um das Verhältnis zur Komintern führte endgültig zur Spaltung der Arbeiterbewegung in zwei konkurrierende Parteien. Während sich die Mehrheit des [[Partíu Socialista]] gegen die Komintern und für den eingeschlagenen reformistischen Weg entschied, setzten sich im PSA nach heftigen Auseinandersetzungen die ''Terceristas'' durch konnten und begründeten schließlich den [[Partíu Comunista Sagradês]], woraufhin die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurückkehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltung der Sozialistischen Partei trug mit dazu bei, dass der Linksblock bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] seine parlamentarische Mehrheit verlor. Zwar wurde der PS erneut stärkste Kraft, die Kommunisten gewannen aber ebenfalls 22 Mandate und die [[Radicales|Radikalen]]  erlitten schwere Verluste. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar Anfang 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[Santiago Laval]] erstmals in der Geschichte der bürgerlichen Republik ein Sozialist Regierungschef, seine Regierung zerbrach aber bereits nach wenigen Monaten. Bis zur [[Parlamentswahl 1925]] amtierte schließlich eine Minderheitsregierung ohne sozialistische Beteiligung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1929) ==== &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partíu Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 148 Abgeordneten wurden die Katholiken knapp stärkste Kraft im Parlament und unterbreiteten den geschwächten [[AR|Liberalen]] ein Angebot zur Zusammenarbeit. Präsident Sánchez ernannte jedoch den Führer der liberalen [[AR|Republikanischen Allianzpartei]] [[Daniel Laponte]] zum Ministerpräsidenten einer liberal geprägten Minderheitsregierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Jahre waren von Auseinandersetzungen zwischen der liberal-katholischen Parlamentsmehrheit und dem linksbürgerlichen Präsidenten geprägt, der auf eine persönliche Teilnahme an der Regierung drängte und sich als Gegengewicht zum Parlament verstand. 1926 provozierte Sánchez eine regelrechte Verfassungskrise, als er bei einer Kabinettsumbildung sämtliche Ministerkandidaten der [[UP|katholischen Volksunion]] zurückwies, woraufhin Ministerpräsident [[Daniel Laponte]] seine Demission einreichte. Zum Nachfolger ernannte Sánchez den liberalen Außenminister [[Luciano Capón]], der schließlich eine Minderheitsregierung der Mitte bildete, die vom [[Partíu Radical]] und von der [[Aliança Republicana]] getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1926 schließlich gelang es der Parlamentsmehrheit, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen Amtsinhaber [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine katholisch geführte Koalitionsregierung unter der Führung von [[Estefán Gaeta]], die sich auf den &amp;quot;Nationalen Block&amp;quot; im Parlament stützte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1929-1934) ====&lt;br /&gt;
Nach vier Jahren komplizierter Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung brachte die [[Parlamentswahl 1929]] eine deutliche Mehrheit für die Parteien der katholischen und liberalen Rechten. Nach dem Tod von Präsident [[Domênco Scalfín]] wurde schließlich der konservative Ministerpräsident [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als Kandidat des [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]] zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise stürzte Sagradien 1930 in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1931 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die Regierung des Rechtsliberalen [[Daniel Laponte]] setzte jedoch auf eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Parlamentsmehrheit ihre Unterstützung für diese Politik im Herbst 1931 aufgekündigt hatten, musste Laponte zurücktreten. Zum Nachfolger berief Präsident Gaeta den parteilosen Verwaltungsfachmann [[Santiago Francês-Domingues]], der ein [[Kabinett Francês-Domingues|&amp;quot;Expertenkabinett&amp;quot;]] aus &amp;quot;unabhängigen Persönlichkeiten&amp;quot; anführte, die das Vertrauen des Präsidentne genossen. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die neue Mitte-Rechts-Regierung eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Expertenregierung Domingues ihre parlamentarische Unterstützung im Frühjahr 1932 verloren hatte, löste Präsident Gaeta das Parlament auf und schrieb [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932|vorgezogene Neuwahlen]] aus, die eine deutliche Stärkung der politischen Ränder erbrachte. Die rechtsextremen Parteien erhielten 37, die Kommunisten 45 Mandate im Unterhaus. Gaetas Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es der Regierung des Konservativen [[Domênco Santês]] nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herbstkrise 1934 ====&lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Präsident Gaeta bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Ein erster Höhepunkt der Gewalt war die Ermordung des Kommunistenführers [[Lorenzo Sabal]] im September 1934. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise steigerte sich von da an bis Ende Oktober 1934 zu einer handfesten Systemkrise. Auslöser war die Festnahme einer kleineren Gruppe von Faschisten, die für den Mord an Sabal verantwortlich gemacht wurden. Der faschistische [[Frente Fraternal]] unter der Führung von [[León Francês]] organisierte daraufhin Straßenproteste gegen die &amp;quot;unnationale Verschwörung&amp;quot; und forderte die Entlassung des Polizeipräsidenten und den Rücktritt der Regierung von [[Domênco Santês]]. Als die Regierung daraufhin per Eil-Dekret ein Verbot des [[Frente Fraternal]] und mehrerer truppistischer Organisationen verabschiedete, eskalierte die Situation. Francês zog mit den Demonstranten am Abend des 1. November unter Schutz der Truppisten in Richtung Präsidentenpalast und forderte dort von Präsident [[Gaeta d'Alejandro]] die Ernennung Francês' zum Regierungschef. Trotzdem zögerte die Regierung Santês mit dem Einsatz bewaffneter Truppen, da sie sich der Loyalität der Staatsorgane nicht mehr sicher war. Stattdessen bat Santês Präsident Gaeta darum, den Ausnahmezustand zu erklären. Dieser reagierte am Morgen des 2. November 1934: Er entließ Santês aus seinem Amt, ernannte Innenminister [[Joán Cesar Negrín]] zum neuen Regierungschef und übetrug die Exekutivgewalt auf General [[Alfonso Cabarel]], der mit Armeetruppen anrückte. Unter dem Eindruck der gesteigerten militärischen Präsenz löste sich der rechtsgerichtete Demonstrationszug auf. Francês und mehrere Mitstreiter wurden festgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfach als Putschversuch interpretierte Aktion der Faschisten und die zögerliche Haltung der Regierung wirkte in der sagradischen Öffentlichkeit wie ein Schock. Die Nationalversammlung setzte ein parlamentarisches Untersuchungsgremium ein, das bereits in den ersten Sitzungen zu einem vernichtenden Urteil über das Regierungshandeln kam. Ministerpräsident Negrín erklärte daraufhin nach nur wenigen Wochen im Amt seinen Rücktritt. Stattdessen wurde nun eine neue [[Kabinett Dini I|Konsensregierung]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte und das einen breiten Konsens der politischen Parteien von linker und rechter Mitte abdecken sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Volksfrontwahl 1936 ====&lt;br /&gt;
Die Krise 1934 hatte vor allem innerhalb der politischen Linken für Aufregung gesorgt und die sich seit 1932 vollziehenden Annäherungsprozesse zwischen den zerstrittenen Linksparteien beschleunigt. Treibende Kraft des Sammlungsprozesses war der Sozialistenführer [[Santiago Laval]], der angesichts der Gefahr von Rechts und der anhaltenden sozialen Krise eine vereinigte republikanische Linke zur Abwehr rechter Angriffe auf Republik und Arbeiterschaft zu organisieren suchte. In Person des neuen KP-Chefs [[Narcís Colom]] fand Laval schließlich einen Mitstreiter, der die Kommunisten erstmals für die republikanische Zusammenarbeit öffnete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1936|Aprilwahlen 1936]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partíu Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte. Nach Bildung der Volksfront drängten die Linksparteien auf einen Regierungswechsel zu ihren Gunsten. Zwar hatte die Regierung Dini bereits sozial konsolidierende Maßnahmen im Sinn einer keynesianischen Nachfragepolitik zur Bekämpfung der Krise eingeleitet, den Linksparteien ging dies aber nicht weit genug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Wahlen ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als deutlicher Sieger hervor. Zum ersten mal fand sich nun eine linke Mehrheit unter Einschluss der Kommunisten für eine Regierungsbildung bereit. Mit deutlicher Mehrheit wählte die Kammer den sozialistischen Kandidaten [[Santiago Laval]] zum neuen Präsidenten der Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präsidentschaft Laval und Golenkrise (1936-1937) ====&lt;br /&gt;
Mit [[Santiago Laval]] zog zum ersten Mal ein Sozialist in den [[Plazarenya]]-Palast ein, ein entscheidender Schritt zur vollständigen Integration der sozialistischen Bewegung in den parlamentarischen Staat. Laval ernannte eine sozialistisch-radikale Minderheitsregierung unter Führung des rechten Sozialisten [[José António Saviola]], in der die meisten und die einflussreichsten Ministerien von erfahrenen Ministern des [[Partíu Radical]] geführt wurden. Zwar blieb der [[Partíu Comunista Sagradês|Partíu Comunista]] außerhalb der Regierung, unterstützte diese aber im Parlament. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Saviola führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten &amp;quot;Arbeitslosenhilfefonds&amp;quot; erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch hatte die Volksfront von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders der schwelende [[Golische Bürgerkrieg]] drohte immer mehr auf sagradischen Boden überzuschwappen. Die unter Kommunisten gehegten Sympathien für die Unabhängigkeit Golens belasteten die Beziehungen innerhalb der sagradischen Regierung ebenso wie zwischen Sagradien und der mikolinischen Nationalregierung unter [[Pier Ulisse]]. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Mikolinien auszuliefern, kam es im Sommer 1936 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen auf sagradisches Staatsgebiet vordrangen, um golische Terroristen zu verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die mikolinischen Truppen binnen weniger Tage die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Mikoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Volksfront und Laval-Attentat (1937-1938) ====&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten, wo radikale antikommunistische und autoritäre Kräfte zunehmend an Einfluss gewannen. Der auf dem Parteitag der [[Volksunion]] in [[Noyar]] Ende 1936 zum Parteichef gewählte [[Manuel Álamo Igualde]] vertrat das Konzept einer Verfassungsreform zur Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung, um die Herrschaft der Linksparteien im Parlament einzuschränken. Die Rechten hofften vor allem, die Einführung einer Direktwahl zum Präsidentenamt könnte ein rechtes Gegengewicht gegen die Parteien der Linken schaffen und die Volksfrontmehrheit aufbrechen. Während sich diese Positionen noch auf dem Boden der parlamentarischen Verfassung befanden und weitverbreitete Reformvorstellungen reflektierten, setzten sich Teile der Parteijugend der UP, der sogenannten [[Jungzirkel]] für einen deutlich weitergehenden Verfassungsumbau in Richtung einer autoritären Herrschaft ein. Diese Radikalen gewannen zwar Ende der 1930er Jahre an Einfluss, ohne sich aber gegenüber den gemäßigten Kräften in der Partei durchsetzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Beginn an sah sich die Regierung der Volksfront heftigen Angriffen von bürgerlicher Seite und aus dem Kreis der Unternehmerverbände ausgesetzt. Im Parlament verweigerten die katholische Rechte und weite Teile der Liberalen der Regierung jegliche Zusammenarbeit. Hinzu kamen bald nach ihrer Bildung bereits heftige Spannungen innerhalb des Linksbündnisses, vor allem zwischen gemäßigten und bürgerlichen Kräften und dem radikalen Flügel der Kommunisten. Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention, womit das Volksfrontbündnis mit den Kommunisten endgültig zerbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste der Präsident schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Lavals führte zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Im aufgeheizten Klima des Wahlkampfs wurde Laval schließlich am Abend des 21. Februar auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen [[División Negra]] überführt, die trotz Verbots 1936 im Untergrund weiterarbeitete. Als Interimspräsident wurde der liberale Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen 1938 und Regierung Álamo ====&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage, die auch durch die nationale Anteilnahme am Tod des ersten sozialistischen Präsidenten der Republik nicht verhindert werden konnte. Zu stark war die Enttäuschung auch vieler Linker über den Bruch der Volksfront und ihre politische und ökonomische Bilanz. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Álamo setzte sich ein repressiver Kurs gegen radikale Kräfte auf der linken und rechten Seite durch. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und setzte das Verbot schließlich auch praktisch durch. [[León Francês]] blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Gleichzeitig setzte die Regierung auch gegenüber der kommunistischen Linken auf repressive Maßnahmen und griff zum Instrument des Verbots und der Zensur im Namen von Republik, Staat und Volk. Die KPS blieb zwar von einem Verbot verschont, ihre Tätigkeit wurde aber stark limitiert und führende Politiker immer wieder wegen des Verdachts auf staatsgefährdende Tätigkeiten in ihrer Arbeit behindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte Sagradiens im Zweiten Weltkrieg (1940-1945) ===&lt;br /&gt;
==== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ====&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partíu Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Juni-Regime und Verschärfung der Situation ====&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien in der Bedrohungssituation einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde grundsätzlich verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partíu Socialista]] und der Kommunisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Winter 1939/1940 wurden in Sagradien insgesamt zwölf Internierungslager errichtet, in denen im Laufe der Jahre Kriegsflüchtlinge, gestrandete ausländische Soldaten, aber auch Kommunisten, Syndikalisten und Pazifisten festgehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der &amp;quot;Comunión Nacional&amp;quot; stärkte zwar einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter Volksschichten im Zeichen der außenpolitischen Bedrohung, führte aber auch zu einer Exklusion opponierender Kräfte aus dem nationalen Konsens. Im Inneren kam es zudem zu Notstandsmaßnahmen, die die republikanischen Freiheitsrechte der Bevölkerung merklich einschränkten. Als Geheimdienst im Inneren fungierte dabei die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. Vor allem Kommunisten und Trotzkisten, aber auch bekennende Faschisten gerieten ins Fadenkreuz der Behörden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kriegseintritt ====&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón den parteilosen Finanzminister [[Sergio Rafael Dini]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Führung Capóns und Dinis erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]]), die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
=== Sagradien in der Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
==== Begründung des Nachkriegskonsenses (1945-1947) ====&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet und die historische Zäsur zu einer Neubegründung der demokratischen Republik genutzt. Durch die Bedrohung des Krieges hatte sich nach den Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahre erstmals wieder ein nationaler Konsens etabliert, der genutzt werden sollte, auch dauerhaft ein Klima der Aussöhnung und der Zusammenarbeit über Lager und Klassen hinweg zu erreichen. Die Bürgerrechte wurden wieder in vollem Umfang eingesetzt und die verschärften Gesetze gegen Staatsfeinde wieder entschärft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahl]]. Stärkste Kraft wurde die christdemokratische [[Volkspartei]] vor der [[PS|Sozialistischen Partei]].&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], die größte Rechtspartei der vergangenen Republik, hatte sich kurz vor der Wahl mit der linkskatholischen [[PDP]] zum [[Partíu Popular de Convergência]] vereinigt und hatte sich dabei ein stark von der katholischen Soziallehre geprägtes christdemokratisches Programm gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Tag nach ihrer Konstituierung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens und den ehemaligen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] vom linksliberalen [[Partíu Radical]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und Radikalen fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnte, sowie mehrere Splitterparteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte erreicht, dass die scharfen politischen und sozialen Konflikten der 1930er Jahre, die vor allem zwischen Linken und Rechten ausgefochten wurden, nun einem breiten nationalen Konsens und der Bereitschaft zur lagerübergreifenden Zusammenarbeit Platz machten. Die Partner der &amp;quot;Demokratischen Koalition&amp;quot;, von Kommunisten bis zu Katholiken, einigten sich daher auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte. Der Markt, so der Konsens, sollte durch einen starken Staat gebändigt werden. Zugleich führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde an die Politik der [[Volksfront]]regierung der Dreißiger Jahre angeknüpft und der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungsrevision 1949/50 ====&lt;br /&gt;
Auch Verfassungspolitisch wagten die Koalitionäre Neuland und machten sich an eine umfassende Revision der [[Verfassung von 1893]], die vor allem der politischen Instabilität der vergangenen Jahrzehnte Abhilfe schaffen sollte. Zentrales Ziel der Reform war es, den Verfassungstext zu aktualisieren und zu modernisieren. Wichtigstes Vorhaben war es daher, einen Grundrechtekatalog in die Verfassung aufzunehmen, der die nur rudimentären Bestimmungen der Verfassung von 1893 umfassend ergänzen sollte. Dem Geist des Nachkriegskonsenses entsprechend wurde nun auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums festgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich sollte aber auch die Regierungsstabilität erhöht und die Macht der parlamentarischen Exekutive gestärkt werden. Erstmals überhaupt wurde das Amt des Ministerpräsidenten auch offiziell in den Verfassungstext aufgenommen. Der Präsident der Republik ernannte zwar weiterhin die Minister, allerdings auf Vorschlag des Ministerpräsidenten, dessen faktisch bereits bestehende Rolle als Regierungschef damit konstitutionell verankert und zusätzlich gestärkt wurde. Schließlich sollte er die Politik der Regierung leiten und die Gesamtverantwortung tragen. Das Instrument des Misstrauensvotums wurde ausdrücklich an eine absolute Mehrheit der Abgeordneten gegen die Regierung gebunden, sodass das Prinzip des negativen Parlamentarismus auch formell in die Verfassung geschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsens bestand zudem darin, dass der Senat, bisher gleichberechtigte zweite Kammer, an Kompetenzen einbüßen sollte, um die Handlungsmöglichkeiten der Regierungen zu erhöhen. Während aber Kommunisten und Sozialisten eine ersatzlose Abschaffung des Senats und den Übergang zum Einkammer-System befürworteten, wollten die bürgerlichen Parteien an der zweiten Kammer festhalten. Als Kompromiss einigte sich die gemeinsame Verfassungskommission der Nationalversammlung schließlich darauf, den Senat zu reformieren und zentraler Kompetenzen zu berauben, aber nicht gänzlich abzuschaffen. Aus dem symmetrischen wurde so ein asymmetrischer Bikameralismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1949]] entschieden die Wähler mit deutlicher Mehrheit für die Parteien, die sich für die Verfassungsrevision aussprachen. Die neu gewählte [[Nationalversammlung]] verabschiedete das Verfassungsgesetz schließlich am 30. August 1949 mit deutlicher Mehrheit und gab es damit zur Volksabstimmung frei. In einem Referendum am 1. November 1949 sprachen sich fast 80 Prozent der sagradischen Wähler für den neuen Verfassungstext aus, der daraufhin zum 1. Januar 1950 in Kraft trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zeit der Konsensregierungen (1946-1953) ====&lt;br /&gt;
Die [[Parlamentswahl 1946|Parlamentswahlen 1946]] zu [[Abgeordnetenkammer]] und [[Senat]] führten zu einem Sieg der [[PPC|Christdemokraten]] vor den [[PSU|Sozialisten]], die zunächst gemeinsam die Demokratische Koalition mit [[PRR|Radikalen]] und [[PCS|Kommunisten]] fortsetzten. Der gemäßigte Sozialist [[Santo de l'Ilpa]] wurde Ministerpräsident, doch nahmen die Spannungen innerhalb der Koalition, nicht zuletzt aufgrund der zunehmend schwierigen Weltlage im beginnenden Ost-West-Konflikt zu. Die Frage der Westbindung der Regierung, vor allem der Inanspruchnahme der amerikanischen Marshallplan-Hilfe führte schließlich zum Bruch mit den Kommunisten, die das Kabinett im März 1947 verlassen mussten. Danach wurde die Koalition als ''Zentrumsblock'' ohne die Kommunisten fortgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den beiden prägenden Politikern der folgenden Jahre, [[Santo de l'Ilpa]] von den [[ASUL|Sozialisten]] und [[Paulo Luciaro]] von den [[Christdemokraten]] beteiligte sich Sagradien wesentlich am Aufbau eines westlichen Militärbündnisses, so 1948 am Brüsseler Pakt mit Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten sowie 1949 an der Gründung der NATO. Nach einer Regierungskrise Ende 1948 - die Radikalen verließen vorübergehend die Regierungskoalition – wurde Ilpa als Ministerpräsident durch Paulo Luciaro abgelöst, blieb aber als Außenminister in der Regierung. Die Koalition blieb damit stabil und wurde auch nach der [[Parlamentswahl 1950]] zunächst fortgeführt. In der Folge gehörte Sagradien unter den überzeugten Europäern Luciaro und Ilpa zu den Gründernationen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und beteiligten sich an den Projekten weiterer europäischer Bündnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende der Amtszeit von Präsident [[Sergio Rafael Dini]] im Jahr 1950 fanden erstmals [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1950|Direktwahlen zum Präsidentenamt]] statt, bei denen der 81-jährige Dini auf eine Wiederwahl verzichtete. Bei der Wahl konnte sich der Kandidat der Radikalen, der ehemalige [[Außenminister]] und erste Generalsektetär der Vereinten Nationen, [[David Pizarro Cordês]] überraschend in der zweiten Runde gegen den Christdemokraten [[Amentino Xavier-Castrell]] durchsetzen. In der ersten Runde hatte er noch den zweiten Rang nur knapp vor Außenminister [[Santo de l'Ilpa]] belegt. Mit dem Diplomaten Pizarro Cordês erhielt das Amt eine stark repräsentative Prägung. Pizarro Cordês suchte zwar außenpolitisch Akzente zu setzen, verzichtete innenpolitisch aber auf eine aktive Rolle und wurde auch nicht mit ernsthaften Regierungskrisen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christdemokratische Vorherrschaft (1953-1962) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der Sozialisten aus der [[Kabinett Luciaro III|Regierung Luciaro]] endete 1953 die Zeit der großen Koalitionsregierungen aus Christdemokraten, Sozialisten und Radikalen. [[Paulo Luciaro]] blieb aber Ministerpräsident mit Unterstützung der Links- und Rechtsliberalen in der [[Abgeordnetenkammer]]. Bei der [[Parlamentswahl 1954]] erreichte die [[Volkspartei]] mit 42 Prozent der Stimmen das bis heute beste Ergebnis einer einzelnen Partei bei nationalen Wahlen in Sagradien. Die oppositionelle sozialistische [[ASUL]] dagegen fiel unter die 30-Prozent-Marke zurück und verlor für Jahre den Anschluss an die Christdemokraten. Diese regierten in der Folge in einer konservativ-liberalen Regierung mit den Parteien des liberalen Wahlbündnisses [[Unión Democrática]], das sich anlässlich der Parlamentswahl um [[PRR]] und [[MRL]] gebildet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch wurde nun im Bündnis mit den Liberalen eine stärker auf eine freie Marktwirtschaft ausgerichtete Politik verfolgt, ohne aber den Nachkriegskonsens aufzukündigen. Auf den sozialpolitischen Basisentscheidungen der Vorgängerregierungen gründend, wurde diese Politik von weiten Teilen der Bevölkerung als großer Erfolg empfunden, zumal der Nachkriegsboom nun in seine dynamischste Phase überging und für über ein Jahrzehnt wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gleichzeitig ermöglichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch behielt die Regierung Luciaro jedoch den bisherigen Kurs bei und verfolgte weiterhin eine Politik der europäischen Integration. 1957 unterzeichnete Außenminister [[Carles María Ortega]] für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten. Daneben bemühte sich die Regierung aber auch um eine Aussöhnung mit dem Nachbarn [[Micolinien]], die 1955 schließlich in den [[Golische Verträge|Golischen Verträgen]] resultierte. Darin wurde die seit Jahrhunderten strittige Frage der Zugehörigkeit der golischen Gebiete endgültig geklärt und den in beiden Staaten lebenden golischen Minderheiten ebenso wie den sagradischen bzw. micolinischen Minderheiten im jeweils anderen Staat umfassende Schutzrechte zugesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Christdemokraten wurde auch bei der [[Präsidentschaftswahl 1955]] sichtbar, bei denen sich der langjährige [[Bürgermeister von Semess]] und [[Senat]]spräsident [[Fernando de la Roya]] deutlich durchsetzen konnte. Der christlich-soziale Roya wurde schnell zu einer parteiübergreifenden Integrationsfigur für die gesamte Nation und füllte damit stärker als sein Vorgänger die Rolle eines Landesvaters aus. Obwohl ein Anhänger großer Koalitionen beließ er es bei der eingespielten Mitte-Rechts-Koalition unter Führung [[Paulo Luciaro]]s, der eindeutig die prägende Politikerpersönlichkeit des Jahrzehnts und der gesamten Nachkriegsphase darstellte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Luciaros Mitte-Rechts-Koalition bei der [[Parlamentswahl 1958]] erneut eine deutliche Mehrheit in der Abgeordnetenkammer gewonnen hatte, wurde die Regierung zunächst unter Luciaros Führung fortgesetzt, doch mehrte sich allmählich Kritik am Regierungschef, bei dem zunehmend Alterserscheinungen sichtbar wurden. Luciaro übergab schließlich zum Jahreswechsel 1959/60 sein Amt als Regierungschef an den bisherigen Finanzminister [[Carles Angel Favale]], der sich parteiintern gegen Luciaros Favoriten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] und den Außenminister [[Carles María Ortega]] hatte durchsetzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des sagradischen Kolonialreichs ===&lt;br /&gt;
Das sagradische Kolonialreich in Amerika, Afrika und Asien wurde nach dem 2. Weltkrieg schrittweise dekolonisiert. Ein wichtiger Schritt war dabei die Verfassung von 1949, in der die Überseekolonien zu autonomen Konföderationen der Sagradischen Republik mit eigenen Selbstverwaltungsrechten erklärt wurden. Ziel war es, die bisherigen Kolonien schrittweise und geordnet in eigene Verwaltung zu übergeben, ohne aber die geostrategische und ökonomische Bindung ans Mutterland ganz abreißen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Joannianen ====&lt;br /&gt;
Bereits die [[Volksfront]]regierung hatte mit der [[Joannianen|Joannianischen Union]] 1937 auf dem Boden der Kolonie [[Sagradisch-Ostindien]] einen semi-unabhängigen Staat im Pazifik geschaffen, innere Autonomie verliehen und damit den Grundstock für die Entwicklungen nach 1945 geschaffen. Die Entwicklungen auf den Joannianen verliefen jedoch weniger stabil als erhofft. Mehrere Putschversuche führten 1948 schließlich zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen. Massenproteste der Opposition gegen den autokratischen Machthaber [[James Motaro]] führten 1948 schließlich zum Aufstand und Bürgerkrieg, in dem sich die Befürworter der vollständigen Unabhängigkeit von Sagradien durchsetzen konnten. Die neue Regierung erklärte die Union für aufgelöst und rief die [[Joannianische Republik]] aus, die sich von Semess vollständig unabhängig erklärte. Die sagradische Regierung erkannte die Unabhängigkeit schließlich 1949 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Indien ====&lt;br /&gt;
Die Kolonialstädte in [[Sagradisch-Indien]] Vizagapatam, Masulipatnam und Cannanore wurden 1949 und 1954 per Vertrag an das unabhängig gewordene Indien übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Afrika ====&lt;br /&gt;
Als erste afrikanische Kolonie erhielt [[Sagradisch-Westafrika]] 1946 die Selbstverwaltung in Form der [[Westafrikanischen Föderation]] mit einem eigenen Parlament und einer eigenen Regierung. Infolge eines Unabhängigkeitsreferendums ging aus der Föderation 1955 die unabhängige [[Republik Belhami]] hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr wie Belhami, 1946, erhielten auch [[Nordmadagaskar]] und [[Cenâu]] die Selbstverwaltung. Ein nationalistischer Aufstand im Süden der Insel drohte 1947 schließlich auf den Norden überzuschlagen, was schließlich zum vorzeitigen Abzug sagradischer Truppen führte und eine Krise mit dem Nachbarn Frankreich auslöste. 1956 erklärte sich Nordmadagaskar schließlich im Einvernehmen mit der sagradischen Regierung für vollständig unabhängig, 1958/1960 folgte auch der französische Süden der Insel. Die zur Kolonie gehörende Insel [[Cenâu]] blieb jedoch auf eigenen Wunsch hin sagradisch und ist heute eines der [[Überseegebiete]] der Republik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 wurde die [[Konföderation von Ríu Ogüé und Cabinda]] als selbstverwaltendes Gebiet auf dem Boden der beiden Kolonien [[Ríu Ogüé]] und [[Sagradisch-Kongo]] gegründet. Die Konföderation endete 1956 durch die erklärte Unabhängigkeit der [[Republik Oguana]]. Cabinda folgte wenig später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]], de facto bestehend aus den beiden Hafenstädten Hafun und Aluula, wurde 1949 in eine Konföderation der beiden Freistädte umgewandelt, die weiterhin mit Sagradien assoziiert bleiben sollten. Die Freistädte wurden jedoch 1960 nach Begründung der unabhängigen Republik Somalia auf dem Boden des britischen und des italienischen Teils annektiert und schließlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend von Weißen bewohnte Siedlerkolonie auf den [[Inseln von Aziz]] wurde von Sagradien nicht als Kolonie, sondern als integraler Teil des Mutterlandes betrachtet und entwickelte keine vergleichbar starke Unabhängigkeitsbewegung wie auf dem afrikanischen Festland. Entsprechend war Aziz als eine der sagradischen Provinzen verfasst. Erst auf Druck einer zunehmend einflussreichen Autonomiebewegung hin erhielten die Inseln 1967 die innere Autonomie mit dem Status einer [[Sagradische Regionen|Autonomen Region]] der Sagradischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1960er und 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
==== Rückkehr der Sozialisten in die Regierung (1962-1967) ====&lt;br /&gt;
Unter Ministerpräsident [[Carles Angel Favale]] wurden zunehmend Probleme der deutlichen Vorherrschaft der Christdemokraten sichtbar. Anders als sein Vorgänger fehlten ihm wesentliche Integrationskompetenzen, stattdessen neigte der konservative Regierungschef eher dazu, das politische Feld zwischen Anhängern und Gegnern zu polarisieren. Es fehlte ihm aber auch an parteiinterner Macht zu einer starken Führung, die erst sich nach wie vor mit dem Parteivorsitzenden Luciaro teilen musste. In Kombination mit den Ansätzen einer gesellschaftlichen Liberalisierung gerieten die Christdemokraten nun in eine Krise, die bei der [[Parlamentswahl 1962]] zu deutlichen Verlusten für die Volkspartei führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Wahlen kam es schließlich zur Bildung einer Großen Koalition aus [[PPC]] und [[ASUL]] unter dem bisherigen Innenminister [[Martín Ánibal Costa]]. Zuvor hatten die Sozialisten ihre Regierungsbeteiligung von einer Ablösung Favales abhängig gemacht, woraufhin Präsident De la Roya den beidseitig akzeptablen Costa mit der Regierungsbildung beauftragt hatte. Favale blieb als Finanzminister im [[Kabinett Costa|Kabinett]], für die Sozialisten wurde [[Iacovo Del Pérez]] Vizepremier und Außenminister. Anders als zehn Jahre zuvor blieb die Zeit der nunmehrigen Großen Koalition aber nur eine Übergangsphase. Von Beginn an fehlte es den Koalitionspartnern an gemeinsamen Politikprojekten, die einen politischen Konsens und ein längerfristiges Regierungsprogramm begründet hätten. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt zerbrach die Koalition, woraufhin Präsident Roya mit Zustimmung der beiden Regierungsparteien erstmals die [[Abgeordnetenkammer]] auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Parlamentswahl 1963|Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer im Dezember 1963]] gingen schließlich erstmals in der Nachkriegszeit die Sozialisten als knapp stärkste Partei hervor. Deren Generalsekretär [[António Santiago]] erhielt von Präsident Roya den Regierungsbildungsauftrag und konnte sich nach schwierigen Koalitionsverhandlungen schließlich auf eine Koalition seiner [[ASUL]] mit den beiden liberalen Parteien [[PRD]] und [[UDS]] einigen. Die innerlich zerstrittenen Christdemokraten dagegen wurden erstmals überhaupt in der Nachkriegszeit in die Opposition verbannt, wo ein schwieriger Neuordnungsprozess und ein handfester Machtkampf um die Parteiführung ausgetragen wurden. Aus diesem ging schließlich [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor, der 1964 die Führung von Partei und Opposition übernahm. Sein Konkurrent [[Carles María Ortega]] konnte sich dagegen bei der [[Präsidentschaftswahl 1965]] als Nachfolger von Ariel de la Roya durchsetzen, der nach zehn Jahren nicht erneut kandidieren konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Führung der Sozialisten wurde die große Linie der bisherigen Nachkriegspolitik im Grunde fortgesetzt. Vor allem außenpolitisch knüpfte die Mitte-Links-Koalition an die Politik der Vorgängerregierungen an und suchte sowohl die europäische Integration als auch die Zusammenarbeit mit Micolinien (in Form von Dreistaatengesprächen) fortzuführen. Die Koalition bemühte sich aber um eine innenpolitische Liberalisierung und setzte schließlich eine umfangreiche Verwaltungsreform durch, die Sagradien dezentralisierte und umfassende Selbstverwaltungsrechte an die neu begründeten [[Sagradische Regionen|Regionen]] des Landes übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regierungschef António Santiago verstarb im Juni 1964 nach nur wenigen Monaten im Amt an den Folgen eines Herzinfarktes. Nachfolger wurde sein Parteifreund und bisheriger Außenminister [[Iacovo Del Pérez]], der die Regierungskoalition mit den Liberalen fortsetzte. Diese geriet seit 1966 aber in zunehmende wirtschaftspolitische Gegensätze, nachdem es zu einer deutlichen Flaute in der Konjunktur gekommen war, die den Nachkriegsboom vorerst beendete. Da sich Sozialisten und Liberale nicht auf eine gemeinsame Lösung der Krise einigen konnten, zerbrach die Koalition im Januar 1967. Dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett folgte ein Misstrauensvotum gegen Del Pérez in der Abgeordnetenkammer, woraufhin Präsident [[Carles María Ortega]] das Parlament vorzeitig auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konservative Regierung und gesellschaftlicher Reformaufbruch (1967-1970) ====&lt;br /&gt;
Aus der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1967]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] wieder als Sieger hervor. Deren Vorsitzender [[Carles Angel Favale]] wurde zum zweiten Mal zum Regierungschef einer Koalition aus [[PPC]] und [[UDS]] ernannt, die jedoch von der Unterstützung der linksliberalen [[PRD]] abhängig war. Das politische Führungspersonal blieb damit im wesentlichen das Alte. Doch zeichnete sich bei der Wahl auch der Keim neuer politischer Instabilität ab. Mit der [[MFP|Volksbruderschaftsbewegung]] des Publizisten [[António Blanxard Rovira]] zog eine neue populistische Kraft ins Parlament ein, die vor allem die Unsicherheit großer Teile der Bevölkerung mit der zunehmenden Modernisierung des Landes und der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Liberalisierung repräsentierte. Mit Parolen gegen den angeblich sozialistischen Konsens der dominierenden Parteien und gegen die Steuerlast des Sozialstaates bediente die Bewegung Ressentiments und Abstiegsängste besonders des zunehmend marginalisierten Alten Mittelstandes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite drängte aber ein zunehmender Teil der Bevölkerung und der jüngeren Eliten auf weitergehende gesellschaftliche Reformen und eine Öffnung des als erstarrt empfundenen sozialen Systems und der moralischen Standards. Sichtbarster Ausdruck dieses Bestrebens wurde bald schon die linke Studentenbewegung, die in der neuen konservativ-liberalen Regierung und besonders in ihrem Chef Favale das kapitalistisch-reaktionäre Feindbild sah. Viele Protestaktionen richteten sich gegen den autoritären Geist der konservativen Gesellschaft, gegen den nach Meinung vieler Studenten und Intellektueller um sich greifenden Materialismus der Wohlstandsgesellschaft und gegen die sich ausbreitende Technokratie. Neben konkreten Zielen, wie Verbesserung der Studienbedingungen, Demokratisierung der Hochschulen sowie der Gesellschaft und einem Ende des Vietnamkriegs, standen auch unterschiedliche Forderungen nach einer anderen Gesellschaft und nach einer Überwindung der rigiden konservativen Sexualmoral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proteste der Studenten, die bereits Ende 1967 begonnen hatten und verschiedene Ziele gleichzeitig verfolgten, mündeten im Folgejahr schließlich in einer politischen Krise, nachdem es im April 1968 bei der Besetzung der [[Luis-Cavaller-Universität]] in [[Semess]] zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, bei denen ein Student tödich verletzt wurde. Es kam in der Folge zu heftigen Anschuldigungen gegen die Regierung und zu weiteren Demonstrationen, die im Juli schließlich in einer Regierungskrise mündeten, nachdem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eine Mitschuld des damaligen Innenministers [[Santiago Quixón]] festgestellt hatte. Der Austritt der liberalen Minister aus der Regierung zwang [[Carles Angel Favale]] schließlich, Quixón und den zuständigen Staatssekretär zu entlassen und eine umfangreiche Aufklärung zuzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=24248</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
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		<updated>2015-11-07T19:37:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die Zweite Republik ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Revolution ===&lt;br /&gt;
==== Soziale und ökonomische Krise ====&lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt des langjährigen sagradischen Premierministers [[Jacquel de Montevil]] im Jahr 1873 wurde in Sagradien eine Ära der relativen Restauration eingeleitet. Die Spaltung der Liberalen in einen [[Partíu Radical|radikalen]] und einen [[Partíu Moderata|moderaten]] Flügel begünstigte den konservativen [[Partíu Conservador]], der sich für ein starkes Königtum und eine Einhegung der bürgerlichen Rechte aussprach und bei mehreren Wahlen der 1870er Jahre eine deutliche parlamentarische Mehrheit erringen konnte. Gleichzeitig begann sich neben der radikal-liberalen auch eine [[Partíu Socialista|sozialistische Linke]] zu formieren, deren Einfluss auf die Arbeiterbewegung im Zuge der Industrialisierung stieg. Dazu kam seit den 1870er Jahren auch eine handfeste ökonomische Krise in Form einer langjährigen Depression, die die soziale Lage vor allem der Arbeiterschaft verschlimmerte und die sozialen Spannungen verstärkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konstitutionelle und politische Krise ====&lt;br /&gt;
In den 1880er Jahren kam zur ökonomisch-sozialen Krise eine Reihe von verfassungspolitischen Auseinandersetzungen, in denen sich die monarchisch-katholische Rechte auf der Seite der Regierungsmacht und die liberale Linke auf Seite einer stärkeren Parlamentarisierung gegenüberstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Liberalen die [[Parlamentswahl 1884]] gewinnen konnten, kam es zum Dauerkonflikt zwischen Parlament und den konservativen königlichen Regierungen. Nachdem König [[Philipp VIII.]] 1887 das Parlament aufgelöst hatte und es zu einem neuerlichen Sieg der Liberalen gekommen war, weigerte sich der König im Streit um einen neuen Haushalt kurzerhand, das Parlament noch einmal einzuberufen und setzte unter dem Vorwand juristischer Untersuchungen den Parlamentspräsidenten [[Cornélio de Martín]] fest, um ihn an  einer selbständigen Einberufung des Parlaments zu hindern. Die damit ausgelöste [[Verfassungskrise 1887/88|Verfassungskrise]], in der der König ohne das Parlament regierte, kostete vor allem die gemäßigte Linke an Ansehen, die zwar gegen das Verhalten des Königs empört demonstrierte, eine gewaltsame Auseinandersetzung aber fürchtete. In der Folge kam es im ganzen Land zu einem Erstarken radikaler, republikanischer und sozialistischer Kräfte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst Mitte 1888 konnte die Krise beigelegt werden und das wieder zusammengetretene Parlament legitimierte nachträglich einige Entscheidungen des Königs, weigerte sich aber dem König eine Indemnität auszusprechen, sodass dieser das Haus bald wieder auflöste und Neuwahlen ansetzte, von denen vor allem die Republikaner profitieren, die trotz Zensuswahl und benachteiligendem Mehrheitswahlrecht auf 11 Prozent der Stimmen kamen und in einigen Großstädten sogar stärkste Kraft wurden. Philipps Premierminister [[Gustavo Conte de Montxerent]] reagierte mit der Verhaftung führender Republikaner und einer Verschärfung von Zensur und Versammlungsrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Winterkrise 1890 und Januarrevolution 1891 ====&lt;br /&gt;
Nach einem harten Winter 1889/1890 heizten Hungersnöte die ohnehin gespannte Lage an und im ganzen Jahr 1890 kam es überall im Land zu Verhaftungen republikanischer und sozialistischer Agitatoren und zu Aufständen gegen die konservative Regierung des [[Conte de Montxerent]], bei denen immer wieder Arbeiter festgenommen, verletzt oder getötet wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von der [[Partíu Socialista|Sozialistischen Partei]] im Dezember 1890 verhängte Generalstreik führte schließlich zur Eskalation. Nachdem sich Arbeiter im ganzen Land mit streikenden Arbeitern in den Industriegebieten von [[Bordez]] und [[Oller]] solidarisiert hatten, kam es zum gewaltsamen Einsatz bewaffneter Truppen gegen die Streikenden, der zu heftigen Protesten auch in manchen bürgerlichen Kreisen führten. In vielen Städten sammelten sich Arbeiter und bürgerliche Protestanten zu Demonstrationen gegen die Regierung, die sich bald auch gegen den König selbst zu wenden begannen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich aufständische Arbeiter Zutritt zum Rathaus von [[Semess]] verschafften und die Kontrolle über das Stadtzentrum übernahmen, fürchtete die Mehrheit der Abgeordneten in der Deputiertenkammer eine soziale Revolution. Inzwischen hatten sich in Semess und in einigen anderen Großstädten des Landes [[Revolutionäre Räte]] gebildet, die von radikalen Republikanern und Sozialisten beherrscht wurden. Unter dem Druck der Straße mussten König und Regierung am 21. und 22. Januar 1891 die Stadt verlassen. Nach mehreren Resolutionen erklärte die linke Mehrheit in der Abgeordnetenkammer am 26. Januar eigenmächtig die Regierung des konservativen Grafen von Montxerent für abgesetzt und suchte auf diesem Weg eine Parlamentarisierung herbeizuführen. Bereits am Folgetag, dem 27. Januar erließ die Kammer eine neue Wahlresolution, die die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts auf Grundlage der allgemeinen Volkswahl ankündigte. Zudem bestellte sie einen &amp;quot;Exekutivausschuss&amp;quot; unter der Führung des liberalen Abgeordneten [[Cornel Gil-Lerma]], der in Abwesenheit einer königlichen Regierung die Amtsgeschäfte übernehmen solle. Im Parlamentsbeschluss beriefen sich die Abgeordneten auf die &amp;quot;ständische Tradition der Codices Magna&amp;quot; und setzten sich damit über den Willen der Nobelnkammer hinweg, die erst gar nicht mehr einberufen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge nahm die Kammer Verhandlungen mit den aufständischen Revolutionären Räten auf und setzte sich mit dem König in Verbindung, der noch immer fernab der Hauptstadt weilte und die Entwicklung abzuwarten suchte. Unterdessen einigten sich die Parlamentarier auf baldige [[Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung 1891|Neuwahlen zu einer Nationalversammlung]] nach den Bestimmungen eines neuen Wahlgesetzes, das &amp;quot;im Namen des Volkes, der Stände und des Königs&amp;quot; promulgiert wurde, ohne dass König Philipp VIII. Einfluss auf den Prozess hätte nehmen können. Vor vollendete Tatsachen gestellt, rief König Philipp widerwillig dazu auf, den Exekutivausschuss unter der Führung Gil-Lermas als provisorische Regierung anzuerkennen, verweigerte diesem aber die offizielle Ernennung zum Kronkanzler und Ministerpräsidenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zur Republik ===&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen und Juni-Proklamation 1891 ====&lt;br /&gt;
Mitten im Wahlkampf kam es zur sogenannten &amp;quot;Lunes-Affäre&amp;quot;, in der der Thronfolger von republikanisch gesinnten Liberalen als reaktionärer Feind der Cortes diffamiert und erfolgreich diskreditiert wurde. In der aufgeheizten Atmosphäre schlugen sich zahlreiche frühere Anhänger der parlamentarischen Monarchie auf die Seite der Republik, &amp;quot;weil der gütige parlamentarische Monarch in diesem Land nicht vorhanden ist&amp;quot;, wie der Schriftsteller [[Cornell Demarques]] festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund gingen aus den Aprilwahlen 1891 schließlich Liberale, Radikale und Sozialisten als Sieger hervor. König Philipp verließ noch in der Wahlnacht das Land und erklärte seine Abdankung zugunsten seines Sohnes [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]], den er als Philipp IX. zum König erhob. In ihrer konstituierenden Sitzung am 1. Juni 1891 verabschiedete die neue Verfassungsgebende Versammlung mit deutlicher Mehrheit die sogenannte &amp;quot;Juni-Proklamation&amp;quot;, in der sich die [[sagradische Nationalversammlung]] zur &amp;quot;alleinigen Inhaberin der Regierungsgewalt der Sagradischen Nation&amp;quot; erklärte (&amp;quot;la sola poder governante de la Nación es síu nela Asamblea Nacional&amp;quot;). Ein Antrag auf Ausrufung der Republik wurde zwar nicht zur Abstimmung gestellt, ebensowenig erkannte die Versammlung aber den neuen König an und erklärte sich auf Antrag monarchistischer Parlamentarier lediglich zu &amp;quot;Beratungen mit dem Prinzen Joseph Philipp [...] über eine Erhebung zum König&amp;quot; bereit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war das sagradische Königtum zwar noch nicht abgeschafft. Es wurde auch eine Kommission gebildet, die Verhandlungen mit dem Thronfolger zur Übernahme des Throns führen sollte. Das Parlament erklärte sich de facto aber zum alleinigen Souverän und machte die Erhebung zum König vom eigenen Gutdünken abhängig. In einer vielzitierten Antwortnote ließ der Thronfolger am 7. Juni das neue Parlament wissen, als &amp;quot;König von Gnaden der Feinde Gottes&amp;quot; nicht zur Verfügung zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Novemberstatut zur Ausrufung der Republik (1891-1893) ====&lt;br /&gt;
Die Nationalversammlung arbeitete in der Folge ein provisorisches Verfassungsstatut aus, das im November als ''Estatú de Governo'' in Kraft trat. Darin wurde die gewählte Nationalversammlung zum Inhaber der vollen Staatsgewalt erklärt und die zuvor bereits aufgelöste Nobelnkammer endgültig abgeschafft, womit Sagradien ein Einkammerparlament erhielt. Das Novemberstatut vermied es, Bestimmungen über das Staatsoberhaupt zu erlassen. Stattdessen wählte das Parlament den Liberalen [[Francês de Píu-Castellán]] zum neuen Präsidenten des Exekutivrates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit gingen in Semest die Kämpfe weiter, nachdem eine Gruppe radikaler Republikaner die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister [[Luis María del Castós]], der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1892 kamen die Verhandlungen mit dem weiterhin exilierten Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] zum Halt, der sich weiterhin weigerte, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen. Nach dem Bekanntwerden des &amp;quot;Briefes aus Chateauvieille&amp;quot;, in dem der Thronfolger seine Verachtung für die Nationalversammlung ausgesprochen hatte, war das Tischtusch endgültig zerschnitten. In Abwesenheit der royalistischen Abgeordneten, die die Abstimmung boykottierten, verkündete die Nationalversammlung am 2. Januar 1893 endgültig die Monarchie für abgeschafft. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum [[Präsidenten der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) ====&lt;br /&gt;
Mit den im Januar 1893 inkraft getretenen [[Verfassungsgesetze 1893|Verfassungsgesetzen]] war die Sagradische Republik als ''Republik der Versammlung'' begründet. Historisch versuchte das junge Gemeinwesen an die Tradition der Ständeversammlung von 1721-23 und die Codices Magna anzuknüpfen. Die gesamte Staatsmacht befand sich nun in den Händen der direkt gewählten Nationalversammlung, die als Einkammerparlament fungierte und neben der Gesetzgebung und dem Haushaltsrecht auch die Wahl des Präsidenten beanspruchte. Wahlen zur Nationalversammlung sollten nun alle zwei Jahre nach den Grundsätzen des allgemeinen Wahlrechts stattfinden, wobei alle Männer über 25 Jahre wahlberechtigt waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die politische Krise anhielt, geriet die Republik schnell auch unter Druck von rechts. Feinde der neuen Staatsform fanden sich einerseits im Adel und in der Kirche, die die Ersetzung der alten Ordnung durch die Herrschaft des liberalen Bürgertums nicht akzeptierten, andererseits durch breite Volksschichten, die sich ebenfalls nicht durch die liberale Elite an der Spitze des neuen Gemeinwesens repräsentiert sahen. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen der Parlamentsmehrheit und dem Präsidenten um das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] gingen die Republikaner daher gegenüber den Vorjahreswahlen deutlich geschwächt hervor. Gestärkt wurden vor allem die gemäßigten und konservativen Kräfte, denen die einseitige Ausgestaltung der Verfassung zugunsten des Parlaments zu weit ging. In der Folge setzte sich auch Präsident [[Luis Cavaller]] für eine Revision der jungen Verfassung ein, um die Exekutive zu stärken - dem &amp;quot;Biêniu de l'Asamblêa&amp;quot; folgte eine Phase der &amp;quot;konservativen Korrektur&amp;quot;. Die [[Januarrevisionen 1895]] wichen schließlich deutlich vom Konzept der ungeteiligen Parlamentsherrschaft ab und knüpften vielmehr an die konstitutionell-monarchische Ordnung der Liberalen Ära unter [[Jacquel de Montevil]] an. Das Einkammerparlament wurde wieder durch ein Zweikammersystem ersetzt, indem neben die direkt gewählte Abgeordnetenkammer eine indirekt gewählte [[Sagradischer Senat|Senatskammer]] trat, die als konservatives Gegengewicht gegen die Deputierten fungieren sollte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch deutlicher wirkte sich die Stärkung des Amtes des Präsidenten der Republik aus, dessen Amtszeit mit unmittelbarer Wirkung von drei auf sieben Jahre verlängert wurde und der das Recht erhielt, im Einvernehmen mit dem Senat die Nationalversammlung vorzeitig aufzulösen. Zudem setzte der Präsident de facto seine Prärogative über die Einsetzung und Absetzung der Regierung durch, die zwar weiterhin an das Vertrauen des Parlaments gebunden blieb, ebenso aber auch vom Präsidenten abhängig blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn des 20. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
==== Der gescheiterte Putsch von 1898 ====&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1895]] gingen erneut die gemäßigten Kräfte der [[Moderatas]] als klarer Sieger hervor, die sich für eine Konsolidierung der Republik auf Grundlage eines starken Bürgertums einsetzten und auf einen Konsens mit den Kräften des Ancien Régime hinarbeiteten. In Opposition zu den meist großbürgerlichen Moderaten drängten die eher kleinbürgerlichen [[Partíu Republicano Radical|Radicales]] auf eine Fortführung der konstitutionellen Revolution auf sozialem und politischem Gebiet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten [[Putsch von 1898|Putschversuch vom 25. April 1898]] wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um [[Arcélio del Carnet]], [[Filipe Conte d'Avís]] und [[Stefano Perón de Carilla]] gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses [[Vienne]] wieder einzuführen und den Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] aus dem Exil zurück auf den Thron zu führen. Die eigentliche Macht sollte damit aus der Hand der gewählten Volksvertreter auf einen kleinen Kreis adliger Eliten übertragen werden. In der Abwesenheit des Präsidenten [[Luis Cavaller]], verbreitete sich am Morgen des 25. April 1898 das Gerücht, die Nationalversammlung sei aufgelöst und die Monarchie unter dem exilierten ''[[José Filipe (Thronfolger)|König Philipp IX.]]'' wiedereingeführt. Der folgende Versuch der Putschisten, die Nationalversammlung zu besetzen, schlug aber bereits in seinen Ansätzen fehl, da ein Teil der Putschisten noch in den Morgenstunden festgenommen wurde und wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren. In der Konsequenz gelang es nur wenigen putschistischen Soldaten, das Parlamentsgebäude zu umstellen, zum Sturm des Gebäudes kam es aber zunächst nicht. Dennoch erklärten einige monarchistische Abgeordnete im Gebäude ihre Solidarität mit den Aufständischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsident Cavaller erklärte sofort den Ausnahmezustand und ernannte General [[Luis María del Castós]] zum Inhaber der Exekutivgewalt. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch jedoch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialgesetzgebung und Laizismus-Streit (1899-1905) ====&lt;br /&gt;
Der April-Putsch 1898 bewirkte letztlich das Gegenteil dessen, was er zu bewirken suchte. Statt die Monarchie zurückzubringen, führte die akute Bedrohung der jungen Republik zu einer Solidarisierung der längst zerstrittenen bürgerlich-liberalen Kreise und zu einem Machtgewinn der republikanischen Linken. Präsident [[Luis Cavaller]], der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, wurde in der Folge von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt und entwickelte sich zur Integrationsfigur der jungen Republik. Die Putschisten von 1898 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die Abgeordneten, die sich mit ihnen solidarisiert hatten, verloren ihr Mandat und durften 1899 nicht zur Parlamentswahl antreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1899]] profitierten vor allem die Radikalen von der Stimmung im Land und gingen erstmals als stärkste Kraft hervor. Unter der Führung des Radikalen-Politikers [[Donado Salgado]] setzte eine laizistische Koalitionsregierung in der Folge zahlreiche Gesetze durch, die in einer &amp;quot;zweiten Revolution&amp;quot; einen Großteil der bis dahin ausgebliebenen Sozialreformen nachholten. Einerseits blieben umfangreiche Landreformen und Enteignungen wie von der aufstrebenden sozialistischen Linken gefordert aus. Andererseits aber wurden in einem weiten Linksbündnis von Liberalen bis hin zu den Sozialisten die Grundlagen für den modernen sagradischen Wohlfahrtstaat gelegt, indem nacheinander umfassende gesetzliche Unfall- und Krankenversicherungen eingeführt wurden, die als Basis für das nach und nach ausgebaute sagradische Sozialversicherungssystem dienten. 1913 folgte die Einführung einer gesetzlichen Rentenversicherung, 1936 die einer gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Darüber hinaus zielten die Reformen der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot; auf eine klare Trennung von Staat und Kirche ab und schafften u.a. die Konfessionsschulen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laizistische Koalition traf auf heftigen Widerstand der katholischen Rechten. Am energischsten stellte sich die radikal-nationalistische und populistische Bewegung der [[Nacional Renovadores]] unter der Führung von [[Daniel Lafontán]] gegen die &amp;quot;linke Republik&amp;quot;. Aber auch katholische und großbürgerliche Republikaner sowie konservative Monarchisten, die sich in der [[Unionistas|Unionistischen Partei]] sammelten, fanden sich in der Opposition zu der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot;. Unter der Führung Lafontáns und des Unionisten [[Miquel Fernando Luisanto]] gewann die vereinigte Rechte die [[Parlamentswahl 1903]] und bildete in der Folge eine Regierung der &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;. Die Koalition führte die Konfessionsschulen wieder ein, stärkte die Klöster und baute den Einfluss der katholischen Kirche wieder aus. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke verfolgt, in der sich Sagradien zunehmend isolierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Präsidentschaft Cardinal (1905-1912) ====&lt;br /&gt;
1905 starb mit [[Luis Cavaller]] der erste Präsident der Republik, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Unter seiner Führung führte Sagradien unabhängig von der Zusammensetzung der jeweiligen Regierung und trotz Widerstand aus weiten Teilen der Linken die Kolonialpolitik der Monarchie unter neuen Vorzeichen einer &amp;quot;republikanischen Zivilisationsmission&amp;quot; fort. Als Cavaller 1905 wenige Monate vor Ende seiner zweiten Amtszeit starb, hatte sich aus der provisorischen Republik ein stabiles, wenn auch politisch heftig umkämpftes Gemeinwesen etabliert, das von breiten bürgerlichen Schichten getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger Cavallers wählte die rechtsgerichtete Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Mit dem konservativen Militär saß ein Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik lange reserviert gegenübergestanden hatte, als Staatsoberhaupt aber die Integrität der Republik verteigite und eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich kategorisch ausschloss. Zunächst von Linken äußerst kritisch betrachtet und als potenzielle Gefahr für die Republik angesehen, entwickelte sich die Präsidentschaft Cardinals zu einem Integrationserfolg, indem der erzkatholische und ehemals monarchistische General zahlreiche Republikgegner für das Gemeinwesen gewinnen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich in sich zerfiel. Präsident Cardinal löste [[Parlamentswahl 1909|im Jahr 1909]] erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen ging jedoch die liberale [[Aliança Republicana]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft. Mit der [[Acción Popular]] und dem ebenfalls deutlich gestärkten [[Partíu Socialista]] gehörte nun ca. ein Drittel der Abgeordneten in der Kammer einer der beiden Parteien an, die in der Folge zu den großen Massenintegrationsparteien des Landes anwuchsen und das Ende der radikal-liberalen Dominanz im Parlament einläuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erster Weltkrieg und Entstehung des Linksblocks (1914-1917) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der parteilose [[Pier-Costantín Sant'Estrell]] zum Ministerpräsidenten einer liberalen Konsensregierung ernannt, die über eine breite parlamentarische Basis verfügte. Präsident [[Francisco Berlioz]] und seinem Ministerpräsidenten Sant'Estrell gelang es in der Folge, Sagradien aus dem Krieg herauszuhalten, auch wenn das Land offen mit den Alliierten sympathisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Parlamentswahl 1917]], bei der die Parteien der Linken den Sieg davon trugen, wurde der Radikalliberale [[Francisco Calbane]] zum Ministerpräsidenten ernannt. Er führte eine Regierung des [[Bloco de Sinistra]] an, die auch von den [[Partíu Socialista|Sozialisten]] unterstützt wurde. Mit [[Carles Sastre]] trat 1919 der erste sozialistische Minister in die Regierung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich auf Basis der Sozialgesetzgebung von 1900-1902 den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918, der Sozialgesetzgebung von 1919/20 und der Verfassungsreform von 1919 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zwanziger und Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
==== Verfassungsreform 1919 ====&lt;br /&gt;
Bereits unter Sant'Estrell war 1916 eine Verfassungskommission eingesetzt worden, die umfassende Vorschläge für eine konstitutionelle Revision vorlegte. Unter der seit 1917 amtierenden Linksregierung wurde schließlich 1919 eine umfassende [[Verfassungsrevision von 1919|Verfassungsrevision]] durchgesetzt, die bei der folgenden vorgezogenen [[Parlamentswahl 1919]] erstmals zur Anwendung kam. An die Stelle des allgemeinen Wahlrechts der Männer über 25 Jahren trat nun das allgemeine Wahlrecht für Männer und - das war neu - auch für Frauen über 21 Jahren. Damit wurde in Sagradien wie in den meisten westeuropäischen Ländern zeitgleich auch das Frauenwahlrecht eingeführt. Zudem wurde die bisherige absolute Mehrheitswahl bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer durch die Verhältniswahl ersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1919 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1919|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei erneut die Parteien der Linken davon. Die [[Partíu Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikaldemokrat [[Carles Simón López-Iregui]] zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. López-Ireguis Präsidentschaft bestand jedoch nur wenige Monate. In dieser Zeit litt sich der zögerliche Amtsinhaber unter gesundheitlichen Problemen und musste sich überdies starken Angriffen von Seiten der konservativen Presse erwehren. Im November 1919 zog er die Konsequenzen aus einer Verleumdungskampagne und trat von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]] gewählt, der die Pressekampagne hart verurteilte und einen Kurs der starken Präsidentschaft ankündigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spaltung der Linken und Große Koalition (1917-1925) ====&lt;br /&gt;
Das Regierungsbeteiligung der Linken führte zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich bereits 1917 der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partíu Socialista Auténtico]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die russische Oktoberrevolution 1917 und der Streit um das Verhältnis zur Komintern führte endgültig zur Spaltung der Arbeiterbewegung in zwei konkurrierende Parteien. Während sich die Mehrheit des [[Partíu Socialista]] gegen die Komintern und für den eingeschlagenen reformistischen Weg entschied, setzten sich im PSA nach heftigen Auseinandersetzungen die ''Terceristas'' durch konnten und begründeten schließlich den [[Partíu Comunista Sagradês]], woraufhin die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurückkehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltung der Sozialistischen Partei trug mit dazu bei, dass der Linksblock bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] seine parlamentarische Mehrheit verlor. Zwar wurde der PS erneut stärkste Kraft, die Kommunisten gewannen aber ebenfalls 22 Mandate und die [[Radicales|Radikalen]]  erlitten schwere Verluste. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar Anfang 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[Santiago Laval]] erstmals in der Geschichte der bürgerlichen Republik ein Sozialist Regierungschef, seine Regierung zerbrach aber bereits nach wenigen Monaten. Bis zur [[Parlamentswahl 1925]] amtierte schließlich eine Minderheitsregierung ohne sozialistische Beteiligung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1929) ==== &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partíu Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 148 Abgeordneten wurden die Katholiken knapp stärkste Kraft im Parlament und unterbreiteten den geschwächten [[AR|Liberalen]] ein Angebot zur Zusammenarbeit. Präsident Sánchez ernannte jedoch den Führer der liberalen [[AR|Republikanischen Allianzpartei]] [[Daniel Laponte]] zum Ministerpräsidenten einer liberal geprägten Minderheitsregierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Jahre waren von Auseinandersetzungen zwischen der liberal-katholischen Parlamentsmehrheit und dem linksbürgerlichen Präsidenten geprägt, der auf eine persönliche Teilnahme an der Regierung drängte und sich als Gegengewicht zum Parlament verstand. 1926 provozierte Sánchez eine regelrechte Verfassungskrise, als er bei einer Kabinettsumbildung sämtliche Ministerkandidaten der [[UP|katholischen Volksunion]] zurückwies, woraufhin Ministerpräsident [[Daniel Laponte]] seine Demission einreichte. Zum Nachfolger ernannte Sánchez den liberalen Außenminister [[Luciano Capón]], der schließlich eine Minderheitsregierung der Mitte bildete, die vom [[Partíu Radical]] und von der [[Aliança Republicana]] getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1926 schließlich gelang es der Parlamentsmehrheit, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen Amtsinhaber [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine katholisch geführte Koalitionsregierung unter der Führung von [[Estefán Gaeta]], die sich auf den &amp;quot;Nationalen Block&amp;quot; im Parlament stützte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1929-1934) ====&lt;br /&gt;
Nach vier Jahren komplizierter Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung brachte die [[Parlamentswahl 1929]] eine deutliche Mehrheit für die Parteien der katholischen und liberalen Rechten. Nach dem Tod von Präsident [[Domênco Scalfín]] wurde schließlich der konservative Ministerpräsident [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als Kandidat des [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]] zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise stürzte Sagradien 1930 in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1931 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die Regierung des Rechtsliberalen [[Daniel Laponte]] setzte jedoch auf eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Parlamentsmehrheit ihre Unterstützung für diese Politik im Herbst 1931 aufgekündigt hatten, musste Laponte zurücktreten. Zum Nachfolger berief Präsident Gaeta den parteilosen Verwaltungsfachmann [[Santiago Francês-Domingues]], der ein [[Kabinett Francês-Domingues|&amp;quot;Expertenkabinett&amp;quot;]] aus &amp;quot;unabhängigen Persönlichkeiten&amp;quot; anführte, die das Vertrauen des Präsidentne genossen. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die neue Mitte-Rechts-Regierung eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Expertenregierung Domingues ihre parlamentarische Unterstützung im Frühjahr 1932 verloren hatte, löste Präsident Gaeta das Parlament auf und schrieb [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932|vorgezogene Neuwahlen]] aus, die eine deutliche Stärkung der politischen Ränder erbrachte. Die rechtsextremen Parteien erhielten 37, die Kommunisten 45 Mandate im Unterhaus. Gaetas Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es der Regierung des Konservativen [[Domênco Santês]] nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herbstkrise 1934 ====&lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Präsident Gaeta bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Ein erster Höhepunkt der Gewalt war die Ermordung des Kommunistenführers [[Lorenzo Sabal]] im September 1934. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise steigerte sich von da an bis Ende Oktober 1934 zu einer handfesten Systemkrise. Auslöser war die Festnahme einer kleineren Gruppe von Faschisten, die für den Mord an Sabal verantwortlich gemacht wurden. Der faschistische [[Frente Fraternal]] unter der Führung von [[León Francês]] organisierte daraufhin Straßenproteste gegen die &amp;quot;unnationale Verschwörung&amp;quot; und forderte die Entlassung des Polizeipräsidenten und den Rücktritt der Regierung von [[Domênco Santês]]. Als die Regierung daraufhin per Eil-Dekret ein Verbot des [[Frente Fraternal]] und mehrerer truppistischer Organisationen verabschiedete, eskalierte die Situation. Francês zog mit den Demonstranten am Abend des 1. November unter Schutz der Truppisten in Richtung Präsidentenpalast und forderte dort von Präsident [[Gaeta d'Alejandro]] die Ernennung Francês' zum Regierungschef. Trotzdem zögerte die Regierung Santês mit dem Einsatz bewaffneter Truppen, da sie sich der Loyalität der Staatsorgane nicht mehr sicher war. Stattdessen bat Santês Präsident Gaeta darum, den Ausnahmezustand zu erklären. Dieser reagierte am Morgen des 2. November 1934: Er entließ Santês aus seinem Amt, ernannte Innenminister [[Joán Cesar Negrín]] zum neuen Regierungschef und übetrug die Exekutivgewalt auf General [[Alfonso Cabarel]], der mit Armeetruppen anrückte. Unter dem Eindruck der gesteigerten militärischen Präsenz löste sich der rechtsgerichtete Demonstrationszug auf. Francês und mehrere Mitstreiter wurden festgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfach als Putschversuch interpretierte Aktion der Faschisten und die zögerliche Haltung der Regierung wirkte in der sagradischen Öffentlichkeit wie ein Schock. Die Nationalversammlung setzte ein parlamentarisches Untersuchungsgremium ein, das bereits in den ersten Sitzungen zu einem vernichtenden Urteil über das Regierungshandeln kam. Ministerpräsident Negrín erklärte daraufhin nach nur wenigen Wochen im Amt seinen Rücktritt. Stattdessen wurde nun eine neue [[Kabinett Dini I|Konsensregierung]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte und das einen breiten Konsens der politischen Parteien von linker und rechter Mitte abdecken sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Volksfrontwahl 1936 ====&lt;br /&gt;
Die Krise 1934 hatte vor allem innerhalb der politischen Linken für Aufregung gesorgt und die sich seit 1932 vollziehenden Annäherungsprozesse zwischen den zerstrittenen Linksparteien beschleunigt. Treibende Kraft des Sammlungsprozesses war der Sozialistenführer [[Santiago Laval]], der angesichts der Gefahr von Rechts und der anhaltenden sozialen Krise eine vereinigte republikanische Linke zur Abwehr rechter Angriffe auf Republik und Arbeiterschaft zu organisieren suchte. In Person des neuen KP-Chefs [[Narcís Colom]] fand Laval schließlich einen Mitstreiter, der die Kommunisten erstmals für die republikanische Zusammenarbeit öffnete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1936|Aprilwahlen 1936]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partíu Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte. Nach Bildung der Volksfront drängten die Linksparteien auf einen Regierungswechsel zu ihren Gunsten. Zwar hatte die Regierung Dini bereits sozial konsolidierende Maßnahmen im Sinn einer keynesianischen Nachfragepolitik zur Bekämpfung der Krise eingeleitet, den Linksparteien ging dies aber nicht weit genug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Wahlen ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als deutlicher Sieger hervor. Zum ersten mal fand sich nun eine linke Mehrheit unter Einschluss der Kommunisten für eine Regierungsbildung bereit. Mit deutlicher Mehrheit wählte die Kammer den sozialistischen Kandidaten [[Santiago Laval]] zum neuen Präsidenten der Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präsidentschaft Laval und Golenkrise (1936-1937) ====&lt;br /&gt;
Mit [[Santiago Laval]] zog zum ersten Mal ein Sozialist in den [[Plazarenya]]-Palast ein, ein entscheidender Schritt zur vollständigen Integration der sozialistischen Bewegung in den parlamentarischen Staat. Laval ernannte eine sozialistisch-radikale Minderheitsregierung unter Führung des rechten Sozialisten [[José António Saviola]], in der die meisten und die einflussreichsten Ministerien von erfahrenen Ministern des [[Partíu Radical]] geführt wurden. Zwar blieb der [[Partíu Comunista Sagradês|Partíu Comunista]] außerhalb der Regierung, unterstützte diese aber im Parlament. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Saviola führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten &amp;quot;Arbeitslosenhilfefonds&amp;quot; erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch hatte die Volksfront von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders der schwelende [[Golische Bürgerkrieg]] drohte immer mehr auf sagradischen Boden überzuschwappen. Die unter Kommunisten gehegten Sympathien für die Unabhängigkeit Golens belasteten die Beziehungen innerhalb der sagradischen Regierung ebenso wie zwischen Sagradien und der mikolinischen Nationalregierung unter [[Pier Ulisse]]. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Mikolinien auszuliefern, kam es im Sommer 1936 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen auf sagradisches Staatsgebiet vordrangen, um golische Terroristen zu verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die mikolinischen Truppen binnen weniger Tage die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Mikoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Volksfront und Laval-Attentat (1937-1938) ====&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten, wo radikale antikommunistische und autoritäre Kräfte zunehmend an Einfluss gewannen. Der auf dem Parteitag der [[Volksunion]] in [[Noyar]] Ende 1936 zum Parteichef gewählte [[Manuel Álamo Igualde]] vertrat das Konzept einer Verfassungsreform zur Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung, um die Herrschaft der Linksparteien im Parlament einzuschränken. Die Rechten hofften vor allem, die Einführung einer Direktwahl zum Präsidentenamt könnte ein rechtes Gegengewicht gegen die Parteien der Linken schaffen und die Volksfrontmehrheit aufbrechen. Während sich diese Positionen noch auf dem Boden der parlamentarischen Verfassung befanden und weitverbreitete Reformvorstellungen reflektierten, setzten sich Teile der Parteijugend der UP, der sogenannten [[Jungzirkel]] für einen deutlich weitergehenden Verfassungsumbau in Richtung einer autoritären Herrschaft ein. Diese Radikalen gewannen zwar Ende der 1930er Jahre an Einfluss, ohne sich aber gegenüber den gemäßigten Kräften in der Partei durchsetzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Beginn an sah sich die Regierung der Volksfront heftigen Angriffen von bürgerlicher Seite und aus dem Kreis der Unternehmerverbände ausgesetzt. Im Parlament verweigerten die katholische Rechte und weite Teile der Liberalen der Regierung jegliche Zusammenarbeit. Hinzu kamen bald nach ihrer Bildung bereits heftige Spannungen innerhalb des Linksbündnisses, vor allem zwischen gemäßigten und bürgerlichen Kräften und dem radikalen Flügel der Kommunisten. Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention, womit das Volksfrontbündnis mit den Kommunisten endgültig zerbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste der Präsident schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Lavals führte zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Im aufgeheizten Klima des Wahlkampfs wurde Laval schließlich am Abend des 21. Februar auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen [[División Negra]] überführt, die trotz Verbots 1936 im Untergrund weiterarbeitete. Als Interimspräsident wurde der liberale Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen 1938 und Regierung Álamo ====&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage, die auch durch die nationale Anteilnahme am Tod des ersten sozialistischen Präsidenten der Republik nicht verhindert werden konnte. Zu stark war die Enttäuschung auch vieler Linker über den Bruch der Volksfront und ihre politische und ökonomische Bilanz. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Álamo setzte sich ein repressiver Kurs gegen radikale Kräfte auf der linken und rechten Seite durch. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und setzte das Verbot schließlich auch praktisch durch. [[León Francês]] blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Gleichzeitig setzte die Regierung auch gegenüber der kommunistischen Linken auf repressive Maßnahmen und griff zum Instrument des Verbots und der Zensur im Namen von Republik, Staat und Volk. Die KPS blieb zwar von einem Verbot verschont, ihre Tätigkeit wurde aber stark limitiert und führende Politiker immer wieder wegen des Verdachts auf staatsgefährdende Tätigkeiten in ihrer Arbeit behindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte Sagradiens im Zweiten Weltkrieg (1940-1945) ===&lt;br /&gt;
==== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ====&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partíu Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Juni-Regime und Verschärfung der Situation ====&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien in der Bedrohungssituation einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde grundsätzlich verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partíu Socialista]] und der Kommunisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Winter 1939/1940 wurden in Sagradien insgesamt zwölf Internierungslager errichtet, in denen im Laufe der Jahre Kriegsflüchtlinge, gestrandete ausländische Soldaten, aber auch Kommunisten, Syndikalisten und Pazifisten festgehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der &amp;quot;Comunión Nacional&amp;quot; stärkte zwar einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter Volksschichten im Zeichen der außenpolitischen Bedrohung, führte aber auch zu einer Exklusion opponierender Kräfte aus dem nationalen Konsens. Im Inneren kam es zudem zu Notstandsmaßnahmen, die die republikanischen Freiheitsrechte der Bevölkerung merklich einschränkten. Als Geheimdienst im Inneren fungierte dabei die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. Vor allem Kommunisten und Trotzkisten, aber auch bekennende Faschisten gerieten ins Fadenkreuz der Behörden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kriegseintritt ====&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón den parteilosen Finanzminister [[Sergio Rafael Dini]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Führung Capóns und Dinis erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]]), die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
=== Sagradien in der Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
==== Begründung des Nachkriegskonsenses (1945-1947) ====&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet und die historische Zäsur zu einer Neubegründung der demokratischen Republik genutzt. Durch die Bedrohung des Krieges hatte sich nach den Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahre erstmals wieder ein nationaler Konsens etabliert, der genutzt werden sollte, auch dauerhaft ein Klima der Aussöhnung und der Zusammenarbeit über Lager und Klassen hinweg zu erreichen. Die Bürgerrechte wurden wieder in vollem Umfang eingesetzt und die verschärften Gesetze gegen Staatsfeinde wieder entschärft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahl]]. Stärkste Kraft wurde die christdemokratische [[Volkspartei]] vor der [[PS|Sozialistischen Partei]].&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], die größte Rechtspartei der vergangenen Republik, hatte sich kurz vor der Wahl mit der linkskatholischen [[PDP]] zum [[Partíu Popular de Convergência]] vereinigt und hatte sich dabei ein stark von der katholischen Soziallehre geprägtes christdemokratisches Programm gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Tag nach ihrer Konstituierung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens und den ehemaligen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] vom linksliberalen [[Partíu Radical]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und Radikalen fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnte, sowie mehrere Splitterparteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte erreicht, dass die scharfen politischen und sozialen Konflikten der 1930er Jahre, die vor allem zwischen Linken und Rechten ausgefochten wurden, nun einem breiten nationalen Konsens und der Bereitschaft zur lagerübergreifenden Zusammenarbeit Platz machten. Die Partner der &amp;quot;Demokratischen Koalition&amp;quot;, von Kommunisten bis zu Katholiken, einigten sich daher auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte. Der Markt, so der Konsens, sollte durch einen starken Staat gebändigt werden. Zugleich führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde an die Politik der [[Volksfront]]regierung der Dreißiger Jahre angeknüpft und der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungsrevision 1949/50 ====&lt;br /&gt;
Auch Verfassungspolitisch wagten die Koalitionäre Neuland und machten sich an eine umfassende Revision der [[Verfassung von 1893]], die vor allem der politischen Instabilität der vergangenen Jahrzehnte Abhilfe schaffen sollte. Zentrales Ziel der Reform war es, den Verfassungstext zu aktualisieren und zu modernisieren. Wichtigstes Vorhaben war es daher, einen Grundrechtekatalog in die Verfassung aufzunehmen, der die nur rudimentären Bestimmungen der Verfassung von 1893 umfassend ergänzen sollte. Dem Geist des Nachkriegskonsenses entsprechend wurde nun auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums festgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich sollte aber auch die Regierungsstabilität erhöht und die Macht der parlamentarischen Exekutive gestärkt werden. Erstmals überhaupt wurde das Amt des Ministerpräsidenten auch offiziell in den Verfassungstext aufgenommen. Der Präsident der Republik ernannte zwar weiterhin die Minister, allerdings auf Vorschlag des Ministerpräsidenten, dessen faktisch bereits bestehende Rolle als Regierungschef damit konstitutionell verankert und zusätzlich gestärkt wurde. Schließlich sollte er die Politik der Regierung leiten und die Gesamtverantwortung tragen. Das Instrument des Misstrauensvotums wurde ausdrücklich an eine absolute Mehrheit der Abgeordneten gegen die Regierung gebunden, sodass das Prinzip des negativen Parlamentarismus auch formell in die Verfassung geschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsens bestand zudem darin, dass der Senat, bisher gleichberechtigte zweite Kammer, an Kompetenzen einbüßen sollte, um die Handlungsmöglichkeiten der Regierungen zu erhöhen. Während aber Kommunisten und Sozialisten eine ersatzlose Abschaffung des Senats und den Übergang zum Einkammer-System befürworteten, wollten die bürgerlichen Parteien an der zweiten Kammer festhalten. Als Kompromiss einigte sich die gemeinsame Verfassungskommission der Nationalversammlung schließlich darauf, den Senat zu reformieren und zentraler Kompetenzen zu berauben, aber nicht gänzlich abzuschaffen. Aus dem symmetrischen wurde so ein asymmetrischer Bikameralismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1949]] entschieden die Wähler mit deutlicher Mehrheit für die Parteien, die sich für die Verfassungsrevision aussprachen. Die neu gewählte [[Nationalversammlung]] verabschiedete das Verfassungsgesetz schließlich am 30. August 1949 mit deutlicher Mehrheit und gab es damit zur Volksabstimmung frei. In einem Referendum am 1. November 1949 sprachen sich fast 80 Prozent der sagradischen Wähler für den neuen Verfassungstext aus, der daraufhin zum 1. Januar 1950 in Kraft trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zeit der Konsensregierungen (1946-1953) ====&lt;br /&gt;
Die [[Parlamentswahl 1946|Parlamentswahlen 1946]] zu [[Abgeordnetenkammer]] und [[Senat]] führten zu einem Sieg der [[PPC|Christdemokraten]] vor den [[PSU|Sozialisten]], die zunächst gemeinsam die Demokratische Koalition mit [[PRR|Radikalen]] und [[PCS|Kommunisten]] fortsetzten. Der gemäßigte Sozialist [[Santo de l'Ilpa]] wurde Ministerpräsident, doch nahmen die Spannungen innerhalb der Koalition, nicht zuletzt aufgrund der zunehmend schwierigen Weltlage im beginnenden Ost-West-Konflikt zu. Die Frage der Westbindung der Regierung, vor allem der Inanspruchnahme der amerikanischen Marshallplan-Hilfe führte schließlich zum Bruch mit den Kommunisten, die das Kabinett im März 1947 verlassen mussten. Danach wurde die Koalition als ''Zentrumsblock'' ohne die Kommunisten fortgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den beiden prägenden Politikern der folgenden Jahre, [[Santo de l'Ilpa]] von den [[ASUL|Sozialisten]] und [[Paulo Luciaro]] von den [[Christdemokraten]] beteiligte sich Sagradien wesentlich am Aufbau eines westlichen Militärbündnisses, so 1948 am Brüsseler Pakt mit Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten sowie 1949 an der Gründung der NATO. Nach einer Regierungskrise Ende 1948 - die Radikalen verließen vorübergehend die Regierungskoalition – wurde Ilpa als Ministerpräsident durch Paulo Luciaro abgelöst, blieb aber als Außenminister in der Regierung. Die Koalition blieb damit stabil und wurde auch nach der [[Parlamentswahl 1950]] zunächst fortgeführt. In der Folge gehörte Sagradien unter den überzeugten Europäern Luciaro und Ilpa zu den Gründernationen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und beteiligten sich an den Projekten weiterer europäischer Bündnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende der Amtszeit von Präsident [[Sergio Rafael Dini]] im Jahr 1950 fanden erstmals [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1950|Direktwahlen zum Präsidentenamt]] statt, bei denen der 81-jährige Dini auf eine Wiederwahl verzichtete. Bei der Wahl konnte sich der Kandidat der Radikalen, der ehemalige [[Außenminister]] und erste Generalsektetär der Vereinten Nationen, [[David Pizarro Cordês]] überraschend in der zweiten Runde gegen den Christdemokraten [[Amentino Xavier-Castrell]] durchsetzen. In der ersten Runde hatte er noch den zweiten Rang nur knapp vor Außenminister [[Santo de l'Ilpa]] belegt. Mit dem Diplomaten Pizarro Cordês erhielt das Amt eine stark repräsentative Prägung. Pizarro Cordês suchte zwar außenpolitisch Akzente zu setzen, verzichtete innenpolitisch aber auf eine aktive Rolle und wurde auch nicht mit ernsthaften Regierungskrisen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christdemokratische Vorherrschaft (1953-1962) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der Sozialisten aus der [[Kabinett Luciaro III|Regierung Luciaro]] endete 1953 die Zeit der großen Koalitionsregierungen aus Christdemokraten, Sozialisten und Radikalen. [[Paulo Luciaro]] blieb aber Ministerpräsident mit Unterstützung der Links- und Rechtsliberalen in der [[Abgeordnetenkammer]]. Bei der [[Parlamentswahl 1954]] erreichte die [[Volkspartei]] mit 42 Prozent der Stimmen das bis heute beste Ergebnis einer einzelnen Partei bei nationalen Wahlen in Sagradien. Die oppositionelle sozialistische [[ASUL]] dagegen fiel unter die 30-Prozent-Marke zurück und verlor für Jahre den Anschluss an die Christdemokraten. Diese regierten in der Folge in einer konservativ-liberalen Regierung mit den Parteien des liberalen Wahlbündnisses [[Unión Democrática]], das sich anlässlich der Parlamentswahl um [[PRR]] und [[MRL]] gebildet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch wurde nun im Bündnis mit den Liberalen eine stärker auf eine freie Marktwirtschaft ausgerichtete Politik verfolgt, ohne aber den Nachkriegskonsens aufzukündigen. Auf den sozialpolitischen Basisentscheidungen der Vorgängerregierungen gründend, wurde diese Politik von weiten Teilen der Bevölkerung als großer Erfolg empfunden, zumal der Nachkriegsboom nun in seine dynamischste Phase überging und für über ein Jahrzehnt wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gleichzeitig ermöglichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch behielt die Regierung Luciaro jedoch den bisherigen Kurs bei und verfolgte weiterhin eine Politik der europäischen Integration. 1957 unterzeichnete Außenminister [[Carles María Ortega]] für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten. Daneben bemühte sich die Regierung aber auch um eine Aussöhnung mit dem Nachbarn [[Micolinien]], die 1955 schließlich in den [[Golische Verträge|Golischen Verträgen]] resultierte. Darin wurde die seit Jahrhunderten strittige Frage der Zugehörigkeit der golischen Gebiete endgültig geklärt und den in beiden Staaten lebenden golischen Minderheiten ebenso wie den sagradischen bzw. micolinischen Minderheiten im jeweils anderen Staat umfassende Schutzrechte zugesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Christdemokraten wurde auch bei der [[Präsidentschaftswahl 1955]] sichtbar, bei denen sich der langjährige [[Bürgermeister von Semess]] und [[Senat]]spräsident [[Fernando de la Roya]] deutlich durchsetzen konnte. Der christlich-soziale Roya wurde schnell zu einer parteiübergreifenden Integrationsfigur für die gesamte Nation und füllte damit stärker als sein Vorgänger die Rolle eines Landesvaters aus. Obwohl ein Anhänger großer Koalitionen beließ er es bei der eingespielten Mitte-Rechts-Koalition unter Führung [[Paulo Luciaro]]s, der eindeutig die prägende Politikerpersönlichkeit des Jahrzehnts und der gesamten Nachkriegsphase darstellte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Luciaros Mitte-Rechts-Koalition bei der [[Parlamentswahl 1958]] erneut eine deutliche Mehrheit in der Abgeordnetenkammer gewonnen hatte, wurde die Regierung zunächst unter Luciaros Führung fortgesetzt, doch mehrte sich allmählich Kritik am Regierungschef, bei dem zunehmend Alterserscheinungen sichtbar wurden. Luciaro übergab schließlich zum Jahreswechsel 1959/60 sein Amt als Regierungschef an den bisherigen Finanzminister [[Carles Angel Favale]], der sich parteiintern gegen Luciaros Favoriten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] und den Außenminister [[Carles María Ortega]] hatte durchsetzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des sagradischen Kolonialreichs ===&lt;br /&gt;
Das sagradische Kolonialreich in Amerika, Afrika und Asien wurde nach dem 2. Weltkrieg schrittweise dekolonisiert. Ein wichtiger Schritt war dabei die Verfassung von 1949, in der die Überseekolonien zu autonomen Konföderationen der Sagradischen Republik mit eigenen Selbstverwaltungsrechten erklärt wurden. Ziel war es, die bisherigen Kolonien schrittweise und geordnet in eigene Verwaltung zu übergeben, ohne aber die geostrategische und ökonomische Bindung ans Mutterland ganz abreißen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Joannianen ====&lt;br /&gt;
Bereits die [[Volksfront]]regierung hatte mit der [[Joannianen|Joannianischen Union]] 1937 auf dem Boden der Kolonie [[Sagradisch-Ostindien]] einen semi-unabhängigen Staat im Pazifik geschaffen, innere Autonomie verliehen und damit den Grundstock für die Entwicklungen nach 1945 geschaffen. Die Entwicklungen auf den Joannianen verliefen jedoch weniger stabil als erhofft. Mehrere Putschversuche führten 1948 schließlich zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen. Massenproteste der Opposition gegen den autokratischen Machthaber [[James Motaro]] führten 1948 schließlich zum Aufstand und Bürgerkrieg, in dem sich die Befürworter der vollständigen Unabhängigkeit von Sagradien durchsetzen konnten. Die neue Regierung erklärte die Union für aufgelöst und rief die [[Joannianische Republik]] aus, die sich von Semess vollständig unabhängig erklärte. Die sagradische Regierung erkannte die Unabhängigkeit schließlich 1949 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Indien ====&lt;br /&gt;
Die Kolonialstädte in [[Sagradisch-Indien]] Vizagapatam, Masulipatnam und Cannanore wurden 1949 und 1954 per Vertrag an das unabhängig gewordene Indien übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Afrika ====&lt;br /&gt;
Als erste afrikanische Kolonie erhielt [[Sagradisch-Westafrika]] 1946 die Selbstverwaltung in Form der [[Westafrikanischen Föderation]] mit einem eigenen Parlament und einer eigenen Regierung. Infolge eines Unabhängigkeitsreferendums ging aus der Föderation 1955 die unabhängige [[Republik Belhami]] hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr wie Belhami, 1946, erhielten auch [[Nordmadagaskar]] und [[Cenâu]] die Selbstverwaltung. Ein nationalistischer Aufstand im Süden der Insel drohte 1947 schließlich auf den Norden überzuschlagen, was schließlich zum vorzeitigen Abzug sagradischer Truppen führte und eine Krise mit dem Nachbarn Frankreich auslöste. 1956 erklärte sich Nordmadagaskar schließlich im Einvernehmen mit der sagradischen Regierung für vollständig unabhängig, 1958/1960 folgte auch der französische Süden der Insel. Die zur Kolonie gehörende Insel [[Cenâu]] blieb jedoch auf eigenen Wunsch hin sagradisch und ist heute eines der [[Überseegebiete]] der Republik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 wurde die [[Konföderation von Ríu Ogüé und Cabinda]] als selbstverwaltendes Gebiet auf dem Boden der beiden Kolonien [[Ríu Ogüé]] und [[Sagradisch-Kongo]] gegründet. Die Konföderation endete 1956 durch die erklärte Unabhängigkeit der [[Republik Oguana]]. Cabinda folgte wenig später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]], de facto bestehend aus den beiden Hafenstädten Hafun und Aluula, wurde 1949 in eine Konföderation der beiden Freistädte umgewandelt, die weiterhin mit Sagradien assoziiert bleiben sollten. Die Freistädte wurden jedoch 1960 nach Begründung der unabhängigen Republik Somalia auf dem Boden des britischen und des italienischen Teils annektiert und schließlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend von Weißen bewohnte Siedlerkolonie auf den [[Inseln von Aziz]] wurde von Sagradien nicht als Kolonie, sondern als integraler Teil des Mutterlandes betrachtet und entwickelte keine vergleichbar starke Unabhängigkeitsbewegung wie auf dem afrikanischen Festland. Entsprechend war Aziz als eine der sagradischen Provinzen verfasst. Erst auf Druck einer zunehmend einflussreichen Autonomiebewegung hin erhielten die Inseln 1967 die innere Autonomie mit dem Status einer [[Sagradische Regionen|Autonomen Region]] der Sagradischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1960er und 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
==== Rückkehr der Sozialisten in die Regierung (1962-1967) ====&lt;br /&gt;
Unter Ministerpräsident [[Carles Angel Favale]] wurden zunehmend Probleme der deutlichen Vorherrschaft der Christdemokraten sichtbar. Anders als sein Vorgänger fehlten ihm wesentliche Integrationskompetenzen, stattdessen neigte der konservative Regierungschef eher dazu, das politische Feld zwischen Anhängern und Gegnern zu polarisieren. Es fehlte ihm aber auch an parteiinterner Macht zu einer starken Führung, die erst sich nach wie vor mit dem Parteivorsitzenden Luciaro teilen musste. In Kombination mit den Ansätzen einer gesellschaftlichen Liberalisierung gerieten die Christdemokraten nun in eine Krise, die bei der [[Parlamentswahl 1962]] zu deutlichen Verlusten für die Volkspartei führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Wahlen kam es schließlich zur Bildung einer Großen Koalition aus [[PPC]] und [[ASUL]] unter dem bisherigen Innenminister [[Martín Ánibal Costa]]. Zuvor hatten die Sozialisten ihre Regierungsbeteiligung von einer Ablösung Favales abhängig gemacht, woraufhin Präsident De la Roya den beidseitig akzeptablen Costa mit der Regierungsbildung beauftragt hatte. Favale blieb als Finanzminister im [[Kabinett Costa|Kabinett]], für die Sozialisten wurde [[Iacovo Del Pérez]] Vizepremier und Außenminister. Anders als zehn Jahre zuvor blieb die Zeit der nunmehrigen Großen Koalition aber nur eine Übergangsphase. Von Beginn an fehlte es den Koalitionspartnern an gemeinsamen Politikprojekten, die einen politischen Konsens und ein längerfristiges Regierungsprogramm begründet hätten. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt zerbrach die Koalition, woraufhin Präsident Roya mit Zustimmung der beiden Regierungsparteien erstmals die [[Abgeordnetenkammer]] auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Parlamentswahl 1963|Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer im Dezember 1963]] gingen schließlich erstmals in der Nachkriegszeit die Sozialisten als knapp stärkste Partei hervor. Deren Generalsekretär [[António Santiago]] erhielt von Präsident Roya den Regierungsbildungsauftrag und konnte sich nach schwierigen Koalitionsverhandlungen schließlich auf eine Koalition seiner [[ASUL]] mit den beiden liberalen Parteien [[PRD]] und [[UDS]] einigen. Die innerlich zerstrittenen Christdemokraten dagegen wurden erstmals überhaupt in der Nachkriegszeit in die Opposition verbannt, wo ein schwieriger Neuordnungsprozess und ein handfester Machtkampf um die Parteiführung ausgetragen wurden. Aus diesem ging schließlich [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor, der 1964 die Führung von Partei und Opposition übernahm. Sein Konkurrent [[Carles María Ortega]] konnte sich dagegen bei der [[Präsidentschaftswahl 1965]] als Nachfolger von Ariel de la Roya durchsetzen, der nach zehn Jahren nicht erneut kandidieren konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Führung der Sozialisten wurde die große Linie der bisherigen Nachkriegspolitik im Grunde fortgesetzt. Vor allem außenpolitisch knüpfte die Mitte-Links-Koalition an die Politik der Vorgängerregierungen an und suchte sowohl die europäische Integration als auch die Zusammenarbeit mit Micolinien (in Form von Dreistaatengesprächen) fortzuführen. Die Koalition bemühte sich aber um eine innenpolitische Liberalisierung und setzte schließlich eine umfangreiche Verwaltungsreform durch, die Sagradien dezentralisierte und umfassende Selbstverwaltungsrechte an die neu begründeten [[Sagradische Regionen|Regionen]] des Landes übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regierungschef António Santiago verstarb im Juni 1964 nach nur wenigen Monaten im Amt an den Folgen eines Herzinfarktes. Nachfolger wurde sein Parteifreund und bisheriger Außenminister [[Iacovo Del Pérez]], der die Regierungskoalition mit den Liberalen fortsetzte. Diese geriet seit 1966 aber in zunehmende wirtschaftspolitische Gegensätze, nachdem es zu einer deutlichen Flaute in der Konjunktur gekommen war, die den Nachkriegsboom vorerst beendete. Da sich Sozialisten und Liberale nicht auf eine gemeinsame Lösung der Krise einigen konnten, zerbrach die Koalition im Januar 1967. Dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett folgte ein Misstrauensvotum gegen Del Pérez in der Abgeordnetenkammer, woraufhin Präsident [[Carles María Ortega]] das Parlament vorzeitig auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konservative Regierung und gesellschaftlicher Reformaufbruch (1967-1970) ====&lt;br /&gt;
Aus der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1967]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] wieder als Sieger hervor. Deren Vorsitzender [[Carles Angel Favale]] wurde zum zweiten Mal zum Regierungschef einer Koalition aus [[PPC]] und [[UDS]] ernannt, die jedoch von der Unterstützung der linksliberalen [[PRD]] abhängig war. Das politische Führungspersonal blieb damit im wesentlichen das Alte. Doch zeichnete sich bei der Wahl auch der Keim neuer politischer Instabilität ab. Mit der [[MFP|Volksbruderschaftsbewegung]] des Publizisten [[António Blanxard Rovira]] zog eine neue populistische Kraft ins Parlament ein, die vor allem die Unsicherheit großer Teile der Bevölkerung mit der zunehmenden Modernisierung des Landes und der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Liberalisierung repräsentierte. Mit Parolen gegen den angeblich sozialistischen Konsens der dominierenden Parteien und gegen die Steuerlast des Sozialstaates bediente die Bewegung Ressentiments und Abstiegsängste besonders des zunehmend marginalisierten Alten Mittelstandes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite drängte aber ein zunehmender Teil der Bevölkerung und der jüngeren Eliten auf weitergehende gesellschaftliche Reformen und eine Öffnung des als erstarrt empfundenen sozialen Systems und der moralischen Standards. Sichtbarster Ausdruck dieses Bestrebens wurde bald schon die linke Studentenbewegung, die in der neuen konservativ-liberalen Regierung und besonders in ihrem Chef Favale das kapitalistisch-reaktionäre Feindbild sah. Viele Protestaktionen richteten sich gegen den autoritären Geist der konservativen Gesellschaft, gegen den nach Meinung vieler Studenten und Intellektueller um sich greifenden Materialismus der Wohlstandsgesellschaft und gegen die sich ausbreitende Technokratie. Neben konkreten Zielen, wie Verbesserung der Studienbedingungen, Demokratisierung der Hochschulen sowie der Gesellschaft und einem Ende des Vietnamkriegs, standen auch unterschiedliche Forderungen nach einer anderen Gesellschaft und nach einer Überwindung der rigiden konservativen Sexualmoral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proteste der Studenten, die bereits Ende 1967 begonnen hatten und verschiedene Ziele gleichzeitig verfolgten, mündeten im Folgejahr schließlich in einer politischen Krise, nachdem es im April 1968 bei der Besetzung der [[Luis-Cavaller-Universität]] in [[Semess]] zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, bei denen ein Student tödich verletzt wurde. Es kam in der Folge zu heftigen Anschuldigungen gegen die Regierung und zu weiteren Demonstrationen, die im Juli schließlich in einer Regierungskrise mündeten, nachdem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eine Mitschuld des damaligen Innenministers [[Santiago Quixón]] festgestellt hatte. Der Austritt der liberalen Minister aus der Regierung zwang [[Carles Angel Favale]] schließlich, Quixón und den zuständigen Staatssekretär zu entlassen und eine umfangreiche Aufklärung zuzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Sagradiens&amp;diff=24247</id>
		<title>Geschichte Sagradiens</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Sagradiens&amp;diff=24247"/>
		<updated>2015-11-07T19:35:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Anfänge der Zweiten Republik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Sagradien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Altertum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagrische Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die ersten Zeugnisse einer [[Sagrer|sagrischen]] Frühkultur stammen aus dem 14. Jahrhundert v.Chr.; die ersten indogermanischen Völkerwanderungsstämme aus Osteuropa ließen sich in [[Sagradien]] und [[Mikolinien]] im 12. Jahrhundert v. Chr. nieder und vermischten sich rasch mit der Urbevölkerung. Den Römern waren diese Stämme später als 'Sagrer' (''Sagri'') bekannt, wobei grob zwischen süd- und mittelsagrsichen sowie asumarischen Stammesgruppen unterschieden werden kann. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. drangen keltische Stämme aus Gallien auf die Halbinsel vor und siedelten besonders im Norden und Nordosten der sagradischen Halbinsel. Dabei kam es auch oft zu Verschmelzungen mit einheimischen sagrischen Stämmen, sodass man häufig von einer ''[[Sagrokelten|sagrokeltischen]] Kultur'' spricht. Im Süden entwickelte sich eine ausgeprägte sagrische Kultur. Besonders der [[Blaumeerraum]] wurde zu einem Zentrum sagrischer Siedlungen mit den [[Piäer]]n (lat. Piaei) und [[Sisinen]] (lat. Sisini) als wichtigste Stämme an der östlichen und [[Mikoläer]]n (lat. Micolaei) als dominierende Stammesgruppe an der westlichen Blaumeerküste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eroberung Sagradiens durch die Römer und römische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Bereits Iulius Caesar eroberte in den gallischen Kriegen seit 59 v.Chr. Teile Nordostsagradiens, indem er zunächst die gallischen Stämme der [[Vikier]] und [[Amorier]] unterwarf. Im Jahr 54 v. Chr. riefen die [[Saloer]] Caesar zur Hilfe gegen die keltischen [[Cabeser]] und [[Liener]], die zu dieser Zeit nach Süden und Westen drängten und damit die Saloer bedrohten. Caesar nutzte die Gelegenheit, um den keltischen Norden der Halbinsel zu erobern und als Provincia [[Sagradia Citerior]] dem römischen Herrschaftsbereich einzugliedern. Zu dieser Zeit unterhielt Rom zu einigen sagrischen Stämmen, besonders zu den [[Aider]]n an der Südküste der Halbinsel freundschaftliche Verhältnisse und betrieb regen Handel mit ihnen. Unter Augustus wurde die Eroberung Sagradiens durch die Römer fortgesetzt. Nachdem zunächst die Streitigkeiten der sagrischen Stämme untereinander und mit den Sagrokelten, die den Römern weniger feindlich gegenüberstanden, weitergeführt worden waren, schlossen verschiedene sagrische Stämme ein Bündnis, welches aber auch die Invasion der römischen Legionen nicht aufhalten konnte. Augustus selbst eroberte im Jahr 25/24 v.Chr. ganz Sagradien, konsolidierte die Herrschaft im Gebiet bis zum [[Saidel|Fluvius Saidelius]] und [[Bordêu|Fluvius Bordeus]] und gründete die Provinz [[Sagradia Ulterior]]. Rom trennte damit erstmals die beiden Teile der Halbinsel in ein römisches Sagradien östlich von [[Blaumeer]] und [[Konsetten]] und ein Gebiet westlich dieser natürlichen Grenzen, das erst unter Kaiser Claudius im 43 als [[Provincia Micolina]] unter römische Herrschaft kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 18 v. Chr. trat der römische Statthalter beider Sagradien, Q. [[Valerius Tullianus Sagradianus]], mehrere Feldzüge gegen eine sagrische Allianz aus Aidern, Micoläern und Sisinen an, die mit der Eroberung Sagradiens endeten. Augustus teilte daraufhin im Jahr 14 v. Chr. die Sagradia Ulterior in eine kaiserliche Provincia [[Sisinia]] mit der Hauptstadt [[Tules|Tulisium]] (das heutige Tulis) und eine senatorische [[Provincia Belacionensis]] mit der Hauptstadt [[Belaçón|Belacio]] (das heutige Belaçón) auf. Ein letzter großer [[Sagreraufstand|sagrischer Aufstand]] unter dem aidischen Feldherrn [[Asilië]] endete für Rom verlustreich, konnte von Tullianus aber im Jahr 8 v. Chr. niedergeschlagen werden. Ihr Anführer Asilië wurde später als sagradischer Nationalheld verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kelten wurden sehr schnell assimiliert, aber auch die Sagrer nahmen nach den anfänglichen Widerständen  in den folgenden Jahrhunderten die Herrschaft und Kultur Roms an, sodass eine sagro-römische Mischkultur entstand. Mit den großen Städten [[Gerón|Geronia]], [[Noyar|Noviogarum]], [[Duerez|Colonia Duerensis]] und [[Tulis|Tulisium]] entstanden neue Zentren der römischen Kultur in Sagradien. Aus dem auf der Halbinsel gesprochenen Vulgärlatein entwickelten sich allmählich die [[Sagradische Sprache|sagradischen Dialekte]] und die gesamte [[Sagroromanisch|sagroromanische Sprachgruppe]]. Nach der diokletianischen Verwaltungsreform wurden die drei Sagradien einer eigenen [[Dioecesis Sagradiae]] eingegliedert und die [[Provincia Geroniensis]] (seit 27 v. Chr. Name der Sagradia Citerior) in die Provinzen [[Ligria]], [[Sagradia Ostiniensis]] und [[Sagradia Nogarensis]] unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der Germanen und Zerfall der römischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts drangen mit den [[Alkonen]] und [[Herkanden]] von der iberischen Halbinsel aus germanische Stämme auf das Gebiet des römischen Sagradiens vor und gründeten frühe Reiche, von denen das Alkonenreich im Süden zum ersten germanischen Staat in Sagradien wurde. Die Herkanden wurden wiederum zur Mitte des Jahrhunderts von den einfallenden [[Skanten]] nach SüdMikolinien verdrängt, zwischen 450 und 480 folgten die [[Golen]], die sich an der Nordküste des Blaumeers ansiedelten. Die fast 500-jährige unumschränkte Herrschaft Roms auf der Halbinsel endete 462, als der letzte römische Statthalter in Tulis getötet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Reich der Skanten, die den gesamten Norden Sagradiens und Mikoliniens besiedelten, zerfiel bald in kleinere Stammesgruppen. Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die germanische Herrschaft schon fast über ganz Sagradien. Die Stämme verschmolzen relativ rasch mit der romanischen Bevölkerung, wobei die Germanen nicht selten die Führungsschicht bildeten. Die lange Zeit florierenden Städte erlebten einen Niedergang und wurden zum Teil schwer verwüstet. Nachdem die arianischen Skanten bereits im im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der muslimischen Numerer in Alconía ===&lt;br /&gt;
In einem alkonischen Erbstreit zu Hilfe gerufen, fielen zur Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus im Süden Sagradiens muslimische Mauren aus Spanien ein, die in Sagradien den Namen [[Numerer]] erhielten. Diese konnten rasch das gesamte Gebiet der Alkonen erobern und besiegten 757 den letzten Alkonenkönig [[Rikkrik]] (Regrigo). Sie errichteten das zunächst vom Kalifat in Damaskus abhängige [[Emirat von Duerez]] (arabisch: Dohraz), das sein Herrschaftsgebiet im Laufe der folgenden Jahre bis kurz vor [[Tulis]] und [[Óstino]] ausbauen konnte und die verschiedenen alkonisch-romanischen Bevölkerungsgruppen aufnahm. Die muslimischen Numerer verhielten sich gegenüber der christlichen Bevölkerung weitgehend tolerant und verzichteten auf eine Zwangsislamisierung. Während der Herrschaftsjahre der arabischen Emire blühten im Süden Kultur und Handelswesen, wovon auch die christlichen Königreiche im Norden profitierten, die die Herrschaft nach kurzer Zeit der Kriege akzeptierten und rege Handelsbeziehungen mit den Numerern aufnahmen. Die Städte gewannen wieder an Bedeutung. Unter der Herrschaft der Numerer in Südsagradien wurden u.a. die Städte [[Lemez|Al Hamaz (Lemez)]] und [[Nalcaz|Ain Al Qaz (Nalcaz)]] gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roderich der Große und der Aufstieg des Skantenreiches ===&lt;br /&gt;
Im Skantenreich konnte der Adlige [[Segila]] sich um 753 als [[König der Mittelskanten]] etablieren und die dortige [[Orsoniden]]dynastie beerben. Seinem seit 761 regierenden Sohn [[Roderich der Große|Roderich dem Großen]] gelang es 763 die streitenden Großen seines Reichs unter seiner Führung gegen die arabische Bedrohung zu vereinen. 763 besiegte sein Heer bei [[Tarravillas]] die anstürmenden Numerer, was zusammen mit dem Sieg Karl Martells bei Tours und Portiers als Ende der muslimischen Expansion in Westeuropa angesehen wird. Nach der Schlacht bei Tarravillas zerfiel die Allianz jedoch wieder. Die Reichsteile Scantias, seit Jahrzehnten bereits ohne gemeinsame Herrschaft, bekundeten wieder ihre Eigenständigkeit. In mehreren Kriegszügen gelang es Rodrigo jedoch, zunächst den mächtigen [[Lojandía|lohandischen]] und dann die [[Ligre (Landschaft)|ligrischen]] und [[Westligre|westligrischen]] Provinzfürsten zu besiegen und zentralskantische, lohandische und ligrische Reichsteile wieder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Er schuf eine straffe Verwaltungsstruktur und führte Scantia dadurch zu einer kulturellen und politischen Blüte. In Kriegen gegen [[Golen]], [[Bretonen]] und [[Herkanden]] sowie gegen die zurückweichenden [[Numerer]] eroberte er neue Gebiete für das Skantenreich. Bei seinem Tod 797 erstreckte sich das Reich Roderichs auf beiden Seiten des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meers]] von [[Albero]] bis in die [[Bretagne]] und von [[Perin]] bis an die sagradische und mikolinische Nordküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krise des Skantenreichs und Gründung des Königreichs Sarmay ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Roderichs des Großen zerfiel dessen Reich wieder unter den Söhnen Roderichs. Der [[Vertrag von Disiés]] bewirkte 799 die Teilung Scantias. Der älteste Sohn [[Barungar]] erhielt den Westen des Reichs mit dem gesamten Norden Mikoliniens, Teilen [[Litien]]s und Gebieten nördlich und sülich des [[Ligre]], sein jüngerer Bruder [[Albreth der Kluge]] den Osten mit [[Lojandía]], der [[Mesa]] und den [[Amoria|amorischen]] Grenzgebieten, jedoch konnte er das umstrittene [[Mittelskanten|Zentralscantia]] zwischen Ligre und [[Konsetten]] weitgehend unter seine Herrschaft bringen. Der jüngste Sohn [[Ferrigo]] erhob 808 ebenfalls Anspruch auf die Königswürde, was zum Bruderkrieg führte. Im [[Vertrag von Torell]] 812 einigte man sich auf eine Dreiteilung aufkosten Albreths, der die südlichen Teile seines Gebiets an Ferrigo abgeben musste. Die Thronstreitigkeiten im Skantenreich schufen an der numerisch-skantischen Grenze zu einem Machtvakuum, in das der Provinzfürst [[Dián von Sarmay]] stieß, der im Kampf gegen die Numerer mehrere angrenzende Gebiete erobern und sich vom Skantenreich weitgehend unabhängig machen konnte. Nach dem Tod Ferrigos nahm Dián von Sarmay 818 den Königstitel an und übernahm die Kontrolle über die südlichen Reichsgebiete, namentlich [[Sagonte]], Teile [[Sesín]]s, [[Croer]] und [[Óstino]]. Auch die als Markgrafschaften eingerichteten [[Asumarische Grafschaften|Gebiete am Blaumeer]] konnten bald eine erhebliche Eigenständigkeit vom Skantenreich erhalten. Die sich seit dem späten 8. Jahrhundert ständig wiederholenden Angriffe norwegischer Wikinger auf das sagradische und nordmikolinische Festland schwächte die Skanten zunehmend. Mit der Gründung eines eigenen nordischen Reichs an der Nordküste Mikoliniens, dem sogenannten [[Perutinger]]reich, wurden die Skanten weitgehend aus NordMikolinien verdrängt. Nach dem Tod König Barungars 825 trat Albreth der Kluge die Alleinherrschaft im Rest des Skantenreichs an und beendete vorerst die Zeit der inneren Schwäche, jedoch konnte er [[Königreich Sarmay|Sarmay]] und [[Königreich Perucía|Perucía]] nicht zurückerobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aerich der Große und der Beginn der ''sagradischen Reconquista'' ===&lt;br /&gt;
Bereits seit Beginn des 9. Jahrhunderts machten sich im westlichen Teil des Numererreichs Auflösungserscheinungen breit. Die alkonischen Eliten beugten sich nur ungern unter die arabische Herrschaft und bereiteten der Zentralmacht Duerez' mit mehreren Rebellionen große Schwierigkeiten. 852 machte sich der westalkonische Fürst [[Berrigo von Liez und Corar|Berrigo]] zum [[Königreich Liez-Corar|Dux Alconum]] und sagte sich von der muslimischen Oberhoheit des Emirats von Duerez los. In mehreren Kriegen konnte er seine Herrschaft konsolidieren, doch zerfiel sie wieder unter seinen streitenden Söhnen [[Aerich der Große|Arrigo]] und [[Regrigo von Liez und Corar|Regrigo]]. Nachdem sich Arrigo 859 durchgesetzt hatte, nahm er die Kriege seines Vaters wieder auf und eroberte [[Oller]] und [[Sur Pinia|Südpin]]. Danach wandte er sich gegen Sarmay und eroberte Teile Sesíns. 877 erreichte er die Auslieferung der Alkonenkrone durch die Numerer, 878 wurde sein Reich endgültig auch von Sarmay anerkannt. Jedoch zerfiel es nach seinem Tod 882 wieder unter seinen Söhnen [[Arrigo II. von Liez und Corar|Arrigo II.]] und [[Fildrigo von Liez und Corar|Fildrigo]], Südsesín musste wieder an Sarmay abgegeben werden. Erst [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigo III.]] (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. Er konnte von den zahlreichen Teilungen und Thronstreitigkeiten in Sarmay profitieren, indem er Einfluss auf die mächtigen Provinzfürsten im Sarmayenreich ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Martin der Eroberer und die Gründung des Reiches ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod [[Dián III. von Sarmay|Dians III. von Sarmay]] im Jahr 878 kam es zu Thronstreitigkeiten im Königreich Sarmay zwischen dessen Söhnen [[Docién von Sarmay|Docién]] und [[Armondo I. von Sarmay|Armondo]], die 882 zugunsten einer Reichsteilung entschieden wurden. Die permanente Schwäche Sarmays suchten sowohl Skanten als auch Alkonen in der Folgezeit für sich auszunutzen. Mit der Übernahme der skantischen Alleinherrschaft 897 begann [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Scantia]] (König seit 892) eine aggressive Machtpolitik. Er verheiratete seinen Sohn [[Philipp der Große|Philipp]] mit seiner Nichte, Prinzessin [[Lara von Liez]], der Tochter König [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigos III.]] Nachdem dieser 912 gestorben war, ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, erhob Martin I. als Schwiegervater der ältesten Tochter Arrigos Anspruch auf den alkonischen Thron. Gleichzeitig übernahm ein Neffe Arrigos III. als [[Arrigo IV. von Liez und Corar|Arrigo IV.]] die Herrschaft im christlichen Süden. Martin entschloss sich daraufhin zu einem Feldzug nach Süden. Das 907 unter [[Armondo II. von Sarmay|Armondo II.]] wiedervereinigte Sarmaienreich, wurde 915 geschlagen und musste die Oberherrschaft Martins anerkennen ([[Vertrag von Tantallas]]). Mit sarmayischen Truppen führte dieser seine Eroberungskriege seit 916 gegen den alconischen König Arrigo IV. fort. Martin nannte sich nun „Rex Sagradiae“ und besiegte 922 in der [[Schlacht von Pergía]] auch endgültig Arrigo IV. Im [[Vertrag von Vesaey]] 923 mussten Sarmay und Arrigo IV. offiziell die Herrschaft Martins des Eroberers über den gesamten christlich beherrschten Teil der sagradischen Halbinsel anerkennen. Damit gilt er als erster [[Königreich Sagradien|König des gesamten christlichen Sagradiens]], auch wenn der Südosten noch immer in arabischer Hand blieb. Martin ernannte 930 seinen Sohn Philipp zum Mitherrscher, um seine Dynastie zu konsolidieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Hochmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philipp der Große und die Zeit der Konsolidierung ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Martins I. kam es zu neuen Kriegen in Sagradien. Martins Sohn und Nachfolger [[Philipp I. der Große]] (933-969) konnte sich erst nach mehreren Kriegen wieder die Macht über ganz Sagradien sichern. Nach der [[Schlacht von Tantallas]] 938 war Philipp wieder allgemein anerkannt. 939 wurde Philipp im [[Noyarenser Dom]] zum König von Sagradien gesalbt. 942 erließ Philipp mit dem [[Codex Magnus]] ein einheitliches Recht für seinen gesamten Herrschaftsbereich. Im Innern baute Filipe die Infrastruktur aus, setzte die Erbmonarchie in der männlichen Linie durch, um zukünftige Erbteilungen zu verhindern, förderte Kunst, Wissenschaft und Literatur sowie den Bau von Königspfalzen, Klöstern und Kirchen und stärkte die Macht des Königs im Laufe seiner Regierungszeit noch mehr. Nach Außen setzte er die Eroberungskriege seines Vaters fort und zerschlug das Emirat von Duerez, übrig blieb nur das kleine numerische [[Königreich Malesc]]. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 969 überließ er seinem Sohn und Nachfolger [[Albreth IV.]] dem Barmherzigen (969-980) eine gesicherte Königsherrschaft. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich auch die Region zwischen [[Pin]] und [[Lieno]] zum Zentrum des Reiches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbau der Zentralmacht und Kämpfe um die Krone ===&lt;br /&gt;
Albreth IV., der sich besonders als Städtegründer (u.a. von [[Semess]]) hervortat, nahm die Grenzkriege seines Vorgängers gegen [[Perutinger]] und [[Golen]] wieder auf und konnte die Bretonen 971 endgültig befrieden. Im Innern aber zeigte er sich nicht in der Lage, die aufstrebende Macht der Herzöge einzudämmern, die nach Albreths Tod auch die Erbthronfolge anfochten. [[Martin II.]] der Gute (980-994), Bruder Albreths, musste nach Kämpfen gegen [[Arrigo von Bordez]] 984 den Reichsherzögen erweiterte Rechte zugestehen, band diese jedoch durch geschickte Heiratspolitik ans Reich. In der [[Bulle von Malesc]] setzte er 992 eine lehensrechtliche Bindung der Untervasallen an den König durch und verminderte dadurch die Chance der Herzöge zu bewaffneten Aufständen gegen die Zentralgewalt. [[Philipp II. der Katholische]] (996-1019) erreichte 999 mit der Eroberung von Malesc den Abschluss der [[Numererkriege]], die später auch als ''sagradische Reconquista'' bezeichnet wurden. Unter seinen Nachfolgern [[Philipp III.]] (1019-1042) und [[Roderich III.]] dem Kurzen (1042-1069) begann der rasche Machtverfall der skantischen Könige im sagradischen Regnum und der Adel wurde zunehmend stärker. Während sich Filipe III. und Rodrigo III. immer wieder mit den Machtansprüchen [[Don Joán]]s, des Bruders Filipes III., (1026-1029 Gegenkönig Filipes, 1042-1048 Regentschaft für Rodrigo, Ermordung Rodrigos 1069, 1069-1071 Kanzler [[Martin III.|Martins III.]]) auseinandersetzen mussten, wurde dieser 1072 von seinem Neffen, König [[Martin III.]] dem Frommen (1069-1078), hingerichtet. Martin tat sich besonders als Förderer des Klostertums hervor und verbrachte große Zeit in den Klöstern [[Martinez]], [[Meném]] und [[Casterley]] (daher auch der Spitzname „Mönch mit Krone“). Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend den Erzbischöfen [[António de Martinez]] und [[Carles von Noyar]]. Im [[Edikt von Meném]] von 1075 wurden die letzten Moslems christianisiert oder gewaltsam aus dem Land vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien unter den ersten Diannidenkönigen ===&lt;br /&gt;
Im Kampf um die Nachfolge Martins III. kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, in denen sich [[Johann I. von Cliêce]] (1078-1094), [[Herzog von Alconía]] und Schwager Martins III., mithilfe der Kirche gegen [[Rodrigo I. Herzog von Scantia|Rodrigo I. dem Langen von Scantia]], den mächtigsten der Vasallen, durchsetzen konnte. Der Dualismus zwischen dem neuen Königshaus der [[Dianniden]] und den skantischen Herzögen aus dem Geschlecht der [[Lusoniden]] sollte sich aber noch lange hinziehen. Johann unterstützte zunächst im Investiturstreit Papst Gregor gegen den deutschen Kaiser Heinrich IV. und erneuerte die Schutzverträge mit dem Kirchenstaat, fiel später jedoch selbst in Streit mit dem Reformpapsttum und stand seit 1091 unter Kirchenbann. Herzog [[Martin der Kühne von Scantia]] nutzte dies, um wiederum einen Krieg gegen Johann zu beginnen, in dem Johann 1094 ermordet wurde. Sein Sohn und legitimer Nachfolger [[Johann II.]] der Löwe (1094-1121) musste den Krieg gegen Martin den Kühnen von Scantia fortführen. Nach Johanns Sieg 1095 wurde Martin festgenommen. Johann II. nahm 1096-1099 auf dem Ersten Kreuzzug teil und versöhnte sich dadurch wieder mit Rom. Martin von Scantia aber nutzte die Gelegenheit, um sich zu befreien und die Herrschaft an sich zu reißen. Als Johann 1100 zurückkehrte, kam es zur zwischenzeitlichen Versöhnung zwischen Martin dem Kühnen und König Johann II. Martin kehrte nach Scantia zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des letzten peruzinischen Königs [[Jouan I. von Perucía|Jouan dem Kurzen]], der nur eine Tochter zurückließ, erhob Martin der Kühne für seine dritte Frau [[Berta von Perucía]] Anspruch auf die Krone des nordmikolinischen Reiches. Dafür startete er eigenmächtig einen Feldzug nach Perucía und ließ sich 1101 in [[Alessa]] zum König ausrufen. Mit dem [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Ersten peruzinischen Erbfolgekrieg]] 1101-1112 begründete Martin der Kühne das mächtige [[Lusonidenreich|lusonidische Reich]] um die Krone Perucías und die Ländereien der skantischen Herzöge in Sagradien. Dennoch half Johanns große Reichsreform von 1102, die Macht der Herzöge einzudämmen. Sein Sohn [[Antonio I.]] der Starke (1121-1132) musste seine Herrschaft gegen keine Gegenkönige mehr sichern und konnte das Diannidenkönigtum behaupten und sichern, führte allerdings mehrere erfolglose Kriege mit Frankreich um die Erweiterung der sagradischen Besitzungen in der Bretagne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lusonidenkriege und Eroberung Golens und Perucías  ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Antonios I., der ohne männlichen Erben blieb, wurde sein Schwiegersohn [[Jakob I.|Jakob von Sacâu]] (Jakob I. der Kühne, 1132-1165) König, der die Kriege gegen die Lusoniden wieder aufnehmen musste. Es gelang ihm aber nicht, die Macht der Skanten zu brechen. Nach dem Tod [[Armont III. von Golen|Armonts III. von Golen]] erhob Jakob als Schwiegervater einer Tochter Armonts Anspruch auf die Krone, ebenso wie der mikolinische König, was zum Krieg beider Mächte um Golen führte, in dem Jakob 1165 fiel, den sein Sohn [[Gabriel I. Juvans]] (1165-1198) aber erfolgreich zuende führen konnte und daraufhin als erster König Golen mit Sagradien vereinigte. Gabriel Juvans gelang danach ein Durchbruch im Machtkampf mit den Lusonidenherrschern, die Gabriels Oberherrschaft in Sagradien anerkennen und den Großteil ihrer Besitzungen in Sagradien inklusive des Herzogtums Scantia abtreten mussten. Gabriel, seineszeichens ein großer Förderer von Kunst und Kultur, baute zudem das Kirchensystem aus, stärkte die Königsgewalt und nahm am Dritten Kreuzzug teil. Er gilt als bedeutendster sagradischer König des Hochmittelalters und wurde 1537 heilig gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gabriel II.]] (1201-1220) führte Krieg gegen den abtrünnigen [[Südbund]] (Liez, Corar, Sur Pinia) und zwang ihn unter die Krone. Unter [[Philipp IV. Hermes]] (1233-1261) endete nach dem Tod [[Martin Posthumus]]’ 1249 die Herrschaft der Lusoniden in Perucía und [[Philipp der Schweigsame]] von Redanior setzte sich mithilfe des sagradischen Königs gegen den unehelichen Sohn Martins, [[Renart von Soria]] durch, der in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 vernichtend geschlagen wurde. Philipp von Redanior wurde König von Perucía und erkannte die Oberherrschaft Sagradiens über sein Territorium an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Spätmittelalter ==&lt;br /&gt;
=== Redanior-Königtum und Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod König [[Philipp V.|Philipps V. des Klugen]] (1261-1264), der 1263 erstmals die Stände einberief, um seine Nachfolge zu regeln, gelangte mit seinem zwölfjährigen Neffen König [[Martin IV. Felix]] (1264-1289) das [[Haus Redanior]] auf den sagradischen Thron, der 1275 die Herrschaft über Perucía mit der sagradischen Krone vereinte. Seine Nachfolger [[Robert I.]] (1289-1292) und [[Philipp VI.]] der Gerechte (1292-1301) mussten 1290-1313 [[Peruzinische Aufstände|Aufstände der Peruzinischen Stände]] niederschlagen, die sich im [[Bund von Alessa]] gegen die sagradische Herrschaft vereint hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Sergius I.|Serge I.]] von Gerón bestieg das Haus Redanior 1315 in einer jüngeren Linie den mikolinischen Thron, während in Sagradien seit 1301 Serges Onkel [[Jakob II.]] (1301-1320) herrschte, der 1301 seinen Neffen [[Martin V.]] den Wahnsinnigen (1301) entmachtet hatte. Als dieser 1320 jedoch starb, wurde Serge I. von Mikolinien nächster Anwärter auf den Thron. Gegen den in Mikolinien weilenden Monarchen usurpierte in Sagradien jedoch [[Danadier I.]] (1320-1321) von Scola den Thron und ließ sich von den Ständen anerkennen, die eine Union mit Mikolinien fürchteten. Als Serge im Jahr 1321 in Sagradien einfiel, um seinen legitimen Thronanspruch durchzusetzen, besiegte und tötete er jedoch Danadier in der [[Schlacht bei Alágua]] und bestieg als Sergius I. (1321-1354, der Große) selbst den Thron. Er vereinte damit als erster König die mikolinische und die sagradische Krone unter seiner Herrschaft und beendete die seit Jahrhunderten herrschenden Kriege ([[Pax Sergiana]]). Innenpolitisch gelang es ihm die Macht des Herrschers in beiden Reichsteilen zu stärken und die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen und politischen Hochblüte zu bringen. Er führte in beiden Teilreichen zentrale Rechnungshöfe ein, erhöhte die Steuern und zog das Vermögen des mächtigen, 1345 verbotenen [[Fallenserordens]] in SüdMikolinien ein. Ihm folgten [[Sergius II.]] (1354-1378) und [[Gabriel IV.]] (1378-1395) nach, welcher 1386/1387 in einem [[Mikolinische Revolution|Aufstand]] gegen seine sagrophile Herrschaft die mikolinische Krone an [[Charl de Interea]] verlor und ohne Erben blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Gabriels kam es zwischen den potenziellen Thronfolgern [[Michael I.|Miquel de Vesaey]] und [[Joseph I.|José de Óstino]] zum „[[Krieg der Herzöge]]“, aus dem mit mikolinischer Unterstützung ([[Vertrag von Nantés]]) José de Óstino als Sieger hervorging, der nach Gabriels Tod 1395 als Joseph III. (1395-1396) den Thron bestieg. Er wurde allerdings bereits 1396 von seinem Gegenkönig Michael I. de Vesaey (1396-1421) bei [[Xenópolis]] besiegt und ins [[Kloster Martiniac]] verbannt, während [[Charl VI. von Mikolinien]] in Perucía einfiel und den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] zwischen Sagradien und Mikolinien auslöste. Von der [[Alberenser Union]] als König von Perucía anerkannt, hielt er als Schwager Johanns von Ostino an dessen Königtum fest und bestritt die Legitimität Miquel de Vesaeys. Zwischenzeitig erhob Karl sogar als Schwager des 1398 verstorbenen José selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und berief sich auf die Bulle von Servette und die darin festgelegte Unteilbarkeit des Reiches. In dem ein halbes Jahrhundert andauernden Krieg kämpften seit 1398 die unabhängige [[Tulinesische Republik]] sowie zeitweise auch [[Servettinische Lande|Servette]] auf sagradischer Seite, während sich Mikolinien mit den Häusern [[Haus Óstino|Ostino]] und [[Haus Esqués|Esqués]] verbündete. In Perucía wurde der Kampf der mikolinisch-freundlichen Union mit den Anti-Karlisten in Form eines blutigen Bürgerkriegs ausgefochten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach anfänglichen schweren Niederlagen Sagradiens (Abfall [[Álbero]]s und [[Montana]]s 1409, offener Aufstand in [[Westligre]] 1417, Belagerung [[Gerón]]s 1420) übernahm 1420 der königliche Prinz [[Don António]], zweiter Sohn Miquels I., den Oberbefehl über die sagradischen Heere. Nach dem Tod Miquels I. in der [[Schlacht von Valés]] konnte Don António Siege bei Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] feiern und dadurch einen mikolinischen Sieg vereiteln. Er starb 1424 an einer Lungenentzündung. König [[Michael II.]] (1421-1457) gelang es mit der Unterstützung tulinesischer Truppen unter [[Luis Filipe von Santori]] und besonders mithilfe der tulinesischen Flotte unter Conte [[David von Santori]], Mikolinien empfindliche Niederlagen zuzusetzen. So schlug er in einer sagradischen Offensive seit 1427 das mikolinische Heer bei [[Cania]] und konnte 1431 die Stadt [[Bosa]] erfolgreich verteidigen. Nach dem endgültigen Abfall [[Conte]]s im Jahr 1432 konnten beide Seiten keine entscheidenden Siege mehr verbuchen, sodass die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Großmacht Sagradien unter den Santori ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zur Großmacht ===&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss zwischen [[Mikolinien]] und [[Sagradien]] im [[Friede von Tesqué|Frieden von Tesqué 1443]], in welchem die endgültige Trennung beider Kronen vorgeschrieben und die Grenzen vereinbart wurden, die in groben Zügen bis heute gültig sind (so genannte ‚[[Medéolinie]]’), hinterließ [[Michael II.]] eine gefestigte Krone, wobei sich der Verlust des ständigen Unruheherds [[Perucía]] an Mikolinien langfristig zugunsten der königlichen Macht auswirkte. Mit dem Tod Miquels II. 1457 starb das [[Haus Vesaey]] aus und die Königskrone fiel an das tulinesische Regentenhaus [[Santori]]. Für den bei Amtsantritt erst acht-jährigen Thronfolger [[Jakob III.]] (1457-1491), Enkel von Miquel I., herrschte bis 1468 sein Vater [[Conte von Tulis|Conte]] [[David de Santori]], Herzog von Golen. Dieser baute die Hausmacht der Santori aus und verknüpfte die Stärke Sagradiens eng mit der der Santori und dem [[Comitat Tulis]]. Sein Sohn Jakob eroberte 1475 das abtrünnige Tulis und verleibte die Comitat-Republik endgültig dem Königreich ein. In drei [[Servettinische Kriege|Kriegen gegen Mikolinien]] (1477-1479, 1492-1497, 1505/06), konnte sich Sagradien das [[Servettinische Lande|Servettinische Erbe]] in Südmikolinien sichern und etablierte so seine Herrschaft im Süden und Osten der mikolinischen Halbinsel. Außerdem wurde das seit 1494 mikolinisch besetzte [[Golen]] bis 1499 zurückerobert und als sagradisches Kronland verteidigt. Diese Entwicklung des Machtgewinns nahm unter König [[Jakob IV.]] (1491-1502) ihren weiteren Lauf. Thronfolgeauseinandersetzungen innerhalb des Hauses Santori, die 1502 zwischen [[Peter I.]] (1502-1509) und seiner Nichte [[Catarina de Sántori]] zur gewaltsamen Eskalation führten ([[Lilienkriege]]), wurden 1509 mit dem Regierungsantritt [[David I.|Davids I.]] (1509-1543) beigelegt, der zum politisch wichtigsten Monarchen Sagradiens im 16. Jahrhundert wurde und das so genannte &amp;quot;[[Gran'Etá|Große Zeitalter]]&amp;quot; in der sagradischen Geschichte einleutete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissancekönigtum und Weltmachtpolitik ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Sagradien zur europäischen Großmacht aufgestiegen und das Königshaus Santori verfügte als Resultat geschickter Heiratspolitik über Herrschaftsgebiete in Mikolinien, den Niederlanden und in Norditalien. Die Besitzungen in Flandern musste David I. 1519-1524 gegen die Habsburger verteidigen, ebenso wie das portugiesische Erbe, das ihm nach dem Tod Manuels I. 1521 durch die Ehe mit dessen Tochter [[Luisa von Portugal]] zufiel ([[Sagradisch-Portugiesische Union]]). Nach dem Sieg über die Habsburger vereinte David als erster und einziger Monarch die Kronen Sagradiens und Portugals und herrschte über ein Weltreich mit hegemonialem Anspruch in Europa. Zu den portugiesischen Kolonialbesitzungen kamen neue unter sagradischer Flagge eroberte Gebiete in Übersee, vor allem in Afrika und Amerika, die den Entdeckungen der Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]], [[Carles Diaz]] und [[Joán Caballes]] (eigentlich Giovanni Caballi) zu verdanken waren und die teilweise auf dem von tulinesischen Seefahrern bereits im 15. Jahrhundert gegründete Handelsnetz mit Afrika aufbauten. Während in Afrika und Asien vor allem Handelsstützpunkte gegründet wurden, errichtete Sagradien in Nord- und Südamerika als Flächenkolonien die Vizekönigreiche [[Nova Sagradia]] und [[Guiana]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben förderte David Kunst, Kultur, Handel und Wissenschaft. Nachdem bereits Jakob III. italienische Künstler und Gelehrte an seinen Hof geholt hatte, darunter die Humanisten [[Ercule Schiatti]], [[Geert van Stael]] und [[Franziskus Aurelianus]], wurde der Königshof in [[Tulis]] unter David I. zum Hauptknotenpunkt der westeuropäischen Renaissancekultur. Er setzte sich mit der [[Reformatio Davidi]] für eine Reform der katholischen Kirche ein, begründete die von Rom weitgehend unabhängige [[Sagrikanismus|&amp;quot;sagrikanische&amp;quot; Nationalkirche]] und betätigte sich als Kunstmäzen. Das Zeitalter Davids I. markiert daher zugleich die größte politische Blüte der sagradischen Geschichte als auch den Beginn des so genannten „[[Gran'Etá|Großen Zeitalters]]“ (&amp;quot;la Gran'Etá&amp;quot;) der sagradischen Geschichte, das bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts andauern sollte und wegweisende Werke der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur hervorbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monarchen des Goldenen Jahrhunderts: Von Johanna I. bis Gabriel V. ===&lt;br /&gt;
Der Tod Davids I. 1543 führte zur Teilung des Weltreichs zwischen Davids Tochter [[Johanna I.]] (1543-1575) und Davids Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann dem Frommen]]. Johanna und ihr Ehemann [[Michael III.]] (1543-1552) erhielten das [[Königreich Sagradien]] samt Überseebesitz, das [[Comitat Tulis]] und die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]], Johann erbte Portugal und das zugehörige Kolonialreich der iberischen Seefahrernation. Die Santori teilten sich damit wieder in zwei Familienzweige. Unter Johanna I. wurde das mittelsagradische [[Semess]] zur dauerhaften Königsresidenz und zur Hauptstadt des Landes ausgebaut. Der 1552 in Tulis ausgebrochene [[Josephitenaufstand]] gegen die Union mit Sagradien wurde 1556 endgültig niedergeschlagen. Das Aussterben der portugiesischen Linie des Hauses im Jahr 1578 führte 1580 schließlich zum [[Portugiesischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg um Portugal]], in dem die Santori das Land an die spanischen Habsburger verloren. Dennoch konnte Sagradien seine Hegemonie über die Konsettenhalbinsel aufrechterhalten. Das Kolonialreich in Übersee wurde überdies weiter ausgebaut und erreichte im frühen 17. Jahrhundert eine Blütephase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation führte erst in ihrer calvinistischen Form und auch nur in Teilen Sagradiens, vornehmlich im Nordosten zu Resonanz und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Reihe von religiösen Konflikten, die eng mit politischen Auseinandersetzungen und Machtfragen verbunden waren. Nachdem Königin Johanna und - unter dem Einfluss seiner protestantisch erzogenen Frau [[Luise von Bourbon]] - ihr Sohn und Nachfolger [[Philipp VII. Jakob]] (1575-1591) eine auf religiöse Toleranz zielende Politik betrieben und damit starke Konflikte mit der ultrakatholischen Partei provoziert hatten, setzte der seit den 1580er Jahren amtierende leitende Minister [[Joán María de Belavís]] die Gegenreformation in Sagradien zu einem Erfolg. König [[Gabriel V.]] (1591-1640), der einen prächtigen Hof hielt und als großer Förderer der Künste galt, setzte nach dem Tode Belavis’ 1602 dessen Zentralisierungs- und Machtpolitik im Inneren fort und restaurierte zudem durch geschickte Haushalts- und Wirtschaftspolitik (Ansätze eines merkantilistischen Wirtschaftssystems) die durch königliche Repräsentation und militärischen Auseinandersetzungen angeschlagenen Staatsfinanzen. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] 1620-1624 gegen den Nachbarn [[Mikolinien]] erreichte Sagradien noch einmal eine Bestätigung seiner Besitztümer auf der mikolinischen Halbinsel. Gabriels Tod im Jahr 1640 wird allgemein als Schlusspunkt der politischen Blütephase Sagradiens und als Auftakt zu einem lang anhaltenden Niedergang angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Großmacht ===&lt;br /&gt;
Die elfjährige Regierungszeit [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]] (1640-1651) war von Hofintrigen und Fremdeinflüssen geprägt (u.a. durch seine Tante [[Maria Charlotte von Sagradien]], die Regentin Mikoliniens, später von verschiedenen Mätressen wie [[Antonia de Casterley]] oder [[Francisca de Simonis]]) und gilt als Wendepunkt in der sagradischen Geschichte. Sagradiens unglückliche Intervention im Dreißigjährigen Krieg und der für das Königreich enttäuschende Westfälische Frieden von 1648, markieren den relativen Abstieg und den Anfang vom Ende der sagradischen Großmachtstellung in Europa. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten wechselnde außenpolitische Erfolge und Misserfolge. Zwar konnte der Besitz Golens im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg]] von 1657-1669 gegen Mikolinien gesichert werden, die Unterstützung Ludwigs XIV. bei dessen Krieg gegen Holland und der zeitgleich geführte [[Spanisch-Sagradischer Seekrieg|Spanisch-Sagradische Seekrieg]] führten zu einer Schwächung Sagradiens und zu einem Verlust mehrerer Kolonien in Übersee. Auch die Beteiligung am Pfälzischen Erbfolgekrieg, in dem Sagradien nun gegen Ludwig XIV. kämpfte, brachte nicht die erwünschten Erfolge, welche die Großmachtstellung Sagradiens wiederhergestellt hätten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch vermochte es [[Gabriel VII.]] (1654-1698) jedoch mit Hilfe seines Ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] die Macht des Königs zu konsolidieren und punktuell zu stärken, auch wenn er den Einfluss der Stände nicht gänzlich zurückdrängen konnte. Obgleich die Macht der sagradischen Krone im Innern unter Gabriel VII. nochmals einen Höhepunkt erlebte, legte v.a. die ausschweifende Repräsentationspolitik und die kostspielige Hofhaltung des Königs im neu erbauten Schloss Bernabêu, die nach dem Ableben jenes besonnenen Staatsmannes und Kardinals keinerlei Eindämmung mehr fand, die Grundsteine für den Staatsbankrott und die sich daraus ergebende Krise des frühen 18. Jahrhunderts. Auch barg das gesteigerte Machstreben der Santori-Valier-Dynastie des späten 17. Jahrhunderts den Grundstein für die harten Auseinandersetzungen mit den Ständen um die Rolle von Krone, Adel und Ständen im sagradischen Gemeinwesen, die unter seinen Nachfolgern zum Krieg führen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 18. Jahrhundert: Bürgerkrieg und Ständemacht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstände und Bürgerkrieg ===&lt;br /&gt;
Trotz des offensichtlichen Geldmangels und der zerrütteten Haushaltslage verstärkte der absolutistisch gesinnte König [[Danadier II.]] (1698-1721), spöttisch der ‚Schattenkönig’ genannt in Anlehnung an sein großes Vorbild Ludwig XIV. von Frankreich, die höfische Repräsentation noch mehr und provozierte die Gegnerschaft sowohl des aus zahlreichen Machtpositionen gedrängten Adels als auch des Volkes. Er versuchte, die aufkeimende Opposition im Hochadel durch eine autokratische Führung zu unterdrücken. Seit 1701 unterstützte der König zudem gegen den Willen der Stände Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg und belastete dadurch die Finanzen noch mehr. Die finanziellen und sozialen Missstände führten seit 1708 zu einer ernsten politischen Krise und zu zwei größeren Aufständen ([[Aufstand von 1708|1708]] und [[Aufstand von 1711|1711]]), die blutig niedergeschlagen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung der [[Generalstände|Ständeversammlung]], die dem König weitere Kriegskredite verweigert hatte, sowie die für Sagradien problematischen Friedensschlüsse von Cresq 1712 und von Utrecht 1713, in denen die Santori-Monarchie [[Feiroa]] und einige Festungen in [[Lukien]] an Mikolinien und die Hafenstadt [[La Cripón]] sowie die Insel [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, führten schließlich 1713 zum Ausbruch des [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegs]] (Sagradischer Koalitionskrieg), in dem eine ständische Adelskoalition ([[Coalicionarioes]]) unter Führung der Herzöge von [[Sesín]] und [[Alconía]] gegen die königlichen Truppen und die kronloyalen Adelshäuser ([[Reales]]) kämpfte. Die Gefangennahme Danadiers II. 1718 und der Übergang zu einer gemeinsamen Regierung aus Ständen und König unter dem Regime der [[Codices Magna Libertatum]] führten nur zu einem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen, diese wurden vielmehr 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen fortgeführt. Außerdem suchte Mikolinien im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-20|Krieg von 1718-20]] Südkont, Westligrien und Lukien einzunehmen. Der [[Friede von Guillard]] 1720 beendete schließlich die Kampfhandlungen und bedeutete den Verlust großer Teile Südkonts an Mikolinien, während der Großteil Lukiens jedoch gehalten werden konnte. Die soziale Notlage und die ständigen Unruhen führten zu einer hohen Verunsicherung der Bevölkerung sowie zu einer Radikalisierung der Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interregnum und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Infolge royalistischer Aufstände und Umsturzversuche floh König Danadier II. im Februar 1721, übergab seine Thronrechte an seinen Bruder [[Philipp Karl von Viça]] und wurde schließlich durch die Generalstände im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] für abgesetzt erklärt. Die folgende absolute Ständeherrschaft wirkte als Katalysator der Parteikämpfe und der Unzufriedenheit in den niederen Schichten. Die [[Sturm auf den Plazarenya|Erstürmung des Plazarenya-Palasts]] am 23. Mai 1721 gab schließlich das Signal für den radikalen [[Maiaufstand 1721]], in dessen Folge der niederadlige [[Simón Bernord]] die [[Erste Sagradische Republik]] ausrief und an der Spitze eines regierenden [[Rat der Sieben|Rates der Sieben]] die Macht in der Haupstadt sowie im Umland von Semess übernahm. Im Juni 1721 kam es einigen Großstädten zur Gründung von radikalen bürgerlichen Tochterräten, im Juli folgte der Ausbruch eines großen [[Bauernaufstand 1721|Bauernaufstandes]], der den ganzen Süden des Landes in Anarchie versetzte. Erst im Herbst 1721 konnte ein gemeinsames Heer aus Royalisten und ständischen Koalitionstruppen die Hauptstadt einnehmen und die Herrschaft Bernords beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erneut zusammengetretenen Generalstände beriefen mit dem [[Generalrat (1722)|Generalrat]] ein vorläufiges Regierungskomitee. Der Rat stellte neue verfassungsähnliche Gesetze auf, die das Land wieder dezentralisieren und den Einfluss der Cortes vermehren sollten. Im Herbst 1722 stellte Peters jüngerer Bruder [[Philipp Karl von Viça]], der sich selbst als legitimen König sah, in Frankreich ein Heer zusammen, fiel in der [[Bretagne]] ein und konnte bis nach [[Lojandía]] vordringen. Die Cortes machten sich indes daran, einen neuen König zu erwählen. Es kam zu hitzigen Diskussionen um Erbansprüche und Legitimität. Schließlich fanden Anhänger eines starken Parlaments und einer Wahlmonarchie und Legitimisten einen Kompromiss. Danadiers Bruder Filipe Carles wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und der Übergang der Herrschaftsrechte an die Töchter Danadiers II. festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. ===&lt;br /&gt;
In der Folge wurde [[Maria I. Luise|María Luísa de Sántori]] als Maria I. (1723-1735) zur Königin erhoben. Nach ihrer Hochzeit mit Prinz [[Johann III. Franz]] [[Fürst von Cuentez|von Cuentez]] (1723-1749), aus einer Seitenlinie der Sántori, bestieg das Paar 1723 gemeinsam den Thron, musste aber seine Treue auf die [[Codices Magna]] schwören, die zum neuen Grundgesetz der Monarchie werden sollten. Damit hatte Sagradien nach zweijährigem Interregnum wieder ein Monarchenpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Johann Franz und Maria regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie, wobei im Laufe der Regentschaft die Macht des Königs gegenüber der der Stände wieder zunehmend ausgebaut werden konnte. Außenpolitisch lehnten sich Johann und Maria enger an England an. Unter ihrer Regentschaft blühten v.a. die Kultur und Philosophie der Aufklärung, die von Frankreich und England nach Sagradien gebracht worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Marias I. 1735 regierte Johann III. unter Zustimmung der Stände alleine weiter. Der [[Akt von Vierna]] erklärte schließlich die Herrscherwürden des Königreichs Sagradien und des Fürstentums Cuentez für unteilbar. Nach dem Eintritt Sagradiens in den Österreichischen Erbfolgekrieg kam es zum offenen Krieg mit Frankreich, das sich auf Kosten Sagradiens Gebietsgewinne erhofft. Diese Hoffnungen blieben freilich unerfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradischer Erbfolgekrieg und Beginn der Vienne-Dynastie in Sagradien ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Johanns III. 1749 wurde sein minderjähriger Sohn [[David II.]] (1749-1754) König, starb aber bereits mit neun Jahren. Mit dem Aussterben der Sántori in der männlichen Linie, geriet das Land in eine ernste Nachfolgekrise. Die Regierung seiner Schwester [[Maria II. Franziska]] (1754-1757) und ihres Mannes [[Anton II.|António Ramón de Piacón]] führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] (1756-1760) gegen den Kandidaten Frankreichs [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], der schließlich seit 1757 als [[Gabriel VIII.]] (1757-1792) regierte und die Dynastie der [[Haus Vienne|Vienne-Könige]] begründete. Mit dem [[Friede von Alagua]] 1760 endete die Großmachtstellung Sagradiens endgültig und Sagradien verlor nicht nur die Servettinischen Lande, sondern auch die Grafschaft Plato mit ganz Lukien an Mikolinien.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Von seinem leitenden Minister, Graf [[Armand de Calogny]] (1759-1765), unterstützt, machte sich Gabriel zum Ziel, die Herrschaft der Krone wieder zu stärken und die Macht der Stände in ihre vorrepublikanischen Schranken zu verweisen. Nachdem er noch bei Antritt seiner Regentschaft die Codices Magna bestätigt hatte, setzte er sie 1765 in der [[Lex Generalis]] teilweise wieder außer Kraft und dämmte damit die Macht der Generalstände deutlich ein. Außenpolitisch kehrte der Monarch dem Anglismus Lukanischer Prägung den Rücken und lehnte sich wieder mehr an das absolutistische Frankreich an. Als erster europäischer Staat erkannte Sagradien unter Gabriel VIII. die Unabhängigkeit der 13 Kolonien Neuenglands an und unterstützte diese seit 1779 an der Seite Frankreichs im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Unter Gabriels Sohn und Nachfolger [[Joseph Ludwig I.]] (1792-1797) und seinem Ersten Minister [[Frederic de Calzac]] beteiligte sich Sagradien seit 1792 an den Koalitionskriegen gegen das republikanische Frankreich. In den Kriegen ging die [[Bretagne|Westbretagne]] sowie der Nordteil [[Amoria]]s, wo zuvor die [[Amorische Republik]] ausgerufen worden war, an Frankreich verloren, das die neuen Departements [[Lesker]], [[Kérec]], [[Haut-Ligre]] und [[Côte du Cripon]] der Französischen Republik anschloss. Die kurzlebige [[Ligrische Republik]] am Unterlauf des Ligre konnte dagegen niedergeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische Fremdherrschaft, Befreiungskrieg und Novemberrevolution ===&lt;br /&gt;
Nach der kurzen Regierungzeit Joseph Ludwigs folgte ihm 1797 sein erst siebenjähriger Enkel [[Gabriel IX.]] als König nach, für den sein Onkel [[Joseph Ludwig II.|Karl Joseph Ludwig von Alconía]] die Regentschaft ausübte. Nach verlorenem Krieg gegen das napoleonische Frankreich zwang der Kaiser der Franzosen im Herbst 1805 den Regenten zur Abdankung. Unter Gabriels Mutter Marie Luise von Parma wurden in der Folge liberale Reformen durchgeführt, jedoch war Sagradien politisch von Napoléon abhängig, der weiterhin Besatzungstruppen in Sagradien hielt. Gabriel IX., seit 1808 selbst regierend, lehnte sich noch stärker an Frankreich an, ließ eine Verfassung ausarbeiten und heiratete 1810 Napoleons Nichte [[Julie Bonaparte]]. Seine unpopuläre Herrschaft endete 1812 in seiner Ermordung, woraufhin es zum [[Winterkrieg 1812/13]] zwischen französischen und anti-französischen Truppen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus Mikolinien dirigierte Widerstand erhielt rasch Zulauf und ein sagradisch-mikolinisch-britisches Heer siegte 1813 bei [[Colón]] gegen Napoléon. Julie Bonaparte musste schließlich zusammen mit den napoleonischen Truppen das Land verlassen, der frühere Regent kehrte nach Sagradien zurück und bestieg als [[Joseph Ludwig II.]] den sagradischen Thron. Dieser erkannte die von den [[Cortes von Diegue]] ausgearbeitete liberale [[Verfassung von 1812]] nicht an und machte sich an eine absolutistisch gesinnte Restauration des Königtums der vornapoleonischen Ära ([[Cuartêniu Absoluta]]). Als Folge daraus formierte sich ein neuerlicher Widerstand im sagradischen Adel und im Bürgertum und es kam zur liberalen [[Novemberrevolution 1817]], in deren Folge José Luis II. die liberale [[Novemberverfassung]] erlassen musste, die sich weitgehend am Entwurf der Cortes orientierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restauration und Revolution ===&lt;br /&gt;
Auf dem Wiener Kongress musste Sagradien auf die gesamten Gebiete auf der [[Mikolinische Halbinsel|mikolinischen Halbinsel]] sowie auf den größten Teil Golens verzichten. Damit endete die seit Gründung der sagradischen Königreiche im Frühmittelalter anhaltende sagradische Präsenz jenseits der [[Konsetten]]. 1817 besetzte Mikolinien zudem die noch bei Sagradien verbliebenen Gebiete, woraufhin König [[Joseph Ludwig II.]] in zwei großen Golenkriegen ([[Erster Golenkrieg (1819-1825)|1819-1825]] u. [[Zweiter Golenkrieg (1827-1829)|1827-1829]]) versuchte, die verlorenen Gebiete in Golen und Mikolinien zurückzuerobern. Im [[Frieden von Diegue 1829]] musste Sagradien schließlich einer Teilung Golens zustimmen. Innenpolitisch versuchte Joseph Ludwig den Ausgleich zwischen den zerstrittenen ultrakonservativen und liberalen Kräften zu erreichen, begann seit Mitte der Zwanziger Jahre aber unter Druck der ultraroyalistischen Kräfte, die Novemberverfassung von 1817 und die Rechte des Parlamentes kontinuierlich einzuschränken. Nach seinem Tod 1829 wurde sein Bruder [[Emil I. Johann]] von Viena (1829-1849) König. Emilio – überzeugter Parteigänger der ultrakonservativen Partei - regierte reaktionär und antiliberal und restaurierte die absolutistische Monarchie, indem er die von seinem Vorgänger oktroyierte Verfassung im Jahr 1832 außer Kraft setzte und fortan ohne konstitutionelle Einschränkungen herrschte ([[Emilianische Restauration]]). Die Folgen der Wirtschaftskrise der Jahre 1846/1847, in der zahlreiche Bauern und Arbeiter an den Rand des Existenzverlustes gerieten, und die strikte Weigerung des Königs zu sozialen und politischen Reformen führten im April 1848 zu einer Reihe heftiger von Arbeitern und Bürgern getragener Aufstände ([[Aprilrevolution]]) gegen die restaurative Politik des Königs und seines reaktionären Kronkanzlers, des [[Fernando Conte de Lesta|Grafen von Lesta]]. Als die Lage im Jahr 1849 erneut eskalierte, dankte Emilio Joán ab und übergab die Regentschaft an seinen Sohn [[Lucién I.]] (1849-1871), der die die &amp;quot;[[Decada del Terror]]&amp;quot; beendete, die liberale Novemberverfassung von 1817 mit Gewaltenteilung und Zensuswahlrecht wiedereinführte und die Situation dadurch beruhigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Era Liberal&amp;quot; und Montevilismus ===&lt;br /&gt;
Infolge der Aprilrevolution und nach dem überragenden Wahlerfolg der liberalen [[Konstitutionalisten]] bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1855|Wahlen 1855]] setzte König Lucién den liberalkonservativen Realpolitiker [[Jacquel de Montevil]] (1855-1857 u. 1861-1873) als Kronkanzler ein, nahm ab 1862 aus Krankheitsgründen fast gar nicht mehr aktiv an den Staatsgeschäften teil und stand seit 1867 unter der Regentschaft seines jüngeren Bruders Prinz [[Philipp Emilian]]. Unter der Regierung Montevil festigte sich Sagradiens konstitutionelle Monarchie und es begann die so genannte „[[Era Liberal|Liberale Ära]]“, auch „Epoche des Montivilismus“ genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch vertrat der Regierungschef einen konservativen Kurs, der auf der internationalen Isolierung Frankreichs beruhte und im gewonnenen [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Krieg]] (1860/61) seinen Ausdruck fand. Die Konfrontation mit Napoleon III. wurde durch Anlehnung an England und Mikolinien ausgeglichen. Innenpolitisch konnte Montevil zahlreiche liberale Reformen durchsetzen. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein und drängte den Einfluss der katholischen Kirche zurück. Getragen wurde die Regierung durch die säkular-konstitutionelle [[Partíu Liberal|Liberale Partei]] im Parlament, während konservativ-katholische Kreise der Regierung kritisch gegenüberstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Luciéns im Jahr 1871 geriet Montevil immer mehr in Gegensatz zum neuen reaktionär eingestellten König [[Philipp VIII.]] (1871-1891). Mit der Demission Montevils 1873 endete die &amp;quot;liberale Ära&amp;quot; in Sagradien und wurde durch eine Phase konservativer Vorherrschaft ersetzt, in der die angeschobene konstitutionelle Entwicklung angehalten und umgekehrt werden sollte. Nacheinander versuchten mehrere konservative Regierungen, die Reformen der Ära Montevil zu revidieren. Zwar hielt sich der König weitestgehend an die Verfassung, schwächte diese aber, indem er Regierungen seines Vertrauens ernannte, immer wieder sein verfassungsmäßiges Vetorecht in wichtigen Reformgesetzesvorhaben einlegte oder das Parlament durch vorzeitige Auflösung zu disziplinieren suchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders energisch verfolgte der Monarch eine auf Machtgewinn ausgerichtete Kolonialpolitik und führte das [[Sagradisches Kolonialreich|sagradische Kolonialreich]] zu einem Höhepunkt. Der 1884 erworbenen Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]] (heute teil Somalias) folgten 1886 [[Ríu Ogué]] (das heutige [[Oguana]]) und 1889 [[Sagradisch-Madagaskar]] (Nordmadagaskar). Da die kolonialen Abenteuer aber nur schleppend vorangingen, geriet der Monarch nicht nur in Gegensatz zu den Antikolonialisten, sondern auch mit Teilen der nationalistischen Rechten, die eine noch intensivere Kolonialpolitik forderten. Wirtschaftspolitisch zielte Philipp gegen den Willen der Liberalen auf neue protektionistische Maßnahmen ab, um die einheimische Wirtschaft zu stärken. Gegen die aufstrebende Arbeiterbewegung wurde das Versammlungsrecht beschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Monarchie zur Republik ===&lt;br /&gt;
Obwohl durch das Zensuswahlrecht und praktische Benachteiligungen weitgehend aus dem Parlament verdrängt, wuchs in den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die radikale [[Republikanische Partei]] [[Santo Cripón de la Moya]]s zu einer dynamischen Gegenkraft des monarchischen Autoritarismus voran, zumal sich die gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten als unfähig erwiesen, dem königlichen Revisionismus Einhalt zu gebieten. Vielmehr musste die liberale Parlamentsmehrheit seit der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1884|Parlamentswahl 1884]] zunehmend Rückschläge einstecken, wie vor allem in der [[Verfassungskrise 1887/88]], in der der König offen gegen die bestehende Verfassung verstieß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Versuch des Königs und seines leitenden Ministers, des [[Gustavo Conte de Montxerent|Grafen von Montxerent]], die Macht des Parlament vollends zu beschneiden, führte 1890 schließlich vor dem Hintergrund einer seit mehreren Monaten schwelenden schweren Wirtschaftskrise im Land zur Eskalation. Als Handwerker und Arbeiter gegen die vom König erzwungene Schließung von Nationalwerkstätten und Kürzung der Sozialleistungen auf die Barrikaden gingen, brachen in den letzten Dezembertagen 1890 zunächst in Semess, bald dann landesweite Aufstände gegen die amtierende Regierung aus. Mitgetragen wurden die Aufstände bald auch vom Bürgertum und teilweise sogar vom Adel, der eine Revolution als letzten Ausweg aus der politischen Bedeutungslosigkeit sah.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach anhaltenden Auseinandersetzungen im Januar sahen die Gegner des Königs die Stunde gekommen, den ungeliebten Monarchen loszuwerden. Aus Furcht vor einer sozialen Revolution schlossen sich Liberale, Republikaner und einige Konservative zu einer antimonarchischen Koalition zusammen. In der so genannten [[Januarrevolution 1891]] erklärte die bürgerliche Abgeordnetenkammer in einer Sondersitzung mit deutlicher Mehrheit die amtierende Regierung für abgesetzt und setzte eigenmächtig eine provisorische Regierung ein. Neuwahlen zu einer &amp;quot;Nationalversammlung&amp;quot; wurden erstmals nach dem allgemeinen Männerwahlrecht abgehalten und endeten in einem deutlichen Sieg der revolutionären Kräfte. Noch in der Wahlnacht erklärte König [[Philipp VIII.]] seine Abdankung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien in der Ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Zweite Sagradische Republik]], [[Geschichte der Sagradischen Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Nach Abdankung des Königs verweigerte das Parlament die Anerkennung des Thronfolgers und erklärte sich in der [[Juni-Proklamation 1891]] zum Vertreter des Souveräns. Zwar existierte keine klare Mehrheit für die Republik, die von einer Mehrheit angestrebte parlamentarische Monarchie scheiterte aber an der Obstruktionshaltung der radikalen Monarchisten. Das provisorische [[Novemberstatut 1891]] kam bereits ganz ohne königliche Befugnisse aus und besiegelte de facto den Übergang zur Republik. Offiziell ausgerufen wurde diese jedoch erst per Parlamentsbeschluss vom 2. Januar 1893, nachdem alle Verhandlungen mit dem früheren Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] gescheitert waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Politik der Republik basierte auf einer Allianz der linksliberalen Radikalen mit einem Teil der reformfreudigen bürgerlichen Eliten und auf dem Ziel, eine soziale Radikalisierung der Revolution zu verhindern und die sozialrevolutionären Aufstände des [[Semestiner Revolutionsrat]]es gegen die sich abzeichnende bürgerliche Republik niederzuschlagen. Mit fast diktatorischen Vollmachten ausgestattet, schlug der Kriegsminister [[Luis María del Castos]] die Aufstände nieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1893 in Kraft getretenen [[Verfassungsgesetze 1893|Verfassunggesetze]] sahen das allgemeine Mehrheitswahlrecht für Männer sowie eine starke Stellung des Einkammerparlaments vor, dem der Präsident und die Minister verantwortlich sein sollten. Zum ersten Präsidenten der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] wählte die Nationalversammlung den liberalen Abgeordneten [[Luis Cavaller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach erfolgreicher Einführung der Republik zerfiel die republikanisch-liberale Parlamentskoalition bald in mehrere Teile. Die republikanische Bewegung wurde dadurch geschwächt. Dennoch erreichten die Republikaner bei der ersten [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] eine Mehrheit. &lt;br /&gt;
Eine politische Krise im Jahr 1894 führte schließlich zu einer konservativen Verfassungsrevision. Die [[Januarrevisionen 1895]] stärkten die Macht des Staatspräsidenten, der künftig das Parlament auflösen konnte und sah die Einführung einer zweiten, nicht direkt gewählten Parlamentskammer, dem so genannten [[Rat der Republik]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärkste Kraft wurden bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] die gemäßigt-republikanischen [[Moderatas]], während die [[Partíu Radical|Radicales]] in die Opposition gingen. Ein letztlich gescheiterter antirepublikanischer [[Putsch von 1898|Putschversuch im Jahr 1898]] führte rasch zu einer Wiederannäherung der republikanischen Linken, die sich daran machten, die Republik durch Reformen abzusichern. Nach dem Sieg der Radikalen bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] führte die streng laizistische Politik der liberal-radikalen [[Kabinett Salgado I|Koalitionsregierung Salgado]] zu einem Erstarken und Zusammenrücken der politischen Rechten und zu einer Allianz der rechten katholischen Monarchisten mit den gemäßigten, eher konservativen Republikanern, die sich gegen den radikalen Laizismus der Linken aussprachen und die Polarisierung im „[[Schulkrieg]]“ nutzen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der Rechtskoalition und Präsidentschaft Cardinal ===&lt;br /&gt;
Die neue Republik setzte in der Außenpolitik weitgehend auf eine Fortsetzung der imperialistischen Kolonialpolitik der alten Monarchie, wenn diese auch innerhalb der Radikalen Partei zunehmend kritisch betrachtet wurde. Im Innern setzte die radikal-liberale Regierung Salgado auf die klare Trennung von Staat und Kirche, verbot die Konfessionsschulen und schaffte den Religionsunterricht ab. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] kam es zu einem deutlichen Sieg der als „[[Koalition der Moral]]“ vereinigten Rechten, in der jetzt die konservativen Republikaner unter Führung von [[Miquel Fernando Luisanto]] sowie die monarchistischen [[Partíu Nacional Renovador|Nacional Renovadores]] um [[Daniel Lafontán]] gemeinsam Regierungsverantwortung übernahmen. Erstmals stützten nun auch Monarchisten eine republikanische Regierung, die der Republik mehr als ablehnend gegenüberstanden, eine Rückkehr zur Monarchie aber gegen die rechten Republikaner nicht durchsetzen konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vornehmliches Ziel der Rechtskoalition war es, die Reformen der Linken rückgängig zu machen. Die Konfessionsschulen wurden wiedereingeführt, die Klöster gestärkt und der Einfluss der katholischen Kirche enorm ausgebaut. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke gefahren, in der sich Sagradien zunehmend isolierte. 1905 schied mit [[Luis Cavaller]] der erste [[Präsident der Republik]] aus dem Amt, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Zum Nachfolger wählte die rechte Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Damit saß ein äußerst konservativer Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik eher reserviert gegenüberstand, eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich aber ebenso ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|Parlamentswahlen im Jahr 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich zerfiel. Präsident Cardinal löste daraufhin erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen gingen jedoch die [[Aliança Republicana|Liberalen]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom &amp;quot;Bloco de Sinistra&amp;quot; zum &amp;quot;Bloco Nacional&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
Im Januar 1912, wenige Monate vor Ende seines ersten Septennats, starb Präsident [[Joán Cardinal]], Nachfolger wurde der Liberale [[Francisco Berlioz]], unter dessen Präsidentschaft es zu mehreren Kooperationsregierungen der liberalen [[Aliança Republicana]] und der katholischen [[Volksaktion]] kam. Diese konnten auch bei den [[Parlamentswahlen 1913]] die meisten bzw. zweitmeisten Mandate gewinnen, obwohl die [[PS|Sozialistische Partei]] nach Stimmen zur größten Partei aufgestiegen war. Damit entstand ein System von vier etwa gleich starken Lagern, wobei sich nun Katholiken und Liberale einerseits, Radikale und Sozialisten andererseits entlang der sozioökonomischen Konfliktlinie gruppierten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es zu einer Wahlrechtsreform, sodass bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen 1917]] erstmals das Prinzip der Verhältniswahl zur Anwendung kam. Aus den Wahlen gingen schließlich die [[PS|Sozialisten]] als deutlich stärkste Kraft hervor und wurden erstmals an einer Regierung unter Führung des [[Partíu Radical]] beteiligt, woraufhin sich der linke Flügel des PS abspaltete, aus dem 1920 die [[Sagradische Kommunistische Partei]] (PCS) hervorging. Die Regierung des so genannten [[Linksblock]]s griff letztmals das alte Projekt der Linken auf, den kirchlichen Einfluss im Staat auf ein Minimum zu reduzieren, und verabschiedete ein umfangreiches Laizismus-Gesetz, konzentrierte sich vornehmlich aber auf soziale Reformen. Daneben gelten die Einführung des Frauenwahlrechts und die Einbindung der reformsozialistischen Arbeiterbewegung in die Republik als wegweisende Leistungen der Linksregierung, der es 1919 überdies gelang, mit [[Carles Simón López-Iregui]] erstmals einen Vertreter des [[Partíu Radical]] zum Staatspräsidenten zu wählen. Nach einer Verleumdungskampagne rechtsgerichteter Kreise trat López-Iregui bereits nach mehreren Monaten im Amt als erster Präsident der Republik vorzeitig zurück. Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]], der sich für eine Stärkung des Präsidentenamtes einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ersten Weltkrieg blieb Sagradien offiziell neutral, unterstützte aber ähnlich wie Norwegen und andere neutrale Staaten die Alliierten, mit denen das Land enge Wirtschaftsverbindungen unterhielt. Die sagradische Wirtschaft wurde durch den Krieg negativ beeinflusst, was zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] verlor der linke Block seine parlamentarische Mehrheit, konnte aber gleichwohl eine Mehrheit der Mitte-Rechts-Parteien verhindern. Im Angesichts der bolschewistischen Bedrohung wurde nun eine große Mitte-Links-Koalition unter [[António Diaz]] gebildet, in der erstmals Sozialisten und Rechtsliberale zusammenarbeiteten. Mit [[Santiago Laval]] wurde 1924 zudem erstmals ein Mitglied des [[Partíu Socialista]] zum Regierungschef ernannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach acht Jahren linker Vorherrschaft endeten die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahlen 1925]] mit einer relativen Stärkung der Mitte-Rechts-Parteien. Erstmals ging die katholische [[Volksunion]] als stärkste Einzelpartei aus den Wahlen hervor und bildete eine Koalition mit den [[AR|Liberalen]]. In der Folge kam es zu einem Machtkampf zwischen der rechten Parlamentsmehrheit und dem linkstendierenden Präsidenten [[Cristoval Sánchez]]. Bis zuletzt weigerte sich Sánchez daher auch, den katholischen Mehrheitsführer [[Estefán Gaeta]] zum Ministerpräsidenten zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nachfolger Sánchez wurde 1927 mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Vertreter des politischen Katholizismus in den [[Plazarenya]]-Palast gewählt, der sofort seinen Parteifreund Gaeta mit der Regierungsführung beauftragte. Bei den [[Parlamentswahlen 1929]] ging schließlich der katholische [[Bloco Nacional]] unter Führung von [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als klarer Sieger hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
Nach Jahren der wirtschaftlichen Stabilität und eines enormen Rationalisierungsschubs in der Wirtschaft, welche aber ein strukturelles Reformdefizit verschleierten, stürzte die Weltwirtschaftskrise von 1929 auch Sagradien in Turbulenzen, gegen die die Mitte-Rechts-Regierungen mit austeritäts- und deflationspolitischen Maßnahmen keine geeigneten Mittel fanden. Binnen weniger Monate schnellte die Arbeitslosigkeit in die Höhe und verschärfte die wirtschaftliche, soziale und haushaltspolitische Krise des Landes. In der Folge kam es zu einer Phase politischer Instabilität und Polarisierung und zu einer Stärkung der politischen Ränder, allen voran des [[Partíu Comunista Sagradês]], der faschistischen [[Frente Fraternal]] sowie anderer Ableger der antidemokratischen [[Truppistenbewegung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig mehrten sich aber auch in den großen Parteien die Stimmen, die für umfassende Veränderungen des politisch-sozialen Systems eintraten. Während innerhalb des [[Partíu Socialista]] die Vertreter marxistischer Positionen an Gewicht gewannen, zeigten sich innerhalb der katholischen Rechten zunehmend weite Kreise skeptisch gegenüber dem parlamentarischen System und seinen instabilen Regierungen und plädierten für eine Stärkung der Autorität des Präsidenten, eine Ausweitung der exekutiven Vollmachten sowie korporatistische Elemente in der Verfassung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schwere politische Krise erlebte die Republik [[Herbstkrise 1934|im Herbst 1934]]. Nachdem es zur Ermordnung des Kommunistenführes [[Lorenzo Sabal]] und zur Festnahme einer Reihe von Verdächtigen aus dem Kreis der rechtsextremen [[División Negra]] gekommen war, organisierten die Faschisten unter [[León Francês]] Straßenproteste und forderten die Übergabe der Regierungsgewalt, woraufhin es zum Einsatz bewaffneter Truppen kam. In der Folge bildete der parteilose [[Sergio Rafael Dini]] eine unabhängige Konsensregierung bildete, um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. Unter Dini besserte sich auch die ökonomische Lage und wurden erstmals auch Elemente einer keynesianischen Wirtschaftspolitik umgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr von Rechts und das unentschlossene Vorgehen der regierenden Mitte-Rechts-Parteien gegen die Faschisten führte zu einer Annäherung der zerstrittenen Linksparteien. Aus den [[Parlamentswahl 1936|Parlamentswahlen 1936]] ging schließlich eine neu formierte linke [[Volksfront]] aus Kommunisten, Sozialisten und Radikaldemokraten als Sieger hervor, woraufhin Mehrheitsführer [[Santiago Laval]] als erster Sozialist zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Volksfrontregierung mit kommunistischer und bürgerlicher Beteiligung wurde gebildet, die zahlreiche Sozial- und Wirtschaftsreformen einleitete, aber heftigen innen- und außenpolitischen Widerständen entgegentreten musste. Innenpolitisch setzte die Regierung den umfassenden Ausbau des zuvor nur rudimentär bestehenden sagradischen Wohlfahrtsstaates durch, weitere die Arbeitslosenhilfe zur Arbeitslosenversicherung aus und verfolgte eine Politik des deficit spending zur Belebung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge des [[Golischer Bürgerkrieg|Golischen Bürgerkriegs]] kam es 1935/36 zu starken Spannungen zwischen Sagradien und [[Mikolinien]] ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen zeitweise sagradische Gebiete an der sagradisch-mikolinischen Grenze besetzten und einen offiziell bis 1955 anhaltenden Grenzkonflikt auslösten, der nur durch energische internationale Vermittlung eingedämmt werden konnte. Nach dieser außenpolitischen Herausforderung kam es immer wieder zu Attacken der Rechten gegen die Linksregierung, die schließlich Ende 1937 aber über innere Gegensätze stürzte. Nach der Ermordung [[Santiago Laval]]s 1938 wurde der Liberale [[Luciano Capón]] Staatspräsident, neuer Ministerpräsident wurde der Katholik [[Manuel Álamo Igualde]], der dem autoritär-katholischen Flügel zugerechnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Regierung unter [[Manuel Álamo]] reihte sich international unter den Unterstützern der Appeasement-Politik gegenüber Deutschland ein und suchte eine Gewalteskalation zu verhindern. Auch nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges blieb Sagradien zunächst neutral und suchte eine Verständigung mit allen Kriegsparteien. Mit dem erfolgreichen Frankreichfeldzug der deutschen Wehrmacht stieg in Sagradien jedoch die Angst vor einem deutschen Angriff schlagartig und steigerte sich zu einer weitverbreiteten Bereitschaft, Vorbereitungen zu treffen und sich hinter der Regierung Álamo zu sammeln. Dieser propagierte im Juni 1940 die [[Nationale Kommunion]] als Programm der Loyalität zum sagradischen Staat, ein Programm, das den nationalen Zusammenhalt bestärken und auch Republikgegner ansprechen sollte, am antisozialistischen Kurs der Regierung aber keinen Zweifel ließ. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom Juni und den [[Augustrevisionen 1940]], die durchaus in der Kontinuität der konservativen Verfassungsvorstellungen der frühen Dreißiger Jahre standen und vor allem die Exekutive stärken sollten, schlug Sagradien unter Álamos Regierung der Nationalen Kommunion eine zunehmend autoritäre Richtung ein. Bürgerrechte wurden teilweise suspendiert, die kommunistische Linke wie die faschistische Rechte verboten, die Sozialistische Partei und ihre Organe behindert und das Parlament gegenüber der Exekutive vorübergehend entmachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit anhaltendem Krieg nahm jedoch in Sagradien die Stimmung zugunsten eines Kriegseintritts und zulasten der Regierungsmaßnahmen zu, zumal Deutschland immer mehr Entgegenkommen Sagradiens forderte und sagradische Schiffe angriff. Gleichzeitig verlor Álamos Regierung der Nationalen Kommunion an Zuspruch und er selbst an Autorität innerhalb der politischen Rechten, zumal es ihm nicht gelang, einen breiten nationalen Konsens herzustellen. Seiner Entlassung durch Präsident [[Luciano Capón]] im Dezember 1941 folgte der Eintritt Sagradiens auf alliierter Seite in den Zweiten Weltkrieg. Unter dem parteilosen Ministerpräsidenten [[Sergio Rafael Dini]] wurden auch die Oppositionsparteien wieder in eine breite Kriegskoalition aufgenommen und damit in den nationalen Konsens integriert. Im Nordosten Sagradiens kam es zunächst zu einer deutschen Besatzung unter der Marionetten[[regierung von Fidelfe]], gegen die sich die kommunistisch und sozialistisch geführte [[Resistença Sagradêsa]] organisierte. Die Niederlage Deutschlands und der Sieg der mit den Alliierten verbündeten sagradischen Truppen und der Partisanenkämpfer führten 1944 zum endgültigen Ende der Besatzung und zum Gegenschlag unter Beteiligung Sagradiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit und Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn der Dritten Republik und christdemokratische Ära ===&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkriegs, der für Sagradien mit dem Sieg über die deutsche Gefahr endete, gelang es endlich, nach den harten Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahren, ein Klima des nationalen Konsenses über die politischen Lager hinweg zu etablieren, der auch nach Kriegsende anhielt. Der neue Konsens stützte sich auf eine Ablehnung der polarisierenden Maßnahmen der Álamo-Regierung, die Hoffnung auf eine Überwindung der Lagerkämpfe und auf eine Neugründung des demokratischen Gemeinwesens im Licht des nationalen Triumphs. Die Kommunistische Partei, deren Anhänger wesentlich im Krieg aktiv gewesen waren, wurde wieder zugelassen und erstmals überhaupt sogar in die Regierung eingebunden. Aus der katholischen [[Volksunion]] ging unter dem Einfluss der christlich-sozialen &amp;quot;Convergência&amp;quot;-Bewegung um [[Fernando de la Roya]] und [[Paulo Luciaro]] im Jahr 1945 die [[PPC]] als neue christdemokratische Sammlungspartei hervor, während diverse liberale Gruppierungen sich in einem neuen Wahlbündnis zusammenschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals seit 1938 kam es im Sommer 1945 zu [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahlen]], aus denen die Parteien der konsensualen [[Demokratische Koalition|Demokratischen Koalition]] als Sieger hervorgingen. Als eine der ersten Maßnahmen beschloss die neue Nationalversammlung die Ausarbeitung einer neuen [[Verfassung der Dritten Republik|parlamentarisch-demokratischen Verfassung]], die den Verfassungskämpfen der Vorkriegsjahre endgültig ein Ende setzen sollte und schließlich nach einem erfolgreichen Referendum am 20. Juli 1946 in Kraft trat. Sagradien blieb damit eine parlamentarische Republik, doch sollte der Präsident künftig direkt gewählt werden. Außerdem wurden erstmals plebiszitäre Elemente in der Verfassung verankert. Statt der diskreditierten Beschneidung des Parlamentarismus durch exekutive Sondervollmachten und eine korporatistische Zweite Kammer wagte Sagradien nun mehr Demokratie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten beiden Präsidenten der Republik [[Sergio Rafael Dini]] und der 1949 erstmals direkt gewählte Radikaldemokrat [[David Pizarro Cortez]] prägten das Amt durch eine zurückhaltende Amtsführung. Zum starken Mann entwickelte sich dagegen der seit 1949 als Ministerpräsident amtierende Christdemokrat [[Paulo Luciaro]], der gemeinsam mit den Sozialdemokraten unter [[Santo De la Ilpa]], seit 1954 im Bündnis mit den Liberalen, wesentlich die Nachkriegspolitik bestimmte und die Westintegration des Landes durchsetzte. 1945 war Sagradien Gründungsmitglied der UN und 1949 der NATO und führte auch in den Folgejahren den europäischen Einigungsprozess mit an (u.a. Gründungsmitglied der EWG). Außerdem leitete Luciaro die Aussöhnung mit Mikolinien ein, die 1955 in den [[Golische Verträge|Verträgen von Alagua und Pexace]] gipfelte und den Verzicht Sagradiens auf [[Golen]] sowie Mikoliniens auf [[Cuentez]] festschrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesen Entwicklungen in Europa entließ Sagradien bis 1960 den Großteil seiner früheren Kolonien in die volle Unabhängigkeit, nachdem bereits 1946 die Selbstverwaltung aller Kolonien in die sagradische Verfassung aufgenommen worden war und damit den Weg zur Unabhängigkeit ebnete. Katalysator der Entwicklung war ein blutiger Aufstand auf den [[Joannianen]] im Jahr 1947, der 1948 mit dem Verzicht Sagradiens auf die frühere Kolonie beendet wurde. In den 1950er Jahren folgten die meisten afrikanischen Kolonien Sagradiens, zurück blieben fast ausschließlich kleinere Inselgebiete mit geringen Bevölkerungszahlen, die in den meisten Fällen freiwillig in der Sagradischen Republik verblieben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch einigte sich die Konsenskoalition der ersten Nachkriegsjahre auf einen umfassenden Ausbau des Sozialstaats und die Beförderung einer staatlich mitgelenkten Marktwirtschaft. Darauf aufbauend erlebte Sagradien seit Mitte der Fünfziger Jahre ein Wirtschaftsboom, der zugleich den Wohlstand im Land förderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialistische Vorherrschaft und gesellschaftliche Liberalisierung ===&lt;br /&gt;
Die christdemokratische [[Volkspartei]] blieb bis zur [[Parlamentswahl 1963]] durchgängig stärkste Kraft und stellte mit [[Paulo Luciaro]], [[Carles Angel Favale]] und [[Martín Ánibal Costa]] von 1949-1964 ununterbrochen den Regierungschef. Während die Kommunistische Partei nach anfänglichen Erfolgen 1945/46 zu einer Mittelpartei abrutschte, etablierte sich die 1947 gegründete sozialdemokratische [[ASUL]] nach ihrem Gang in die Opposition 1953 als größte Oppositionspartei. Sie verfolgte trotz eines traditionell-marxistischen Programms weitgehend gemäßigte Positionen und kehrte 1962 zunächst als Juniorpartner der Christdemokraten, nach ihrem Wahlsieg 1963 mit [[António Santiago]] als Chef einer sozialistisch-liberalen Koalition in die Regierung zurück. Nach dem frühen Tod Santiagos folgte sein Parteifreund [[Iacovo Del Pérez]], der sein Amt aber 1967 wieder an den Christdemokraten Favale abgeben musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ära christdemokratischer Dominanz endete schließlich endgültig mit dem Sturz Favales und dem überraschend deutlichen Sieg der Sozialisten bei der [[Parlamentswahl 1970|Schlüsselwahl 1970]]. Zuvor hatte auch Sagradien 1968 das Aufbegehren einer jungen Generation, vor allem Studenten gegen die konservative Gesellschaft und ihre überholten Wertvorstellungen erlebt. Der junge sozialistische Wahlsieger [[Joán Caval]] versprach dagegen gesellschaftliche Reformen und verkörperte einen sozialen und demokratischen Aufbrauch. Erstmals regierten die Sozialisten alleine und mit indirekter Unterstützung der Kommunistischen Partei, die unter ihrem Generalsekretär [[Dián Aliureto Chabonet]] einen gemäßigt-eurokommunistischen Kurs einschlug. Anstelle umfangreicher Verstaatlichungen, wie von den Kommunisten gefordert, strebte Caval jedoch danach, die sozialstaatliche Sicherung auszubauen und die Rechte der Arbeitnehmer innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung zu stärken. Dieser Kontinuitätslinie wurden umfangreiche gesellschaftliche Liberalisierungen, etwa in Fragen der Frauenrechte und des Schwangerschaftsabbruchs, durchgesetzt. Joán Caval konnte zudem u.a. die unter Iacovo Del Pérez 1965 begonnenen [[Dreistaatengespräche]] zwischen Mikolinien, Sagradien und Sancristo in eine organisierte Zusammenarbeit innerhalb des [[Blaumeerrat]]es überführen, der 1972 gegründet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die liberalen Achtziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Nachdem die Sozialisten nacheinander drei Kammerwahlen hatten gewinnen können, verlor die Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1979|vorgezogenen Parlamentswahl 1979]] ihre Stellung als größte Partei wieder an die Christdemokraten unter [[Sandro de la Nada]], blieb aber aufgrund eines parlamentarischen Patts zusammen mit der Volkspartei in der Regierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach dem Scheitern der Großen Koalition im Jahr 1982 erreichte das konservativ-liberale Bündnis unter [[Joán Emilio Moya]] ([[PPC]]) und [[Lorenzo Estrubal]] ([[UDS]]) einen klaren Sieg über die politische Linke und bildete erstmals seit 1970 wieder eine Mitte-Rechts-Regierung, in der Moya Ministerpräsident, Estrubal Außenminister wurde. Bereits zuvor war es gelungen, den als wirtschaftsnah geltenden Minister und früheren Nationalbank-Präsidenten [[Alfonso María Guivares]] im Amt des Staatspräsidenten durchzusetzen, der den zehn Jahre lang amtierenden Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] ablöste. Die Regierung Moya leitete schließlich unmittelbar eine Politik der umfangreichen wirtschaftspolitischen Liberalisierung ein und der sozialpolitischen Einsparungen ein, die zwar wirtschaftliche Erfolge vorweisen konnte, aber zu sozialen Protesten führte und einen weiteren Anstieg der seit den späten 1970er Jahren wachsenden Arbeitslosigkeit nicht verhindern konnte. Dennoch gelang es, im politischen Diskurs eine liberale Hegemonie zu etablieren, sodass schließlich auch die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Donado Ricardes]] (1986-1990) im Wesentlichen an diesem Kurs festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überschattet wurden die liberalen Achtziger Jahre jedoch durch einige politische Affären, die das Image Sagradiens als korruptionsfreies Land ernsthaft gefährdeten. Bereits 1984 zwang ein Korruptionsskandal den Staatspräsidenten [[Alfonso María Guivares]] als erstes Staatsoberhaupt der Dritten Republik zum vorzeitigen Rücktritt. In der Folge wurden auch führende Politiker der Regierungsparteien sowie einzelne Abgeordnete der Opposition in den Skandal verwickelt. Die anhaltenden Enthüllungen und Ermittlungen beförderten nicht nur die Niederlage der Christdemokraten bei der [[Parlamentswahl 1986]], sondern führten schließlich auch zu einer Verurteilung Moyas wegen Mitwisserschaft in der Korruptionsaffäre. Während die Sozialisten von der [[Guivares-Affäre]] schließlich profitiert hatten, kam es nur kurze Zeit später zu einer Parteispendenaffäre, die nach mehreren Jahren 1992 schließlich in ihrer ganzen Tragweite bekannt wurde und zum Rücktritt des gesamten Parteivorstands führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1990er und 2000er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die seit 1986 in Koalition mit [[PRD]] und [[UDS]] regierenden [[ASUL|Sozialisten]] verloren schließlich die [[Parlamentswahl 1990]] deutlich gegen die unter [[Josep Carles Otero]] wieder erstarkte [[Volkspartei]]. Unter dessen bürgerlicher Koalitionsregierung beteiligte sich Sagradien 1991 mit eigenen Truppen am Zweiten Golfkrieg gegen den Irak, nachdem bereits Ricardes 1990 entgegen ablehnender Stimmen in den eigenen Reihen seine Unterstützung der anti-irakischen Koalition zugesagt hatte. Außerdem setzte Otero die bereits unter Moya eingeleitete und unter dem Sozialisten Ricardes grundsätzlich fortgeführte Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik fort und bemühte sich auf Europäischer Ebene um eine Intensivierung der Europäischen Zusammenarbeit. Es gelang ihm schließlich, in Sagradien eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung für das wiederbelebte Integrationsprojekt zu gewinnen und die Gegner des Vertrags von Maastricht und einer gemeinsamen europäischen Währung in der Opposition wie in der eigenen Partei zu überspielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch verloren Oteros Christdemokraten aufgrund wirtschaftlicher Probleme und einer äußerst unpopulären Sozialpolitik die [[Parlamentswahl 1998]] deutlich gegen die Opposition unter dem sozialistischen Spitzenkandidaten [[Julio de la Costa]]. Dieser bildete nach seinem deutlichen Wahlsieg erstmals eine Koalitionsregierung mit den sagradischen [[Grüne]]n und knüpfte vor allem mit einer gesellschaftlichsliberalen Reformpolitik an die sozialistischen Erfolge der 1970er Jahre an. In den rot-grünen Jahren reformierte Sagradien sein Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsrecht, führte die in den 1960er Jahren begonnene Politik der Devolution zugunsten starker regionaler Selbstverwaltungsrechte fort und führte als vierter Staat in Europa die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ein. Zugleich beschloss die Regierung den Ausstieg Sagradiens aus der Atom-Energie und führte eine ökologische Steuerreform durch. In wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Fragen suchte De la Costa eine Mischung aus neokeynesianischen und neueren, angebotsorientierten Politikrezepten sowie Ansätze einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durchzusetzen. In der Europapolitik knüpfte auch die Regierung De la Costa an die integrationsfreundliche Linie der Vorgängerregierungen an und setzte sich aktiv, wenn auch weniger erfolgreich als sein Vorgänger für eine Intensivierung der europäischen Integration ein. Außerdem beteiligte sich Sagradien 1999 am NATO-Einsatz im Kosovo und 2003 an der Operation Enduring Freedom in Afghanistan. Dagegen gehörte Sagradien im Zusammenhang mit dem amerikanischen Irak-Krieg 2003 zu den Skeptikern und verweigerte eine Beteiligung der sagradischen Streitkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Regierung De la Costa aufgrund schlechter wirtschaftlicher Zahlen seit 2003 zunehmend an Zustimmung in der Bevölkerung wie an Reformdynamik verloren hatte, endete die [[Parlamentswahl 2006]] schließlich mit einem deutlichen Sieg für die oppositionellen Mitte-Rechts-Parteien unter Führung des Christdemokraten [[Miquel Ánibal Luisanto]]. Die fortan regierende Minderheitskoalition aus [[PPC]] und [[UDS]] stützte sich im Parlament erstmals auf die Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen [[PSP]] unter [[Joán De la Pênia]], die mit europa- und einwanderungskritischen Parolen erstmals 1994 in die Abgeordnetenkammer eingezogen war und seither stetig an Zustimmung in der Bevölkerung gewann. Entsprechend leitete Luisanto einen konservativen Politikwechsel ein, verschärfte die Einwanderungsbestimmungen und die Vorkehrungen für die innere Sicherheit. Gleichzeitig kürzte die neue Regierung die Sozialleistungen und setzte flexiblere Mindestlohnregelungen durch. Die Frist für den Atomausstieg wurde zudem verlängert. Entgegen mancher Befürchtungen wurden jedoch weitere zentrale Reformen der Vorgängerregierungen zur gesellschaftlichen Gleichstellung nicht zurückgenommen, zudem rückte Luisanto während seiner Amtszeit als Ministerpräsident von früheren radikal-neoliberalen Positionen ab und führte eher moderate Reformen durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=24246</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
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		<updated>2015-11-07T19:33:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die Zweite Republik ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Revolution ===&lt;br /&gt;
==== Soziale und ökonomische Krise ====&lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt des langjährigen sagradischen Premierministers [[Jacquel de Montevil]] im Jahr 1873 wurde in Sagradien eine Ära der relativen Restauration eingeleitet. Die Spaltung der Liberalen in einen [[Partíu Radical|radikalen]] und einen [[Partíu Moderata|moderaten]] Flügel begünstigte den konservativen [[Partíu Conservador]], der sich für ein starkes Königtum und eine Einhegung der bürgerlichen Rechte aussprach und bei mehreren Wahlen der 1870er Jahre eine deutliche parlamentarische Mehrheit erringen konnte. Gleichzeitig begann sich neben der radikal-liberalen auch eine [[Partíu Socialista|sozialistische Linke]] zu formieren, deren Einfluss auf die Arbeiterbewegung im Zuge der Industrialisierung stieg. Dazu kam seit den 1870er Jahren auch eine handfeste ökonomische Krise in Form einer langjährigen Depression, die die soziale Lage vor allem der Arbeiterschaft verschlimmerte und die sozialen Spannungen verstärkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konstitutionelle und politische Krise ====&lt;br /&gt;
In den 1880er Jahren kam zur ökonomisch-sozialen Krise eine Reihe von verfassungspolitischen Auseinandersetzungen, in denen sich die monarchisch-katholische Rechte auf der Seite der Regierungsmacht und die liberale Linke auf Seite einer stärkeren Parlamentarisierung gegenüberstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Liberalen die [[Parlamentswahl 1884]] gewinnen konnten, kam es zum Dauerkonflikt zwischen Parlament und den konservativen königlichen Regierungen. Nachdem König [[Philipp VIII.]] 1887 das Parlament aufgelöst hatte und es zu einem neuerlichen Sieg der Liberalen gekommen war, weigerte sich der König im Streit um einen neuen Haushalt kurzerhand, das Parlament noch einmal einzuberufen und setzte unter dem Vorwand juristischer Untersuchungen den Parlamentspräsidenten [[Cornélio de Martín]] fest, um ihn an  einer selbständigen Einberufung des Parlaments zu hindern. Die damit ausgelöste [[Verfassungskrise 1887/88|Verfassungskrise]], in der der König ohne das Parlament regierte, kostete vor allem die gemäßigte Linke an Ansehen, die zwar gegen das Verhalten des Königs empört demonstrierte, eine gewaltsame Auseinandersetzung aber fürchtete. In der Folge kam es im ganzen Land zu einem Erstarken radikaler, republikanischer und sozialistischer Kräfte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst Mitte 1888 konnte die Krise beigelegt werden und das wieder zusammengetretene Parlament legitimierte nachträglich einige Entscheidungen des Königs, weigerte sich aber dem König eine Indemnität auszusprechen, sodass dieser das Haus bald wieder auflöste und Neuwahlen ansetzte, von denen vor allem die Republikaner profitieren, die trotz Zensuswahl und benachteiligendem Mehrheitswahlrecht auf 11 Prozent der Stimmen kamen und in einigen Großstädten sogar stärkste Kraft wurden. Philipps Premierminister [[Gustavo Conte de Montxerent]] reagierte mit der Verhaftung führender Republikaner und einer Verschärfung von Zensur und Versammlungsrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Winterkrise 1890 und Januarrevolution 1891 ====&lt;br /&gt;
Nach einem harten Winter 1889/1890 heizten Hungersnöte die ohnehin gespannte Lage an und im ganzen Jahr 1890 kam es überall im Land zu Verhaftungen republikanischer und sozialistischer Agitatoren und zu Aufständen gegen die konservative Regierung des [[Conte de Montxerent]], bei denen immer wieder Arbeiter festgenommen, verletzt oder getötet wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von der [[Partíu Socialista|Sozialistischen Partei]] im Dezember 1890 verhängte Generalstreik führte schließlich zur Eskalation. Nachdem sich Arbeiter im ganzen Land mit streikenden Arbeitern in den Industriegebieten von [[Bordez]] und [[Oller]] solidarisiert hatten, kam es zum gewaltsamen Einsatz bewaffneter Truppen gegen die Streikenden, der zu heftigen Protesten auch in manchen bürgerlichen Kreisen führten. In vielen Städten sammelten sich Arbeiter und bürgerliche Protestanten zu Demonstrationen gegen die Regierung, die sich bald auch gegen den König selbst zu wenden begannen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich aufständische Arbeiter Zutritt zum Rathaus von [[Semess]] verschafften und die Kontrolle über das Stadtzentrum übernahmen, fürchtete die Mehrheit der Abgeordneten in der Deputiertenkammer eine soziale Revolution. Inzwischen hatten sich in Semess und in einigen anderen Großstädten des Landes [[Revolutionäre Räte]] gebildet, die von radikalen Republikanern und Sozialisten beherrscht wurden. Unter dem Druck der Straße mussten König und Regierung am 21. und 22. Januar 1891 die Stadt verlassen. Nach mehreren Resolutionen erklärte die linke Mehrheit in der Abgeordnetenkammer am 26. Januar eigenmächtig die Regierung des konservativen Grafen von Montxerent für abgesetzt und suchte auf diesem Weg eine Parlamentarisierung herbeizuführen. Bereits am Folgetag, dem 27. Januar erließ die Kammer eine neue Wahlresolution, die die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts auf Grundlage der allgemeinen Volkswahl ankündigte. Zudem bestellte sie einen &amp;quot;Exekutivausschuss&amp;quot; unter der Führung des liberalen Abgeordneten [[Cornel Gil-Lerma]], der in Abwesenheit einer königlichen Regierung die Amtsgeschäfte übernehmen solle. Im Parlamentsbeschluss beriefen sich die Abgeordneten auf die &amp;quot;ständische Tradition der Codices Magna&amp;quot; und setzten sich damit über den Willen der Nobelnkammer hinweg, die erst gar nicht mehr einberufen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge nahm die Kammer Verhandlungen mit den aufständischen Revolutionären Räten auf und setzte sich mit dem König in Verbindung, der noch immer fernab der Hauptstadt weilte und die Entwicklung abzuwarten suchte. Unterdessen einigten sich die Parlamentarier auf baldige [[Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung 1891|Neuwahlen zu einer Nationalversammlung]] nach den Bestimmungen eines neuen Wahlgesetzes, das &amp;quot;im Namen des Volkes, der Stände und des Königs&amp;quot; promulgiert wurde, ohne dass König Philipp VIII. Einfluss auf den Prozess hätte nehmen können. Vor vollendete Tatsachen gestellt, rief König Philipp widerwillig dazu auf, den Exekutivausschuss unter der Führung Gil-Lermas als provisorische Regierung anzuerkennen, verweigerte diesem aber die offizielle Ernennung zum Kronkanzler und Ministerpräsidenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zur Republik ===&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen und Juni-Proklamation 1891 ====&lt;br /&gt;
Mitten im Wahlkampf kam es zur sogenannten &amp;quot;Lunes-Affäre&amp;quot;, in der der Thronfolger von republikanisch gesinnten Liberalen als reaktionärer Feind der Cortes diffamiert und erfolgreich diskreditiert wurde. In der aufgeheizten Atmosphäre schlugen sich zahlreiche frühere Anhänger der parlamentarischen Monarchie auf die Seite der Republik, &amp;quot;weil der gütige parlamentarische Monarch in diesem Land nicht vorhanden ist&amp;quot;, wie der Schriftsteller [[Cornell Demarques]] festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund gingen aus den Aprilwahlen 1891 schließlich Liberale, Radikale und Sozialisten als Sieger hervor. König Philipp verließ noch in der Wahlnacht das Land und erklärte seine Abdankung zugunsten seines Sohnes [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]], den er als Philipp IX. zum König erhob. In ihrer konstituierenden Sitzung am 1. Juni 1891 verabschiedete die neue Verfassungsgebende Versammlung mit deutlicher Mehrheit die sogenannte &amp;quot;Juni-Proklamation&amp;quot;, in der sich die [[sagradische Nationalversammlung]] zur &amp;quot;alleinigen Inhaberin der Regierungsgewalt der Sagradischen Nation&amp;quot; erklärte (&amp;quot;la sola poder governante de la Nación es síu nela Asamblea Nacional&amp;quot;). Ein Antrag auf Ausrufung der Republik wurde zwar nicht zur Abstimmung gestellt, ebensowenig erkannte die Versammlung aber den neuen König an und erklärte sich auf Antrag monarchistischer Parlamentarier lediglich zu &amp;quot;Beratungen mit dem Prinzen Joseph Philipp [...] über eine Erhebung zum König&amp;quot; bereit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war das sagradische Königtum zwar noch nicht abgeschafft. Es wurde auch eine Kommission gebildet, die Verhandlungen mit dem Thronfolger zur Übernahme des Throns führen sollte. Das Parlament erklärte sich de facto aber zum alleinigen Souverän und machte die Erhebung zum König vom eigenen Gutdünken abhängig. In einer vielzitierten Antwortnote ließ der Thronfolger am 7. Juni das neue Parlament wissen, als &amp;quot;König von Gnaden der Feinde Gottes&amp;quot; nicht zur Verfügung zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Novemberstatut zur Ausrufung der Republik (1891-1893) ====&lt;br /&gt;
Die Nationalversammlung arbeitete in der Folge ein provisorisches Verfassungsstatut aus, das im November als ''Estatú de Governo'' in Kraft trat. Darin wurde die gewählte Nationalversammlung zum Inhaber der vollen Staatsgewalt erklärt und die zuvor bereits aufgelöste Nobelnkammer endgültig abgeschafft, womit Sagradien ein Einkammerparlament erhielt. Das Novemberstatut vermied es, Bestimmungen über das Staatsoberhaupt zu erlassen. Stattdessen wählte das Parlament den Liberalen [[Francês de Píu-Castellán]] zum neuen Präsidenten des Exekutivrates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit gingen in Semest die Kämpfe weiter, nachdem eine Gruppe radikaler Republikaner die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister [[Luis María del Castós]], der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1892 kamen die Verhandlungen mit dem weiterhin exilierten Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] zum Halt, der sich weiterhin weigerte, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen. Nach dem Bekanntwerden des &amp;quot;Briefes aus Chateauvieille&amp;quot;, in dem der Thronfolger seine Verachtung für die Nationalversammlung ausgesprochen hatte, war das Tischtusch endgültig zerschnitten. In Abwesenheit der royalistischen Abgeordneten, die die Abstimmung boykottierten, verkündete die Nationalversammlung am 2. Januar 1893 endgültig die Monarchie für abgeschafft. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum [[Präsidenten der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) ====&lt;br /&gt;
Mit den im April 1893 inkraft getretenen [[Verfassungsgesetze 1893|Verfassungsgesetzen]] war die Sagradische Republik als ''Republik der Versammlung'' begründet. Historisch versuchte das junge Gemeinwesen an die Tradition der Ständeversammlung von 1721-23 und die Codices Magna anzuknüpfen. Die gesamte Staatsmacht befand sich nun in den Händen der direkt gewählten Nationalversammlung, die als Einkammerparlament fungierte und neben der Gesetzgebung und dem Haushaltsrecht auch die Wahl des Präsidenten beanspruchte. Wahlen zur Nationalversammlung sollten nun alle zwei Jahre nach den Grundsätzen des allgemeinen Wahlrechts stattfinden, wobei alle Männer über 25 Jahre wahlberechtigt waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die politische Krise anhielt, geriet die Republik schnell auch unter Druck von rechts. Feinde der neuen Staatsform fanden sich einerseits im Adel und in der Kirche, die die Ersetzung der alten Ordnung durch die Herrschaft des liberalen Bürgertums nicht akzeptierten, andererseits durch breite Volksschichten, die sich ebenfalls nicht durch die liberale Elite an der Spitze des neuen Gemeinwesens repräsentiert sahen. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen der Parlamentsmehrheit und dem Präsidenten um das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] gingen die Republikaner daher gegenüber den Vorjahreswahlen deutlich geschwächt hervor. Gestärkt wurden vor allem die gemäßigten und konservativen Kräfte, denen die einseitige Ausgestaltung der Verfassung zugunsten des Parlaments zu weit ging. In der Folge setzte sich auch Präsident [[Luis Cavaller]] für eine Revision der jungen Verfassung ein, um die Exekutive zu stärken - dem &amp;quot;Biêniu de l'Asamblêa&amp;quot; folgte eine Phase der &amp;quot;konservativen Korrektur&amp;quot;. Die [[Januarrevisionen 1895]] wichen schließlich deutlich vom Konzept der ungeteiligen Parlamentsherrschaft ab und knüpften vielmehr an die konstitutionell-monarchische Ordnung der Liberalen Ära unter [[Jacquel de Montevil]] an. Das Einkammerparlament wurde wieder durch ein Zweikammersystem ersetzt, indem neben die direkt gewählte Abgeordnetenkammer eine indirekt gewählte [[Sagradischer Senat|Senatskammer]] trat, die als konservatives Gegengewicht gegen die Deputierten fungieren sollte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch deutlicher wirkte sich die Stärkung des Amtes des Präsidenten der Republik aus, dessen Amtszeit mit unmittelbarer Wirkung von drei auf sieben Jahre verlängert wurde und der das Recht erhielt, im Einvernehmen mit dem Senat die Nationalversammlung vorzeitig aufzulösen. Zudem setzte der Präsident de facto seine Prärogative über die Einsetzung und Absetzung der Regierung durch, die zwar weiterhin an das Vertrauen des Parlaments gebunden blieb, ebenso aber auch vom Präsidenten abhängig blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn des 20. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
==== Der gescheiterte Putsch von 1898 ====&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1895]] gingen erneut die gemäßigten Kräfte der [[Moderatas]] als klarer Sieger hervor, die sich für eine Konsolidierung der Republik auf Grundlage eines starken Bürgertums einsetzten und auf einen Konsens mit den Kräften des Ancien Régime hinarbeiteten. In Opposition zu den meist großbürgerlichen Moderaten drängten die eher kleinbürgerlichen [[Partíu Republicano Radical|Radicales]] auf eine Fortführung der konstitutionellen Revolution auf sozialem und politischem Gebiet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten [[Putsch von 1898|Putschversuch vom 25. April 1898]] wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um [[Arcélio del Carnet]], [[Filipe Conte d'Avís]] und [[Stefano Perón de Carilla]] gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses [[Vienne]] wieder einzuführen und den Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] aus dem Exil zurück auf den Thron zu führen. Die eigentliche Macht sollte damit aus der Hand der gewählten Volksvertreter auf einen kleinen Kreis adliger Eliten übertragen werden. In der Abwesenheit des Präsidenten [[Luis Cavaller]], verbreitete sich am Morgen des 25. April 1898 das Gerücht, die Nationalversammlung sei aufgelöst und die Monarchie unter dem exilierten ''[[José Filipe (Thronfolger)|König Philipp IX.]]'' wiedereingeführt. Der folgende Versuch der Putschisten, die Nationalversammlung zu besetzen, schlug aber bereits in seinen Ansätzen fehl, da ein Teil der Putschisten noch in den Morgenstunden festgenommen wurde und wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren. In der Konsequenz gelang es nur wenigen putschistischen Soldaten, das Parlamentsgebäude zu umstellen, zum Sturm des Gebäudes kam es aber zunächst nicht. Dennoch erklärten einige monarchistische Abgeordnete im Gebäude ihre Solidarität mit den Aufständischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsident Cavaller erklärte sofort den Ausnahmezustand und ernannte General [[Luis María del Castós]] zum Inhaber der Exekutivgewalt. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch jedoch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialgesetzgebung und Laizismus-Streit (1899-1905) ====&lt;br /&gt;
Der April-Putsch 1898 bewirkte letztlich das Gegenteil dessen, was er zu bewirken suchte. Statt die Monarchie zurückzubringen, führte die akute Bedrohung der jungen Republik zu einer Solidarisierung der längst zerstrittenen bürgerlich-liberalen Kreise und zu einem Machtgewinn der republikanischen Linken. Präsident [[Luis Cavaller]], der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, wurde in der Folge von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt und entwickelte sich zur Integrationsfigur der jungen Republik. Die Putschisten von 1898 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die Abgeordneten, die sich mit ihnen solidarisiert hatten, verloren ihr Mandat und durften 1899 nicht zur Parlamentswahl antreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1899]] profitierten vor allem die Radikalen von der Stimmung im Land und gingen erstmals als stärkste Kraft hervor. Unter der Führung des Radikalen-Politikers [[Donado Salgado]] setzte eine laizistische Koalitionsregierung in der Folge zahlreiche Gesetze durch, die in einer &amp;quot;zweiten Revolution&amp;quot; einen Großteil der bis dahin ausgebliebenen Sozialreformen nachholten. Einerseits blieben umfangreiche Landreformen und Enteignungen wie von der aufstrebenden sozialistischen Linken gefordert aus. Andererseits aber wurden in einem weiten Linksbündnis von Liberalen bis hin zu den Sozialisten die Grundlagen für den modernen sagradischen Wohlfahrtstaat gelegt, indem nacheinander umfassende gesetzliche Unfall- und Krankenversicherungen eingeführt wurden, die als Basis für das nach und nach ausgebaute sagradische Sozialversicherungssystem dienten. 1913 folgte die Einführung einer gesetzlichen Rentenversicherung, 1936 die einer gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Darüber hinaus zielten die Reformen der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot; auf eine klare Trennung von Staat und Kirche ab und schafften u.a. die Konfessionsschulen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laizistische Koalition traf auf heftigen Widerstand der katholischen Rechten. Am energischsten stellte sich die radikal-nationalistische und populistische Bewegung der [[Nacional Renovadores]] unter der Führung von [[Daniel Lafontán]] gegen die &amp;quot;linke Republik&amp;quot;. Aber auch katholische und großbürgerliche Republikaner sowie konservative Monarchisten, die sich in der [[Unionistas|Unionistischen Partei]] sammelten, fanden sich in der Opposition zu der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot;. Unter der Führung Lafontáns und des Unionisten [[Miquel Fernando Luisanto]] gewann die vereinigte Rechte die [[Parlamentswahl 1903]] und bildete in der Folge eine Regierung der &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;. Die Koalition führte die Konfessionsschulen wieder ein, stärkte die Klöster und baute den Einfluss der katholischen Kirche wieder aus. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke verfolgt, in der sich Sagradien zunehmend isolierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Präsidentschaft Cardinal (1905-1912) ====&lt;br /&gt;
1905 starb mit [[Luis Cavaller]] der erste Präsident der Republik, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Unter seiner Führung führte Sagradien unabhängig von der Zusammensetzung der jeweiligen Regierung und trotz Widerstand aus weiten Teilen der Linken die Kolonialpolitik der Monarchie unter neuen Vorzeichen einer &amp;quot;republikanischen Zivilisationsmission&amp;quot; fort. Als Cavaller 1905 wenige Monate vor Ende seiner zweiten Amtszeit starb, hatte sich aus der provisorischen Republik ein stabiles, wenn auch politisch heftig umkämpftes Gemeinwesen etabliert, das von breiten bürgerlichen Schichten getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger Cavallers wählte die rechtsgerichtete Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Mit dem konservativen Militär saß ein Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik lange reserviert gegenübergestanden hatte, als Staatsoberhaupt aber die Integrität der Republik verteigite und eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich kategorisch ausschloss. Zunächst von Linken äußerst kritisch betrachtet und als potenzielle Gefahr für die Republik angesehen, entwickelte sich die Präsidentschaft Cardinals zu einem Integrationserfolg, indem der erzkatholische und ehemals monarchistische General zahlreiche Republikgegner für das Gemeinwesen gewinnen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich in sich zerfiel. Präsident Cardinal löste [[Parlamentswahl 1909|im Jahr 1909]] erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen ging jedoch die liberale [[Aliança Republicana]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft. Mit der [[Acción Popular]] und dem ebenfalls deutlich gestärkten [[Partíu Socialista]] gehörte nun ca. ein Drittel der Abgeordneten in der Kammer einer der beiden Parteien an, die in der Folge zu den großen Massenintegrationsparteien des Landes anwuchsen und das Ende der radikal-liberalen Dominanz im Parlament einläuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erster Weltkrieg und Entstehung des Linksblocks (1914-1917) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der parteilose [[Pier-Costantín Sant'Estrell]] zum Ministerpräsidenten einer liberalen Konsensregierung ernannt, die über eine breite parlamentarische Basis verfügte. Präsident [[Francisco Berlioz]] und seinem Ministerpräsidenten Sant'Estrell gelang es in der Folge, Sagradien aus dem Krieg herauszuhalten, auch wenn das Land offen mit den Alliierten sympathisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Parlamentswahl 1917]], bei der die Parteien der Linken den Sieg davon trugen, wurde der Radikalliberale [[Francisco Calbane]] zum Ministerpräsidenten ernannt. Er führte eine Regierung des [[Bloco de Sinistra]] an, die auch von den [[Partíu Socialista|Sozialisten]] unterstützt wurde. Mit [[Carles Sastre]] trat 1919 der erste sozialistische Minister in die Regierung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich auf Basis der Sozialgesetzgebung von 1900-1902 den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918, der Sozialgesetzgebung von 1919/20 und der Verfassungsreform von 1919 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zwanziger und Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
==== Verfassungsreform 1919 ====&lt;br /&gt;
Bereits unter Sant'Estrell war 1916 eine Verfassungskommission eingesetzt worden, die umfassende Vorschläge für eine konstitutionelle Revision vorlegte. Unter der seit 1917 amtierenden Linksregierung wurde schließlich 1919 eine umfassende [[Verfassungsrevision von 1919|Verfassungsrevision]] durchgesetzt, die bei der folgenden vorgezogenen [[Parlamentswahl 1919]] erstmals zur Anwendung kam. An die Stelle des allgemeinen Wahlrechts der Männer über 25 Jahren trat nun das allgemeine Wahlrecht für Männer und - das war neu - auch für Frauen über 21 Jahren. Damit wurde in Sagradien wie in den meisten westeuropäischen Ländern zeitgleich auch das Frauenwahlrecht eingeführt. Zudem wurde die bisherige absolute Mehrheitswahl bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer durch die Verhältniswahl ersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1919 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1919|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei erneut die Parteien der Linken davon. Die [[Partíu Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikaldemokrat [[Carles Simón López-Iregui]] zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. López-Ireguis Präsidentschaft bestand jedoch nur wenige Monate. In dieser Zeit litt sich der zögerliche Amtsinhaber unter gesundheitlichen Problemen und musste sich überdies starken Angriffen von Seiten der konservativen Presse erwehren. Im November 1919 zog er die Konsequenzen aus einer Verleumdungskampagne und trat von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]] gewählt, der die Pressekampagne hart verurteilte und einen Kurs der starken Präsidentschaft ankündigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spaltung der Linken und Große Koalition (1917-1925) ====&lt;br /&gt;
Das Regierungsbeteiligung der Linken führte zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich bereits 1917 der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partíu Socialista Auténtico]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die russische Oktoberrevolution 1917 und der Streit um das Verhältnis zur Komintern führte endgültig zur Spaltung der Arbeiterbewegung in zwei konkurrierende Parteien. Während sich die Mehrheit des [[Partíu Socialista]] gegen die Komintern und für den eingeschlagenen reformistischen Weg entschied, setzten sich im PSA nach heftigen Auseinandersetzungen die ''Terceristas'' durch konnten und begründeten schließlich den [[Partíu Comunista Sagradês]], woraufhin die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurückkehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltung der Sozialistischen Partei trug mit dazu bei, dass der Linksblock bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] seine parlamentarische Mehrheit verlor. Zwar wurde der PS erneut stärkste Kraft, die Kommunisten gewannen aber ebenfalls 22 Mandate und die [[Radicales|Radikalen]]  erlitten schwere Verluste. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar Anfang 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[Santiago Laval]] erstmals in der Geschichte der bürgerlichen Republik ein Sozialist Regierungschef, seine Regierung zerbrach aber bereits nach wenigen Monaten. Bis zur [[Parlamentswahl 1925]] amtierte schließlich eine Minderheitsregierung ohne sozialistische Beteiligung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1929) ==== &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partíu Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 148 Abgeordneten wurden die Katholiken knapp stärkste Kraft im Parlament und unterbreiteten den geschwächten [[AR|Liberalen]] ein Angebot zur Zusammenarbeit. Präsident Sánchez ernannte jedoch den Führer der liberalen [[AR|Republikanischen Allianzpartei]] [[Daniel Laponte]] zum Ministerpräsidenten einer liberal geprägten Minderheitsregierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Jahre waren von Auseinandersetzungen zwischen der liberal-katholischen Parlamentsmehrheit und dem linksbürgerlichen Präsidenten geprägt, der auf eine persönliche Teilnahme an der Regierung drängte und sich als Gegengewicht zum Parlament verstand. 1926 provozierte Sánchez eine regelrechte Verfassungskrise, als er bei einer Kabinettsumbildung sämtliche Ministerkandidaten der [[UP|katholischen Volksunion]] zurückwies, woraufhin Ministerpräsident [[Daniel Laponte]] seine Demission einreichte. Zum Nachfolger ernannte Sánchez den liberalen Außenminister [[Luciano Capón]], der schließlich eine Minderheitsregierung der Mitte bildete, die vom [[Partíu Radical]] und von der [[Aliança Republicana]] getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1926 schließlich gelang es der Parlamentsmehrheit, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen Amtsinhaber [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine katholisch geführte Koalitionsregierung unter der Führung von [[Estefán Gaeta]], die sich auf den &amp;quot;Nationalen Block&amp;quot; im Parlament stützte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1929-1934) ====&lt;br /&gt;
Nach vier Jahren komplizierter Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung brachte die [[Parlamentswahl 1929]] eine deutliche Mehrheit für die Parteien der katholischen und liberalen Rechten. Nach dem Tod von Präsident [[Domênco Scalfín]] wurde schließlich der konservative Ministerpräsident [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als Kandidat des [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]] zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise stürzte Sagradien 1930 in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1931 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die Regierung des Rechtsliberalen [[Daniel Laponte]] setzte jedoch auf eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Parlamentsmehrheit ihre Unterstützung für diese Politik im Herbst 1931 aufgekündigt hatten, musste Laponte zurücktreten. Zum Nachfolger berief Präsident Gaeta den parteilosen Verwaltungsfachmann [[Santiago Francês-Domingues]], der ein [[Kabinett Francês-Domingues|&amp;quot;Expertenkabinett&amp;quot;]] aus &amp;quot;unabhängigen Persönlichkeiten&amp;quot; anführte, die das Vertrauen des Präsidentne genossen. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die neue Mitte-Rechts-Regierung eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Expertenregierung Domingues ihre parlamentarische Unterstützung im Frühjahr 1932 verloren hatte, löste Präsident Gaeta das Parlament auf und schrieb [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932|vorgezogene Neuwahlen]] aus, die eine deutliche Stärkung der politischen Ränder erbrachte. Die rechtsextremen Parteien erhielten 37, die Kommunisten 45 Mandate im Unterhaus. Gaetas Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es der Regierung des Konservativen [[Domênco Santês]] nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herbstkrise 1934 ====&lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Präsident Gaeta bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Ein erster Höhepunkt der Gewalt war die Ermordung des Kommunistenführers [[Lorenzo Sabal]] im September 1934. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise steigerte sich von da an bis Ende Oktober 1934 zu einer handfesten Systemkrise. Auslöser war die Festnahme einer kleineren Gruppe von Faschisten, die für den Mord an Sabal verantwortlich gemacht wurden. Der faschistische [[Frente Fraternal]] unter der Führung von [[León Francês]] organisierte daraufhin Straßenproteste gegen die &amp;quot;unnationale Verschwörung&amp;quot; und forderte die Entlassung des Polizeipräsidenten und den Rücktritt der Regierung von [[Domênco Santês]]. Als die Regierung daraufhin per Eil-Dekret ein Verbot des [[Frente Fraternal]] und mehrerer truppistischer Organisationen verabschiedete, eskalierte die Situation. Francês zog mit den Demonstranten am Abend des 1. November unter Schutz der Truppisten in Richtung Präsidentenpalast und forderte dort von Präsident [[Gaeta d'Alejandro]] die Ernennung Francês' zum Regierungschef. Trotzdem zögerte die Regierung Santês mit dem Einsatz bewaffneter Truppen, da sie sich der Loyalität der Staatsorgane nicht mehr sicher war. Stattdessen bat Santês Präsident Gaeta darum, den Ausnahmezustand zu erklären. Dieser reagierte am Morgen des 2. November 1934: Er entließ Santês aus seinem Amt, ernannte Innenminister [[Joán Cesar Negrín]] zum neuen Regierungschef und übetrug die Exekutivgewalt auf General [[Alfonso Cabarel]], der mit Armeetruppen anrückte. Unter dem Eindruck der gesteigerten militärischen Präsenz löste sich der rechtsgerichtete Demonstrationszug auf. Francês und mehrere Mitstreiter wurden festgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfach als Putschversuch interpretierte Aktion der Faschisten und die zögerliche Haltung der Regierung wirkte in der sagradischen Öffentlichkeit wie ein Schock. Die Nationalversammlung setzte ein parlamentarisches Untersuchungsgremium ein, das bereits in den ersten Sitzungen zu einem vernichtenden Urteil über das Regierungshandeln kam. Ministerpräsident Negrín erklärte daraufhin nach nur wenigen Wochen im Amt seinen Rücktritt. Stattdessen wurde nun eine neue [[Kabinett Dini I|Konsensregierung]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte und das einen breiten Konsens der politischen Parteien von linker und rechter Mitte abdecken sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Volksfrontwahl 1936 ====&lt;br /&gt;
Die Krise 1934 hatte vor allem innerhalb der politischen Linken für Aufregung gesorgt und die sich seit 1932 vollziehenden Annäherungsprozesse zwischen den zerstrittenen Linksparteien beschleunigt. Treibende Kraft des Sammlungsprozesses war der Sozialistenführer [[Santiago Laval]], der angesichts der Gefahr von Rechts und der anhaltenden sozialen Krise eine vereinigte republikanische Linke zur Abwehr rechter Angriffe auf Republik und Arbeiterschaft zu organisieren suchte. In Person des neuen KP-Chefs [[Narcís Colom]] fand Laval schließlich einen Mitstreiter, der die Kommunisten erstmals für die republikanische Zusammenarbeit öffnete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1936|Aprilwahlen 1936]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partíu Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte. Nach Bildung der Volksfront drängten die Linksparteien auf einen Regierungswechsel zu ihren Gunsten. Zwar hatte die Regierung Dini bereits sozial konsolidierende Maßnahmen im Sinn einer keynesianischen Nachfragepolitik zur Bekämpfung der Krise eingeleitet, den Linksparteien ging dies aber nicht weit genug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Wahlen ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als deutlicher Sieger hervor. Zum ersten mal fand sich nun eine linke Mehrheit unter Einschluss der Kommunisten für eine Regierungsbildung bereit. Mit deutlicher Mehrheit wählte die Kammer den sozialistischen Kandidaten [[Santiago Laval]] zum neuen Präsidenten der Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präsidentschaft Laval und Golenkrise (1936-1937) ====&lt;br /&gt;
Mit [[Santiago Laval]] zog zum ersten Mal ein Sozialist in den [[Plazarenya]]-Palast ein, ein entscheidender Schritt zur vollständigen Integration der sozialistischen Bewegung in den parlamentarischen Staat. Laval ernannte eine sozialistisch-radikale Minderheitsregierung unter Führung des rechten Sozialisten [[José António Saviola]], in der die meisten und die einflussreichsten Ministerien von erfahrenen Ministern des [[Partíu Radical]] geführt wurden. Zwar blieb der [[Partíu Comunista Sagradês|Partíu Comunista]] außerhalb der Regierung, unterstützte diese aber im Parlament. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Saviola führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten &amp;quot;Arbeitslosenhilfefonds&amp;quot; erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch hatte die Volksfront von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders der schwelende [[Golische Bürgerkrieg]] drohte immer mehr auf sagradischen Boden überzuschwappen. Die unter Kommunisten gehegten Sympathien für die Unabhängigkeit Golens belasteten die Beziehungen innerhalb der sagradischen Regierung ebenso wie zwischen Sagradien und der mikolinischen Nationalregierung unter [[Pier Ulisse]]. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Mikolinien auszuliefern, kam es im Sommer 1936 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen auf sagradisches Staatsgebiet vordrangen, um golische Terroristen zu verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die mikolinischen Truppen binnen weniger Tage die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Mikoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Volksfront und Laval-Attentat (1937-1938) ====&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten, wo radikale antikommunistische und autoritäre Kräfte zunehmend an Einfluss gewannen. Der auf dem Parteitag der [[Volksunion]] in [[Noyar]] Ende 1936 zum Parteichef gewählte [[Manuel Álamo Igualde]] vertrat das Konzept einer Verfassungsreform zur Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung, um die Herrschaft der Linksparteien im Parlament einzuschränken. Die Rechten hofften vor allem, die Einführung einer Direktwahl zum Präsidentenamt könnte ein rechtes Gegengewicht gegen die Parteien der Linken schaffen und die Volksfrontmehrheit aufbrechen. Während sich diese Positionen noch auf dem Boden der parlamentarischen Verfassung befanden und weitverbreitete Reformvorstellungen reflektierten, setzten sich Teile der Parteijugend der UP, der sogenannten [[Jungzirkel]] für einen deutlich weitergehenden Verfassungsumbau in Richtung einer autoritären Herrschaft ein. Diese Radikalen gewannen zwar Ende der 1930er Jahre an Einfluss, ohne sich aber gegenüber den gemäßigten Kräften in der Partei durchsetzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Beginn an sah sich die Regierung der Volksfront heftigen Angriffen von bürgerlicher Seite und aus dem Kreis der Unternehmerverbände ausgesetzt. Im Parlament verweigerten die katholische Rechte und weite Teile der Liberalen der Regierung jegliche Zusammenarbeit. Hinzu kamen bald nach ihrer Bildung bereits heftige Spannungen innerhalb des Linksbündnisses, vor allem zwischen gemäßigten und bürgerlichen Kräften und dem radikalen Flügel der Kommunisten. Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention, womit das Volksfrontbündnis mit den Kommunisten endgültig zerbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste der Präsident schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Lavals führte zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Im aufgeheizten Klima des Wahlkampfs wurde Laval schließlich am Abend des 21. Februar auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen [[División Negra]] überführt, die trotz Verbots 1936 im Untergrund weiterarbeitete. Als Interimspräsident wurde der liberale Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen 1938 und Regierung Álamo ====&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage, die auch durch die nationale Anteilnahme am Tod des ersten sozialistischen Präsidenten der Republik nicht verhindert werden konnte. Zu stark war die Enttäuschung auch vieler Linker über den Bruch der Volksfront und ihre politische und ökonomische Bilanz. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Álamo setzte sich ein repressiver Kurs gegen radikale Kräfte auf der linken und rechten Seite durch. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und setzte das Verbot schließlich auch praktisch durch. [[León Francês]] blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Gleichzeitig setzte die Regierung auch gegenüber der kommunistischen Linken auf repressive Maßnahmen und griff zum Instrument des Verbots und der Zensur im Namen von Republik, Staat und Volk. Die KPS blieb zwar von einem Verbot verschont, ihre Tätigkeit wurde aber stark limitiert und führende Politiker immer wieder wegen des Verdachts auf staatsgefährdende Tätigkeiten in ihrer Arbeit behindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte Sagradiens im Zweiten Weltkrieg (1940-1945) ===&lt;br /&gt;
==== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ====&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partíu Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Juni-Regime und Verschärfung der Situation ====&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien in der Bedrohungssituation einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde grundsätzlich verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partíu Socialista]] und der Kommunisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Winter 1939/1940 wurden in Sagradien insgesamt zwölf Internierungslager errichtet, in denen im Laufe der Jahre Kriegsflüchtlinge, gestrandete ausländische Soldaten, aber auch Kommunisten, Syndikalisten und Pazifisten festgehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der &amp;quot;Comunión Nacional&amp;quot; stärkte zwar einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter Volksschichten im Zeichen der außenpolitischen Bedrohung, führte aber auch zu einer Exklusion opponierender Kräfte aus dem nationalen Konsens. Im Inneren kam es zudem zu Notstandsmaßnahmen, die die republikanischen Freiheitsrechte der Bevölkerung merklich einschränkten. Als Geheimdienst im Inneren fungierte dabei die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. Vor allem Kommunisten und Trotzkisten, aber auch bekennende Faschisten gerieten ins Fadenkreuz der Behörden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kriegseintritt ====&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón den parteilosen Finanzminister [[Sergio Rafael Dini]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Führung Capóns und Dinis erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]]), die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
=== Sagradien in der Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
==== Begründung des Nachkriegskonsenses (1945-1947) ====&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet und die historische Zäsur zu einer Neubegründung der demokratischen Republik genutzt. Durch die Bedrohung des Krieges hatte sich nach den Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahre erstmals wieder ein nationaler Konsens etabliert, der genutzt werden sollte, auch dauerhaft ein Klima der Aussöhnung und der Zusammenarbeit über Lager und Klassen hinweg zu erreichen. Die Bürgerrechte wurden wieder in vollem Umfang eingesetzt und die verschärften Gesetze gegen Staatsfeinde wieder entschärft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahl]]. Stärkste Kraft wurde die christdemokratische [[Volkspartei]] vor der [[PS|Sozialistischen Partei]].&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], die größte Rechtspartei der vergangenen Republik, hatte sich kurz vor der Wahl mit der linkskatholischen [[PDP]] zum [[Partíu Popular de Convergência]] vereinigt und hatte sich dabei ein stark von der katholischen Soziallehre geprägtes christdemokratisches Programm gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Tag nach ihrer Konstituierung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens und den ehemaligen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] vom linksliberalen [[Partíu Radical]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und Radikalen fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnte, sowie mehrere Splitterparteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte erreicht, dass die scharfen politischen und sozialen Konflikten der 1930er Jahre, die vor allem zwischen Linken und Rechten ausgefochten wurden, nun einem breiten nationalen Konsens und der Bereitschaft zur lagerübergreifenden Zusammenarbeit Platz machten. Die Partner der &amp;quot;Demokratischen Koalition&amp;quot;, von Kommunisten bis zu Katholiken, einigten sich daher auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte. Der Markt, so der Konsens, sollte durch einen starken Staat gebändigt werden. Zugleich führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde an die Politik der [[Volksfront]]regierung der Dreißiger Jahre angeknüpft und der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungsrevision 1949/50 ====&lt;br /&gt;
Auch Verfassungspolitisch wagten die Koalitionäre Neuland und machten sich an eine umfassende Revision der [[Verfassung von 1893]], die vor allem der politischen Instabilität der vergangenen Jahrzehnte Abhilfe schaffen sollte. Zentrales Ziel der Reform war es, den Verfassungstext zu aktualisieren und zu modernisieren. Wichtigstes Vorhaben war es daher, einen Grundrechtekatalog in die Verfassung aufzunehmen, der die nur rudimentären Bestimmungen der Verfassung von 1893 umfassend ergänzen sollte. Dem Geist des Nachkriegskonsenses entsprechend wurde nun auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums festgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich sollte aber auch die Regierungsstabilität erhöht und die Macht der parlamentarischen Exekutive gestärkt werden. Erstmals überhaupt wurde das Amt des Ministerpräsidenten auch offiziell in den Verfassungstext aufgenommen. Der Präsident der Republik ernannte zwar weiterhin die Minister, allerdings auf Vorschlag des Ministerpräsidenten, dessen faktisch bereits bestehende Rolle als Regierungschef damit konstitutionell verankert und zusätzlich gestärkt wurde. Schließlich sollte er die Politik der Regierung leiten und die Gesamtverantwortung tragen. Das Instrument des Misstrauensvotums wurde ausdrücklich an eine absolute Mehrheit der Abgeordneten gegen die Regierung gebunden, sodass das Prinzip des negativen Parlamentarismus auch formell in die Verfassung geschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsens bestand zudem darin, dass der Senat, bisher gleichberechtigte zweite Kammer, an Kompetenzen einbüßen sollte, um die Handlungsmöglichkeiten der Regierungen zu erhöhen. Während aber Kommunisten und Sozialisten eine ersatzlose Abschaffung des Senats und den Übergang zum Einkammer-System befürworteten, wollten die bürgerlichen Parteien an der zweiten Kammer festhalten. Als Kompromiss einigte sich die gemeinsame Verfassungskommission der Nationalversammlung schließlich darauf, den Senat zu reformieren und zentraler Kompetenzen zu berauben, aber nicht gänzlich abzuschaffen. Aus dem symmetrischen wurde so ein asymmetrischer Bikameralismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1949]] entschieden die Wähler mit deutlicher Mehrheit für die Parteien, die sich für die Verfassungsrevision aussprachen. Die neu gewählte [[Nationalversammlung]] verabschiedete das Verfassungsgesetz schließlich am 30. August 1949 mit deutlicher Mehrheit und gab es damit zur Volksabstimmung frei. In einem Referendum am 1. November 1949 sprachen sich fast 80 Prozent der sagradischen Wähler für den neuen Verfassungstext aus, der daraufhin zum 1. Januar 1950 in Kraft trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zeit der Konsensregierungen (1946-1953) ====&lt;br /&gt;
Die [[Parlamentswahl 1946|Parlamentswahlen 1946]] zu [[Abgeordnetenkammer]] und [[Senat]] führten zu einem Sieg der [[PPC|Christdemokraten]] vor den [[PSU|Sozialisten]], die zunächst gemeinsam die Demokratische Koalition mit [[PRR|Radikalen]] und [[PCS|Kommunisten]] fortsetzten. Der gemäßigte Sozialist [[Santo de l'Ilpa]] wurde Ministerpräsident, doch nahmen die Spannungen innerhalb der Koalition, nicht zuletzt aufgrund der zunehmend schwierigen Weltlage im beginnenden Ost-West-Konflikt zu. Die Frage der Westbindung der Regierung, vor allem der Inanspruchnahme der amerikanischen Marshallplan-Hilfe führte schließlich zum Bruch mit den Kommunisten, die das Kabinett im März 1947 verlassen mussten. Danach wurde die Koalition als ''Zentrumsblock'' ohne die Kommunisten fortgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den beiden prägenden Politikern der folgenden Jahre, [[Santo de l'Ilpa]] von den [[ASUL|Sozialisten]] und [[Paulo Luciaro]] von den [[Christdemokraten]] beteiligte sich Sagradien wesentlich am Aufbau eines westlichen Militärbündnisses, so 1948 am Brüsseler Pakt mit Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten sowie 1949 an der Gründung der NATO. Nach einer Regierungskrise Ende 1948 - die Radikalen verließen vorübergehend die Regierungskoalition – wurde Ilpa als Ministerpräsident durch Paulo Luciaro abgelöst, blieb aber als Außenminister in der Regierung. Die Koalition blieb damit stabil und wurde auch nach der [[Parlamentswahl 1950]] zunächst fortgeführt. In der Folge gehörte Sagradien unter den überzeugten Europäern Luciaro und Ilpa zu den Gründernationen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und beteiligten sich an den Projekten weiterer europäischer Bündnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende der Amtszeit von Präsident [[Sergio Rafael Dini]] im Jahr 1950 fanden erstmals [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1950|Direktwahlen zum Präsidentenamt]] statt, bei denen der 81-jährige Dini auf eine Wiederwahl verzichtete. Bei der Wahl konnte sich der Kandidat der Radikalen, der ehemalige [[Außenminister]] und erste Generalsektetär der Vereinten Nationen, [[David Pizarro Cordês]] überraschend in der zweiten Runde gegen den Christdemokraten [[Amentino Xavier-Castrell]] durchsetzen. In der ersten Runde hatte er noch den zweiten Rang nur knapp vor Außenminister [[Santo de l'Ilpa]] belegt. Mit dem Diplomaten Pizarro Cordês erhielt das Amt eine stark repräsentative Prägung. Pizarro Cordês suchte zwar außenpolitisch Akzente zu setzen, verzichtete innenpolitisch aber auf eine aktive Rolle und wurde auch nicht mit ernsthaften Regierungskrisen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christdemokratische Vorherrschaft (1953-1962) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der Sozialisten aus der [[Kabinett Luciaro III|Regierung Luciaro]] endete 1953 die Zeit der großen Koalitionsregierungen aus Christdemokraten, Sozialisten und Radikalen. [[Paulo Luciaro]] blieb aber Ministerpräsident mit Unterstützung der Links- und Rechtsliberalen in der [[Abgeordnetenkammer]]. Bei der [[Parlamentswahl 1954]] erreichte die [[Volkspartei]] mit 42 Prozent der Stimmen das bis heute beste Ergebnis einer einzelnen Partei bei nationalen Wahlen in Sagradien. Die oppositionelle sozialistische [[ASUL]] dagegen fiel unter die 30-Prozent-Marke zurück und verlor für Jahre den Anschluss an die Christdemokraten. Diese regierten in der Folge in einer konservativ-liberalen Regierung mit den Parteien des liberalen Wahlbündnisses [[Unión Democrática]], das sich anlässlich der Parlamentswahl um [[PRR]] und [[MRL]] gebildet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch wurde nun im Bündnis mit den Liberalen eine stärker auf eine freie Marktwirtschaft ausgerichtete Politik verfolgt, ohne aber den Nachkriegskonsens aufzukündigen. Auf den sozialpolitischen Basisentscheidungen der Vorgängerregierungen gründend, wurde diese Politik von weiten Teilen der Bevölkerung als großer Erfolg empfunden, zumal der Nachkriegsboom nun in seine dynamischste Phase überging und für über ein Jahrzehnt wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gleichzeitig ermöglichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch behielt die Regierung Luciaro jedoch den bisherigen Kurs bei und verfolgte weiterhin eine Politik der europäischen Integration. 1957 unterzeichnete Außenminister [[Carles María Ortega]] für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten. Daneben bemühte sich die Regierung aber auch um eine Aussöhnung mit dem Nachbarn [[Micolinien]], die 1955 schließlich in den [[Golische Verträge|Golischen Verträgen]] resultierte. Darin wurde die seit Jahrhunderten strittige Frage der Zugehörigkeit der golischen Gebiete endgültig geklärt und den in beiden Staaten lebenden golischen Minderheiten ebenso wie den sagradischen bzw. micolinischen Minderheiten im jeweils anderen Staat umfassende Schutzrechte zugesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Christdemokraten wurde auch bei der [[Präsidentschaftswahl 1955]] sichtbar, bei denen sich der langjährige [[Bürgermeister von Semess]] und [[Senat]]spräsident [[Fernando de la Roya]] deutlich durchsetzen konnte. Der christlich-soziale Roya wurde schnell zu einer parteiübergreifenden Integrationsfigur für die gesamte Nation und füllte damit stärker als sein Vorgänger die Rolle eines Landesvaters aus. Obwohl ein Anhänger großer Koalitionen beließ er es bei der eingespielten Mitte-Rechts-Koalition unter Führung [[Paulo Luciaro]]s, der eindeutig die prägende Politikerpersönlichkeit des Jahrzehnts und der gesamten Nachkriegsphase darstellte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Luciaros Mitte-Rechts-Koalition bei der [[Parlamentswahl 1958]] erneut eine deutliche Mehrheit in der Abgeordnetenkammer gewonnen hatte, wurde die Regierung zunächst unter Luciaros Führung fortgesetzt, doch mehrte sich allmählich Kritik am Regierungschef, bei dem zunehmend Alterserscheinungen sichtbar wurden. Luciaro übergab schließlich zum Jahreswechsel 1959/60 sein Amt als Regierungschef an den bisherigen Finanzminister [[Carles Angel Favale]], der sich parteiintern gegen Luciaros Favoriten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] und den Außenminister [[Carles María Ortega]] hatte durchsetzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des sagradischen Kolonialreichs ===&lt;br /&gt;
Das sagradische Kolonialreich in Amerika, Afrika und Asien wurde nach dem 2. Weltkrieg schrittweise dekolonisiert. Ein wichtiger Schritt war dabei die Verfassung von 1949, in der die Überseekolonien zu autonomen Konföderationen der Sagradischen Republik mit eigenen Selbstverwaltungsrechten erklärt wurden. Ziel war es, die bisherigen Kolonien schrittweise und geordnet in eigene Verwaltung zu übergeben, ohne aber die geostrategische und ökonomische Bindung ans Mutterland ganz abreißen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Joannianen ====&lt;br /&gt;
Bereits die [[Volksfront]]regierung hatte mit der [[Joannianen|Joannianischen Union]] 1937 auf dem Boden der Kolonie [[Sagradisch-Ostindien]] einen semi-unabhängigen Staat im Pazifik geschaffen, innere Autonomie verliehen und damit den Grundstock für die Entwicklungen nach 1945 geschaffen. Die Entwicklungen auf den Joannianen verliefen jedoch weniger stabil als erhofft. Mehrere Putschversuche führten 1948 schließlich zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen. Massenproteste der Opposition gegen den autokratischen Machthaber [[James Motaro]] führten 1948 schließlich zum Aufstand und Bürgerkrieg, in dem sich die Befürworter der vollständigen Unabhängigkeit von Sagradien durchsetzen konnten. Die neue Regierung erklärte die Union für aufgelöst und rief die [[Joannianische Republik]] aus, die sich von Semess vollständig unabhängig erklärte. Die sagradische Regierung erkannte die Unabhängigkeit schließlich 1949 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Indien ====&lt;br /&gt;
Die Kolonialstädte in [[Sagradisch-Indien]] Vizagapatam, Masulipatnam und Cannanore wurden 1949 und 1954 per Vertrag an das unabhängig gewordene Indien übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Afrika ====&lt;br /&gt;
Als erste afrikanische Kolonie erhielt [[Sagradisch-Westafrika]] 1946 die Selbstverwaltung in Form der [[Westafrikanischen Föderation]] mit einem eigenen Parlament und einer eigenen Regierung. Infolge eines Unabhängigkeitsreferendums ging aus der Föderation 1955 die unabhängige [[Republik Belhami]] hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr wie Belhami, 1946, erhielten auch [[Nordmadagaskar]] und [[Cenâu]] die Selbstverwaltung. Ein nationalistischer Aufstand im Süden der Insel drohte 1947 schließlich auf den Norden überzuschlagen, was schließlich zum vorzeitigen Abzug sagradischer Truppen führte und eine Krise mit dem Nachbarn Frankreich auslöste. 1956 erklärte sich Nordmadagaskar schließlich im Einvernehmen mit der sagradischen Regierung für vollständig unabhängig, 1958/1960 folgte auch der französische Süden der Insel. Die zur Kolonie gehörende Insel [[Cenâu]] blieb jedoch auf eigenen Wunsch hin sagradisch und ist heute eines der [[Überseegebiete]] der Republik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 wurde die [[Konföderation von Ríu Ogüé und Cabinda]] als selbstverwaltendes Gebiet auf dem Boden der beiden Kolonien [[Ríu Ogüé]] und [[Sagradisch-Kongo]] gegründet. Die Konföderation endete 1956 durch die erklärte Unabhängigkeit der [[Republik Oguana]]. Cabinda folgte wenig später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]], de facto bestehend aus den beiden Hafenstädten Hafun und Aluula, wurde 1949 in eine Konföderation der beiden Freistädte umgewandelt, die weiterhin mit Sagradien assoziiert bleiben sollten. Die Freistädte wurden jedoch 1960 nach Begründung der unabhängigen Republik Somalia auf dem Boden des britischen und des italienischen Teils annektiert und schließlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend von Weißen bewohnte Siedlerkolonie auf den [[Inseln von Aziz]] wurde von Sagradien nicht als Kolonie, sondern als integraler Teil des Mutterlandes betrachtet und entwickelte keine vergleichbar starke Unabhängigkeitsbewegung wie auf dem afrikanischen Festland. Entsprechend war Aziz als eine der sagradischen Provinzen verfasst. Erst auf Druck einer zunehmend einflussreichen Autonomiebewegung hin erhielten die Inseln 1967 die innere Autonomie mit dem Status einer [[Sagradische Regionen|Autonomen Region]] der Sagradischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1960er und 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
==== Rückkehr der Sozialisten in die Regierung (1962-1967) ====&lt;br /&gt;
Unter Ministerpräsident [[Carles Angel Favale]] wurden zunehmend Probleme der deutlichen Vorherrschaft der Christdemokraten sichtbar. Anders als sein Vorgänger fehlten ihm wesentliche Integrationskompetenzen, stattdessen neigte der konservative Regierungschef eher dazu, das politische Feld zwischen Anhängern und Gegnern zu polarisieren. Es fehlte ihm aber auch an parteiinterner Macht zu einer starken Führung, die erst sich nach wie vor mit dem Parteivorsitzenden Luciaro teilen musste. In Kombination mit den Ansätzen einer gesellschaftlichen Liberalisierung gerieten die Christdemokraten nun in eine Krise, die bei der [[Parlamentswahl 1962]] zu deutlichen Verlusten für die Volkspartei führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Wahlen kam es schließlich zur Bildung einer Großen Koalition aus [[PPC]] und [[ASUL]] unter dem bisherigen Innenminister [[Martín Ánibal Costa]]. Zuvor hatten die Sozialisten ihre Regierungsbeteiligung von einer Ablösung Favales abhängig gemacht, woraufhin Präsident De la Roya den beidseitig akzeptablen Costa mit der Regierungsbildung beauftragt hatte. Favale blieb als Finanzminister im [[Kabinett Costa|Kabinett]], für die Sozialisten wurde [[Iacovo Del Pérez]] Vizepremier und Außenminister. Anders als zehn Jahre zuvor blieb die Zeit der nunmehrigen Großen Koalition aber nur eine Übergangsphase. Von Beginn an fehlte es den Koalitionspartnern an gemeinsamen Politikprojekten, die einen politischen Konsens und ein längerfristiges Regierungsprogramm begründet hätten. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt zerbrach die Koalition, woraufhin Präsident Roya mit Zustimmung der beiden Regierungsparteien erstmals die [[Abgeordnetenkammer]] auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Parlamentswahl 1963|Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer im Dezember 1963]] gingen schließlich erstmals in der Nachkriegszeit die Sozialisten als knapp stärkste Partei hervor. Deren Generalsekretär [[António Santiago]] erhielt von Präsident Roya den Regierungsbildungsauftrag und konnte sich nach schwierigen Koalitionsverhandlungen schließlich auf eine Koalition seiner [[ASUL]] mit den beiden liberalen Parteien [[PRD]] und [[UDS]] einigen. Die innerlich zerstrittenen Christdemokraten dagegen wurden erstmals überhaupt in der Nachkriegszeit in die Opposition verbannt, wo ein schwieriger Neuordnungsprozess und ein handfester Machtkampf um die Parteiführung ausgetragen wurden. Aus diesem ging schließlich [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor, der 1964 die Führung von Partei und Opposition übernahm. Sein Konkurrent [[Carles María Ortega]] konnte sich dagegen bei der [[Präsidentschaftswahl 1965]] als Nachfolger von Ariel de la Roya durchsetzen, der nach zehn Jahren nicht erneut kandidieren konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Führung der Sozialisten wurde die große Linie der bisherigen Nachkriegspolitik im Grunde fortgesetzt. Vor allem außenpolitisch knüpfte die Mitte-Links-Koalition an die Politik der Vorgängerregierungen an und suchte sowohl die europäische Integration als auch die Zusammenarbeit mit Micolinien (in Form von Dreistaatengesprächen) fortzuführen. Die Koalition bemühte sich aber um eine innenpolitische Liberalisierung und setzte schließlich eine umfangreiche Verwaltungsreform durch, die Sagradien dezentralisierte und umfassende Selbstverwaltungsrechte an die neu begründeten [[Sagradische Regionen|Regionen]] des Landes übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regierungschef António Santiago verstarb im Juni 1964 nach nur wenigen Monaten im Amt an den Folgen eines Herzinfarktes. Nachfolger wurde sein Parteifreund und bisheriger Außenminister [[Iacovo Del Pérez]], der die Regierungskoalition mit den Liberalen fortsetzte. Diese geriet seit 1966 aber in zunehmende wirtschaftspolitische Gegensätze, nachdem es zu einer deutlichen Flaute in der Konjunktur gekommen war, die den Nachkriegsboom vorerst beendete. Da sich Sozialisten und Liberale nicht auf eine gemeinsame Lösung der Krise einigen konnten, zerbrach die Koalition im Januar 1967. Dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett folgte ein Misstrauensvotum gegen Del Pérez in der Abgeordnetenkammer, woraufhin Präsident [[Carles María Ortega]] das Parlament vorzeitig auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konservative Regierung und gesellschaftlicher Reformaufbruch (1967-1970) ====&lt;br /&gt;
Aus der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1967]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] wieder als Sieger hervor. Deren Vorsitzender [[Carles Angel Favale]] wurde zum zweiten Mal zum Regierungschef einer Koalition aus [[PPC]] und [[UDS]] ernannt, die jedoch von der Unterstützung der linksliberalen [[PRD]] abhängig war. Das politische Führungspersonal blieb damit im wesentlichen das Alte. Doch zeichnete sich bei der Wahl auch der Keim neuer politischer Instabilität ab. Mit der [[MFP|Volksbruderschaftsbewegung]] des Publizisten [[António Blanxard Rovira]] zog eine neue populistische Kraft ins Parlament ein, die vor allem die Unsicherheit großer Teile der Bevölkerung mit der zunehmenden Modernisierung des Landes und der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Liberalisierung repräsentierte. Mit Parolen gegen den angeblich sozialistischen Konsens der dominierenden Parteien und gegen die Steuerlast des Sozialstaates bediente die Bewegung Ressentiments und Abstiegsängste besonders des zunehmend marginalisierten Alten Mittelstandes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite drängte aber ein zunehmender Teil der Bevölkerung und der jüngeren Eliten auf weitergehende gesellschaftliche Reformen und eine Öffnung des als erstarrt empfundenen sozialen Systems und der moralischen Standards. Sichtbarster Ausdruck dieses Bestrebens wurde bald schon die linke Studentenbewegung, die in der neuen konservativ-liberalen Regierung und besonders in ihrem Chef Favale das kapitalistisch-reaktionäre Feindbild sah. Viele Protestaktionen richteten sich gegen den autoritären Geist der konservativen Gesellschaft, gegen den nach Meinung vieler Studenten und Intellektueller um sich greifenden Materialismus der Wohlstandsgesellschaft und gegen die sich ausbreitende Technokratie. Neben konkreten Zielen, wie Verbesserung der Studienbedingungen, Demokratisierung der Hochschulen sowie der Gesellschaft und einem Ende des Vietnamkriegs, standen auch unterschiedliche Forderungen nach einer anderen Gesellschaft und nach einer Überwindung der rigiden konservativen Sexualmoral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proteste der Studenten, die bereits Ende 1967 begonnen hatten und verschiedene Ziele gleichzeitig verfolgten, mündeten im Folgejahr schließlich in einer politischen Krise, nachdem es im April 1968 bei der Besetzung der [[Luis-Cavaller-Universität]] in [[Semess]] zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, bei denen ein Student tödich verletzt wurde. Es kam in der Folge zu heftigen Anschuldigungen gegen die Regierung und zu weiteren Demonstrationen, die im Juli schließlich in einer Regierungskrise mündeten, nachdem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eine Mitschuld des damaligen Innenministers [[Santiago Quixón]] festgestellt hatte. Der Austritt der liberalen Minister aus der Regierung zwang [[Carles Angel Favale]] schließlich, Quixón und den zuständigen Staatssekretär zu entlassen und eine umfangreiche Aufklärung zuzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=24245</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
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		<updated>2015-11-07T18:40:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Vom Novemberstatut zur Ausrufung der Republik (1891-1893) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die Zweite Republik ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Revolution ===&lt;br /&gt;
==== Soziale und ökonomische Krise ====&lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt des langjährigen sagradischen Premierministers [[Jacquel de Montevil]] im Jahr 1873 wurde in Sagradien eine Ära der relativen Restauration eingeleitet. Die Spaltung der Liberalen in einen [[Partíu Radical|radikalen]] und einen [[Partíu Moderata|moderaten]] Flügel begünstigte den konservativen [[Partíu Conservador]], der sich für ein starkes Königtum und eine Einhegung der bürgerlichen Rechte aussprach und bei mehreren Wahlen der 1870er Jahre eine deutliche parlamentarische Mehrheit erringen konnte. Gleichzeitig begann sich neben der radikal-liberalen auch eine [[Partíu Socialista|sozialistische Linke]] zu formieren, deren Einfluss auf die Arbeiterbewegung im Zuge der Industrialisierung stieg. Dazu kam seit den 1870er Jahren auch eine handfeste ökonomische Krise in Form einer langjährigen Depression, die die soziale Lage vor allem der Arbeiterschaft verschlimmerte und die sozialen Spannungen verstärkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konstitutionelle und politische Krise ====&lt;br /&gt;
In den 1880er Jahren kam zur ökonomisch-sozialen Krise eine Reihe von verfassungspolitischen Auseinandersetzungen, in denen sich die monarchisch-katholische Rechte auf der Seite der Regierungsmacht und die liberale Linke auf Seite einer stärkeren Parlamentarisierung gegenüberstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Liberalen die [[Parlamentswahl 1884]] gewinnen konnten, kam es zum Dauerkonflikt zwischen Parlament und den konservativen königlichen Regierungen. Nachdem König [[Philipp VIII.]] 1887 das Parlament aufgelöst hatte und es zu einem neuerlichen Sieg der Liberalen gekommen war, weigerte sich der König im Streit um einen neuen Haushalt kurzerhand, das Parlament noch einmal einzuberufen und setzte unter dem Vorwand juristischer Untersuchungen den Parlamentspräsidenten [[Cornélio de Martín]] fest, um ihn an  einer selbständigen Einberufung des Parlaments zu hindern. Die damit ausgelöste [[Verfassungskrise 1887/88|Verfassungskrise]], in der der König ohne das Parlament regierte, kostete vor allem die gemäßigte Linke an Ansehen, die zwar gegen das Verhalten des Königs empört demonstrierte, eine gewaltsame Auseinandersetzung aber fürchtete. In der Folge kam es im ganzen Land zu einem Erstarken radikaler, republikanischer und sozialistischer Kräfte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst Mitte 1888 konnte die Krise beigelegt werden und das wieder zusammengetretene Parlament legitimierte nachträglich einige Entscheidungen des Königs, weigerte sich aber dem König eine Indemnität auszusprechen, sodass dieser das Haus bald wieder auflöste und Neuwahlen ansetzte, von denen vor allem die Republikaner profitieren, die trotz Zensuswahl und benachteiligendem Mehrheitswahlrecht auf 11 Prozent der Stimmen kamen und in einigen Großstädten sogar stärkste Kraft wurden. Philipps Premierminister [[Gustavo Conte de Montxerent]] reagierte mit der Verhaftung führender Republikaner und einer Verschärfung von Zensur und Versammlungsrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Winterkrise 1890 und Januarrevolution 1891 ====&lt;br /&gt;
Nach einem harten Winter 1889/1890 heizten Hungersnöte die ohnehin gespannte Lage an und im ganzen Jahr 1890 kam es überall im Land zu Verhaftungen republikanischer und sozialistischer Agitatoren und zu Aufständen gegen die konservative Regierung des [[Conte de Montxerent]], bei denen immer wieder Arbeiter festgenommen, verletzt oder getötet wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von der [[Partíu Socialista|Sozialistischen Partei]] im Dezember 1890 verhängte Generalstreik führte schließlich zur Eskalation. Nachdem sich Arbeiter im ganzen Land mit streikenden Arbeitern in den Industriegebieten von [[Bordez]] und [[Oller]] solidarisiert hatten, kam es zum gewaltsamen Einsatz bewaffneter Truppen gegen die Streikenden, der zu heftigen Protesten auch in manchen bürgerlichen Kreisen führten. In vielen Städten sammelten sich Arbeiter und bürgerliche Protestanten zu Demonstrationen gegen die Regierung, die sich bald auch gegen den König selbst zu wenden begannen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich aufständische Arbeiter Zutritt zum Rathaus von [[Semess]] verschafften und die Kontrolle über das Stadtzentrum übernahmen, fürchtete die Mehrheit der Abgeordneten in der Deputiertenkammer eine soziale Revolution. Inzwischen hatten sich in Semess und in einigen anderen Großstädten des Landes [[Revolutionäre Räte]] gebildet, die von radikalen Republikanern und Sozialisten beherrscht wurden. Unter dem Druck der Straße mussten König und Regierung am 21. und 22. Januar 1891 die Stadt verlassen. Nach mehreren Resolutionen erklärte die linke Mehrheit in der Abgeordnetenkammer am 26. Januar eigenmächtig die Regierung des konservativen Grafen von Montxerent für abgesetzt und suchte auf diesem Weg eine Parlamentarisierung herbeizuführen. Bereits am Folgetag, dem 27. Januar erließ die Kammer eine neue Wahlresolution, die die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts auf Grundlage der allgemeinen Volkswahl ankündigte. Zudem bestellte sie einen &amp;quot;Exekutivausschuss&amp;quot; unter der Führung des liberalen Abgeordneten [[Cornel Gil-Lerma]], der in Abwesenheit einer königlichen Regierung die Amtsgeschäfte übernehmen solle. Im Parlamentsbeschluss beriefen sich die Abgeordneten auf die &amp;quot;ständische Tradition der Codices Magna&amp;quot; und setzten sich damit über den Willen der Nobelnkammer hinweg, die erst gar nicht mehr einberufen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge nahm die Kammer Verhandlungen mit den aufständischen Revolutionären Räten auf und setzte sich mit dem König in Verbindung, der noch immer fernab der Hauptstadt weilte und die Entwicklung abzuwarten suchte. Unterdessen einigten sich die Parlamentarier auf baldige [[Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung 1891|Neuwahlen zu einer Nationalversammlung]] nach den Bestimmungen eines neuen Wahlgesetzes, das &amp;quot;im Namen des Volkes, der Stände und des Königs&amp;quot; promulgiert wurde, ohne dass König Philipp VIII. Einfluss auf den Prozess hätte nehmen können. Vor vollendete Tatsachen gestellt, rief König Philipp widerwillig dazu auf, den Exekutivausschuss unter der Führung Gil-Lermas als provisorische Regierung anzuerkennen, verweigerte diesem aber die offizielle Ernennung zum Kronkanzler und Ministerpräsidenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zur Republik ===&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen und Juni-Proklamation 1891 ====&lt;br /&gt;
Mitten im Wahlkampf kam es zur sogenannten &amp;quot;Lunes-Affäre&amp;quot;, in der der Thronfolger von republikanisch gesinnten Liberalen als reaktionärer Feind der Cortes diffamiert und erfolgreich diskreditiert wurde. In der aufgeheizten Atmosphäre schlugen sich zahlreiche frühere Anhänger der parlamentarischen Monarchie auf die Seite der Republik, &amp;quot;weil der gütige parlamentarische Monarch in diesem Land nicht vorhanden ist&amp;quot;, wie der Schriftsteller [[Cornell Demarques]] festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund gingen aus den Aprilwahlen 1891 schließlich Liberale, Radikale und Sozialisten als Sieger hervor. König Philipp verließ noch in der Wahlnacht das Land und erklärte seine Abdankung zugunsten seines Sohnes [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]], den er als Philipp IX. zum König erhob. In ihrer konstituierenden Sitzung am 1. Juni 1891 verabschiedete die neue Verfassungsgebende Versammlung mit deutlicher Mehrheit die sogenannte &amp;quot;Juni-Proklamation&amp;quot;, in der sich die [[sagradische Nationalversammlung]] zur &amp;quot;alleinigen Inhaberin der Regierungsgewalt der Sagradischen Nation&amp;quot; erklärte (&amp;quot;la sola poder governante de la Nación es síu nela Asamblea Nacional&amp;quot;). Ein Antrag auf Ausrufung der Republik wurde zwar nicht zur Abstimmung gestellt, ebensowenig erkannte die Versammlung aber den neuen König an und erklärte sich auf Antrag monarchistischer Parlamentarier lediglich zu &amp;quot;Beratungen mit dem Prinzen Joseph Philipp [...] über eine Erhebung zum König&amp;quot; bereit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war das sagradische Königtum zwar noch nicht abgeschafft. Es wurde auch eine Kommission gebildet, die Verhandlungen mit dem Thronfolger zur Übernahme des Throns führen sollte. Das Parlament erklärte sich de facto aber zum alleinigen Souverän und machte die Erhebung zum König vom eigenen Gutdünken abhängig. In einer vielzitierten Antwortnote ließ der Thronfolger am 7. Juni das neue Parlament wissen, als &amp;quot;König von Gnaden der Feinde Gottes&amp;quot; nicht zur Verfügung zu stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Novemberstatut zur Ausrufung der Republik (1891-1893) ====&lt;br /&gt;
Die Nationalversammlung arbeitete in der Folge ein provisorisches Verfassungsstatut aus, das im November als ''Estatú de Governo'' in Kraft trat. Darin wurde die gewählte Nationalversammlung zum Inhaber der vollen Staatsgewalt erklärt und die zuvor bereits aufgelöste Nobelnkammer endgültig abgeschafft, womit Sagradien ein Einkammerparlament erhielt. Das Novemberstatut vermied es, Bestimmungen über das Staatsoberhaupt zu erlassen. Stattdessen wählte das Parlament den Liberalen [[Francês de Píu-Castellán]] zum neuen Präsidenten des Exekutivrates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit gingen in Semest die Kämpfe weiter, nachdem eine Gruppe radikaler Republikaner die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister [[Luis María del Castós]], der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1892 kamen die Verhandlungen mit dem weiterhin exilierten Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] zum Halt, der sich weiterhin weigerte, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen. Nach dem Bekanntwerden des &amp;quot;Briefes aus Chateauvieille&amp;quot;, in dem der Thronfolger seine Verachtung für die Nationalversammlung ausgesprochen hatte, war das Tischtusch endgültig zerschnitten. In Abwesenheit der royalistischen Abgeordneten, die die Abstimmung boykottierten, verkündete die Nationalversammlung am 2. Januar 1893 endgültig die Monarchie für abgeschafft. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum [[Präsidenten der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Von der Versammlungsrepublik zur Januarrevision (1893-1895) ====&lt;br /&gt;
Mit den folgenden [[Verfassungsgesetze 1893|Verfassungsgesetzen]] war die Sagradische Republik als ''Republik der Versammlung'' begründet. Historisch versuchte das junge Gemeinwesen an die Tradition der Ständeversammlung von 1721-23 und die Codices Magna anzuknüpfen. Die gesamte Staatsmacht befand sich nun in den Händen der direkt gewählten Nationalversammlung, die als Einkammerparlament fungierte und neben der Gesetzgebung und dem Haushaltsrecht auch die Wahl des Präsidenten beanspruchte. Wahlen zur Nationalversammlung sollten nun alle zwei Jahre nach den Grundsätzen des allgemeinen Wahlrechts stattfinden, wobei alle Männer über 25 Jahre wahlberechtigt waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die politische Krise anhielt, geriet die Republik schnell auch unter Druck von rechts. Feinde der neuen Staatsform fanden sich einerseits im Adel und in der Kirche, die die Ersetzung der alten Ordnung durch die Herrschaft des liberalen Bürgertums nicht akzeptierten, andererseits durch breite Volksschichten, die sich ebenfalls nicht durch die liberale Elite an der Spitze des neuen Gemeinwesens repräsentiert sahen. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen der Parlamentsmehrheit und dem Präsidenten um das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] gingen die Republikaner daher gegenüber den Vorjahreswahlen deutlich geschwächt hervor. Gestärkt wurden vor allem die gemäßigten und konservativen Kräfte, denen die einseitige Ausgestaltung der Verfassung zugunsten des Parlaments zu weit ging. In der Folge setzte sich auch Präsident [[Luis Cavaller]] für eine Revision der jungen Verfassung ein, um die Exekutive zu stärken - dem &amp;quot;Biêniu de l'Asamblêa&amp;quot; folgte eine Phase der &amp;quot;konservativen Korrektur&amp;quot;. Die [[Januarrevisionen 1895]] wichen schließlich deutlich vom Konzept der ungeteiligen Parlamentsherrschaft ab und knüpften vielmehr an die konstitutionell-monarchische Ordnung der Liberalen Ära unter [[Jacquel de Montevil]] an. Das Einkammerparlament wurde wieder durch ein Zweikammersystem ersetzt, indem neben die direkt gewählte Abgeordnetenkammer eine indirekt gewählte [[Sagradischer Senat|Senatskammer]] trat, die als konservatives Gegengewicht gegen die Deputierten fungieren sollte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch deutlicher wirkte sich die Stärkung des Amtes des Präsidenten der Republik aus, dessen Amtszeit mit unmittelbarer Wirkung von drei auf sieben Jahre verlängert wurde und der das Recht erhielt, im Einvernehmen mit dem Senat die Nationalversammlung vorzeitig aufzulösen. Zudem setzte der Präsident de facto seine Prärogative über die Einsetzung und Absetzung der Regierung durch, die zwar weiterhin an das Vertrauen des Parlaments gebunden blieb, ebenso aber auch vom Präsidenten abhängig blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn des 20. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
==== Der gescheiterte Putsch von 1898 ====&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1895]] gingen erneut die gemäßigten Kräfte der [[Moderatas]] als klarer Sieger hervor, die sich für eine Konsolidierung der Republik auf Grundlage eines starken Bürgertums einsetzten und auf einen Konsens mit den Kräften des Ancien Régime hinarbeiteten. In Opposition zu den meist großbürgerlichen Moderaten drängten die eher kleinbürgerlichen [[Partíu Republicano Radical|Radicales]] auf eine Fortführung der konstitutionellen Revolution auf sozialem und politischem Gebiet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten [[Putsch von 1898|Putschversuch vom 25. April 1898]] wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um [[Arcélio del Carnet]], [[Filipe Conte d'Avís]] und [[Stefano Perón de Carilla]] gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses [[Vienne]] wieder einzuführen und den Thronfolger [[José Filipe (Thronfolger)|José Filipe]] aus dem Exil zurück auf den Thron zu führen. Die eigentliche Macht sollte damit aus der Hand der gewählten Volksvertreter auf einen kleinen Kreis adliger Eliten übertragen werden. In der Abwesenheit des Präsidenten [[Luis Cavaller]], verbreitete sich am Morgen des 25. April 1898 das Gerücht, die Nationalversammlung sei aufgelöst und die Monarchie unter dem exilierten ''[[José Filipe (Thronfolger)|König Philipp IX.]]'' wiedereingeführt. Der folgende Versuch der Putschisten, die Nationalversammlung zu besetzen, schlug aber bereits in seinen Ansätzen fehl, da ein Teil der Putschisten noch in den Morgenstunden festgenommen wurde und wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren. In der Konsequenz gelang es nur wenigen putschistischen Soldaten, das Parlamentsgebäude zu umstellen, zum Sturm des Gebäudes kam es aber zunächst nicht. Dennoch erklärten einige monarchistische Abgeordnete im Gebäude ihre Solidarität mit den Aufständischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsident Cavaller erklärte sofort den Ausnahmezustand und ernannte General [[Luis María del Castós]] zum Inhaber der Exekutivgewalt. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch jedoch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialgesetzgebung und Laizismus-Streit (1899-1905) ====&lt;br /&gt;
Der April-Putsch 1898 bewirkte letztlich das Gegenteil dessen, was er zu bewirken suchte. Statt die Monarchie zurückzubringen, führte die akute Bedrohung der jungen Republik zu einer Solidarisierung der längst zerstrittenen bürgerlich-liberalen Kreise und zu einem Machtgewinn der republikanischen Linken. Präsident [[Luis Cavaller]], der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, wurde in der Folge von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt und entwickelte sich zur Integrationsfigur der jungen Republik. Die Putschisten von 1898 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die Abgeordneten, die sich mit ihnen solidarisiert hatten, verloren ihr Mandat und durften 1899 nicht zur Parlamentswahl antreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1899]] profitierten vor allem die Radikalen von der Stimmung im Land und gingen erstmals als stärkste Kraft hervor. Unter der Führung des Radikalen-Politikers [[Donado Salgado]] setzte eine laizistische Koalitionsregierung in der Folge zahlreiche Gesetze durch, die in einer &amp;quot;zweiten Revolution&amp;quot; einen Großteil der bis dahin ausgebliebenen Sozialreformen nachholten. Einerseits blieben umfangreiche Landreformen und Enteignungen wie von der aufstrebenden sozialistischen Linken gefordert aus. Andererseits aber wurden in einem weiten Linksbündnis von Liberalen bis hin zu den Sozialisten die Grundlagen für den modernen sagradischen Wohlfahrtstaat gelegt, indem nacheinander umfassende gesetzliche Unfall- und Krankenversicherungen eingeführt wurden, die als Basis für das nach und nach ausgebaute sagradische Sozialversicherungssystem dienten. 1913 folgte die Einführung einer gesetzlichen Rentenversicherung, 1936 die einer gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Darüber hinaus zielten die Reformen der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot; auf eine klare Trennung von Staat und Kirche ab und schafften u.a. die Konfessionsschulen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laizistische Koalition traf auf heftigen Widerstand der katholischen Rechten. Am energischsten stellte sich die radikal-nationalistische und populistische Bewegung der [[Nacional Renovadores]] unter der Führung von [[Daniel Lafontán]] gegen die &amp;quot;linke Republik&amp;quot;. Aber auch katholische und großbürgerliche Republikaner sowie konservative Monarchisten, die sich in der [[Unionistas|Unionistischen Partei]] sammelten, fanden sich in der Opposition zu der &amp;quot;sinistra laica&amp;quot;. Unter der Führung Lafontáns und des Unionisten [[Miquel Fernando Luisanto]] gewann die vereinigte Rechte die [[Parlamentswahl 1903]] und bildete in der Folge eine Regierung der &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;. Die Koalition führte die Konfessionsschulen wieder ein, stärkte die Klöster und baute den Einfluss der katholischen Kirche wieder aus. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke verfolgt, in der sich Sagradien zunehmend isolierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Präsidentschaft Cardinal (1905-1912) ====&lt;br /&gt;
1905 starb mit [[Luis Cavaller]] der erste Präsident der Republik, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Unter seiner Führung führte Sagradien unabhängig von der Zusammensetzung der jeweiligen Regierung und trotz Widerstand aus weiten Teilen der Linken die Kolonialpolitik der Monarchie unter neuen Vorzeichen einer &amp;quot;republikanischen Zivilisationsmission&amp;quot; fort. Als Cavaller 1905 wenige Monate vor Ende seiner zweiten Amtszeit starb, hatte sich aus der provisorischen Republik ein stabiles, wenn auch politisch heftig umkämpftes Gemeinwesen etabliert, das von breiten bürgerlichen Schichten getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger Cavallers wählte die rechtsgerichtete Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Mit dem konservativen Militär saß ein Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik lange reserviert gegenübergestanden hatte, als Staatsoberhaupt aber die Integrität der Republik verteigite und eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich kategorisch ausschloss. Zunächst von Linken äußerst kritisch betrachtet und als potenzielle Gefahr für die Republik angesehen, entwickelte sich die Präsidentschaft Cardinals zu einem Integrationserfolg, indem der erzkatholische und ehemals monarchistische General zahlreiche Republikgegner für das Gemeinwesen gewinnen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Parlamentswahl 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich in sich zerfiel. Präsident Cardinal löste [[Parlamentswahl 1909|im Jahr 1909]] erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen ging jedoch die liberale [[Aliança Republicana]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft. Mit der [[Acción Popular]] und dem ebenfalls deutlich gestärkten [[Partíu Socialista]] gehörte nun ca. ein Drittel der Abgeordneten in der Kammer einer der beiden Parteien an, die in der Folge zu den großen Massenintegrationsparteien des Landes anwuchsen und das Ende der radikal-liberalen Dominanz im Parlament einläuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erster Weltkrieg und Entstehung des Linksblocks (1914-1917) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der parteilose [[Pier-Costantín Sant'Estrell]] zum Ministerpräsidenten einer liberalen Konsensregierung ernannt, die über eine breite parlamentarische Basis verfügte. Präsident [[Francisco Berlioz]] und seinem Ministerpräsidenten Sant'Estrell gelang es in der Folge, Sagradien aus dem Krieg herauszuhalten, auch wenn das Land offen mit den Alliierten sympathisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Parlamentswahl 1917]], bei der die Parteien der Linken den Sieg davon trugen, wurde der Radikalliberale [[Francisco Calbane]] zum Ministerpräsidenten ernannt. Er führte eine Regierung des [[Bloco de Sinistra]] an, die auch von den [[Partíu Socialista|Sozialisten]] unterstützt wurde. Mit [[Carles Sastre]] trat 1919 der erste sozialistische Minister in die Regierung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich auf Basis der Sozialgesetzgebung von 1900-1902 den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918, der Sozialgesetzgebung von 1919/20 und der Verfassungsreform von 1919 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Zwanziger und Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
==== Verfassungsreform 1919 ====&lt;br /&gt;
Bereits unter Sant'Estrell war 1916 eine Verfassungskommission eingesetzt worden, die umfassende Vorschläge für eine konstitutionelle Revision vorlegte. Unter der seit 1917 amtierenden Linksregierung wurde schließlich 1919 eine umfassende [[Verfassungsrevision von 1919|Verfassungsrevision]] durchgesetzt, die bei der folgenden vorgezogenen [[Parlamentswahl 1919]] erstmals zur Anwendung kam. An die Stelle des allgemeinen Wahlrechts der Männer über 25 Jahren trat nun das allgemeine Wahlrecht für Männer und - das war neu - auch für Frauen über 21 Jahren. Damit wurde in Sagradien wie in den meisten westeuropäischen Ländern zeitgleich auch das Frauenwahlrecht eingeführt. Zudem wurde die bisherige absolute Mehrheitswahl bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer durch die Verhältniswahl ersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1919 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1919|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei erneut die Parteien der Linken davon. Die [[Partíu Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Stimmen des Linksblocks wurde im Januar 1919 der Radikaldemokrat [[Carles Simón López-Iregui]] zum neuen [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] gewählt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hatte der liberale Amtsinhaber [[Francisco Berlioz]] auf eine Wiederwahl verzichtet. López-Ireguis Präsidentschaft bestand jedoch nur wenige Monate. In dieser Zeit litt sich der zögerliche Amtsinhaber unter gesundheitlichen Problemen und musste sich überdies starken Angriffen von Seiten der konservativen Presse erwehren. Im November 1919 zog er die Konsequenzen aus einer Verleumdungskampagne und trat von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]] gewählt, der die Pressekampagne hart verurteilte und einen Kurs der starken Präsidentschaft ankündigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spaltung der Linken und Große Koalition (1917-1925) ====&lt;br /&gt;
Das Regierungsbeteiligung der Linken führte zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich bereits 1917 der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partíu Socialista Auténtico]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die russische Oktoberrevolution 1917 und der Streit um das Verhältnis zur Komintern führte endgültig zur Spaltung der Arbeiterbewegung in zwei konkurrierende Parteien. Während sich die Mehrheit des [[Partíu Socialista]] gegen die Komintern und für den eingeschlagenen reformistischen Weg entschied, setzten sich im PSA nach heftigen Auseinandersetzungen die ''Terceristas'' durch konnten und begründeten schließlich den [[Partíu Comunista Sagradês]], woraufhin die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurückkehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltung der Sozialistischen Partei trug mit dazu bei, dass der Linksblock bei den [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1921|Parlamentswahlen 1921]] seine parlamentarische Mehrheit verlor. Zwar wurde der PS erneut stärkste Kraft, die Kommunisten gewannen aber ebenfalls 22 Mandate und die [[Radicales|Radikalen]]  erlitten schwere Verluste. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Die Regierung Diaz scheiterte zwar Anfang 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Februar 1924 wurde mit [[Santiago Laval]] erstmals in der Geschichte der bürgerlichen Republik ein Sozialist Regierungschef, seine Regierung zerbrach aber bereits nach wenigen Monaten. Bis zur [[Parlamentswahl 1925]] amtierte schließlich eine Minderheitsregierung ohne sozialistische Beteiligung unter dem Radikaldemokraten [[Angel Colón]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1929) ==== &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Vor allem ging es um eine festere Organisationsstruktur der zuvor zersplitterten Rechten. Nach den verlorenen Parlamentswahlen 1917 und 1921 reorganisierte sich die katholische Rechte schließlich in der [[Unión Popular]], die als straff organisierte Massenpartei nach Vorbild des erfolgreichen [[Partíu Socialista]] aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 148 Abgeordneten wurden die Katholiken knapp stärkste Kraft im Parlament und unterbreiteten den geschwächten [[AR|Liberalen]] ein Angebot zur Zusammenarbeit. Präsident Sánchez ernannte jedoch den Führer der liberalen [[AR|Republikanischen Allianzpartei]] [[Daniel Laponte]] zum Ministerpräsidenten einer liberal geprägten Minderheitsregierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Jahre waren von Auseinandersetzungen zwischen der liberal-katholischen Parlamentsmehrheit und dem linksbürgerlichen Präsidenten geprägt, der auf eine persönliche Teilnahme an der Regierung drängte und sich als Gegengewicht zum Parlament verstand. 1926 provozierte Sánchez eine regelrechte Verfassungskrise, als er bei einer Kabinettsumbildung sämtliche Ministerkandidaten der [[UP|katholischen Volksunion]] zurückwies, woraufhin Ministerpräsident [[Daniel Laponte]] seine Demission einreichte. Zum Nachfolger ernannte Sánchez den liberalen Außenminister [[Luciano Capón]], der schließlich eine Minderheitsregierung der Mitte bildete, die vom [[Partíu Radical]] und von der [[Aliança Republicana]] getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1926 schließlich gelang es der Parlamentsmehrheit, mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Mitglied der katholischen [[Volksunion]] zum Präsidenten der Republik zu wählen. Scalfín konnte sich unter anderem gegen Amtsinhaber [[Cristoval Sánchez]] durchsetzen, der eine Rückkehr ins höchste Staatsamt anstrebte. Scalfín ernannte erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine katholisch geführte Koalitionsregierung unter der Führung von [[Estefán Gaeta]], die sich auf den &amp;quot;Nationalen Block&amp;quot; im Parlament stützte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltwirtschaftskrise in Sagradien (1929-1934) ====&lt;br /&gt;
Nach vier Jahren komplizierter Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung brachte die [[Parlamentswahl 1929]] eine deutliche Mehrheit für die Parteien der katholischen und liberalen Rechten. Nach dem Tod von Präsident [[Domênco Scalfín]] wurde schließlich der konservative Ministerpräsident [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als Kandidat des [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]] zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise stürzte Sagradien 1930 in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1931 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. Die Regierung des Rechtsliberalen [[Daniel Laponte]] setzte jedoch auf eine Sparpolitik, um die eigene Finanzierungskrise zu überwinden, suchte gleichzeitig aber durch protektionistische Maßnahmen die eigene Wirtschaft zu schützen. Als die Parlamentsmehrheit ihre Unterstützung für diese Politik im Herbst 1931 aufgekündigt hatten, musste Laponte zurücktreten. Zum Nachfolger berief Präsident Gaeta den parteilosen Verwaltungsfachmann [[Santiago Francês-Domingues]], der ein [[Kabinett Francês-Domingues|&amp;quot;Expertenkabinett&amp;quot;]] aus &amp;quot;unabhängigen Persönlichkeiten&amp;quot; anführte, die das Vertrauen des Präsidentne genossen. Stärker als die Vorgängerregierung verfolgte die neue Mitte-Rechts-Regierung eine Deflations- und Austeritätspolitik, die die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise nochmals verschlimmerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Expertenregierung Domingues ihre parlamentarische Unterstützung im Frühjahr 1932 verloren hatte, löste Präsident Gaeta das Parlament auf und schrieb [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1932|vorgezogene Neuwahlen]] aus, die eine deutliche Stärkung der politischen Ränder erbrachte. Die rechtsextremen Parteien erhielten 37, die Kommunisten 45 Mandate im Unterhaus. Gaetas Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Dennoch gelang es der Regierung des Konservativen [[Domênco Santês]] nun, mit einem stärker auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Programm, eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen, da sich erstmals auch die Sozialisten bereit fanden, mit der Rechten zusammenzuarbeiten und der Regierung außerordentliche Vollmachten zur Behebung der sozialen Krise zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Herbstkrise 1934 ====&lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Präsident Gaeta bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Ein erster Höhepunkt der Gewalt war die Ermordung des Kommunistenführers [[Lorenzo Sabal]] im September 1934. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise steigerte sich von da an bis Ende Oktober 1934 zu einer handfesten Systemkrise. Auslöser war die Festnahme einer kleineren Gruppe von Faschisten, die für den Mord an Sabal verantwortlich gemacht wurden. Der faschistische [[Frente Fraternal]] unter der Führung von [[León Francês]] organisierte daraufhin Straßenproteste gegen die &amp;quot;unnationale Verschwörung&amp;quot; und forderte die Entlassung des Polizeipräsidenten und den Rücktritt der Regierung von [[Domênco Santês]]. Als die Regierung daraufhin per Eil-Dekret ein Verbot des [[Frente Fraternal]] und mehrerer truppistischer Organisationen verabschiedete, eskalierte die Situation. Francês zog mit den Demonstranten am Abend des 1. November unter Schutz der Truppisten in Richtung Präsidentenpalast und forderte dort von Präsident [[Gaeta d'Alejandro]] die Ernennung Francês' zum Regierungschef. Trotzdem zögerte die Regierung Santês mit dem Einsatz bewaffneter Truppen, da sie sich der Loyalität der Staatsorgane nicht mehr sicher war. Stattdessen bat Santês Präsident Gaeta darum, den Ausnahmezustand zu erklären. Dieser reagierte am Morgen des 2. November 1934: Er entließ Santês aus seinem Amt, ernannte Innenminister [[Joán Cesar Negrín]] zum neuen Regierungschef und übetrug die Exekutivgewalt auf General [[Alfonso Cabarel]], der mit Armeetruppen anrückte. Unter dem Eindruck der gesteigerten militärischen Präsenz löste sich der rechtsgerichtete Demonstrationszug auf. Francês und mehrere Mitstreiter wurden festgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfach als Putschversuch interpretierte Aktion der Faschisten und die zögerliche Haltung der Regierung wirkte in der sagradischen Öffentlichkeit wie ein Schock. Die Nationalversammlung setzte ein parlamentarisches Untersuchungsgremium ein, das bereits in den ersten Sitzungen zu einem vernichtenden Urteil über das Regierungshandeln kam. Ministerpräsident Negrín erklärte daraufhin nach nur wenigen Wochen im Amt seinen Rücktritt. Stattdessen wurde nun eine neue [[Kabinett Dini I|Konsensregierung]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte und das einen breiten Konsens der politischen Parteien von linker und rechter Mitte abdecken sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Volksfrontwahl 1936 ====&lt;br /&gt;
Die Krise 1934 hatte vor allem innerhalb der politischen Linken für Aufregung gesorgt und die sich seit 1932 vollziehenden Annäherungsprozesse zwischen den zerstrittenen Linksparteien beschleunigt. Treibende Kraft des Sammlungsprozesses war der Sozialistenführer [[Santiago Laval]], der angesichts der Gefahr von Rechts und der anhaltenden sozialen Krise eine vereinigte republikanische Linke zur Abwehr rechter Angriffe auf Republik und Arbeiterschaft zu organisieren suchte. In Person des neuen KP-Chefs [[Narcís Colom]] fand Laval schließlich einen Mitstreiter, der die Kommunisten erstmals für die republikanische Zusammenarbeit öffnete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1936|Aprilwahlen 1936]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partíu Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte. Nach Bildung der Volksfront drängten die Linksparteien auf einen Regierungswechsel zu ihren Gunsten. Zwar hatte die Regierung Dini bereits sozial konsolidierende Maßnahmen im Sinn einer keynesianischen Nachfragepolitik zur Bekämpfung der Krise eingeleitet, den Linksparteien ging dies aber nicht weit genug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Wahlen ging schließlich die oppositionelle [[Volksfront]] aus [[PS|Sozialisten]], [[PCS|Kommunisten]] und [[PRR|Radikalen]] als deutlicher Sieger hervor. Zum ersten mal fand sich nun eine linke Mehrheit unter Einschluss der Kommunisten für eine Regierungsbildung bereit. Mit deutlicher Mehrheit wählte die Kammer den sozialistischen Kandidaten [[Santiago Laval]] zum neuen Präsidenten der Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Präsidentschaft Laval und Golenkrise (1936-1937) ====&lt;br /&gt;
Mit [[Santiago Laval]] zog zum ersten Mal ein Sozialist in den [[Plazarenya]]-Palast ein, ein entscheidender Schritt zur vollständigen Integration der sozialistischen Bewegung in den parlamentarischen Staat. Laval ernannte eine sozialistisch-radikale Minderheitsregierung unter Führung des rechten Sozialisten [[José António Saviola]], in der die meisten und die einflussreichsten Ministerien von erfahrenen Ministern des [[Partíu Radical]] geführt wurden. Zwar blieb der [[Partíu Comunista Sagradês|Partíu Comunista]] außerhalb der Regierung, unterstützte diese aber im Parlament. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Saviola führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten &amp;quot;Arbeitslosenhilfefonds&amp;quot; erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch hatte die Volksfront von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders der schwelende [[Golische Bürgerkrieg]] drohte immer mehr auf sagradischen Boden überzuschwappen. Die unter Kommunisten gehegten Sympathien für die Unabhängigkeit Golens belasteten die Beziehungen innerhalb der sagradischen Regierung ebenso wie zwischen Sagradien und der mikolinischen Nationalregierung unter [[Pier Ulisse]]. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Mikolinien auszuliefern, kam es im Sommer 1936 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen auf sagradisches Staatsgebiet vordrangen, um golische Terroristen zu verfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die mikolinischen Truppen binnen weniger Tage die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Mikoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Volksfront und Laval-Attentat (1937-1938) ====&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten, wo radikale antikommunistische und autoritäre Kräfte zunehmend an Einfluss gewannen. Der auf dem Parteitag der [[Volksunion]] in [[Noyar]] Ende 1936 zum Parteichef gewählte [[Manuel Álamo Igualde]] vertrat das Konzept einer Verfassungsreform zur Stärkung der präsidialen Exekutive gegenüber dem Parlament und der Berücksichtigung korporatistischer Elemente in der Verfassung, um die Herrschaft der Linksparteien im Parlament einzuschränken. Die Rechten hofften vor allem, die Einführung einer Direktwahl zum Präsidentenamt könnte ein rechtes Gegengewicht gegen die Parteien der Linken schaffen und die Volksfrontmehrheit aufbrechen. Während sich diese Positionen noch auf dem Boden der parlamentarischen Verfassung befanden und weitverbreitete Reformvorstellungen reflektierten, setzten sich Teile der Parteijugend der UP, der sogenannten [[Jungzirkel]] für einen deutlich weitergehenden Verfassungsumbau in Richtung einer autoritären Herrschaft ein. Diese Radikalen gewannen zwar Ende der 1930er Jahre an Einfluss, ohne sich aber gegenüber den gemäßigten Kräften in der Partei durchsetzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Beginn an sah sich die Regierung der Volksfront heftigen Angriffen von bürgerlicher Seite und aus dem Kreis der Unternehmerverbände ausgesetzt. Im Parlament verweigerten die katholische Rechte und weite Teile der Liberalen der Regierung jegliche Zusammenarbeit. Hinzu kamen bald nach ihrer Bildung bereits heftige Spannungen innerhalb des Linksbündnisses, vor allem zwischen gemäßigten und bürgerlichen Kräften und dem radikalen Flügel der Kommunisten. Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention, womit das Volksfrontbündnis mit den Kommunisten endgültig zerbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten und betraute nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten. Als Folge löste der Präsident schließlich die Kammern auf und setzte Neuwahlen zum Parlament an. Die Regierung Colón blieb vorerst geschäftsführend im Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Lavals führte zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Im aufgeheizten Klima des Wahlkampfs wurde Laval schließlich am Abend des 21. Februar auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen [[División Negra]] überführt, die trotz Verbots 1936 im Untergrund weiterarbeitete. Als Interimspräsident wurde der liberale Präsident des [[Rat der Republik|Rats der Republik]] [[Luciano Capón]] vereidigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aprilwahlen 1938 und Regierung Álamo ====&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage, die auch durch die nationale Anteilnahme am Tod des ersten sozialistischen Präsidenten der Republik nicht verhindert werden konnte. Zu stark war die Enttäuschung auch vieler Linker über den Bruch der Volksfront und ihre politische und ökonomische Bilanz. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde der Wahlsieger [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Álamo setzte sich ein repressiver Kurs gegen radikale Kräfte auf der linken und rechten Seite durch. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und setzte das Verbot schließlich auch praktisch durch. [[León Francês]] blieb jedoch ohne Verurteilung, da er sich ins Ausland absetzen konnte. Gleichzeitig setzte die Regierung auch gegenüber der kommunistischen Linken auf repressive Maßnahmen und griff zum Instrument des Verbots und der Zensur im Namen von Republik, Staat und Volk. Die KPS blieb zwar von einem Verbot verschont, ihre Tätigkeit wurde aber stark limitiert und führende Politiker immer wieder wegen des Verdachts auf staatsgefährdende Tätigkeiten in ihrer Arbeit behindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte Sagradiens im Zweiten Weltkrieg (1940-1945) ===&lt;br /&gt;
==== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ====&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte. Im Zweiten Weltkrieg hielt das Land an der bewaffneten Neutralität fest und erklärte die Generalmobilmachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partíu Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Juni-Regime und Verschärfung der Situation ====&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien in der Bedrohungssituation einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht und die Presse deutlich eingeschränkt. Die öffentliche Meinung wurde durch Zensur kontrolliert, extremistische und staatsgefährdende Propaganda wurde grundsätzlich verboten. Dazu gehörte auch, dass Aktivitäten der Linksparteien zunehmend kriminalisiert wurden. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partíu Socialista]] und der Kommunisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Winter 1939/1940 wurden in Sagradien insgesamt zwölf Internierungslager errichtet, in denen im Laufe der Jahre Kriegsflüchtlinge, gestrandete ausländische Soldaten, aber auch Kommunisten, Syndikalisten und Pazifisten festgehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der &amp;quot;Comunión Nacional&amp;quot; stärkte zwar einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter Volksschichten im Zeichen der außenpolitischen Bedrohung, führte aber auch zu einer Exklusion opponierender Kräfte aus dem nationalen Konsens. Im Inneren kam es zudem zu Notstandsmaßnahmen, die die republikanischen Freiheitsrechte der Bevölkerung merklich einschränkten. Als Geheimdienst im Inneren fungierte dabei die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. Vor allem Kommunisten und Trotzkisten, aber auch bekennende Faschisten gerieten ins Fadenkreuz der Behörden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Im Laufe des Jahres 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kriegseintritt ====&lt;br /&gt;
Es kam in der Folge zu einem Zerwürfnis zwischen Álamo und Präsident [[Luciano Capón]], der sich stärker an die Alliierten anlehnte und vor allem Großbritannien Unterstützung gegen die deutsche Bedrohung versprach. Als Álamo Igualde den Präsidenten ultimativ aufforderte, sich seiner Neutralitätspolitik anzuschließen, wurde er im Dezember 1941, unmittelbar nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, aus dem Amt entlassen. Zum Nachfolger ernannte Capón den parteilosen Finanzminister [[Sergio Rafael Dini]]. Álamo blieb zwar Chef der Comunión, verlor ohne Amt aber zunehmend an Einfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Führung Capóns und Dinis erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Luciano Capón]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verlor die [[Nationale Kommunion]] schnell an Einfluss und wurde de facto aufgelöst. Unter [[Sergio Rafael Dini]] wurde zudem ein Kriegskabinett gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]]), die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
=== Sagradien in der Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
==== Begründung des Nachkriegskonsenses (1945-1947) ====&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet und die historische Zäsur zu einer Neubegründung der demokratischen Republik genutzt. Durch die Bedrohung des Krieges hatte sich nach den Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahre erstmals wieder ein nationaler Konsens etabliert, der genutzt werden sollte, auch dauerhaft ein Klima der Aussöhnung und der Zusammenarbeit über Lager und Klassen hinweg zu erreichen. Die Bürgerrechte wurden wieder in vollem Umfang eingesetzt und die verschärften Gesetze gegen Staatsfeinde wieder entschärft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1945 kam es schließlich erstmals seit 1938 wieder zu einer [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahl]]. Stärkste Kraft wurde die christdemokratische [[Volkspartei]] vor der [[PS|Sozialistischen Partei]].&lt;br /&gt;
Die [[Volksunion]], die größte Rechtspartei der vergangenen Republik, hatte sich kurz vor der Wahl mit der linkskatholischen [[PDP]] zum [[Partíu Popular de Convergência]] vereinigt und hatte sich dabei ein stark von der katholischen Soziallehre geprägtes christdemokratisches Programm gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Tag nach ihrer Konstituierung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens und den ehemaligen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] vom linksliberalen [[Partíu Radical]] zum neuen Präsidenten der Ministerrats, der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und Radikalen fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnte, sowie mehrere Splitterparteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte erreicht, dass die scharfen politischen und sozialen Konflikten der 1930er Jahre, die vor allem zwischen Linken und Rechten ausgefochten wurden, nun einem breiten nationalen Konsens und der Bereitschaft zur lagerübergreifenden Zusammenarbeit Platz machten. Die Partner der &amp;quot;Demokratischen Koalition&amp;quot;, von Kommunisten bis zu Katholiken, einigten sich daher auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte. Der Markt, so der Konsens, sollte durch einen starken Staat gebändigt werden. Zugleich führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde an die Politik der [[Volksfront]]regierung der Dreißiger Jahre angeknüpft und der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfassungsrevision 1949/50 ====&lt;br /&gt;
Auch Verfassungspolitisch wagten die Koalitionäre Neuland und machten sich an eine umfassende Revision der [[Verfassung von 1893]], die vor allem der politischen Instabilität der vergangenen Jahrzehnte Abhilfe schaffen sollte. Zentrales Ziel der Reform war es, den Verfassungstext zu aktualisieren und zu modernisieren. Wichtigstes Vorhaben war es daher, einen Grundrechtekatalog in die Verfassung aufzunehmen, der die nur rudimentären Bestimmungen der Verfassung von 1893 umfassend ergänzen sollte. Dem Geist des Nachkriegskonsenses entsprechend wurde nun auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums festgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich sollte aber auch die Regierungsstabilität erhöht und die Macht der parlamentarischen Exekutive gestärkt werden. Erstmals überhaupt wurde das Amt des Ministerpräsidenten auch offiziell in den Verfassungstext aufgenommen. Der Präsident der Republik ernannte zwar weiterhin die Minister, allerdings auf Vorschlag des Ministerpräsidenten, dessen faktisch bereits bestehende Rolle als Regierungschef damit konstitutionell verankert und zusätzlich gestärkt wurde. Schließlich sollte er die Politik der Regierung leiten und die Gesamtverantwortung tragen. Das Instrument des Misstrauensvotums wurde ausdrücklich an eine absolute Mehrheit der Abgeordneten gegen die Regierung gebunden, sodass das Prinzip des negativen Parlamentarismus auch formell in die Verfassung geschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsens bestand zudem darin, dass der Senat, bisher gleichberechtigte zweite Kammer, an Kompetenzen einbüßen sollte, um die Handlungsmöglichkeiten der Regierungen zu erhöhen. Während aber Kommunisten und Sozialisten eine ersatzlose Abschaffung des Senats und den Übergang zum Einkammer-System befürworteten, wollten die bürgerlichen Parteien an der zweiten Kammer festhalten. Als Kompromiss einigte sich die gemeinsame Verfassungskommission der Nationalversammlung schließlich darauf, den Senat zu reformieren und zentraler Kompetenzen zu berauben, aber nicht gänzlich abzuschaffen. Aus dem symmetrischen wurde so ein asymmetrischer Bikameralismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Parlamentswahl 1949]] entschieden die Wähler mit deutlicher Mehrheit für die Parteien, die sich für die Verfassungsrevision aussprachen. Die neu gewählte [[Nationalversammlung]] verabschiedete das Verfassungsgesetz schließlich am 30. August 1949 mit deutlicher Mehrheit und gab es damit zur Volksabstimmung frei. In einem Referendum am 1. November 1949 sprachen sich fast 80 Prozent der sagradischen Wähler für den neuen Verfassungstext aus, der daraufhin zum 1. Januar 1950 in Kraft trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zeit der Konsensregierungen (1946-1953) ====&lt;br /&gt;
Die [[Parlamentswahl 1946|Parlamentswahlen 1946]] zu [[Abgeordnetenkammer]] und [[Senat]] führten zu einem Sieg der [[PPC|Christdemokraten]] vor den [[PSU|Sozialisten]], die zunächst gemeinsam die Demokratische Koalition mit [[PRR|Radikalen]] und [[PCS|Kommunisten]] fortsetzten. Der gemäßigte Sozialist [[Santo de l'Ilpa]] wurde Ministerpräsident, doch nahmen die Spannungen innerhalb der Koalition, nicht zuletzt aufgrund der zunehmend schwierigen Weltlage im beginnenden Ost-West-Konflikt zu. Die Frage der Westbindung der Regierung, vor allem der Inanspruchnahme der amerikanischen Marshallplan-Hilfe führte schließlich zum Bruch mit den Kommunisten, die das Kabinett im März 1947 verlassen mussten. Danach wurde die Koalition als ''Zentrumsblock'' ohne die Kommunisten fortgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den beiden prägenden Politikern der folgenden Jahre, [[Santo de l'Ilpa]] von den [[ASUL|Sozialisten]] und [[Paulo Luciaro]] von den [[Christdemokraten]] beteiligte sich Sagradien wesentlich am Aufbau eines westlichen Militärbündnisses, so 1948 am Brüsseler Pakt mit Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten sowie 1949 an der Gründung der NATO. Nach einer Regierungskrise Ende 1948 - die Radikalen verließen vorübergehend die Regierungskoalition – wurde Ilpa als Ministerpräsident durch Paulo Luciaro abgelöst, blieb aber als Außenminister in der Regierung. Die Koalition blieb damit stabil und wurde auch nach der [[Parlamentswahl 1950]] zunächst fortgeführt. In der Folge gehörte Sagradien unter den überzeugten Europäern Luciaro und Ilpa zu den Gründernationen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und beteiligten sich an den Projekten weiterer europäischer Bündnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende der Amtszeit von Präsident [[Sergio Rafael Dini]] im Jahr 1950 fanden erstmals [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1950|Direktwahlen zum Präsidentenamt]] statt, bei denen der 81-jährige Dini auf eine Wiederwahl verzichtete. Bei der Wahl konnte sich der Kandidat der Radikalen, der ehemalige [[Außenminister]] und erste Generalsektetär der Vereinten Nationen, [[David Pizarro Cordês]] überraschend in der zweiten Runde gegen den Christdemokraten [[Amentino Xavier-Castrell]] durchsetzen. In der ersten Runde hatte er noch den zweiten Rang nur knapp vor Außenminister [[Santo de l'Ilpa]] belegt. Mit dem Diplomaten Pizarro Cordês erhielt das Amt eine stark repräsentative Prägung. Pizarro Cordês suchte zwar außenpolitisch Akzente zu setzen, verzichtete innenpolitisch aber auf eine aktive Rolle und wurde auch nicht mit ernsthaften Regierungskrisen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christdemokratische Vorherrschaft (1953-1962) ====&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der Sozialisten aus der [[Kabinett Luciaro III|Regierung Luciaro]] endete 1953 die Zeit der großen Koalitionsregierungen aus Christdemokraten, Sozialisten und Radikalen. [[Paulo Luciaro]] blieb aber Ministerpräsident mit Unterstützung der Links- und Rechtsliberalen in der [[Abgeordnetenkammer]]. Bei der [[Parlamentswahl 1954]] erreichte die [[Volkspartei]] mit 42 Prozent der Stimmen das bis heute beste Ergebnis einer einzelnen Partei bei nationalen Wahlen in Sagradien. Die oppositionelle sozialistische [[ASUL]] dagegen fiel unter die 30-Prozent-Marke zurück und verlor für Jahre den Anschluss an die Christdemokraten. Diese regierten in der Folge in einer konservativ-liberalen Regierung mit den Parteien des liberalen Wahlbündnisses [[Unión Democrática]], das sich anlässlich der Parlamentswahl um [[PRR]] und [[MRL]] gebildet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch wurde nun im Bündnis mit den Liberalen eine stärker auf eine freie Marktwirtschaft ausgerichtete Politik verfolgt, ohne aber den Nachkriegskonsens aufzukündigen. Auf den sozialpolitischen Basisentscheidungen der Vorgängerregierungen gründend, wurde diese Politik von weiten Teilen der Bevölkerung als großer Erfolg empfunden, zumal der Nachkriegsboom nun in seine dynamischste Phase überging und für über ein Jahrzehnt wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gleichzeitig ermöglichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch behielt die Regierung Luciaro jedoch den bisherigen Kurs bei und verfolgte weiterhin eine Politik der europäischen Integration. 1957 unterzeichnete Außenminister [[Carles María Ortega]] für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten. Daneben bemühte sich die Regierung aber auch um eine Aussöhnung mit dem Nachbarn [[Micolinien]], die 1955 schließlich in den [[Golische Verträge|Golischen Verträgen]] resultierte. Darin wurde die seit Jahrhunderten strittige Frage der Zugehörigkeit der golischen Gebiete endgültig geklärt und den in beiden Staaten lebenden golischen Minderheiten ebenso wie den sagradischen bzw. micolinischen Minderheiten im jeweils anderen Staat umfassende Schutzrechte zugesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Christdemokraten wurde auch bei der [[Präsidentschaftswahl 1955]] sichtbar, bei denen sich der langjährige [[Bürgermeister von Semess]] und [[Senat]]spräsident [[Fernando de la Roya]] deutlich durchsetzen konnte. Der christlich-soziale Roya wurde schnell zu einer parteiübergreifenden Integrationsfigur für die gesamte Nation und füllte damit stärker als sein Vorgänger die Rolle eines Landesvaters aus. Obwohl ein Anhänger großer Koalitionen beließ er es bei der eingespielten Mitte-Rechts-Koalition unter Führung [[Paulo Luciaro]]s, der eindeutig die prägende Politikerpersönlichkeit des Jahrzehnts und der gesamten Nachkriegsphase darstellte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Luciaros Mitte-Rechts-Koalition bei der [[Parlamentswahl 1958]] erneut eine deutliche Mehrheit in der Abgeordnetenkammer gewonnen hatte, wurde die Regierung zunächst unter Luciaros Führung fortgesetzt, doch mehrte sich allmählich Kritik am Regierungschef, bei dem zunehmend Alterserscheinungen sichtbar wurden. Luciaro übergab schließlich zum Jahreswechsel 1959/60 sein Amt als Regierungschef an den bisherigen Finanzminister [[Carles Angel Favale]], der sich parteiintern gegen Luciaros Favoriten [[Dián Jocéntilo Sánchez]] und den Außenminister [[Carles María Ortega]] hatte durchsetzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ende des sagradischen Kolonialreichs ===&lt;br /&gt;
Das sagradische Kolonialreich in Amerika, Afrika und Asien wurde nach dem 2. Weltkrieg schrittweise dekolonisiert. Ein wichtiger Schritt war dabei die Verfassung von 1949, in der die Überseekolonien zu autonomen Konföderationen der Sagradischen Republik mit eigenen Selbstverwaltungsrechten erklärt wurden. Ziel war es, die bisherigen Kolonien schrittweise und geordnet in eigene Verwaltung zu übergeben, ohne aber die geostrategische und ökonomische Bindung ans Mutterland ganz abreißen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Joannianen ====&lt;br /&gt;
Bereits die [[Volksfront]]regierung hatte mit der [[Joannianen|Joannianischen Union]] 1937 auf dem Boden der Kolonie [[Sagradisch-Ostindien]] einen semi-unabhängigen Staat im Pazifik geschaffen, innere Autonomie verliehen und damit den Grundstock für die Entwicklungen nach 1945 geschaffen. Die Entwicklungen auf den Joannianen verliefen jedoch weniger stabil als erhofft. Mehrere Putschversuche führten 1948 schließlich zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen. Massenproteste der Opposition gegen den autokratischen Machthaber [[James Motaro]] führten 1948 schließlich zum Aufstand und Bürgerkrieg, in dem sich die Befürworter der vollständigen Unabhängigkeit von Sagradien durchsetzen konnten. Die neue Regierung erklärte die Union für aufgelöst und rief die [[Joannianische Republik]] aus, die sich von Semess vollständig unabhängig erklärte. Die sagradische Regierung erkannte die Unabhängigkeit schließlich 1949 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Indien ====&lt;br /&gt;
Die Kolonialstädte in [[Sagradisch-Indien]] Vizagapatam, Masulipatnam und Cannanore wurden 1949 und 1954 per Vertrag an das unabhängig gewordene Indien übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Afrika ====&lt;br /&gt;
Als erste afrikanische Kolonie erhielt [[Sagradisch-Westafrika]] 1946 die Selbstverwaltung in Form der [[Westafrikanischen Föderation]] mit einem eigenen Parlament und einer eigenen Regierung. Infolge eines Unabhängigkeitsreferendums ging aus der Föderation 1955 die unabhängige [[Republik Belhami]] hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr wie Belhami, 1946, erhielten auch [[Nordmadagaskar]] und [[Cenâu]] die Selbstverwaltung. Ein nationalistischer Aufstand im Süden der Insel drohte 1947 schließlich auf den Norden überzuschlagen, was schließlich zum vorzeitigen Abzug sagradischer Truppen führte und eine Krise mit dem Nachbarn Frankreich auslöste. 1956 erklärte sich Nordmadagaskar schließlich im Einvernehmen mit der sagradischen Regierung für vollständig unabhängig, 1958/1960 folgte auch der französische Süden der Insel. Die zur Kolonie gehörende Insel [[Cenâu]] blieb jedoch auf eigenen Wunsch hin sagradisch und ist heute eines der [[Überseegebiete]] der Republik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 wurde die [[Konföderation von Ríu Ogüé und Cabinda]] als selbstverwaltendes Gebiet auf dem Boden der beiden Kolonien [[Ríu Ogüé]] und [[Sagradisch-Kongo]] gegründet. Die Konföderation endete 1956 durch die erklärte Unabhängigkeit der [[Republik Oguana]]. Cabinda folgte wenig später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]], de facto bestehend aus den beiden Hafenstädten Hafun und Aluula, wurde 1949 in eine Konföderation der beiden Freistädte umgewandelt, die weiterhin mit Sagradien assoziiert bleiben sollten. Die Freistädte wurden jedoch 1960 nach Begründung der unabhängigen Republik Somalia auf dem Boden des britischen und des italienischen Teils annektiert und schließlich aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend von Weißen bewohnte Siedlerkolonie auf den [[Inseln von Aziz]] wurde von Sagradien nicht als Kolonie, sondern als integraler Teil des Mutterlandes betrachtet und entwickelte keine vergleichbar starke Unabhängigkeitsbewegung wie auf dem afrikanischen Festland. Entsprechend war Aziz als eine der sagradischen Provinzen verfasst. Erst auf Druck einer zunehmend einflussreichen Autonomiebewegung hin erhielten die Inseln 1967 die innere Autonomie mit dem Status einer [[Sagradische Regionen|Autonomen Region]] der Sagradischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1960er und 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
==== Rückkehr der Sozialisten in die Regierung (1962-1967) ====&lt;br /&gt;
Unter Ministerpräsident [[Carles Angel Favale]] wurden zunehmend Probleme der deutlichen Vorherrschaft der Christdemokraten sichtbar. Anders als sein Vorgänger fehlten ihm wesentliche Integrationskompetenzen, stattdessen neigte der konservative Regierungschef eher dazu, das politische Feld zwischen Anhängern und Gegnern zu polarisieren. Es fehlte ihm aber auch an parteiinterner Macht zu einer starken Führung, die erst sich nach wie vor mit dem Parteivorsitzenden Luciaro teilen musste. In Kombination mit den Ansätzen einer gesellschaftlichen Liberalisierung gerieten die Christdemokraten nun in eine Krise, die bei der [[Parlamentswahl 1962]] zu deutlichen Verlusten für die Volkspartei führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Wahlen kam es schließlich zur Bildung einer Großen Koalition aus [[PPC]] und [[ASUL]] unter dem bisherigen Innenminister [[Martín Ánibal Costa]]. Zuvor hatten die Sozialisten ihre Regierungsbeteiligung von einer Ablösung Favales abhängig gemacht, woraufhin Präsident De la Roya den beidseitig akzeptablen Costa mit der Regierungsbildung beauftragt hatte. Favale blieb als Finanzminister im [[Kabinett Costa|Kabinett]], für die Sozialisten wurde [[Iacovo Del Pérez]] Vizepremier und Außenminister. Anders als zehn Jahre zuvor blieb die Zeit der nunmehrigen Großen Koalition aber nur eine Übergangsphase. Von Beginn an fehlte es den Koalitionspartnern an gemeinsamen Politikprojekten, die einen politischen Konsens und ein längerfristiges Regierungsprogramm begründet hätten. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt zerbrach die Koalition, woraufhin Präsident Roya mit Zustimmung der beiden Regierungsparteien erstmals die [[Abgeordnetenkammer]] auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Parlamentswahl 1963|Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer im Dezember 1963]] gingen schließlich erstmals in der Nachkriegszeit die Sozialisten als knapp stärkste Partei hervor. Deren Generalsekretär [[António Santiago]] erhielt von Präsident Roya den Regierungsbildungsauftrag und konnte sich nach schwierigen Koalitionsverhandlungen schließlich auf eine Koalition seiner [[ASUL]] mit den beiden liberalen Parteien [[PRD]] und [[UDS]] einigen. Die innerlich zerstrittenen Christdemokraten dagegen wurden erstmals überhaupt in der Nachkriegszeit in die Opposition verbannt, wo ein schwieriger Neuordnungsprozess und ein handfester Machtkampf um die Parteiführung ausgetragen wurden. Aus diesem ging schließlich [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor, der 1964 die Führung von Partei und Opposition übernahm. Sein Konkurrent [[Carles María Ortega]] konnte sich dagegen bei der [[Präsidentschaftswahl 1965]] als Nachfolger von Ariel de la Roya durchsetzen, der nach zehn Jahren nicht erneut kandidieren konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Führung der Sozialisten wurde die große Linie der bisherigen Nachkriegspolitik im Grunde fortgesetzt. Vor allem außenpolitisch knüpfte die Mitte-Links-Koalition an die Politik der Vorgängerregierungen an und suchte sowohl die europäische Integration als auch die Zusammenarbeit mit Micolinien (in Form von Dreistaatengesprächen) fortzuführen. Die Koalition bemühte sich aber um eine innenpolitische Liberalisierung und setzte schließlich eine umfangreiche Verwaltungsreform durch, die Sagradien dezentralisierte und umfassende Selbstverwaltungsrechte an die neu begründeten [[Sagradische Regionen|Regionen]] des Landes übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regierungschef António Santiago verstarb im Juni 1964 nach nur wenigen Monaten im Amt an den Folgen eines Herzinfarktes. Nachfolger wurde sein Parteifreund und bisheriger Außenminister [[Iacovo Del Pérez]], der die Regierungskoalition mit den Liberalen fortsetzte. Diese geriet seit 1966 aber in zunehmende wirtschaftspolitische Gegensätze, nachdem es zu einer deutlichen Flaute in der Konjunktur gekommen war, die den Nachkriegsboom vorerst beendete. Da sich Sozialisten und Liberale nicht auf eine gemeinsame Lösung der Krise einigen konnten, zerbrach die Koalition im Januar 1967. Dem Austritt der UDS-Minister aus dem Kabinett folgte ein Misstrauensvotum gegen Del Pérez in der Abgeordnetenkammer, woraufhin Präsident [[Carles María Ortega]] das Parlament vorzeitig auflöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konservative Regierung und gesellschaftlicher Reformaufbruch (1967-1970) ====&lt;br /&gt;
Aus der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1967]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] wieder als Sieger hervor. Deren Vorsitzender [[Carles Angel Favale]] wurde zum zweiten Mal zum Regierungschef einer Koalition aus [[PPC]] und [[UDS]] ernannt, die jedoch von der Unterstützung der linksliberalen [[PRD]] abhängig war. Das politische Führungspersonal blieb damit im wesentlichen das Alte. Doch zeichnete sich bei der Wahl auch der Keim neuer politischer Instabilität ab. Mit der [[MFP|Volksbruderschaftsbewegung]] des Publizisten [[António Blanxard Rovira]] zog eine neue populistische Kraft ins Parlament ein, die vor allem die Unsicherheit großer Teile der Bevölkerung mit der zunehmenden Modernisierung des Landes und der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Liberalisierung repräsentierte. Mit Parolen gegen den angeblich sozialistischen Konsens der dominierenden Parteien und gegen die Steuerlast des Sozialstaates bediente die Bewegung Ressentiments und Abstiegsängste besonders des zunehmend marginalisierten Alten Mittelstandes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite drängte aber ein zunehmender Teil der Bevölkerung und der jüngeren Eliten auf weitergehende gesellschaftliche Reformen und eine Öffnung des als erstarrt empfundenen sozialen Systems und der moralischen Standards. Sichtbarster Ausdruck dieses Bestrebens wurde bald schon die linke Studentenbewegung, die in der neuen konservativ-liberalen Regierung und besonders in ihrem Chef Favale das kapitalistisch-reaktionäre Feindbild sah. Viele Protestaktionen richteten sich gegen den autoritären Geist der konservativen Gesellschaft, gegen den nach Meinung vieler Studenten und Intellektueller um sich greifenden Materialismus der Wohlstandsgesellschaft und gegen die sich ausbreitende Technokratie. Neben konkreten Zielen, wie Verbesserung der Studienbedingungen, Demokratisierung der Hochschulen sowie der Gesellschaft und einem Ende des Vietnamkriegs, standen auch unterschiedliche Forderungen nach einer anderen Gesellschaft und nach einer Überwindung der rigiden konservativen Sexualmoral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proteste der Studenten, die bereits Ende 1967 begonnen hatten und verschiedene Ziele gleichzeitig verfolgten, mündeten im Folgejahr schließlich in einer politischen Krise, nachdem es im April 1968 bei der Besetzung der [[Luis-Cavaller-Universität]] in [[Semess]] zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, bei denen ein Student tödich verletzt wurde. Es kam in der Folge zu heftigen Anschuldigungen gegen die Regierung und zu weiteren Demonstrationen, die im Juli schließlich in einer Regierungskrise mündeten, nachdem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eine Mitschuld des damaligen Innenministers [[Santiago Quixón]] festgestellt hatte. Der Austritt der liberalen Minister aus der Regierung zwang [[Carles Angel Favale]] schließlich, Quixón und den zuständigen Staatssekretär zu entlassen und eine umfangreiche Aufklärung zuzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Sagradiens&amp;diff=24244</id>
		<title>Geschichte Sagradiens</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Sagradiens&amp;diff=24244"/>
		<updated>2015-11-07T18:21:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Anfänge der Zweiten Republik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Sagradien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Altertum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagrische Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die ersten Zeugnisse einer [[Sagrer|sagrischen]] Frühkultur stammen aus dem 14. Jahrhundert v.Chr.; die ersten indogermanischen Völkerwanderungsstämme aus Osteuropa ließen sich in [[Sagradien]] und [[Mikolinien]] im 12. Jahrhundert v. Chr. nieder und vermischten sich rasch mit der Urbevölkerung. Den Römern waren diese Stämme später als 'Sagrer' (''Sagri'') bekannt, wobei grob zwischen süd- und mittelsagrsichen sowie asumarischen Stammesgruppen unterschieden werden kann. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. drangen keltische Stämme aus Gallien auf die Halbinsel vor und siedelten besonders im Norden und Nordosten der sagradischen Halbinsel. Dabei kam es auch oft zu Verschmelzungen mit einheimischen sagrischen Stämmen, sodass man häufig von einer ''[[Sagrokelten|sagrokeltischen]] Kultur'' spricht. Im Süden entwickelte sich eine ausgeprägte sagrische Kultur. Besonders der [[Blaumeerraum]] wurde zu einem Zentrum sagrischer Siedlungen mit den [[Piäer]]n (lat. Piaei) und [[Sisinen]] (lat. Sisini) als wichtigste Stämme an der östlichen und [[Mikoläer]]n (lat. Micolaei) als dominierende Stammesgruppe an der westlichen Blaumeerküste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eroberung Sagradiens durch die Römer und römische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Bereits Iulius Caesar eroberte in den gallischen Kriegen seit 59 v.Chr. Teile Nordostsagradiens, indem er zunächst die gallischen Stämme der [[Vikier]] und [[Amorier]] unterwarf. Im Jahr 54 v. Chr. riefen die [[Saloer]] Caesar zur Hilfe gegen die keltischen [[Cabeser]] und [[Liener]], die zu dieser Zeit nach Süden und Westen drängten und damit die Saloer bedrohten. Caesar nutzte die Gelegenheit, um den keltischen Norden der Halbinsel zu erobern und als Provincia [[Sagradia Citerior]] dem römischen Herrschaftsbereich einzugliedern. Zu dieser Zeit unterhielt Rom zu einigen sagrischen Stämmen, besonders zu den [[Aider]]n an der Südküste der Halbinsel freundschaftliche Verhältnisse und betrieb regen Handel mit ihnen. Unter Augustus wurde die Eroberung Sagradiens durch die Römer fortgesetzt. Nachdem zunächst die Streitigkeiten der sagrischen Stämme untereinander und mit den Sagrokelten, die den Römern weniger feindlich gegenüberstanden, weitergeführt worden waren, schlossen verschiedene sagrische Stämme ein Bündnis, welches aber auch die Invasion der römischen Legionen nicht aufhalten konnte. Augustus selbst eroberte im Jahr 25/24 v.Chr. ganz Sagradien, konsolidierte die Herrschaft im Gebiet bis zum [[Saidel|Fluvius Saidelius]] und [[Bordêu|Fluvius Bordeus]] und gründete die Provinz [[Sagradia Ulterior]]. Rom trennte damit erstmals die beiden Teile der Halbinsel in ein römisches Sagradien östlich von [[Blaumeer]] und [[Konsetten]] und ein Gebiet westlich dieser natürlichen Grenzen, das erst unter Kaiser Claudius im 43 als [[Provincia Micolina]] unter römische Herrschaft kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 18 v. Chr. trat der römische Statthalter beider Sagradien, Q. [[Valerius Tullianus Sagradianus]], mehrere Feldzüge gegen eine sagrische Allianz aus Aidern, Micoläern und Sisinen an, die mit der Eroberung Sagradiens endeten. Augustus teilte daraufhin im Jahr 14 v. Chr. die Sagradia Ulterior in eine kaiserliche Provincia [[Sisinia]] mit der Hauptstadt [[Tules|Tulisium]] (das heutige Tulis) und eine senatorische [[Provincia Belacionensis]] mit der Hauptstadt [[Belaçón|Belacio]] (das heutige Belaçón) auf. Ein letzter großer [[Sagreraufstand|sagrischer Aufstand]] unter dem aidischen Feldherrn [[Asilië]] endete für Rom verlustreich, konnte von Tullianus aber im Jahr 8 v. Chr. niedergeschlagen werden. Ihr Anführer Asilië wurde später als sagradischer Nationalheld verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kelten wurden sehr schnell assimiliert, aber auch die Sagrer nahmen nach den anfänglichen Widerständen  in den folgenden Jahrhunderten die Herrschaft und Kultur Roms an, sodass eine sagro-römische Mischkultur entstand. Mit den großen Städten [[Gerón|Geronia]], [[Noyar|Noviogarum]], [[Duerez|Colonia Duerensis]] und [[Tulis|Tulisium]] entstanden neue Zentren der römischen Kultur in Sagradien. Aus dem auf der Halbinsel gesprochenen Vulgärlatein entwickelten sich allmählich die [[Sagradische Sprache|sagradischen Dialekte]] und die gesamte [[Sagroromanisch|sagroromanische Sprachgruppe]]. Nach der diokletianischen Verwaltungsreform wurden die drei Sagradien einer eigenen [[Dioecesis Sagradiae]] eingegliedert und die [[Provincia Geroniensis]] (seit 27 v. Chr. Name der Sagradia Citerior) in die Provinzen [[Ligria]], [[Sagradia Ostiniensis]] und [[Sagradia Nogarensis]] unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der Germanen und Zerfall der römischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts drangen mit den [[Alkonen]] und [[Herkanden]] von der iberischen Halbinsel aus germanische Stämme auf das Gebiet des römischen Sagradiens vor und gründeten frühe Reiche, von denen das Alkonenreich im Süden zum ersten germanischen Staat in Sagradien wurde. Die Herkanden wurden wiederum zur Mitte des Jahrhunderts von den einfallenden [[Skanten]] nach SüdMikolinien verdrängt, zwischen 450 und 480 folgten die [[Golen]], die sich an der Nordküste des Blaumeers ansiedelten. Die fast 500-jährige unumschränkte Herrschaft Roms auf der Halbinsel endete 462, als der letzte römische Statthalter in Tulis getötet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Reich der Skanten, die den gesamten Norden Sagradiens und Mikoliniens besiedelten, zerfiel bald in kleinere Stammesgruppen. Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die germanische Herrschaft schon fast über ganz Sagradien. Die Stämme verschmolzen relativ rasch mit der romanischen Bevölkerung, wobei die Germanen nicht selten die Führungsschicht bildeten. Die lange Zeit florierenden Städte erlebten einen Niedergang und wurden zum Teil schwer verwüstet. Nachdem die arianischen Skanten bereits im im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der muslimischen Numerer in Alconía ===&lt;br /&gt;
In einem alkonischen Erbstreit zu Hilfe gerufen, fielen zur Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus im Süden Sagradiens muslimische Mauren aus Spanien ein, die in Sagradien den Namen [[Numerer]] erhielten. Diese konnten rasch das gesamte Gebiet der Alkonen erobern und besiegten 757 den letzten Alkonenkönig [[Rikkrik]] (Regrigo). Sie errichteten das zunächst vom Kalifat in Damaskus abhängige [[Emirat von Duerez]] (arabisch: Dohraz), das sein Herrschaftsgebiet im Laufe der folgenden Jahre bis kurz vor [[Tulis]] und [[Óstino]] ausbauen konnte und die verschiedenen alkonisch-romanischen Bevölkerungsgruppen aufnahm. Die muslimischen Numerer verhielten sich gegenüber der christlichen Bevölkerung weitgehend tolerant und verzichteten auf eine Zwangsislamisierung. Während der Herrschaftsjahre der arabischen Emire blühten im Süden Kultur und Handelswesen, wovon auch die christlichen Königreiche im Norden profitierten, die die Herrschaft nach kurzer Zeit der Kriege akzeptierten und rege Handelsbeziehungen mit den Numerern aufnahmen. Die Städte gewannen wieder an Bedeutung. Unter der Herrschaft der Numerer in Südsagradien wurden u.a. die Städte [[Lemez|Al Hamaz (Lemez)]] und [[Nalcaz|Ain Al Qaz (Nalcaz)]] gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roderich der Große und der Aufstieg des Skantenreiches ===&lt;br /&gt;
Im Skantenreich konnte der Adlige [[Segila]] sich um 753 als [[König der Mittelskanten]] etablieren und die dortige [[Orsoniden]]dynastie beerben. Seinem seit 761 regierenden Sohn [[Roderich der Große|Roderich dem Großen]] gelang es 763 die streitenden Großen seines Reichs unter seiner Führung gegen die arabische Bedrohung zu vereinen. 763 besiegte sein Heer bei [[Tarravillas]] die anstürmenden Numerer, was zusammen mit dem Sieg Karl Martells bei Tours und Portiers als Ende der muslimischen Expansion in Westeuropa angesehen wird. Nach der Schlacht bei Tarravillas zerfiel die Allianz jedoch wieder. Die Reichsteile Scantias, seit Jahrzehnten bereits ohne gemeinsame Herrschaft, bekundeten wieder ihre Eigenständigkeit. In mehreren Kriegszügen gelang es Rodrigo jedoch, zunächst den mächtigen [[Lojandía|lohandischen]] und dann die [[Ligre (Landschaft)|ligrischen]] und [[Westligre|westligrischen]] Provinzfürsten zu besiegen und zentralskantische, lohandische und ligrische Reichsteile wieder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Er schuf eine straffe Verwaltungsstruktur und führte Scantia dadurch zu einer kulturellen und politischen Blüte. In Kriegen gegen [[Golen]], [[Bretonen]] und [[Herkanden]] sowie gegen die zurückweichenden [[Numerer]] eroberte er neue Gebiete für das Skantenreich. Bei seinem Tod 797 erstreckte sich das Reich Roderichs auf beiden Seiten des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meers]] von [[Albero]] bis in die [[Bretagne]] und von [[Perin]] bis an die sagradische und mikolinische Nordküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krise des Skantenreichs und Gründung des Königreichs Sarmay ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Roderichs des Großen zerfiel dessen Reich wieder unter den Söhnen Roderichs. Der [[Vertrag von Disiés]] bewirkte 799 die Teilung Scantias. Der älteste Sohn [[Barungar]] erhielt den Westen des Reichs mit dem gesamten Norden Mikoliniens, Teilen [[Litien]]s und Gebieten nördlich und sülich des [[Ligre]], sein jüngerer Bruder [[Albreth der Kluge]] den Osten mit [[Lojandía]], der [[Mesa]] und den [[Amoria|amorischen]] Grenzgebieten, jedoch konnte er das umstrittene [[Mittelskanten|Zentralscantia]] zwischen Ligre und [[Konsetten]] weitgehend unter seine Herrschaft bringen. Der jüngste Sohn [[Ferrigo]] erhob 808 ebenfalls Anspruch auf die Königswürde, was zum Bruderkrieg führte. Im [[Vertrag von Torell]] 812 einigte man sich auf eine Dreiteilung aufkosten Albreths, der die südlichen Teile seines Gebiets an Ferrigo abgeben musste. Die Thronstreitigkeiten im Skantenreich schufen an der numerisch-skantischen Grenze zu einem Machtvakuum, in das der Provinzfürst [[Dián von Sarmay]] stieß, der im Kampf gegen die Numerer mehrere angrenzende Gebiete erobern und sich vom Skantenreich weitgehend unabhängig machen konnte. Nach dem Tod Ferrigos nahm Dián von Sarmay 818 den Königstitel an und übernahm die Kontrolle über die südlichen Reichsgebiete, namentlich [[Sagonte]], Teile [[Sesín]]s, [[Croer]] und [[Óstino]]. Auch die als Markgrafschaften eingerichteten [[Asumarische Grafschaften|Gebiete am Blaumeer]] konnten bald eine erhebliche Eigenständigkeit vom Skantenreich erhalten. Die sich seit dem späten 8. Jahrhundert ständig wiederholenden Angriffe norwegischer Wikinger auf das sagradische und nordmikolinische Festland schwächte die Skanten zunehmend. Mit der Gründung eines eigenen nordischen Reichs an der Nordküste Mikoliniens, dem sogenannten [[Perutinger]]reich, wurden die Skanten weitgehend aus NordMikolinien verdrängt. Nach dem Tod König Barungars 825 trat Albreth der Kluge die Alleinherrschaft im Rest des Skantenreichs an und beendete vorerst die Zeit der inneren Schwäche, jedoch konnte er [[Königreich Sarmay|Sarmay]] und [[Königreich Perucía|Perucía]] nicht zurückerobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aerich der Große und der Beginn der ''sagradischen Reconquista'' ===&lt;br /&gt;
Bereits seit Beginn des 9. Jahrhunderts machten sich im westlichen Teil des Numererreichs Auflösungserscheinungen breit. Die alkonischen Eliten beugten sich nur ungern unter die arabische Herrschaft und bereiteten der Zentralmacht Duerez' mit mehreren Rebellionen große Schwierigkeiten. 852 machte sich der westalkonische Fürst [[Berrigo von Liez und Corar|Berrigo]] zum [[Königreich Liez-Corar|Dux Alconum]] und sagte sich von der muslimischen Oberhoheit des Emirats von Duerez los. In mehreren Kriegen konnte er seine Herrschaft konsolidieren, doch zerfiel sie wieder unter seinen streitenden Söhnen [[Aerich der Große|Arrigo]] und [[Regrigo von Liez und Corar|Regrigo]]. Nachdem sich Arrigo 859 durchgesetzt hatte, nahm er die Kriege seines Vaters wieder auf und eroberte [[Oller]] und [[Sur Pinia|Südpin]]. Danach wandte er sich gegen Sarmay und eroberte Teile Sesíns. 877 erreichte er die Auslieferung der Alkonenkrone durch die Numerer, 878 wurde sein Reich endgültig auch von Sarmay anerkannt. Jedoch zerfiel es nach seinem Tod 882 wieder unter seinen Söhnen [[Arrigo II. von Liez und Corar|Arrigo II.]] und [[Fildrigo von Liez und Corar|Fildrigo]], Südsesín musste wieder an Sarmay abgegeben werden. Erst [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigo III.]] (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. Er konnte von den zahlreichen Teilungen und Thronstreitigkeiten in Sarmay profitieren, indem er Einfluss auf die mächtigen Provinzfürsten im Sarmayenreich ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Martin der Eroberer und die Gründung des Reiches ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod [[Dián III. von Sarmay|Dians III. von Sarmay]] im Jahr 878 kam es zu Thronstreitigkeiten im Königreich Sarmay zwischen dessen Söhnen [[Docién von Sarmay|Docién]] und [[Armondo I. von Sarmay|Armondo]], die 882 zugunsten einer Reichsteilung entschieden wurden. Die permanente Schwäche Sarmays suchten sowohl Skanten als auch Alkonen in der Folgezeit für sich auszunutzen. Mit der Übernahme der skantischen Alleinherrschaft 897 begann [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Scantia]] (König seit 892) eine aggressive Machtpolitik. Er verheiratete seinen Sohn [[Philipp der Große|Philipp]] mit seiner Nichte, Prinzessin [[Lara von Liez]], der Tochter König [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigos III.]] Nachdem dieser 912 gestorben war, ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, erhob Martin I. als Schwiegervater der ältesten Tochter Arrigos Anspruch auf den alkonischen Thron. Gleichzeitig übernahm ein Neffe Arrigos III. als [[Arrigo IV. von Liez und Corar|Arrigo IV.]] die Herrschaft im christlichen Süden. Martin entschloss sich daraufhin zu einem Feldzug nach Süden. Das 907 unter [[Armondo II. von Sarmay|Armondo II.]] wiedervereinigte Sarmaienreich, wurde 915 geschlagen und musste die Oberherrschaft Martins anerkennen ([[Vertrag von Tantallas]]). Mit sarmayischen Truppen führte dieser seine Eroberungskriege seit 916 gegen den alconischen König Arrigo IV. fort. Martin nannte sich nun „Rex Sagradiae“ und besiegte 922 in der [[Schlacht von Pergía]] auch endgültig Arrigo IV. Im [[Vertrag von Vesaey]] 923 mussten Sarmay und Arrigo IV. offiziell die Herrschaft Martins des Eroberers über den gesamten christlich beherrschten Teil der sagradischen Halbinsel anerkennen. Damit gilt er als erster [[Königreich Sagradien|König des gesamten christlichen Sagradiens]], auch wenn der Südosten noch immer in arabischer Hand blieb. Martin ernannte 930 seinen Sohn Philipp zum Mitherrscher, um seine Dynastie zu konsolidieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Hochmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philipp der Große und die Zeit der Konsolidierung ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Martins I. kam es zu neuen Kriegen in Sagradien. Martins Sohn und Nachfolger [[Philipp I. der Große]] (933-969) konnte sich erst nach mehreren Kriegen wieder die Macht über ganz Sagradien sichern. Nach der [[Schlacht von Tantallas]] 938 war Philipp wieder allgemein anerkannt. 939 wurde Philipp im [[Noyarenser Dom]] zum König von Sagradien gesalbt. 942 erließ Philipp mit dem [[Codex Magnus]] ein einheitliches Recht für seinen gesamten Herrschaftsbereich. Im Innern baute Filipe die Infrastruktur aus, setzte die Erbmonarchie in der männlichen Linie durch, um zukünftige Erbteilungen zu verhindern, förderte Kunst, Wissenschaft und Literatur sowie den Bau von Königspfalzen, Klöstern und Kirchen und stärkte die Macht des Königs im Laufe seiner Regierungszeit noch mehr. Nach Außen setzte er die Eroberungskriege seines Vaters fort und zerschlug das Emirat von Duerez, übrig blieb nur das kleine numerische [[Königreich Malesc]]. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 969 überließ er seinem Sohn und Nachfolger [[Albreth IV.]] dem Barmherzigen (969-980) eine gesicherte Königsherrschaft. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich auch die Region zwischen [[Pin]] und [[Lieno]] zum Zentrum des Reiches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbau der Zentralmacht und Kämpfe um die Krone ===&lt;br /&gt;
Albreth IV., der sich besonders als Städtegründer (u.a. von [[Semess]]) hervortat, nahm die Grenzkriege seines Vorgängers gegen [[Perutinger]] und [[Golen]] wieder auf und konnte die Bretonen 971 endgültig befrieden. Im Innern aber zeigte er sich nicht in der Lage, die aufstrebende Macht der Herzöge einzudämmern, die nach Albreths Tod auch die Erbthronfolge anfochten. [[Martin II.]] der Gute (980-994), Bruder Albreths, musste nach Kämpfen gegen [[Arrigo von Bordez]] 984 den Reichsherzögen erweiterte Rechte zugestehen, band diese jedoch durch geschickte Heiratspolitik ans Reich. In der [[Bulle von Malesc]] setzte er 992 eine lehensrechtliche Bindung der Untervasallen an den König durch und verminderte dadurch die Chance der Herzöge zu bewaffneten Aufständen gegen die Zentralgewalt. [[Philipp II. der Katholische]] (996-1019) erreichte 999 mit der Eroberung von Malesc den Abschluss der [[Numererkriege]], die später auch als ''sagradische Reconquista'' bezeichnet wurden. Unter seinen Nachfolgern [[Philipp III.]] (1019-1042) und [[Roderich III.]] dem Kurzen (1042-1069) begann der rasche Machtverfall der skantischen Könige im sagradischen Regnum und der Adel wurde zunehmend stärker. Während sich Filipe III. und Rodrigo III. immer wieder mit den Machtansprüchen [[Don Joán]]s, des Bruders Filipes III., (1026-1029 Gegenkönig Filipes, 1042-1048 Regentschaft für Rodrigo, Ermordung Rodrigos 1069, 1069-1071 Kanzler [[Martin III.|Martins III.]]) auseinandersetzen mussten, wurde dieser 1072 von seinem Neffen, König [[Martin III.]] dem Frommen (1069-1078), hingerichtet. Martin tat sich besonders als Förderer des Klostertums hervor und verbrachte große Zeit in den Klöstern [[Martinez]], [[Meném]] und [[Casterley]] (daher auch der Spitzname „Mönch mit Krone“). Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend den Erzbischöfen [[António de Martinez]] und [[Carles von Noyar]]. Im [[Edikt von Meném]] von 1075 wurden die letzten Moslems christianisiert oder gewaltsam aus dem Land vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien unter den ersten Diannidenkönigen ===&lt;br /&gt;
Im Kampf um die Nachfolge Martins III. kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, in denen sich [[Johann I. von Cliêce]] (1078-1094), [[Herzog von Alconía]] und Schwager Martins III., mithilfe der Kirche gegen [[Rodrigo I. Herzog von Scantia|Rodrigo I. dem Langen von Scantia]], den mächtigsten der Vasallen, durchsetzen konnte. Der Dualismus zwischen dem neuen Königshaus der [[Dianniden]] und den skantischen Herzögen aus dem Geschlecht der [[Lusoniden]] sollte sich aber noch lange hinziehen. Johann unterstützte zunächst im Investiturstreit Papst Gregor gegen den deutschen Kaiser Heinrich IV. und erneuerte die Schutzverträge mit dem Kirchenstaat, fiel später jedoch selbst in Streit mit dem Reformpapsttum und stand seit 1091 unter Kirchenbann. Herzog [[Martin der Kühne von Scantia]] nutzte dies, um wiederum einen Krieg gegen Johann zu beginnen, in dem Johann 1094 ermordet wurde. Sein Sohn und legitimer Nachfolger [[Johann II.]] der Löwe (1094-1121) musste den Krieg gegen Martin den Kühnen von Scantia fortführen. Nach Johanns Sieg 1095 wurde Martin festgenommen. Johann II. nahm 1096-1099 auf dem Ersten Kreuzzug teil und versöhnte sich dadurch wieder mit Rom. Martin von Scantia aber nutzte die Gelegenheit, um sich zu befreien und die Herrschaft an sich zu reißen. Als Johann 1100 zurückkehrte, kam es zur zwischenzeitlichen Versöhnung zwischen Martin dem Kühnen und König Johann II. Martin kehrte nach Scantia zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des letzten peruzinischen Königs [[Jouan I. von Perucía|Jouan dem Kurzen]], der nur eine Tochter zurückließ, erhob Martin der Kühne für seine dritte Frau [[Berta von Perucía]] Anspruch auf die Krone des nordmikolinischen Reiches. Dafür startete er eigenmächtig einen Feldzug nach Perucía und ließ sich 1101 in [[Alessa]] zum König ausrufen. Mit dem [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Ersten peruzinischen Erbfolgekrieg]] 1101-1112 begründete Martin der Kühne das mächtige [[Lusonidenreich|lusonidische Reich]] um die Krone Perucías und die Ländereien der skantischen Herzöge in Sagradien. Dennoch half Johanns große Reichsreform von 1102, die Macht der Herzöge einzudämmen. Sein Sohn [[Antonio I.]] der Starke (1121-1132) musste seine Herrschaft gegen keine Gegenkönige mehr sichern und konnte das Diannidenkönigtum behaupten und sichern, führte allerdings mehrere erfolglose Kriege mit Frankreich um die Erweiterung der sagradischen Besitzungen in der Bretagne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lusonidenkriege und Eroberung Golens und Perucías  ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Antonios I., der ohne männlichen Erben blieb, wurde sein Schwiegersohn [[Jakob I.|Jakob von Sacâu]] (Jakob I. der Kühne, 1132-1165) König, der die Kriege gegen die Lusoniden wieder aufnehmen musste. Es gelang ihm aber nicht, die Macht der Skanten zu brechen. Nach dem Tod [[Armont III. von Golen|Armonts III. von Golen]] erhob Jakob als Schwiegervater einer Tochter Armonts Anspruch auf die Krone, ebenso wie der mikolinische König, was zum Krieg beider Mächte um Golen führte, in dem Jakob 1165 fiel, den sein Sohn [[Gabriel I. Juvans]] (1165-1198) aber erfolgreich zuende führen konnte und daraufhin als erster König Golen mit Sagradien vereinigte. Gabriel Juvans gelang danach ein Durchbruch im Machtkampf mit den Lusonidenherrschern, die Gabriels Oberherrschaft in Sagradien anerkennen und den Großteil ihrer Besitzungen in Sagradien inklusive des Herzogtums Scantia abtreten mussten. Gabriel, seineszeichens ein großer Förderer von Kunst und Kultur, baute zudem das Kirchensystem aus, stärkte die Königsgewalt und nahm am Dritten Kreuzzug teil. Er gilt als bedeutendster sagradischer König des Hochmittelalters und wurde 1537 heilig gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gabriel II.]] (1201-1220) führte Krieg gegen den abtrünnigen [[Südbund]] (Liez, Corar, Sur Pinia) und zwang ihn unter die Krone. Unter [[Philipp IV. Hermes]] (1233-1261) endete nach dem Tod [[Martin Posthumus]]’ 1249 die Herrschaft der Lusoniden in Perucía und [[Philipp der Schweigsame]] von Redanior setzte sich mithilfe des sagradischen Königs gegen den unehelichen Sohn Martins, [[Renart von Soria]] durch, der in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 vernichtend geschlagen wurde. Philipp von Redanior wurde König von Perucía und erkannte die Oberherrschaft Sagradiens über sein Territorium an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Spätmittelalter ==&lt;br /&gt;
=== Redanior-Königtum und Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod König [[Philipp V.|Philipps V. des Klugen]] (1261-1264), der 1263 erstmals die Stände einberief, um seine Nachfolge zu regeln, gelangte mit seinem zwölfjährigen Neffen König [[Martin IV. Felix]] (1264-1289) das [[Haus Redanior]] auf den sagradischen Thron, der 1275 die Herrschaft über Perucía mit der sagradischen Krone vereinte. Seine Nachfolger [[Robert I.]] (1289-1292) und [[Philipp VI.]] der Gerechte (1292-1301) mussten 1290-1313 [[Peruzinische Aufstände|Aufstände der Peruzinischen Stände]] niederschlagen, die sich im [[Bund von Alessa]] gegen die sagradische Herrschaft vereint hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Sergius I.|Serge I.]] von Gerón bestieg das Haus Redanior 1315 in einer jüngeren Linie den mikolinischen Thron, während in Sagradien seit 1301 Serges Onkel [[Jakob II.]] (1301-1320) herrschte, der 1301 seinen Neffen [[Martin V.]] den Wahnsinnigen (1301) entmachtet hatte. Als dieser 1320 jedoch starb, wurde Serge I. von Mikolinien nächster Anwärter auf den Thron. Gegen den in Mikolinien weilenden Monarchen usurpierte in Sagradien jedoch [[Danadier I.]] (1320-1321) von Scola den Thron und ließ sich von den Ständen anerkennen, die eine Union mit Mikolinien fürchteten. Als Serge im Jahr 1321 in Sagradien einfiel, um seinen legitimen Thronanspruch durchzusetzen, besiegte und tötete er jedoch Danadier in der [[Schlacht bei Alágua]] und bestieg als Sergius I. (1321-1354, der Große) selbst den Thron. Er vereinte damit als erster König die mikolinische und die sagradische Krone unter seiner Herrschaft und beendete die seit Jahrhunderten herrschenden Kriege ([[Pax Sergiana]]). Innenpolitisch gelang es ihm die Macht des Herrschers in beiden Reichsteilen zu stärken und die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen und politischen Hochblüte zu bringen. Er führte in beiden Teilreichen zentrale Rechnungshöfe ein, erhöhte die Steuern und zog das Vermögen des mächtigen, 1345 verbotenen [[Fallenserordens]] in SüdMikolinien ein. Ihm folgten [[Sergius II.]] (1354-1378) und [[Gabriel IV.]] (1378-1395) nach, welcher 1386/1387 in einem [[Mikolinische Revolution|Aufstand]] gegen seine sagrophile Herrschaft die mikolinische Krone an [[Charl de Interea]] verlor und ohne Erben blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Gabriels kam es zwischen den potenziellen Thronfolgern [[Michael I.|Miquel de Vesaey]] und [[Joseph I.|José de Óstino]] zum „[[Krieg der Herzöge]]“, aus dem mit mikolinischer Unterstützung ([[Vertrag von Nantés]]) José de Óstino als Sieger hervorging, der nach Gabriels Tod 1395 als Joseph III. (1395-1396) den Thron bestieg. Er wurde allerdings bereits 1396 von seinem Gegenkönig Michael I. de Vesaey (1396-1421) bei [[Xenópolis]] besiegt und ins [[Kloster Martiniac]] verbannt, während [[Charl VI. von Mikolinien]] in Perucía einfiel und den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] zwischen Sagradien und Mikolinien auslöste. Von der [[Alberenser Union]] als König von Perucía anerkannt, hielt er als Schwager Johanns von Ostino an dessen Königtum fest und bestritt die Legitimität Miquel de Vesaeys. Zwischenzeitig erhob Karl sogar als Schwager des 1398 verstorbenen José selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und berief sich auf die Bulle von Servette und die darin festgelegte Unteilbarkeit des Reiches. In dem ein halbes Jahrhundert andauernden Krieg kämpften seit 1398 die unabhängige [[Tulinesische Republik]] sowie zeitweise auch [[Servettinische Lande|Servette]] auf sagradischer Seite, während sich Mikolinien mit den Häusern [[Haus Óstino|Ostino]] und [[Haus Esqués|Esqués]] verbündete. In Perucía wurde der Kampf der mikolinisch-freundlichen Union mit den Anti-Karlisten in Form eines blutigen Bürgerkriegs ausgefochten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach anfänglichen schweren Niederlagen Sagradiens (Abfall [[Álbero]]s und [[Montana]]s 1409, offener Aufstand in [[Westligre]] 1417, Belagerung [[Gerón]]s 1420) übernahm 1420 der königliche Prinz [[Don António]], zweiter Sohn Miquels I., den Oberbefehl über die sagradischen Heere. Nach dem Tod Miquels I. in der [[Schlacht von Valés]] konnte Don António Siege bei Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] feiern und dadurch einen mikolinischen Sieg vereiteln. Er starb 1424 an einer Lungenentzündung. König [[Michael II.]] (1421-1457) gelang es mit der Unterstützung tulinesischer Truppen unter [[Luis Filipe von Santori]] und besonders mithilfe der tulinesischen Flotte unter Conte [[David von Santori]], Mikolinien empfindliche Niederlagen zuzusetzen. So schlug er in einer sagradischen Offensive seit 1427 das mikolinische Heer bei [[Cania]] und konnte 1431 die Stadt [[Bosa]] erfolgreich verteidigen. Nach dem endgültigen Abfall [[Conte]]s im Jahr 1432 konnten beide Seiten keine entscheidenden Siege mehr verbuchen, sodass die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Großmacht Sagradien unter den Santori ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zur Großmacht ===&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss zwischen [[Mikolinien]] und [[Sagradien]] im [[Friede von Tesqué|Frieden von Tesqué 1443]], in welchem die endgültige Trennung beider Kronen vorgeschrieben und die Grenzen vereinbart wurden, die in groben Zügen bis heute gültig sind (so genannte ‚[[Medéolinie]]’), hinterließ [[Michael II.]] eine gefestigte Krone, wobei sich der Verlust des ständigen Unruheherds [[Perucía]] an Mikolinien langfristig zugunsten der königlichen Macht auswirkte. Mit dem Tod Miquels II. 1457 starb das [[Haus Vesaey]] aus und die Königskrone fiel an das tulinesische Regentenhaus [[Santori]]. Für den bei Amtsantritt erst acht-jährigen Thronfolger [[Jakob III.]] (1457-1491), Enkel von Miquel I., herrschte bis 1468 sein Vater [[Conte von Tulis|Conte]] [[David de Santori]], Herzog von Golen. Dieser baute die Hausmacht der Santori aus und verknüpfte die Stärke Sagradiens eng mit der der Santori und dem [[Comitat Tulis]]. Sein Sohn Jakob eroberte 1475 das abtrünnige Tulis und verleibte die Comitat-Republik endgültig dem Königreich ein. In drei [[Servettinische Kriege|Kriegen gegen Mikolinien]] (1477-1479, 1492-1497, 1505/06), konnte sich Sagradien das [[Servettinische Lande|Servettinische Erbe]] in Südmikolinien sichern und etablierte so seine Herrschaft im Süden und Osten der mikolinischen Halbinsel. Außerdem wurde das seit 1494 mikolinisch besetzte [[Golen]] bis 1499 zurückerobert und als sagradisches Kronland verteidigt. Diese Entwicklung des Machtgewinns nahm unter König [[Jakob IV.]] (1491-1502) ihren weiteren Lauf. Thronfolgeauseinandersetzungen innerhalb des Hauses Santori, die 1502 zwischen [[Peter I.]] (1502-1509) und seiner Nichte [[Catarina de Sántori]] zur gewaltsamen Eskalation führten ([[Lilienkriege]]), wurden 1509 mit dem Regierungsantritt [[David I.|Davids I.]] (1509-1543) beigelegt, der zum politisch wichtigsten Monarchen Sagradiens im 16. Jahrhundert wurde und das so genannte &amp;quot;[[Gran'Etá|Große Zeitalter]]&amp;quot; in der sagradischen Geschichte einleutete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissancekönigtum und Weltmachtpolitik ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Sagradien zur europäischen Großmacht aufgestiegen und das Königshaus Santori verfügte als Resultat geschickter Heiratspolitik über Herrschaftsgebiete in Mikolinien, den Niederlanden und in Norditalien. Die Besitzungen in Flandern musste David I. 1519-1524 gegen die Habsburger verteidigen, ebenso wie das portugiesische Erbe, das ihm nach dem Tod Manuels I. 1521 durch die Ehe mit dessen Tochter [[Luisa von Portugal]] zufiel ([[Sagradisch-Portugiesische Union]]). Nach dem Sieg über die Habsburger vereinte David als erster und einziger Monarch die Kronen Sagradiens und Portugals und herrschte über ein Weltreich mit hegemonialem Anspruch in Europa. Zu den portugiesischen Kolonialbesitzungen kamen neue unter sagradischer Flagge eroberte Gebiete in Übersee, vor allem in Afrika und Amerika, die den Entdeckungen der Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]], [[Carles Diaz]] und [[Joán Caballes]] (eigentlich Giovanni Caballi) zu verdanken waren und die teilweise auf dem von tulinesischen Seefahrern bereits im 15. Jahrhundert gegründete Handelsnetz mit Afrika aufbauten. Während in Afrika und Asien vor allem Handelsstützpunkte gegründet wurden, errichtete Sagradien in Nord- und Südamerika als Flächenkolonien die Vizekönigreiche [[Nova Sagradia]] und [[Guiana]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben förderte David Kunst, Kultur, Handel und Wissenschaft. Nachdem bereits Jakob III. italienische Künstler und Gelehrte an seinen Hof geholt hatte, darunter die Humanisten [[Ercule Schiatti]], [[Geert van Stael]] und [[Franziskus Aurelianus]], wurde der Königshof in [[Tulis]] unter David I. zum Hauptknotenpunkt der westeuropäischen Renaissancekultur. Er setzte sich mit der [[Reformatio Davidi]] für eine Reform der katholischen Kirche ein, begründete die von Rom weitgehend unabhängige [[Sagrikanismus|&amp;quot;sagrikanische&amp;quot; Nationalkirche]] und betätigte sich als Kunstmäzen. Das Zeitalter Davids I. markiert daher zugleich die größte politische Blüte der sagradischen Geschichte als auch den Beginn des so genannten „[[Gran'Etá|Großen Zeitalters]]“ (&amp;quot;la Gran'Etá&amp;quot;) der sagradischen Geschichte, das bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts andauern sollte und wegweisende Werke der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur hervorbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monarchen des Goldenen Jahrhunderts: Von Johanna I. bis Gabriel V. ===&lt;br /&gt;
Der Tod Davids I. 1543 führte zur Teilung des Weltreichs zwischen Davids Tochter [[Johanna I.]] (1543-1575) und Davids Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann dem Frommen]]. Johanna und ihr Ehemann [[Michael III.]] (1543-1552) erhielten das [[Königreich Sagradien]] samt Überseebesitz, das [[Comitat Tulis]] und die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]], Johann erbte Portugal und das zugehörige Kolonialreich der iberischen Seefahrernation. Die Santori teilten sich damit wieder in zwei Familienzweige. Unter Johanna I. wurde das mittelsagradische [[Semess]] zur dauerhaften Königsresidenz und zur Hauptstadt des Landes ausgebaut. Der 1552 in Tulis ausgebrochene [[Josephitenaufstand]] gegen die Union mit Sagradien wurde 1556 endgültig niedergeschlagen. Das Aussterben der portugiesischen Linie des Hauses im Jahr 1578 führte 1580 schließlich zum [[Portugiesischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg um Portugal]], in dem die Santori das Land an die spanischen Habsburger verloren. Dennoch konnte Sagradien seine Hegemonie über die Konsettenhalbinsel aufrechterhalten. Das Kolonialreich in Übersee wurde überdies weiter ausgebaut und erreichte im frühen 17. Jahrhundert eine Blütephase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation führte erst in ihrer calvinistischen Form und auch nur in Teilen Sagradiens, vornehmlich im Nordosten zu Resonanz und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Reihe von religiösen Konflikten, die eng mit politischen Auseinandersetzungen und Machtfragen verbunden waren. Nachdem Königin Johanna und - unter dem Einfluss seiner protestantisch erzogenen Frau [[Luise von Bourbon]] - ihr Sohn und Nachfolger [[Philipp VII. Jakob]] (1575-1591) eine auf religiöse Toleranz zielende Politik betrieben und damit starke Konflikte mit der ultrakatholischen Partei provoziert hatten, setzte der seit den 1580er Jahren amtierende leitende Minister [[Joán María de Belavís]] die Gegenreformation in Sagradien zu einem Erfolg. König [[Gabriel V.]] (1591-1640), der einen prächtigen Hof hielt und als großer Förderer der Künste galt, setzte nach dem Tode Belavis’ 1602 dessen Zentralisierungs- und Machtpolitik im Inneren fort und restaurierte zudem durch geschickte Haushalts- und Wirtschaftspolitik (Ansätze eines merkantilistischen Wirtschaftssystems) die durch königliche Repräsentation und militärischen Auseinandersetzungen angeschlagenen Staatsfinanzen. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] 1620-1624 gegen den Nachbarn [[Mikolinien]] erreichte Sagradien noch einmal eine Bestätigung seiner Besitztümer auf der mikolinischen Halbinsel. Gabriels Tod im Jahr 1640 wird allgemein als Schlusspunkt der politischen Blütephase Sagradiens und als Auftakt zu einem lang anhaltenden Niedergang angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Großmacht ===&lt;br /&gt;
Die elfjährige Regierungszeit [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]] (1640-1651) war von Hofintrigen und Fremdeinflüssen geprägt (u.a. durch seine Tante [[Maria Charlotte von Sagradien]], die Regentin Mikoliniens, später von verschiedenen Mätressen wie [[Antonia de Casterley]] oder [[Francisca de Simonis]]) und gilt als Wendepunkt in der sagradischen Geschichte. Sagradiens unglückliche Intervention im Dreißigjährigen Krieg und der für das Königreich enttäuschende Westfälische Frieden von 1648, markieren den relativen Abstieg und den Anfang vom Ende der sagradischen Großmachtstellung in Europa. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten wechselnde außenpolitische Erfolge und Misserfolge. Zwar konnte der Besitz Golens im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg]] von 1657-1669 gegen Mikolinien gesichert werden, die Unterstützung Ludwigs XIV. bei dessen Krieg gegen Holland und der zeitgleich geführte [[Spanisch-Sagradischer Seekrieg|Spanisch-Sagradische Seekrieg]] führten zu einer Schwächung Sagradiens und zu einem Verlust mehrerer Kolonien in Übersee. Auch die Beteiligung am Pfälzischen Erbfolgekrieg, in dem Sagradien nun gegen Ludwig XIV. kämpfte, brachte nicht die erwünschten Erfolge, welche die Großmachtstellung Sagradiens wiederhergestellt hätten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch vermochte es [[Gabriel VII.]] (1654-1698) jedoch mit Hilfe seines Ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] die Macht des Königs zu konsolidieren und punktuell zu stärken, auch wenn er den Einfluss der Stände nicht gänzlich zurückdrängen konnte. Obgleich die Macht der sagradischen Krone im Innern unter Gabriel VII. nochmals einen Höhepunkt erlebte, legte v.a. die ausschweifende Repräsentationspolitik und die kostspielige Hofhaltung des Königs im neu erbauten Schloss Bernabêu, die nach dem Ableben jenes besonnenen Staatsmannes und Kardinals keinerlei Eindämmung mehr fand, die Grundsteine für den Staatsbankrott und die sich daraus ergebende Krise des frühen 18. Jahrhunderts. Auch barg das gesteigerte Machstreben der Santori-Valier-Dynastie des späten 17. Jahrhunderts den Grundstein für die harten Auseinandersetzungen mit den Ständen um die Rolle von Krone, Adel und Ständen im sagradischen Gemeinwesen, die unter seinen Nachfolgern zum Krieg führen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 18. Jahrhundert: Bürgerkrieg und Ständemacht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstände und Bürgerkrieg ===&lt;br /&gt;
Trotz des offensichtlichen Geldmangels und der zerrütteten Haushaltslage verstärkte der absolutistisch gesinnte König [[Danadier II.]] (1698-1721), spöttisch der ‚Schattenkönig’ genannt in Anlehnung an sein großes Vorbild Ludwig XIV. von Frankreich, die höfische Repräsentation noch mehr und provozierte die Gegnerschaft sowohl des aus zahlreichen Machtpositionen gedrängten Adels als auch des Volkes. Er versuchte, die aufkeimende Opposition im Hochadel durch eine autokratische Führung zu unterdrücken. Seit 1701 unterstützte der König zudem gegen den Willen der Stände Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg und belastete dadurch die Finanzen noch mehr. Die finanziellen und sozialen Missstände führten seit 1708 zu einer ernsten politischen Krise und zu zwei größeren Aufständen ([[Aufstand von 1708|1708]] und [[Aufstand von 1711|1711]]), die blutig niedergeschlagen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung der [[Generalstände|Ständeversammlung]], die dem König weitere Kriegskredite verweigert hatte, sowie die für Sagradien problematischen Friedensschlüsse von Cresq 1712 und von Utrecht 1713, in denen die Santori-Monarchie [[Feiroa]] und einige Festungen in [[Lukien]] an Mikolinien und die Hafenstadt [[La Cripón]] sowie die Insel [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, führten schließlich 1713 zum Ausbruch des [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegs]] (Sagradischer Koalitionskrieg), in dem eine ständische Adelskoalition ([[Coalicionarioes]]) unter Führung der Herzöge von [[Sesín]] und [[Alconía]] gegen die königlichen Truppen und die kronloyalen Adelshäuser ([[Reales]]) kämpfte. Die Gefangennahme Danadiers II. 1718 und der Übergang zu einer gemeinsamen Regierung aus Ständen und König unter dem Regime der [[Codices Magna Libertatum]] führten nur zu einem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen, diese wurden vielmehr 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen fortgeführt. Außerdem suchte Mikolinien im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-20|Krieg von 1718-20]] Südkont, Westligrien und Lukien einzunehmen. Der [[Friede von Guillard]] 1720 beendete schließlich die Kampfhandlungen und bedeutete den Verlust großer Teile Südkonts an Mikolinien, während der Großteil Lukiens jedoch gehalten werden konnte. Die soziale Notlage und die ständigen Unruhen führten zu einer hohen Verunsicherung der Bevölkerung sowie zu einer Radikalisierung der Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interregnum und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Infolge royalistischer Aufstände und Umsturzversuche floh König Danadier II. im Februar 1721, übergab seine Thronrechte an seinen Bruder [[Philipp Karl von Viça]] und wurde schließlich durch die Generalstände im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] für abgesetzt erklärt. Die folgende absolute Ständeherrschaft wirkte als Katalysator der Parteikämpfe und der Unzufriedenheit in den niederen Schichten. Die [[Sturm auf den Plazarenya|Erstürmung des Plazarenya-Palasts]] am 23. Mai 1721 gab schließlich das Signal für den radikalen [[Maiaufstand 1721]], in dessen Folge der niederadlige [[Simón Bernord]] die [[Erste Sagradische Republik]] ausrief und an der Spitze eines regierenden [[Rat der Sieben|Rates der Sieben]] die Macht in der Haupstadt sowie im Umland von Semess übernahm. Im Juni 1721 kam es einigen Großstädten zur Gründung von radikalen bürgerlichen Tochterräten, im Juli folgte der Ausbruch eines großen [[Bauernaufstand 1721|Bauernaufstandes]], der den ganzen Süden des Landes in Anarchie versetzte. Erst im Herbst 1721 konnte ein gemeinsames Heer aus Royalisten und ständischen Koalitionstruppen die Hauptstadt einnehmen und die Herrschaft Bernords beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erneut zusammengetretenen Generalstände beriefen mit dem [[Generalrat (1722)|Generalrat]] ein vorläufiges Regierungskomitee. Der Rat stellte neue verfassungsähnliche Gesetze auf, die das Land wieder dezentralisieren und den Einfluss der Cortes vermehren sollten. Im Herbst 1722 stellte Peters jüngerer Bruder [[Philipp Karl von Viça]], der sich selbst als legitimen König sah, in Frankreich ein Heer zusammen, fiel in der [[Bretagne]] ein und konnte bis nach [[Lojandía]] vordringen. Die Cortes machten sich indes daran, einen neuen König zu erwählen. Es kam zu hitzigen Diskussionen um Erbansprüche und Legitimität. Schließlich fanden Anhänger eines starken Parlaments und einer Wahlmonarchie und Legitimisten einen Kompromiss. Danadiers Bruder Filipe Carles wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und der Übergang der Herrschaftsrechte an die Töchter Danadiers II. festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. ===&lt;br /&gt;
In der Folge wurde [[Maria I. Luise|María Luísa de Sántori]] als Maria I. (1723-1735) zur Königin erhoben. Nach ihrer Hochzeit mit Prinz [[Johann III. Franz]] [[Fürst von Cuentez|von Cuentez]] (1723-1749), aus einer Seitenlinie der Sántori, bestieg das Paar 1723 gemeinsam den Thron, musste aber seine Treue auf die [[Codices Magna]] schwören, die zum neuen Grundgesetz der Monarchie werden sollten. Damit hatte Sagradien nach zweijährigem Interregnum wieder ein Monarchenpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Johann Franz und Maria regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie, wobei im Laufe der Regentschaft die Macht des Königs gegenüber der der Stände wieder zunehmend ausgebaut werden konnte. Außenpolitisch lehnten sich Johann und Maria enger an England an. Unter ihrer Regentschaft blühten v.a. die Kultur und Philosophie der Aufklärung, die von Frankreich und England nach Sagradien gebracht worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Marias I. 1735 regierte Johann III. unter Zustimmung der Stände alleine weiter. Der [[Akt von Vierna]] erklärte schließlich die Herrscherwürden des Königreichs Sagradien und des Fürstentums Cuentez für unteilbar. Nach dem Eintritt Sagradiens in den Österreichischen Erbfolgekrieg kam es zum offenen Krieg mit Frankreich, das sich auf Kosten Sagradiens Gebietsgewinne erhofft. Diese Hoffnungen blieben freilich unerfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradischer Erbfolgekrieg und Beginn der Vienne-Dynastie in Sagradien ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Johanns III. 1749 wurde sein minderjähriger Sohn [[David II.]] (1749-1754) König, starb aber bereits mit neun Jahren. Mit dem Aussterben der Sántori in der männlichen Linie, geriet das Land in eine ernste Nachfolgekrise. Die Regierung seiner Schwester [[Maria II. Franziska]] (1754-1757) und ihres Mannes [[Anton II.|António Ramón de Piacón]] führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] (1756-1760) gegen den Kandidaten Frankreichs [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], der schließlich seit 1757 als [[Gabriel VIII.]] (1757-1792) regierte und die Dynastie der [[Haus Vienne|Vienne-Könige]] begründete. Mit dem [[Friede von Alagua]] 1760 endete die Großmachtstellung Sagradiens endgültig und Sagradien verlor nicht nur die Servettinischen Lande, sondern auch die Grafschaft Plato mit ganz Lukien an Mikolinien.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Von seinem leitenden Minister, Graf [[Armand de Calogny]] (1759-1765), unterstützt, machte sich Gabriel zum Ziel, die Herrschaft der Krone wieder zu stärken und die Macht der Stände in ihre vorrepublikanischen Schranken zu verweisen. Nachdem er noch bei Antritt seiner Regentschaft die Codices Magna bestätigt hatte, setzte er sie 1765 in der [[Lex Generalis]] teilweise wieder außer Kraft und dämmte damit die Macht der Generalstände deutlich ein. Außenpolitisch kehrte der Monarch dem Anglismus Lukanischer Prägung den Rücken und lehnte sich wieder mehr an das absolutistische Frankreich an. Als erster europäischer Staat erkannte Sagradien unter Gabriel VIII. die Unabhängigkeit der 13 Kolonien Neuenglands an und unterstützte diese seit 1779 an der Seite Frankreichs im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Unter Gabriels Sohn und Nachfolger [[Joseph Ludwig I.]] (1792-1797) und seinem Ersten Minister [[Frederic de Calzac]] beteiligte sich Sagradien seit 1792 an den Koalitionskriegen gegen das republikanische Frankreich. In den Kriegen ging die [[Bretagne|Westbretagne]] sowie der Nordteil [[Amoria]]s, wo zuvor die [[Amorische Republik]] ausgerufen worden war, an Frankreich verloren, das die neuen Departements [[Lesker]], [[Kérec]], [[Haut-Ligre]] und [[Côte du Cripon]] der Französischen Republik anschloss. Die kurzlebige [[Ligrische Republik]] am Unterlauf des Ligre konnte dagegen niedergeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische Fremdherrschaft, Befreiungskrieg und Novemberrevolution ===&lt;br /&gt;
Nach der kurzen Regierungzeit Joseph Ludwigs folgte ihm 1797 sein erst siebenjähriger Enkel [[Gabriel IX.]] als König nach, für den sein Onkel [[Joseph Ludwig II.|Karl Joseph Ludwig von Alconía]] die Regentschaft ausübte. Nach verlorenem Krieg gegen das napoleonische Frankreich zwang der Kaiser der Franzosen im Herbst 1805 den Regenten zur Abdankung. Unter Gabriels Mutter Marie Luise von Parma wurden in der Folge liberale Reformen durchgeführt, jedoch war Sagradien politisch von Napoléon abhängig, der weiterhin Besatzungstruppen in Sagradien hielt. Gabriel IX., seit 1808 selbst regierend, lehnte sich noch stärker an Frankreich an, ließ eine Verfassung ausarbeiten und heiratete 1810 Napoleons Nichte [[Julie Bonaparte]]. Seine unpopuläre Herrschaft endete 1812 in seiner Ermordung, woraufhin es zum [[Winterkrieg 1812/13]] zwischen französischen und anti-französischen Truppen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus Mikolinien dirigierte Widerstand erhielt rasch Zulauf und ein sagradisch-mikolinisch-britisches Heer siegte 1813 bei [[Colón]] gegen Napoléon. Julie Bonaparte musste schließlich zusammen mit den napoleonischen Truppen das Land verlassen, der frühere Regent kehrte nach Sagradien zurück und bestieg als [[Joseph Ludwig II.]] den sagradischen Thron. Dieser erkannte die von den [[Cortes von Diegue]] ausgearbeitete liberale [[Verfassung von 1812]] nicht an und machte sich an eine absolutistisch gesinnte Restauration des Königtums der vornapoleonischen Ära ([[Cuartêniu Absoluta]]). Als Folge daraus formierte sich ein neuerlicher Widerstand im sagradischen Adel und im Bürgertum und es kam zur liberalen [[Novemberrevolution 1817]], in deren Folge José Luis II. die liberale [[Novemberverfassung]] erlassen musste, die sich weitgehend am Entwurf der Cortes orientierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restauration und Revolution ===&lt;br /&gt;
Auf dem Wiener Kongress musste Sagradien auf die gesamten Gebiete auf der [[Mikolinische Halbinsel|mikolinischen Halbinsel]] sowie auf den größten Teil Golens verzichten. Damit endete die seit Gründung der sagradischen Königreiche im Frühmittelalter anhaltende sagradische Präsenz jenseits der [[Konsetten]]. 1817 besetzte Mikolinien zudem die noch bei Sagradien verbliebenen Gebiete, woraufhin König [[Joseph Ludwig II.]] in zwei großen Golenkriegen ([[Erster Golenkrieg (1819-1825)|1819-1825]] u. [[Zweiter Golenkrieg (1827-1829)|1827-1829]]) versuchte, die verlorenen Gebiete in Golen und Mikolinien zurückzuerobern. Im [[Frieden von Diegue 1829]] musste Sagradien schließlich einer Teilung Golens zustimmen. Innenpolitisch versuchte Joseph Ludwig den Ausgleich zwischen den zerstrittenen ultrakonservativen und liberalen Kräften zu erreichen, begann seit Mitte der Zwanziger Jahre aber unter Druck der ultraroyalistischen Kräfte, die Novemberverfassung von 1817 und die Rechte des Parlamentes kontinuierlich einzuschränken. Nach seinem Tod 1829 wurde sein Bruder [[Emil I. Johann]] von Viena (1829-1849) König. Emilio – überzeugter Parteigänger der ultrakonservativen Partei - regierte reaktionär und antiliberal und restaurierte die absolutistische Monarchie, indem er die von seinem Vorgänger oktroyierte Verfassung im Jahr 1832 außer Kraft setzte und fortan ohne konstitutionelle Einschränkungen herrschte ([[Emilianische Restauration]]). Die Folgen der Wirtschaftskrise der Jahre 1846/1847, in der zahlreiche Bauern und Arbeiter an den Rand des Existenzverlustes gerieten, und die strikte Weigerung des Königs zu sozialen und politischen Reformen führten im April 1848 zu einer Reihe heftiger von Arbeitern und Bürgern getragener Aufstände ([[Aprilrevolution]]) gegen die restaurative Politik des Königs und seines reaktionären Kronkanzlers, des [[Fernando Conte de Lesta|Grafen von Lesta]]. Als die Lage im Jahr 1849 erneut eskalierte, dankte Emilio Joán ab und übergab die Regentschaft an seinen Sohn [[Lucién I.]] (1849-1871), der die die &amp;quot;[[Decada del Terror]]&amp;quot; beendete, die liberale Novemberverfassung von 1817 mit Gewaltenteilung und Zensuswahlrecht wiedereinführte und die Situation dadurch beruhigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Era Liberal&amp;quot; und Montevilismus ===&lt;br /&gt;
Infolge der Aprilrevolution und nach dem überragenden Wahlerfolg der liberalen [[Konstitutionalisten]] bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1855|Wahlen 1855]] setzte König Lucién den liberalkonservativen Realpolitiker [[Jacquel de Montevil]] (1855-1857 u. 1861-1873) als Kronkanzler ein, nahm ab 1862 aus Krankheitsgründen fast gar nicht mehr aktiv an den Staatsgeschäften teil und stand seit 1867 unter der Regentschaft seines jüngeren Bruders Prinz [[Philipp Emilian]]. Unter der Regierung Montevil festigte sich Sagradiens konstitutionelle Monarchie und es begann die so genannte „[[Era Liberal|Liberale Ära]]“, auch „Epoche des Montivilismus“ genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch vertrat der Regierungschef einen konservativen Kurs, der auf der internationalen Isolierung Frankreichs beruhte und im gewonnenen [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Krieg]] (1860/61) seinen Ausdruck fand. Die Konfrontation mit Napoleon III. wurde durch Anlehnung an England und Mikolinien ausgeglichen. Innenpolitisch konnte Montevil zahlreiche liberale Reformen durchsetzen. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein und drängte den Einfluss der katholischen Kirche zurück. Getragen wurde die Regierung durch die säkular-konstitutionelle [[Partíu Liberal|Liberale Partei]] im Parlament, während konservativ-katholische Kreise der Regierung kritisch gegenüberstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Luciéns im Jahr 1871 geriet Montevil immer mehr in Gegensatz zum neuen reaktionär eingestellten König [[Philipp VIII.]] (1871-1891). Mit der Demission Montevils 1873 endete die &amp;quot;liberale Ära&amp;quot; in Sagradien und wurde durch eine Phase konservativer Vorherrschaft ersetzt, in der die angeschobene konstitutionelle Entwicklung angehalten und umgekehrt werden sollte. Nacheinander versuchten mehrere konservative Regierungen, die Reformen der Ära Montevil zu revidieren. Zwar hielt sich der König weitestgehend an die Verfassung, schwächte diese aber, indem er Regierungen seines Vertrauens ernannte, immer wieder sein verfassungsmäßiges Vetorecht in wichtigen Reformgesetzesvorhaben einlegte oder das Parlament durch vorzeitige Auflösung zu disziplinieren suchte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders energisch verfolgte der Monarch eine auf Machtgewinn ausgerichtete Kolonialpolitik und führte das [[Sagradisches Kolonialreich|sagradische Kolonialreich]] zu einem Höhepunkt. Der 1884 erworbenen Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]] (heute teil Somalias) folgten 1886 [[Ríu Ogué]] (das heutige [[Oguana]]) und 1889 [[Sagradisch-Madagaskar]] (Nordmadagaskar). Da die kolonialen Abenteuer aber nur schleppend vorangingen, geriet der Monarch nicht nur in Gegensatz zu den Antikolonialisten, sondern auch mit Teilen der nationalistischen Rechten, die eine noch intensivere Kolonialpolitik forderten. Wirtschaftspolitisch zielte Philipp gegen den Willen der Liberalen auf neue protektionistische Maßnahmen ab, um die einheimische Wirtschaft zu stärken. Gegen die aufstrebende Arbeiterbewegung wurde das Versammlungsrecht beschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Monarchie zur Republik ===&lt;br /&gt;
Obwohl durch das Zensuswahlrecht und praktische Benachteiligungen weitgehend aus dem Parlament verdrängt, wuchs in den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die radikale [[Republikanische Partei]] [[Santo Cripón de la Moya]]s zu einer dynamischen Gegenkraft des monarchischen Autoritarismus voran, zumal sich die gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten als unfähig erwiesen, dem königlichen Revisionismus Einhalt zu gebieten. Vielmehr musste die liberale Parlamentsmehrheit seit der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1884|Parlamentswahl 1884]] zunehmend Rückschläge einstecken, wie vor allem in der [[Verfassungskrise 1887/88]], in der der König offen gegen die bestehende Verfassung verstieß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Versuch des Königs und seines leitenden Ministers, des [[Gustavo Conte de Montxerent|Grafen von Montxerent]], die Macht des Parlament vollends zu beschneiden, führte 1890 schließlich vor dem Hintergrund einer seit mehreren Monaten schwelenden schweren Wirtschaftskrise im Land zur Eskalation. Als Handwerker und Arbeiter gegen die vom König erzwungene Schließung von Nationalwerkstätten und Kürzung der Sozialleistungen auf die Barrikaden gingen, brachen in den letzten Dezembertagen 1890 zunächst in Semess, bald dann landesweite Aufstände gegen die amtierende Regierung aus. Mitgetragen wurden die Aufstände bald auch vom Bürgertum und teilweise sogar vom Adel, der eine Revolution als letzten Ausweg aus der politischen Bedeutungslosigkeit sah.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach anhaltenden Auseinandersetzungen im Januar sahen die Gegner des Königs die Stunde gekommen, den ungeliebten Monarchen loszuwerden. Aus Furcht vor einer sozialen Revolution schlossen sich Liberale, Republikaner und einige Konservative zu einer antimonarchischen Koalition zusammen. In der so genannten [[Januarrevolution 1891]] erklärte die bürgerliche Abgeordnetenkammer in einer Sondersitzung mit deutlicher Mehrheit die amtierende Regierung für abgesetzt und setzte eigenmächtig eine provisorische Regierung ein. Neuwahlen zu einer &amp;quot;Nationalversammlung&amp;quot; wurden erstmals nach dem allgemeinen Männerwahlrecht abgehalten und endeten in einem deutlichen Sieg der revolutionären Kräfte. Noch in der Wahlnacht erklärte König [[Philipp VIII.]] seine Abdankung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien in der Ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Zweite Sagradische Republik]], [[Geschichte der Sagradischen Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Nach Abdankung des Königs verweigerte das Parlament die Anerkennung des Thronfolgers und erklärte sich in der [[Juni-Proklamation 1891]] zum Vertreter des Souveräns. Zwar existierte keine klare Mehrheit für die Republik, die von einer Mehrheit angestrebte parlamentarische Monarchie scheiterte aber an der Obstruktionshaltung der radikalen Monarchisten. Das provisorische [[Novemberstatut 1891]] kam bereits ganz ohne königliche Befugnisse aus und besiegelte de facto den Übergang zur Republik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Politik basierte auf einer Allianz der linksliberalen Radikalen mit einem Teil der reformfreudigen bürgerlichen Eliten und auf dem Ziel, eine soziale Radikalisierung der Revolution zu verhindern und die sozialrevolutionären Aufstände des [[Semestiner Revolutionsrat]]es gegen die sich abzeichnende bürgerliche Republik niederzuschlagen. Mit fast diktatorischen Vollmachten ausgestattet, schlug der Kriegsminister [[Luis María del Castos]] die Aufstände nieder. Die 1892 in Kraft getretene [[Aprilverfassung 1892|republikanische Verfassung]] sah das allgemeine Mehrheitswahlrecht für Männer sowie eine starke Stellung des Einkammerparlaments vor, dem der Präsident und die Minister verantwortlich sein sollten. Zum ersten Präsidenten der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] wählte die Nationalversammlung den liberalen Abgeordneten [[Luis Cavaller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach erfolgreicher Einführung der Republik zerfiel die republikanisch-liberale Parlamentskoalition bald in mehrere Teile. Die republikanische Bewegung wurde dadurch geschwächt. Dennoch erreichten die Republikaner bei der ersten [[Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] eine Mehrheit. &lt;br /&gt;
Eine politische Krise im Jahr 1894 führte schließlich zu einer konservativen Verfassungsrevision. Die [[Januarrevisionen 1895]] stärkten die Macht des Staatspräsidenten, der künftig das Parlament auflösen konnte und sah die Einführung einer zweiten, nicht direkt gewählten Parlamentskammer, dem so genannten [[Rat der Republik]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärkste Kraft wurden bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] die gemäßigt-republikanischen [[Moderatas]], während die [[Partíu Radical|Radicales]] in die Opposition gingen. Ein letztlich gescheiterter antirepublikanischer [[Putsch von 1898|Putschversuch im Jahr 1898]] führte rasch zu einer Wiederannäherung der republikanischen Linken, die sich daran machten, die Republik durch Reformen abzusichern. Nach dem Sieg der Radikalen bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] führte die streng laizistische Politik der liberal-radikalen [[Kabinett Salgado I|Koalitionsregierung Salgado]] zu einem Erstarken und Zusammenrücken der politischen Rechten und zu einer Allianz der rechten katholischen Monarchisten mit den gemäßigten, eher konservativen Republikanern, die sich gegen den radikalen Laizismus der Linken aussprachen und die Polarisierung im „[[Schulkrieg]]“ nutzen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der Rechtskoalition und Präsidentschaft Cardinal ===&lt;br /&gt;
Die neue Republik setzte in der Außenpolitik weitgehend auf eine Fortsetzung der imperialistischen Kolonialpolitik der alten Monarchie, wenn diese auch innerhalb der Radikalen Partei zunehmend kritisch betrachtet wurde. Im Innern setzte die radikal-liberale Regierung Salgado auf die klare Trennung von Staat und Kirche, verbot die Konfessionsschulen und schaffte den Religionsunterricht ab. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] kam es zu einem deutlichen Sieg der als „[[Koalition der Moral]]“ vereinigten Rechten, in der jetzt die konservativen Republikaner unter Führung von [[Miquel Fernando Luisanto]] sowie die monarchistischen [[Partíu Nacional Renovador|Nacional Renovadores]] um [[Daniel Lafontán]] gemeinsam Regierungsverantwortung übernahmen. Erstmals stützten nun auch Monarchisten eine republikanische Regierung, die der Republik mehr als ablehnend gegenüberstanden, eine Rückkehr zur Monarchie aber gegen die rechten Republikaner nicht durchsetzen konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vornehmliches Ziel der Rechtskoalition war es, die Reformen der Linken rückgängig zu machen. Die Konfessionsschulen wurden wiedereingeführt, die Klöster gestärkt und der Einfluss der katholischen Kirche enorm ausgebaut. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke gefahren, in der sich Sagradien zunehmend isolierte. 1905 schied mit [[Luis Cavaller]] der erste [[Präsident der Republik]] aus dem Amt, der in 14 Jahren im Amt eine starke Stellung eingenommen und das Bild einer gemäßigt-bürgerlichen Republik maßgeblich mitbestimmt hatte. Zum Nachfolger wählte die rechte Parlamentsmehrheit den unabhängigen Ex-General [[Joán Cardinal]]. Damit saß ein äußerst konservativer Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik eher reserviert gegenüberstand, eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich aber ebenso ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|Parlamentswahlen im Jahr 1907]] ging die Rechte geschwächt und zersplittert hervor, sodass das Bündnis von Monarchisten, Nationalisten, Katholiken und konservativen Republikanern schließlich zerfiel. Präsident Cardinal löste daraufhin erstmals und letztmals bis 1932 das Parlament vorzeitig auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Stattdessen gingen jedoch die [[Aliança Republicana|Liberalen]] als Sieger aus der Wahl hervor. Aus den Trümmern der gescheiterten Rechtskoalition entwickelte sich zudem binnen kurzer Zeit die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zu einer neuen erfolgreichen Integrationspartei der katholischen Wählerschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom &amp;quot;Bloco de Sinistra&amp;quot; zum &amp;quot;Bloco Nacional&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
Im Januar 1912, wenige Monate vor Ende seines ersten Septennats, starb Präsident [[Joán Cardinal]], Nachfolger wurde der Liberale [[Francisco Berlioz]], unter dessen Präsidentschaft es zu mehreren Kooperationsregierungen der liberalen [[Aliança Republicana]] und der katholischen [[Volksaktion]] kam. Diese konnten auch bei den [[Parlamentswahlen 1913]] die meisten bzw. zweitmeisten Mandate gewinnen, obwohl die [[PS|Sozialistische Partei]] nach Stimmen zur größten Partei aufgestiegen war. Damit entstand ein System von vier etwa gleich starken Lagern, wobei sich nun Katholiken und Liberale einerseits, Radikale und Sozialisten andererseits entlang der sozioökonomischen Konfliktlinie gruppierten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es zu einer Wahlrechtsreform, sodass bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen 1917]] erstmals das Prinzip der Verhältniswahl zur Anwendung kam. Aus den Wahlen gingen schließlich die [[PS|Sozialisten]] als deutlich stärkste Kraft hervor und wurden erstmals an einer Regierung unter Führung des [[Partíu Radical]] beteiligt, woraufhin sich der linke Flügel des PS abspaltete, aus dem 1920 die [[Sagradische Kommunistische Partei]] (PCS) hervorging. Die Regierung des so genannten [[Linksblock]]s griff letztmals das alte Projekt der Linken auf, den kirchlichen Einfluss im Staat auf ein Minimum zu reduzieren, und verabschiedete ein umfangreiches Laizismus-Gesetz, konzentrierte sich vornehmlich aber auf soziale Reformen. Daneben gelten die Einführung des Frauenwahlrechts und die Einbindung der reformsozialistischen Arbeiterbewegung in die Republik als wegweisende Leistungen der Linksregierung, der es 1919 überdies gelang, mit [[Carles Simón López-Iregui]] erstmals einen Vertreter des [[Partíu Radical]] zum Staatspräsidenten zu wählen. Nach einer Verleumdungskampagne rechtsgerichteter Kreise trat López-Iregui bereits nach mehreren Monaten im Amt als erster Präsident der Republik vorzeitig zurück. Nachfolger wurde sein Parteifreund [[Cristoval Sánchez]], der sich für eine Stärkung des Präsidentenamtes einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ersten Weltkrieg blieb Sagradien offiziell neutral, unterstützte aber ähnlich wie Norwegen und andere neutrale Staaten die Alliierten, mit denen das Land enge Wirtschaftsverbindungen unterhielt. Die sagradische Wirtschaft wurde durch den Krieg negativ beeinflusst, was zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] verlor der linke Block seine parlamentarische Mehrheit, konnte aber gleichwohl eine Mehrheit der Mitte-Rechts-Parteien verhindern. Im Angesichts der bolschewistischen Bedrohung wurde nun eine große Mitte-Links-Koalition unter [[António Diaz]] gebildet, in der erstmals Sozialisten und Rechtsliberale zusammenarbeiteten. Mit [[Santiago Laval]] wurde 1924 zudem erstmals ein Mitglied des [[Partíu Socialista]] zum Regierungschef ernannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach acht Jahren linker Vorherrschaft endeten die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahlen 1925]] mit einer relativen Stärkung der Mitte-Rechts-Parteien. Erstmals ging die katholische [[Volksunion]] als stärkste Einzelpartei aus den Wahlen hervor und bildete eine Koalition mit den [[AR|Liberalen]]. In der Folge kam es zu einem Machtkampf zwischen der rechten Parlamentsmehrheit und dem linkstendierenden Präsidenten [[Cristoval Sánchez]]. Bis zuletzt weigerte sich Sánchez daher auch, den katholischen Mehrheitsführer [[Estefán Gaeta]] zum Ministerpräsidenten zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nachfolger Sánchez wurde 1927 mit [[Domênco Scalfín]] erstmals ein Vertreter des politischen Katholizismus in den [[Plazarenya]]-Palast gewählt, der sofort seinen Parteifreund Gaeta mit der Regierungsführung beauftragte. Bei den [[Parlamentswahlen 1929]] ging schließlich der katholische [[Bloco Nacional]] unter Führung von [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] als klarer Sieger hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Dreißiger Jahre ===&lt;br /&gt;
Nach Jahren der wirtschaftlichen Stabilität und eines enormen Rationalisierungsschubs in der Wirtschaft, welche aber ein strukturelles Reformdefizit verschleierten, stürzte die Weltwirtschaftskrise von 1929 auch Sagradien in Turbulenzen, gegen die die Mitte-Rechts-Regierungen mit austeritäts- und deflationspolitischen Maßnahmen keine geeigneten Mittel fanden. Binnen weniger Monate schnellte die Arbeitslosigkeit in die Höhe und verschärfte die wirtschaftliche, soziale und haushaltspolitische Krise des Landes. In der Folge kam es zu einer Phase politischer Instabilität und Polarisierung und zu einer Stärkung der politischen Ränder, allen voran des [[Partíu Comunista Sagradês]], der faschistischen [[Frente Fraternal]] sowie anderer Ableger der antidemokratischen [[Truppistenbewegung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig mehrten sich aber auch in den großen Parteien die Stimmen, die für umfassende Veränderungen des politisch-sozialen Systems eintraten. Während innerhalb des [[Partíu Socialista]] die Vertreter marxistischer Positionen an Gewicht gewannen, zeigten sich innerhalb der katholischen Rechten zunehmend weite Kreise skeptisch gegenüber dem parlamentarischen System und seinen instabilen Regierungen und plädierten für eine Stärkung der Autorität des Präsidenten, eine Ausweitung der exekutiven Vollmachten sowie korporatistische Elemente in der Verfassung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schwere politische Krise erlebte die Republik [[Herbstkrise 1934|im Herbst 1934]]. Nachdem es zur Ermordnung des Kommunistenführes [[Lorenzo Sabal]] und zur Festnahme einer Reihe von Verdächtigen aus dem Kreis der rechtsextremen [[División Negra]] gekommen war, organisierten die Faschisten unter [[León Francês]] Straßenproteste und forderten die Übergabe der Regierungsgewalt, woraufhin es zum Einsatz bewaffneter Truppen kam. In der Folge bildete der parteilose [[Sergio Rafael Dini]] eine unabhängige Konsensregierung bildete, um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. Unter Dini besserte sich auch die ökonomische Lage und wurden erstmals auch Elemente einer keynesianischen Wirtschaftspolitik umgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr von Rechts und das unentschlossene Vorgehen der regierenden Mitte-Rechts-Parteien gegen die Faschisten führte zu einer Annäherung der zerstrittenen Linksparteien. Aus den [[Parlamentswahl 1936|Parlamentswahlen 1936]] ging schließlich eine neu formierte linke [[Volksfront]] aus Kommunisten, Sozialisten und Radikaldemokraten als Sieger hervor, woraufhin Mehrheitsführer [[Santiago Laval]] als erster Sozialist zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Volksfrontregierung mit kommunistischer und bürgerlicher Beteiligung wurde gebildet, die zahlreiche Sozial- und Wirtschaftsreformen einleitete, aber heftigen innen- und außenpolitischen Widerständen entgegentreten musste. Innenpolitisch setzte die Regierung den umfassenden Ausbau des zuvor nur rudimentär bestehenden sagradischen Wohlfahrtsstaates durch, weitere die Arbeitslosenhilfe zur Arbeitslosenversicherung aus und verfolgte eine Politik des deficit spending zur Belebung der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge des [[Golischer Bürgerkrieg|Golischen Bürgerkriegs]] kam es 1935/36 zu starken Spannungen zwischen Sagradien und [[Mikolinien]] ([[Golenkrise]]), in deren Verlauf mikolinische Truppen zeitweise sagradische Gebiete an der sagradisch-mikolinischen Grenze besetzten und einen offiziell bis 1955 anhaltenden Grenzkonflikt auslösten, der nur durch energische internationale Vermittlung eingedämmt werden konnte. Nach dieser außenpolitischen Herausforderung kam es immer wieder zu Attacken der Rechten gegen die Linksregierung, die schließlich Ende 1937 aber über innere Gegensätze stürzte. Nach der Ermordung [[Santiago Laval]]s 1938 wurde der Liberale [[Luciano Capón]] Staatspräsident, neuer Ministerpräsident wurde der Katholik [[Manuel Álamo Igualde]], der dem autoritär-katholischen Flügel zugerechnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Regierung unter [[Manuel Álamo]] reihte sich international unter den Unterstützern der Appeasement-Politik gegenüber Deutschland ein und suchte eine Gewalteskalation zu verhindern. Auch nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges blieb Sagradien zunächst neutral und suchte eine Verständigung mit allen Kriegsparteien. Mit dem erfolgreichen Frankreichfeldzug der deutschen Wehrmacht stieg in Sagradien jedoch die Angst vor einem deutschen Angriff schlagartig und steigerte sich zu einer weitverbreiteten Bereitschaft, Vorbereitungen zu treffen und sich hinter der Regierung Álamo zu sammeln. Dieser propagierte im Juni 1940 die [[Nationale Kommunion]] als Programm der Loyalität zum sagradischen Staat, ein Programm, das den nationalen Zusammenhalt bestärken und auch Republikgegner ansprechen sollte, am antisozialistischen Kurs der Regierung aber keinen Zweifel ließ. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom Juni und den [[Augustrevisionen 1940]], die durchaus in der Kontinuität der konservativen Verfassungsvorstellungen der frühen Dreißiger Jahre standen und vor allem die Exekutive stärken sollten, schlug Sagradien unter Álamos Regierung der Nationalen Kommunion eine zunehmend autoritäre Richtung ein. Bürgerrechte wurden teilweise suspendiert, die kommunistische Linke wie die faschistische Rechte verboten, die Sozialistische Partei und ihre Organe behindert und das Parlament gegenüber der Exekutive vorübergehend entmachtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit anhaltendem Krieg nahm jedoch in Sagradien die Stimmung zugunsten eines Kriegseintritts und zulasten der Regierungsmaßnahmen zu, zumal Deutschland immer mehr Entgegenkommen Sagradiens forderte und sagradische Schiffe angriff. Gleichzeitig verlor Álamos Regierung der Nationalen Kommunion an Zuspruch und er selbst an Autorität innerhalb der politischen Rechten, zumal es ihm nicht gelang, einen breiten nationalen Konsens herzustellen. Seiner Entlassung durch Präsident [[Luciano Capón]] im Dezember 1941 folgte der Eintritt Sagradiens auf alliierter Seite in den Zweiten Weltkrieg. Unter dem parteilosen Ministerpräsidenten [[Sergio Rafael Dini]] wurden auch die Oppositionsparteien wieder in eine breite Kriegskoalition aufgenommen und damit in den nationalen Konsens integriert. Im Nordosten Sagradiens kam es zunächst zu einer deutschen Besatzung unter der Marionetten[[regierung von Fidelfe]], gegen die sich die kommunistisch und sozialistisch geführte [[Resistença Sagradêsa]] organisierte. Die Niederlage Deutschlands und der Sieg der mit den Alliierten verbündeten sagradischen Truppen und der Partisanenkämpfer führten 1944 zum endgültigen Ende der Besatzung und zum Gegenschlag unter Beteiligung Sagradiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit und Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn der Dritten Republik und christdemokratische Ära ===&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkriegs, der für Sagradien mit dem Sieg über die deutsche Gefahr endete, gelang es endlich, nach den harten Auseinandersetzungen und Kämpfen der 1930er Jahren, ein Klima des nationalen Konsenses über die politischen Lager hinweg zu etablieren, der auch nach Kriegsende anhielt. Der neue Konsens stützte sich auf eine Ablehnung der polarisierenden Maßnahmen der Álamo-Regierung, die Hoffnung auf eine Überwindung der Lagerkämpfe und auf eine Neugründung des demokratischen Gemeinwesens im Licht des nationalen Triumphs. Die Kommunistische Partei, deren Anhänger wesentlich im Krieg aktiv gewesen waren, wurde wieder zugelassen und erstmals überhaupt sogar in die Regierung eingebunden. Aus der katholischen [[Volksunion]] ging unter dem Einfluss der christlich-sozialen &amp;quot;Convergência&amp;quot;-Bewegung um [[Fernando de la Roya]] und [[Paulo Luciaro]] im Jahr 1945 die [[PPC]] als neue christdemokratische Sammlungspartei hervor, während diverse liberale Gruppierungen sich in einem neuen Wahlbündnis zusammenschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals seit 1938 kam es im Sommer 1945 zu [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1945|Parlamentswahlen]], aus denen die Parteien der konsensualen [[Demokratische Koalition|Demokratischen Koalition]] als Sieger hervorgingen. Als eine der ersten Maßnahmen beschloss die neue Nationalversammlung die Ausarbeitung einer neuen [[Verfassung der Dritten Republik|parlamentarisch-demokratischen Verfassung]], die den Verfassungskämpfen der Vorkriegsjahre endgültig ein Ende setzen sollte und schließlich nach einem erfolgreichen Referendum am 20. Juli 1946 in Kraft trat. Sagradien blieb damit eine parlamentarische Republik, doch sollte der Präsident künftig direkt gewählt werden. Außerdem wurden erstmals plebiszitäre Elemente in der Verfassung verankert. Statt der diskreditierten Beschneidung des Parlamentarismus durch exekutive Sondervollmachten und eine korporatistische Zweite Kammer wagte Sagradien nun mehr Demokratie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten beiden Präsidenten der Republik [[Sergio Rafael Dini]] und der 1949 erstmals direkt gewählte Radikaldemokrat [[David Pizarro Cortez]] prägten das Amt durch eine zurückhaltende Amtsführung. Zum starken Mann entwickelte sich dagegen der seit 1949 als Ministerpräsident amtierende Christdemokrat [[Paulo Luciaro]], der gemeinsam mit den Sozialdemokraten unter [[Santo De la Ilpa]], seit 1954 im Bündnis mit den Liberalen, wesentlich die Nachkriegspolitik bestimmte und die Westintegration des Landes durchsetzte. 1945 war Sagradien Gründungsmitglied der UN und 1949 der NATO und führte auch in den Folgejahren den europäischen Einigungsprozess mit an (u.a. Gründungsmitglied der EWG). Außerdem leitete Luciaro die Aussöhnung mit Mikolinien ein, die 1955 in den [[Golische Verträge|Verträgen von Alagua und Pexace]] gipfelte und den Verzicht Sagradiens auf [[Golen]] sowie Mikoliniens auf [[Cuentez]] festschrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesen Entwicklungen in Europa entließ Sagradien bis 1960 den Großteil seiner früheren Kolonien in die volle Unabhängigkeit, nachdem bereits 1946 die Selbstverwaltung aller Kolonien in die sagradische Verfassung aufgenommen worden war und damit den Weg zur Unabhängigkeit ebnete. Katalysator der Entwicklung war ein blutiger Aufstand auf den [[Joannianen]] im Jahr 1947, der 1948 mit dem Verzicht Sagradiens auf die frühere Kolonie beendet wurde. In den 1950er Jahren folgten die meisten afrikanischen Kolonien Sagradiens, zurück blieben fast ausschließlich kleinere Inselgebiete mit geringen Bevölkerungszahlen, die in den meisten Fällen freiwillig in der Sagradischen Republik verblieben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschafts- und sozialpolitisch einigte sich die Konsenskoalition der ersten Nachkriegsjahre auf einen umfassenden Ausbau des Sozialstaats und die Beförderung einer staatlich mitgelenkten Marktwirtschaft. Darauf aufbauend erlebte Sagradien seit Mitte der Fünfziger Jahre ein Wirtschaftsboom, der zugleich den Wohlstand im Land förderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialistische Vorherrschaft und gesellschaftliche Liberalisierung ===&lt;br /&gt;
Die christdemokratische [[Volkspartei]] blieb bis zur [[Parlamentswahl 1963]] durchgängig stärkste Kraft und stellte mit [[Paulo Luciaro]], [[Carles Angel Favale]] und [[Martín Ánibal Costa]] von 1949-1964 ununterbrochen den Regierungschef. Während die Kommunistische Partei nach anfänglichen Erfolgen 1945/46 zu einer Mittelpartei abrutschte, etablierte sich die 1947 gegründete sozialdemokratische [[ASUL]] nach ihrem Gang in die Opposition 1953 als größte Oppositionspartei. Sie verfolgte trotz eines traditionell-marxistischen Programms weitgehend gemäßigte Positionen und kehrte 1962 zunächst als Juniorpartner der Christdemokraten, nach ihrem Wahlsieg 1963 mit [[António Santiago]] als Chef einer sozialistisch-liberalen Koalition in die Regierung zurück. Nach dem frühen Tod Santiagos folgte sein Parteifreund [[Iacovo Del Pérez]], der sein Amt aber 1967 wieder an den Christdemokraten Favale abgeben musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ära christdemokratischer Dominanz endete schließlich endgültig mit dem Sturz Favales und dem überraschend deutlichen Sieg der Sozialisten bei der [[Parlamentswahl 1970|Schlüsselwahl 1970]]. Zuvor hatte auch Sagradien 1968 das Aufbegehren einer jungen Generation, vor allem Studenten gegen die konservative Gesellschaft und ihre überholten Wertvorstellungen erlebt. Der junge sozialistische Wahlsieger [[Joán Caval]] versprach dagegen gesellschaftliche Reformen und verkörperte einen sozialen und demokratischen Aufbrauch. Erstmals regierten die Sozialisten alleine und mit indirekter Unterstützung der Kommunistischen Partei, die unter ihrem Generalsekretär [[Dián Aliureto Chabonet]] einen gemäßigt-eurokommunistischen Kurs einschlug. Anstelle umfangreicher Verstaatlichungen, wie von den Kommunisten gefordert, strebte Caval jedoch danach, die sozialstaatliche Sicherung auszubauen und die Rechte der Arbeitnehmer innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung zu stärken. Dieser Kontinuitätslinie wurden umfangreiche gesellschaftliche Liberalisierungen, etwa in Fragen der Frauenrechte und des Schwangerschaftsabbruchs, durchgesetzt. Joán Caval konnte zudem u.a. die unter Iacovo Del Pérez 1965 begonnenen [[Dreistaatengespräche]] zwischen Mikolinien, Sagradien und Sancristo in eine organisierte Zusammenarbeit innerhalb des [[Blaumeerrat]]es überführen, der 1972 gegründet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die liberalen Achtziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Nachdem die Sozialisten nacheinander drei Kammerwahlen hatten gewinnen können, verlor die Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1979|vorgezogenen Parlamentswahl 1979]] ihre Stellung als größte Partei wieder an die Christdemokraten unter [[Sandro de la Nada]], blieb aber aufgrund eines parlamentarischen Patts zusammen mit der Volkspartei in der Regierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach dem Scheitern der Großen Koalition im Jahr 1982 erreichte das konservativ-liberale Bündnis unter [[Joán Emilio Moya]] ([[PPC]]) und [[Lorenzo Estrubal]] ([[UDS]]) einen klaren Sieg über die politische Linke und bildete erstmals seit 1970 wieder eine Mitte-Rechts-Regierung, in der Moya Ministerpräsident, Estrubal Außenminister wurde. Bereits zuvor war es gelungen, den als wirtschaftsnah geltenden Minister und früheren Nationalbank-Präsidenten [[Alfonso María Guivares]] im Amt des Staatspräsidenten durchzusetzen, der den zehn Jahre lang amtierenden Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] ablöste. Die Regierung Moya leitete schließlich unmittelbar eine Politik der umfangreichen wirtschaftspolitischen Liberalisierung ein und der sozialpolitischen Einsparungen ein, die zwar wirtschaftliche Erfolge vorweisen konnte, aber zu sozialen Protesten führte und einen weiteren Anstieg der seit den späten 1970er Jahren wachsenden Arbeitslosigkeit nicht verhindern konnte. Dennoch gelang es, im politischen Diskurs eine liberale Hegemonie zu etablieren, sodass schließlich auch die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Donado Ricardes]] (1986-1990) im Wesentlichen an diesem Kurs festhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überschattet wurden die liberalen Achtziger Jahre jedoch durch einige politische Affären, die das Image Sagradiens als korruptionsfreies Land ernsthaft gefährdeten. Bereits 1984 zwang ein Korruptionsskandal den Staatspräsidenten [[Alfonso María Guivares]] als erstes Staatsoberhaupt der Dritten Republik zum vorzeitigen Rücktritt. In der Folge wurden auch führende Politiker der Regierungsparteien sowie einzelne Abgeordnete der Opposition in den Skandal verwickelt. Die anhaltenden Enthüllungen und Ermittlungen beförderten nicht nur die Niederlage der Christdemokraten bei der [[Parlamentswahl 1986]], sondern führten schließlich auch zu einer Verurteilung Moyas wegen Mitwisserschaft in der Korruptionsaffäre. Während die Sozialisten von der [[Guivares-Affäre]] schließlich profitiert hatten, kam es nur kurze Zeit später zu einer Parteispendenaffäre, die nach mehreren Jahren 1992 schließlich in ihrer ganzen Tragweite bekannt wurde und zum Rücktritt des gesamten Parteivorstands führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien in den 1990er und 2000er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die seit 1986 in Koalition mit [[PRD]] und [[UDS]] regierenden [[ASUL|Sozialisten]] verloren schließlich die [[Parlamentswahl 1990]] deutlich gegen die unter [[Josep Carles Otero]] wieder erstarkte [[Volkspartei]]. Unter dessen bürgerlicher Koalitionsregierung beteiligte sich Sagradien 1991 mit eigenen Truppen am Zweiten Golfkrieg gegen den Irak, nachdem bereits Ricardes 1990 entgegen ablehnender Stimmen in den eigenen Reihen seine Unterstützung der anti-irakischen Koalition zugesagt hatte. Außerdem setzte Otero die bereits unter Moya eingeleitete und unter dem Sozialisten Ricardes grundsätzlich fortgeführte Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik fort und bemühte sich auf Europäischer Ebene um eine Intensivierung der Europäischen Zusammenarbeit. Es gelang ihm schließlich, in Sagradien eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung für das wiederbelebte Integrationsprojekt zu gewinnen und die Gegner des Vertrags von Maastricht und einer gemeinsamen europäischen Währung in der Opposition wie in der eigenen Partei zu überspielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch verloren Oteros Christdemokraten aufgrund wirtschaftlicher Probleme und einer äußerst unpopulären Sozialpolitik die [[Parlamentswahl 1998]] deutlich gegen die Opposition unter dem sozialistischen Spitzenkandidaten [[Julio de la Costa]]. Dieser bildete nach seinem deutlichen Wahlsieg erstmals eine Koalitionsregierung mit den sagradischen [[Grüne]]n und knüpfte vor allem mit einer gesellschaftlichsliberalen Reformpolitik an die sozialistischen Erfolge der 1970er Jahre an. In den rot-grünen Jahren reformierte Sagradien sein Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsrecht, führte die in den 1960er Jahren begonnene Politik der Devolution zugunsten starker regionaler Selbstverwaltungsrechte fort und führte als vierter Staat in Europa die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ein. Zugleich beschloss die Regierung den Ausstieg Sagradiens aus der Atom-Energie und führte eine ökologische Steuerreform durch. In wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Fragen suchte De la Costa eine Mischung aus neokeynesianischen und neueren, angebotsorientierten Politikrezepten sowie Ansätze einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durchzusetzen. In der Europapolitik knüpfte auch die Regierung De la Costa an die integrationsfreundliche Linie der Vorgängerregierungen an und setzte sich aktiv, wenn auch weniger erfolgreich als sein Vorgänger für eine Intensivierung der europäischen Integration ein. Außerdem beteiligte sich Sagradien 1999 am NATO-Einsatz im Kosovo und 2003 an der Operation Enduring Freedom in Afghanistan. Dagegen gehörte Sagradien im Zusammenhang mit dem amerikanischen Irak-Krieg 2003 zu den Skeptikern und verweigerte eine Beteiligung der sagradischen Streitkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Regierung De la Costa aufgrund schlechter wirtschaftlicher Zahlen seit 2003 zunehmend an Zustimmung in der Bevölkerung wie an Reformdynamik verloren hatte, endete die [[Parlamentswahl 2006]] schließlich mit einem deutlichen Sieg für die oppositionellen Mitte-Rechts-Parteien unter Führung des Christdemokraten [[Miquel Ánibal Luisanto]]. Die fortan regierende Minderheitskoalition aus [[PPC]] und [[UDS]] stützte sich im Parlament erstmals auf die Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen [[PSP]] unter [[Joán De la Pênia]], die mit europa- und einwanderungskritischen Parolen erstmals 1994 in die Abgeordnetenkammer eingezogen war und seither stetig an Zustimmung in der Bevölkerung gewann. Entsprechend leitete Luisanto einen konservativen Politikwechsel ein, verschärfte die Einwanderungsbestimmungen und die Vorkehrungen für die innere Sicherheit. Gleichzeitig kürzte die neue Regierung die Sozialleistungen und setzte flexiblere Mindestlohnregelungen durch. Die Frist für den Atomausstieg wurde zudem verlängert. Entgegen mancher Befürchtungen wurden jedoch weitere zentrale Reformen der Vorgängerregierungen zur gesellschaftlichen Gleichstellung nicht zurückgenommen, zudem rückte Luisanto während seiner Amtszeit als Ministerpräsident von früheren radikal-neoliberalen Positionen ab und führte eher moderate Reformen durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1723 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Dazu kamen auswärtige Einmischungen von Seiten Frankreichs und Mikoliniens. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als ''Sagradischer Koalitionskrieg'' oder ''Krieg der Coalicionárioes'' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der ständisch-oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den ''[[Juliaufstand 1708]]'' und den ''[[Septemberaufstand 1711]]'') sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern infolge des ''[[Maiaufstand 1721|Maiaufstands 1721]]'' (auch als ''Zweiter Bürgerkrieg'' bezeichnet) sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich vor allem im Jahr 1721/22 ereigneten und in der Folge bis etwa 1735 andauerten (''Dritter'' und ''Vierter Bürgerkrieg'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedere Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Mikolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Er versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen. Nachdem König [[Georg I. von Mikolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem ständischen Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnelle Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder Don Pietro Joán mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der Koalitionstruppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Die Entscheidung des mikolinischen Königs [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]], dem sagradischen König offiziell den Krieg zu erklären und mit Truppen in die sagradischen Besitzungen auf der mikolinischen Halbinsel vorzudringen, beschleunigte die Willensbildung bei Ständen und König, die Konflikte niederzulegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1718 leitete die im Vergleich zum Ständeheer deutlich schwächere Königspartei schließlich Waffenstillstandsverhandlungen ein, die im August zur Einigung führten. Danadier musste einer Wiedereinberufung der Generalständeversammlung zustimmen und sich unter Kontrolle einer Generalabordnung (''Delegación General'') der Stände stellen lassen. Der Bürgerkrieg war damit vorerst jedoch nicht beendet, da es in der Folge wiederholt zu royalistischen Aufständen kam. Dennoch demonstrierten König und Stände in der Folge die Wiederherstellung ihrer concordia und beschworen die gemeinsame Verantwortung vor Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Ständeregiments (''regimen d'estadœs'') ===&lt;br /&gt;
Im Dezember 1718 kam die neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Sommer und Herbst 1719 auf insgesamt drei Teile einer neuen Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König entließ zunächst parallel zu den Beratungen der Stände eigene Dekrete über das künftige Zusammenwirken von Ständen und König, die jedoch von den Generalständen als unzureichend zurückgewiesen wurden. Im Dezember 1719 musste Danadier schließlich auf weiteren Druck der Stände hin erklären, die Codices Magna von König und Ständen künftig einhalten zu wollen. Dabei behielt er sich zwei einzelne Abweichungen vor, dennoch reagierte die ultraroyalistische Partei empört auf das Entgegenkommen des Königs gegenüber den Ständen. Vor allem Danadiers Bruder Herzog [[Philipp Karl von Viça]] profilierte sich nun als radikaler Gegenpart zum konzessionsbereiten König. Bald wurden Gerüchte gestreut, der König sei aus Krankheitsgründen unzurechnungsfähig und zum willenlosen Werkzeug der gottlosen Adelspartei verkommen. Tatsächlich zeigte Danadier in der Folge zunehmend Anzeichen von Depressionen und schien die Gerüchte damit zu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eskalation und Königsabsetzung ===&lt;br /&gt;
Trotz des Waffenstillstands und der Übereinkunft zwischen König und Ständen ging der Krieg mit Mikolinien weiter. Nach wechselvollen Kämpfen musste das sagradische Ständeregiment im Herbst 1720 schließlich einen für Sagradien nachteiligen Frieden akzeptieren. Größere Teile [[Südkont]]s mussten an Mikolinien abgetreten werden. Der Friedensschluss verstärkte die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Ständeregiment, das durch Versorgungsprobleme und Hungersnöte ohnehin an Popularität verloren hatte und vornehmlich als Interessenvertretung des Hochadels wahrgenommen wurde. Damit verbunden waren interne Parteikämpfe innerhalb der Stände und Interessengegensätze vor allem zwischen hochadligen und hochklerikalen Gruppen einerseits und den niederadligen und bürgerlichen Schichten andererseits. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche royalistische Aufstände führten im Winter 1720/21 zu einer deutlichen Radikalisierung sowohl des Ständeregiments als auch der royalistischen Gegner. Deutliches Zeichen dafür war die Ermordung des jüngsten Königsbruders Prinz Peter von Sagradien. Die anti-ständische Propaganda der Royalisten schadete aber vor allem dem gesundheitlich angeschlagenen König selbst, der unter Konspirationsverdacht und mit seiner gesamten Familie unter Hausarrest gestellt wurde, womit er endgültig die Kontrolle über das Geschehen verlor. Der Versuch der ultra-royalistischen Partei um den Königsbruder [[Philipp Karl von Viça]], das Ständeregiment Ende Januar durch einen Staatsstreich zu überwinden, indem er von seinem Bruder als Nachfolger und Regent eingesetzt werden sollte, schlug fehl. Der König kam weiteren Sanktionen zuvor und floh außer Landes. Von Frankreich aus dekretierte er seine Abdankung und ernannte, wie von diesem verlangt, seinen Bruder zum Nachfolger, der de facto bereits zuvor die dynastische Führung des königlichen Hauses übernommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Generalstände erkannten dieses Dekret jedoch nicht an, da es den Codices Magna widersprach, und erklärten im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] den König für abgesetzt. Die bereits zerstrittenen Parteien in den Ständen konnten sich jedoch nicht auf eine Nachfolgeregelung einigen. Die Legitimisten hielten trotz des versuchten Putschversuchs und seiner antiständischen Propaganda an einem grundsätzlichen Thronfolgerecht Philipp Karls von Viça fest und setzten sich für Verhandlungen mit diesem ein, womit auch auch die Hoffnung auf eine Mäßigung des zunehmend radikalisierten Ständeregiments durch das königliche Gegengewicht verbunden war. Die Mehrheit der Radikalen votierte dagegen für eine andere Lösung, konnte sich unter den potenziellen Nachfolgekandidaten, dem Herzog von Sesin oder einer der beiden Töchter des Königs, nicht entscheiden. Mit der Ernennung einer neuen Generaldelegation mit voller Exekutivgewalt wurde Sagradien de facto eine Republik, wobei aber nur eine kleine radikale Minderheit in den Ständen diese Staatsform tatsächlich bevorzugte. An der Spitze des Staates stand der [[José de Sesín|Herzog von Sesin]] als Generalvikar der Stände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die ständische und die radikale Republik ===&lt;br /&gt;
Während ergebnissoffene Verhandlungen mit Prinz Philipp Karl über eine mögliche Regierung aufgenommen wurden, ohne dass dieser bereits als König anerkannt worden wäre, kam es im Land zunehmend zu Widerständen gegen das ständische Regiment unter Führung des Herzogs von Sesin und seines mächtigen Sekretärs Graf [[Luis Ambrôsio de Bonavilla]]. Die Spaltung der Stände in Hochadel und Radikale wurde immer deutlicher, eine Zusammenarbeit kaum noch möglich. Nachdem ein Putschversuch der Radikalen gegen die Regierung Bonavillas gescheitert war, ging die mächtige Adelspartei hart gegen die Verschwörer vor. Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun vor allem gegen den in den Ständen führenden Hochadel richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die Ständeherrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am [[Plazarenya]], versuchte Bonavillas und des Herzogs von Sesin habhaft zu werden und tötete mehrere Leibwachen des Regenten. Der Herzog konnte entkommen und floh nach [[Noyar]], die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten, wo sie sich aber endgültig zerstritt und spaltete. Die Partei der Radikalen unter der Führung des Kleinadligen [[Simón Bernord]] rief nun offiziell die Republik aus, erklärte die regierende Generaldelegation der Stände für abgesetzt und übernahm mit einem Heer aus freiwilligen Baronen, Bürgern und Bauern die Herrschaft in Semess. Die geschockten Generalstände bzw. das was von ihnen übrig geblieben war, aktivierten das stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] gegen die Usurpatoren in der Hauptstadt. Damit war der Bürgerkrieg endgültig von neuem entfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstand von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Die Ermordung des Herzogs von Sesin markierte den Höhepunkt der Gewalt. Royalisten und ehemalige Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg 1722/23 ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 in einem neuerlichen Codex Magnum für verbindlich erklärt. Nach der Ermordung des Herzogs von Sesin konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]], aber auch eine Rückkehr Philipp Karls von Viça aus dem französischen Exil zwecks Thronbesteigung war nach den Ereignissen des Jahres 1721 nicht mehr ausgeschlossen. Unterstützt wurde Philipp Karl, der offenbar auch zu einer neuerlichen kriegerischen Konfrontation bereit war, von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Ein Königtum Philipp Karls in Nachfolge seines Bruders wurde von Seiten der Stände in jedem Fall an eine Zustimmung zu den Codices Magna gebunden. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Franz|Johann Franz von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schnellen Erfolge Philipp Karls führten innerhalb der Stände zu Verunsicherung. Die Verhandlungen mit dem Santori-Prinzen Johann Franz und seinem Vater Maximilian II. wurden beschleunigt und schließlich ausgesetzt. Als ''Prinz von Sagradien'' wurde Johann im August 1722 zum Oberbefehlshaber des Ständeheeres ernannt. Nachdem sein Gegner ihm in mehreren Schlachten hatte ausweichen können, stellte das Heer Johanns seinen Gegner Philipp Karl im November 1722 bei [[Canar]] in der Landschaft [[Soler]] und errang einen entscheidenden Sieg. Philipp Karl verlor in der Folge schlagartig seine Stellung im Nordosten und ging schließlich in Frankreich ins Winterquartier. Ein Versuch, schon im Frühjahr 1723 zurückzuschlagen, war nicht von Erfolg gekrönt. Der militärische Widerstand von Seiten Philipp Karls war einstweilen besiegt. Den Sieg hatten die Stände aber nicht alleine erreicht, die Stellung des künftigen Königs Johann Franz von Cuentez war deutlich gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]]. Als Grundbedingung musste Johann Franz zusammen mit seiner künftigen Ehefrau die Codices Magna bestätigen und beschwören, konnte in den Detail-Regelungen aber eine deutlich stärkere Stellung des Monarchen(paares) gegenüber den Ständen durchsetzen, als diesen lieb war. Im Juli 1723 kam es in Semess zur Hochzeit, im August schworen [[Maria I.]] und [[Johann III.]] vor der Städteversammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide im traditionellen [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem republikanischem Intermezzo (''Biênio Republicano'') und insgesamt mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg wieder ein allseits akzeptiertes Herrscherpaar, das nach allgemeiner Vorstellung künftig gemeinsam mit den Ständen regieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versuche der Philippkarlisten, durch militärische Operationen von Frankreich aus, vor allem aber durch loyalistische Aufstände eine absolutistische Restauration durchzusetzen, scheiterten, zogen sich aber noch bis 1735 hin. Vor allem der Tod Luis Gabriels, des einzigen Sohnes Philipp Karls von Viça, im Jahr 1728 schwächte die Philippkarlisten, denen der dynastische Nachfolger fehlte. Letztmals versuchte Philipp Karls Schwiegersohn [[Heinrich von Vallador]] nach dem Tod [[Maria I.|Marias I.]] 1735 einen groß angelegten Aufstand, der jedoch niedergeschlagen werden konnte. Sein Versuch, Gegner Johanns III. auf seine Seite zu ziehen, scheiterte weitgehend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folge der Bürgerkriege ===&lt;br /&gt;
Der aus den Bürgerkriegen hervorgegangene Thronkonflikt blieb jedoch bestehen, zumal Philipp Karl kurz vor seinem Tod 1740 seine Herrschaftsansprüche auf den Sohn seiner Schwester, [[Louis-Gabriel de Vienne]] übertrug, der diese schließlich 14 Jahre später nach dem Tod [[David II.|Davids II.]] gegen Johanns und Marias Tochter [[Maria II.]] geltend machte. Der in der Folge ausgetragene [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradische Erbfolgekrieg]] kann daher als Folgekonflikt der Bürgerkriege von 1713-1723/35 verstanden werden, in dem erneut auch das Verhältnis der sagradischen Stände zum Königtum zur Diskussion gestellt wurde, letztlich aber in einem wieder erstarkten Königtum unter den Königen der [[Vienne]]-Dynastie resultierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradischer_B%C3%BCrgerkrieg&amp;diff=24242</id>
		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<updated>2015-11-07T18:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1723 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Dazu kamen auswärtige Einmischungen von Seiten Frankreichs und Micoliniens. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als ''Sagradischer Koalitionskrieg'' oder ''Krieg der Coalicionárioes'' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der ständisch-oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den ''[[Juliaufstand 1708]]'' und den ''[[Septemberaufstand 1711]]'') sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern infolge des ''[[Maiaufstand 1721|Maiaufstands 1721]]'' (auch als ''Zweiter Bürgerkrieg'' bezeichnet) sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich vor allem im Jahr 1721/22 ereigneten und in der Folge bis etwa 1735 andauerten (''Dritter'' und ''Vierter Bürgerkrieg'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedere Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Er versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem ständischen Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnelle Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder Don Pietro Joán mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der Koalitionstruppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Die Entscheidung des micolinischen Königs [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]], dem sagradischen König offiziell den Krieg zu erklären und mit Truppen in die sagradischen Besitzungen auf der micolinischen Halbinsel vorzudringen, beschleunigte die Willensbildung bei Ständen und König, die Konflikte niederzulegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1718 leitete die im Vergleich zum Ständeheer deutlich schwächere Königspartei schließlich Waffenstillstandsverhandlungen ein, die im August zur Einigung führten. Danadier musste einer Wiedereinberufung der Generalständeversammlung zustimmen und sich unter Kontrolle einer Generalabordnung (''Delegación General'') der Stände stellen lassen. Der Bürgerkrieg war damit vorerst jedoch nicht beendet, da es in der Folge wiederholt zu royalistischen Aufständen kam. Dennoch demonstrierten König und Stände in der Folge die Wiederherstellung ihrer concordia und beschworen die gemeinsame Verantwortung vor Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Ständeregiments (''regimen d'estadœs'') ===&lt;br /&gt;
Im Dezember 1718 kam die neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Sommer und Herbst 1719 auf insgesamt drei Teile einer neuen Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König entließ zunächst parallel zu den Beratungen der Stände eigene Dekrete über das künftige Zusammenwirken von Ständen und König, die jedoch von den Generalständen als unzureichend zurückgewiesen wurden. Im Dezember 1719 musste Danadier schließlich auf weiteren Druck der Stände hin erklären, die Codices Magna von König und Ständen künftig einhalten zu wollen. Dabei behielt er sich zwei einzelne Abweichungen vor, dennoch reagierte die ultraroyalistische Partei empört auf das Entgegenkommen des Königs gegenüber den Ständen. Vor allem Danadiers Bruder Herzog [[Philipp Karl von Viça]] profilierte sich nun als radikaler Gegenpart zum konzessionsbereiten König. Bald wurden Gerüchte gestreut, der König sei aus Krankheitsgründen unzurechnungsfähig und zum willenlosen Werkzeug der gottlosen Adelspartei verkommen. Tatsächlich zeigte Danadier in der Folge zunehmend Anzeichen von Depressionen und schien die Gerüchte damit zu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eskalation und Königsabsetzung ===&lt;br /&gt;
Trotz des Waffenstillstands und der Übereinkunft zwischen König und Ständen ging der Krieg mit Micolinien weiter. Nach wechselvollen Kämpfen musste das sagradische Ständeregiment im Herbst 1720 schließlich einen für Sagradien nachteiligen Frieden akzeptieren. Größere Teile [[Südkont]]s mussten an Micolinien abgetreten werden. Der Friedensschluss verstärkte die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Ständeregiment, das durch Versorgungsprobleme und Hungersnöte ohnehin an Popularität verloren hatte und vornehmlich als Interessenvertretung des Hochadels wahrgenommen wurde. Damit verbunden waren interne Parteikämpfe innerhalb der Stände und Interessengegensätze vor allem zwischen hochadligen und hochklerikalen Gruppen einerseits und den niederadligen und bürgerlichen Schichten andererseits. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche royalistische Aufstände führten im Winter 1720/21 zu einer deutlichen Radikalisierung sowohl des Ständeregiments als auch der royalistischen Gegner. Deutliches Zeichen dafür war die Ermordung des jüngsten Königsbruders Prinz Peter von Sagradien. Die anti-ständische Propaganda der Royalisten schadete aber vor allem dem gesundheitlich angeschlagenen König selbst, der unter Konspirationsverdacht und mit seiner gesamten Familie unter Hausarrest gestellt wurde, womit er endgültig die Kontrolle über das Geschehen verlor. Der Versuch der ultra-royalistischen Partei um den Königsbruder [[Philipp Karl von Viça]], das Ständeregiment Ende Januar durch einen Staatsstreich zu überwinden, indem er von seinem Bruder als Nachfolger und Regent eingesetzt werden sollte, schlug fehl. Der König kam weiteren Sanktionen zuvor und floh außer Landes. Von Frankreich aus dekretierte er seine Abdankung und ernannte, wie von diesem verlangt, seinen Bruder zum Nachfolger, der de facto bereits zuvor die dynastische Führung des königlichen Hauses übernommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Generalstände erkannten dieses Dekret jedoch nicht an, da es den Codices Magna widersprach, und erklärten im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] den König für abgesetzt. Die bereits zerstrittenen Parteien in den Ständen konnten sich jedoch nicht auf eine Nachfolgeregelung einigen. Die Legitimisten hielten trotz des versuchten Putschversuchs und seiner antiständischen Propaganda an einem grundsätzlichen Thronfolgerecht Philipp Karls von Viça fest und setzten sich für Verhandlungen mit diesem ein, womit auch auch die Hoffnung auf eine Mäßigung des zunehmend radikalisierten Ständeregiments durch das königliche Gegengewicht verbunden war. Die Mehrheit der Radikalen votierte dagegen für eine andere Lösung, konnte sich unter den potenziellen Nachfolgekandidaten, dem Herzog von Sesin oder einer der beiden Töchter des Königs, nicht entscheiden. Mit der Ernennung einer neuen Generaldelegation mit voller Exekutivgewalt wurde Sagradien de facto eine Republik, wobei aber nur eine kleine radikale Minderheit in den Ständen diese Staatsform tatsächlich bevorzugte. An der Spitze des Staates stand der [[José de Sesín|Herzog von Sesin]] als Generalvikar der Stände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die ständische und die radikale Republik ===&lt;br /&gt;
Während ergebnissoffene Verhandlungen mit Prinz Philipp Karl über eine mögliche Regierung aufgenommen wurden, ohne dass dieser bereits als König anerkannt worden wäre, kam es im Land zunehmend zu Widerständen gegen das ständische Regiment unter Führung des Herzogs von Sesin und seines mächtigen Sekretärs Graf [[Luis Ambrôsio de Bonavilla]]. Die Spaltung der Stände in Hochadel und Radikale wurde immer deutlicher, eine Zusammenarbeit kaum noch möglich. Nachdem ein Putschversuch der Radikalen gegen die Regierung Bonavillas gescheitert war, ging die mächtige Adelspartei hart gegen die Verschwörer vor. Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun vor allem gegen den in den Ständen führenden Hochadel richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die Ständeherrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am [[Plazarenya]], versuchte Bonavillas und des Herzogs von Sesin habhaft zu werden und tötete mehrere Leibwachen des Regenten. Der Herzog konnte entkommen und floh nach [[Noyar]], die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten, wo sie sich aber endgültig zerstritt und spaltete. Die Partei der Radikalen unter der Führung des Kleinadligen [[Simón Bernord]] rief nun offiziell die Republik aus, erklärte die regierende Generaldelegation der Stände für abgesetzt und übernahm mit einem Heer aus freiwilligen Baronen, Bürgern und Bauern die Herrschaft in Semess. Die geschockten Generalstände bzw. das was von ihnen übrig geblieben war, aktivierten das stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] gegen die Usurpatoren in der Hauptstadt. Damit war der Bürgerkrieg endgültig von neuem entfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstand von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Die Ermordung des Herzogs von Sesin markierte den Höhepunkt der Gewalt. Royalisten und ehemalige Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg 1722/23 ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 in einem neuerlichen Codex Magnum für verbindlich erklärt. Nach der Ermordung des Herzogs von Sesin konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]], aber auch eine Rückkehr Philipp Karls von Viça aus dem französischen Exil zwecks Thronbesteigung war nach den Ereignissen des Jahres 1721 nicht mehr ausgeschlossen. Unterstützt wurde Philipp Karl, der offenbar auch zu einer neuerlichen kriegerischen Konfrontation bereit war, von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Ein Königtum Philipp Karls in Nachfolge seines Bruders wurde von Seiten der Stände in jedem Fall an eine Zustimmung zu den Codices Magna gebunden. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Franz|Johann Franz von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schnellen Erfolge Philipp Karls führten innerhalb der Stände zu Verunsicherung. Die Verhandlungen mit dem Santori-Prinzen Johann Franz und seinem Vater Maximilian II. wurden beschleunigt und schließlich ausgesetzt. Als ''Prinz von Sagradien'' wurde Johann im August 1722 zum Oberbefehlshaber des Ständeheeres ernannt. Nachdem sein Gegner ihm in mehreren Schlachten hatte ausweichen können, stellte das Heer Johanns seinen Gegner Philipp Karl im November 1722 bei [[Canar]] in der Landschaft [[Soler]] und errang einen entscheidenden Sieg. Philipp Karl verlor in der Folge schlagartig seine Stellung im Nordosten und ging schließlich in Frankreich ins Winterquartier. Ein Versuch, schon im Frühjahr 1723 zurückzuschlagen, war nicht von Erfolg gekrönt. Der militärische Widerstand von Seiten Philipp Karls war einstweilen besiegt. Den Sieg hatten die Stände aber nicht alleine erreicht, die Stellung des künftigen Königs Johann Franz von Cuentez war deutlich gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]]. Als Grundbedingung musste Johann Franz zusammen mit seiner künftigen Ehefrau die Codices Magna bestätigen und beschwören, konnte in den Detail-Regelungen aber eine deutlich stärkere Stellung des Monarchen(paares) gegenüber den Ständen durchsetzen, als diesen lieb war. Im Juli 1723 kam es in Semess zur Hochzeit, im August schworen [[Maria I.]] und [[Johann III.]] vor der Städteversammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide im traditionellen [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem republikanischem Intermezzo (''Biênio Republicano'') und insgesamt mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg wieder ein allseits akzeptiertes Herrscherpaar, das nach allgemeiner Vorstellung künftig gemeinsam mit den Ständen regieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versuche der Philippkarlisten, durch militärische Operationen von Frankreich aus, vor allem aber durch loyalistische Aufstände eine absolutistische Restauration durchzusetzen, scheiterten, zogen sich aber noch bis 1735 hin. Vor allem der Tod Luis Gabriels, des einzigen Sohnes Philipp Karls von Viça, im Jahr 1728 schwächte die Philippkarlisten, denen der dynastische Nachfolger fehlte. Letztmals versuchte Philipp Karls Schwiegersohn [[Heinrich von Vallador]] nach dem Tod [[Maria I.|Marias I.]] 1735 einen groß angelegten Aufstand, der jedoch niedergeschlagen werden konnte. Sein Versuch, Gegner Johanns III. auf seine Seite zu ziehen, scheiterte weitgehend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folge der Bürgerkriege ===&lt;br /&gt;
Der aus den Bürgerkriegen hervorgegangene Thronkonflikt blieb jedoch bestehen, zumal Philipp Karl kurz vor seinem Tod 1740 seine Herrschaftsansprüche auf den Sohn seiner Schwester, [[Louis-Gabriel de Vienne]] übertrug, der diese schließlich 14 Jahre später nach dem Tod [[David II.|Davids II.]] gegen Johanns und Marias Tochter [[Maria II.]] geltend machte. Der in der Folge ausgetragene [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradische Erbfolgekrieg]] kann daher als Folgekonflikt der Bürgerkriege von 1713-1723/35 verstanden werden, in dem erneut auch das Verhältnis der sagradischen Stände zum Königtum zur Diskussion gestellt wurde, letztlich aber in einem wieder erstarkten Königtum unter den Königen der [[Vienne]]-Dynastie resultierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1723 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Dazu kamen auswärtige Einmischungen von Seiten Frankreichs und Micoliniens. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als ''Sagradischer Koalitionskrieg'' oder ''Krieg der Coalicionárioes'' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der ständisch-oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den ''[[Juliaufstand 1708]]'' und den ''[[Septemberaufstand 1711]]'') sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern infolge des ''[[Maiaufstand 1721|Maiaufstands 1721]]'' (auch als ''Zweiter Bürgerkrieg'' bezeichnet) sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich vor allem im Jahr 1721/22 ereigneten und in der Folge bis etwa 1735 andauerten (''Dritter'' und ''Vierter Bürgerkrieg'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedere Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Er versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesco]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem ständischen Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnelle Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder Don Pietro Joán mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der Koalitionstruppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Die Entscheidung des micolinischen Königs [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]], dem sagradischen König offiziell den Krieg zu erklären und mit Truppen in die sagradischen Besitzungen auf der micolinischen Halbinsel vorzudringen, beschleunigte die Willensbildung bei Ständen und König, die Konflikte niederzulegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1718 leitete die im Vergleich zum Ständeheer deutlich schwächere Königspartei schließlich Waffenstillstandsverhandlungen ein, die im August zur Einigung führten. Danadier musste einer Wiedereinberufung der Generalständeversammlung zustimmen und sich unter Kontrolle einer Generalabordnung (''Delegación General'') der Stände stellen lassen. Der Bürgerkrieg war damit vorerst jedoch nicht beendet, da es in der Folge wiederholt zu royalistischen Aufständen kam. Dennoch demonstrierten König und Stände in der Folge die Wiederherstellung ihrer concordia und beschworen die gemeinsame Verantwortung vor Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Ständeregiments (''regimen d'estadœs'') ===&lt;br /&gt;
Im Dezember 1718 kam die neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Sommer und Herbst 1719 auf insgesamt drei Teile einer neuen Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König entließ zunächst parallel zu den Beratungen der Stände eigene Dekrete über das künftige Zusammenwirken von Ständen und König, die jedoch von den Generalständen als unzureichend zurückgewiesen wurden. Im Dezember 1719 musste Danadier schließlich auf weiteren Druck der Stände hin erklären, die Codices Magna von König und Ständen künftig einhalten zu wollen. Dabei behielt er sich zwei einzelne Abweichungen vor, dennoch reagierte die ultraroyalistische Partei empört auf das Entgegenkommen des Königs gegenüber den Ständen. Vor allem Danadiers Bruder Herzog [[Philipp Karl von Viça]] profilierte sich nun als radikaler Gegenpart zum konzessionsbereiten König. Bald wurden Gerüchte gestreut, der König sei aus Krankheitsgründen unzurechnungsfähig und zum willenlosen Werkzeug der gottlosen Adelspartei verkommen. Tatsächlich zeigte Danadier in der Folge zunehmend Anzeichen von Depressionen und schien die Gerüchte damit zu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eskalation und Königsabsetzung ===&lt;br /&gt;
Trotz des Waffenstillstands und der Übereinkunft zwischen König und Ständen ging der Krieg mit Micolinien weiter. Nach wechselvollen Kämpfen musste das sagradische Ständeregiment im Herbst 1720 schließlich einen für Sagradien nachteiligen Frieden akzeptieren. Größere Teile [[Südkont]]s mussten an Micolinien abgetreten werden. Der Friedensschluss verstärkte die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Ständeregiment, das durch Versorgungsprobleme und Hungersnöte ohnehin an Popularität verloren hatte und vornehmlich als Interessenvertretung des Hochadels wahrgenommen wurde. Damit verbunden waren interne Parteikämpfe innerhalb der Stände und Interessengegensätze vor allem zwischen hochadligen und hochklerikalen Gruppen einerseits und den niederadligen und bürgerlichen Schichten andererseits. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche royalistische Aufstände führten im Winter 1720/21 zu einer deutlichen Radikalisierung sowohl des Ständeregiments als auch der royalistischen Gegner. Deutliches Zeichen dafür war die Ermordung des jüngsten Königsbruders Prinz Peter von Sagradien. Die anti-ständische Propaganda der Royalisten schadete aber vor allem dem gesundheitlich angeschlagenen König selbst, der unter Konspirationsverdacht und mit seiner gesamten Familie unter Hausarrest gestellt wurde, womit er endgültig die Kontrolle über das Geschehen verlor. Der Versuch der ultra-royalistischen Partei um den Königsbruder [[Philipp Karl von Viça]], das Ständeregiment Ende Januar durch einen Staatsstreich zu überwinden, indem er von seinem Bruder als Nachfolger und Regent eingesetzt werden sollte, schlug fehl. Der König kam weiteren Sanktionen zuvor und floh außer Landes. Von Frankreich aus dekretierte er seine Abdankung und ernannte, wie von diesem verlangt, seinen Bruder zum Nachfolger, der de facto bereits zuvor die dynastische Führung des königlichen Hauses übernommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Generalstände erkannten dieses Dekret jedoch nicht an, da es den Codices Magna widersprach, und erklärten im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] den König für abgesetzt. Die bereits zerstrittenen Parteien in den Ständen konnten sich jedoch nicht auf eine Nachfolgeregelung einigen. Die Legitimisten hielten trotz des versuchten Putschversuchs und seiner antiständischen Propaganda an einem grundsätzlichen Thronfolgerecht Philipp Karls von Viça fest und setzten sich für Verhandlungen mit diesem ein, womit auch auch die Hoffnung auf eine Mäßigung des zunehmend radikalisierten Ständeregiments durch das königliche Gegengewicht verbunden war. Die Mehrheit der Radikalen votierte dagegen für eine andere Lösung, konnte sich unter den potenziellen Nachfolgekandidaten, dem Herzog von Sesin oder einer der beiden Töchter des Königs, nicht entscheiden. Mit der Ernennung einer neuen Generaldelegation mit voller Exekutivgewalt wurde Sagradien de facto eine Republik, wobei aber nur eine kleine radikale Minderheit in den Ständen diese Staatsform tatsächlich bevorzugte. An der Spitze des Staates stand der [[José de Sesín|Herzog von Sesin]] als Generalvikar der Stände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die ständische und die radikale Republik ===&lt;br /&gt;
Während ergebnissoffene Verhandlungen mit Prinz Philipp Karl über eine mögliche Regierung aufgenommen wurden, ohne dass dieser bereits als König anerkannt worden wäre, kam es im Land zunehmend zu Widerständen gegen das ständische Regiment unter Führung des Herzogs von Sesin und seines mächtigen Sekretärs Graf [[Luis Ambrôsio de Bonavilla]]. Die Spaltung der Stände in Hochadel und Radikale wurde immer deutlicher, eine Zusammenarbeit kaum noch möglich. Nachdem ein Putschversuch der Radikalen gegen die Regierung Bonavillas gescheitert war, ging die mächtige Adelspartei hart gegen die Verschwörer vor. Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun vor allem gegen den in den Ständen führenden Hochadel richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die Ständeherrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am [[Plazarenya]], versuchte Bonavillas und des Herzogs von Sesin habhaft zu werden und tötete mehrere Leibwachen des Regenten. Der Herzog konnte entkommen und floh nach [[Noyar]], die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten, wo sie sich aber endgültig zerstritt und spaltete. Die Partei der Radikalen unter der Führung des Kleinadligen [[Simón Bernord]] rief nun offiziell die Republik aus, erklärte die regierende Generaldelegation der Stände für abgesetzt und übernahm mit einem Heer aus freiwilligen Baronen, Bürgern und Bauern die Herrschaft in Semess. Die geschockten Generalstände bzw. das was von ihnen übrig geblieben war, aktivierten das stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] gegen die Usurpatoren in der Hauptstadt. Damit war der Bürgerkrieg endgültig von neuem entfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstand von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Die Ermordung des Herzogs von Sesin markierte den Höhepunkt der Gewalt. Royalisten und ehemalige Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg 1722/23 ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 in einem neuerlichen Codex Magnum für verbindlich erklärt. Nach der Ermordung des Herzogs von Sesin konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]], aber auch eine Rückkehr Philipp Karls von Viça aus dem französischen Exil zwecks Thronbesteigung war nach den Ereignissen des Jahres 1721 nicht mehr ausgeschlossen. Unterstützt wurde Philipp Karl, der offenbar auch zu einer neuerlichen kriegerischen Konfrontation bereit war, von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Ein Königtum Philipp Karls in Nachfolge seines Bruders wurde von Seiten der Stände in jedem Fall an eine Zustimmung zu den Codices Magna gebunden. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Franz|Johann Franz von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schnellen Erfolge Philipp Karls führten innerhalb der Stände zu Verunsicherung. Die Verhandlungen mit dem Santori-Prinzen Johann Franz und seinem Vater Maximilian II. wurden beschleunigt und schließlich ausgesetzt. Als ''Prinz von Sagradien'' wurde Johann im August 1722 zum Oberbefehlshaber des Ständeheeres ernannt. Nachdem sein Gegner ihm in mehreren Schlachten hatte ausweichen können, stellte das Heer Johanns seinen Gegner Philipp Karl im November 1722 bei [[Canar]] in der Landschaft [[Soler]] und errang einen entscheidenden Sieg. Philipp Karl verlor in der Folge schlagartig seine Stellung im Nordosten und ging schließlich in Frankreich ins Winterquartier. Ein Versuch, schon im Frühjahr 1723 zurückzuschlagen, war nicht von Erfolg gekrönt. Der militärische Widerstand von Seiten Philipp Karls war einstweilen besiegt. Den Sieg hatten die Stände aber nicht alleine erreicht, die Stellung des künftigen Königs Johann Franz von Cuentez war deutlich gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und Fürst [[Maximilian II. von Cuentez]]. Als Grundbedingung musste Johann Franz zusammen mit seiner künftigen Ehefrau die Codices Magna bestätigen und beschwören, konnte in den Detail-Regelungen aber eine deutlich stärkere Stellung des Monarchen(paares) gegenüber den Ständen durchsetzen, als diesen lieb war. Im Juli 1723 kam es in Semess zur Hochzeit, im August schworen [[Maria I.]] und [[Johann III.]] vor der Städteversammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide im traditionellen [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem republikanischem Intermezzo (''Biênio Republicano'') und insgesamt mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg wieder ein allseits akzeptiertes Herrscherpaar, das nach allgemeiner Vorstellung künftig gemeinsam mit den Ständen regieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versuche der Philippkarlisten, durch militärische Operationen von Frankreich aus, vor allem aber durch loyalistische Aufstände eine absolutistische Restauration durchzusetzen, scheiterten, zogen sich aber noch bis 1735 hin. Vor allem der Tod Luis Gabriels, des einzigen Sohnes Philipp Karls von Viça, im Jahr 1728 schwächte die Philippkarlisten, denen der dynastische Nachfolger fehlte. Letztmals versuchte Philipp Karls Schwiegersohn [[Heinrich von Vallador]] nach dem Tod [[Maria I.|Marias I.]] 1735 einen groß angelegten Aufstand, der jedoch niedergeschlagen werden konnte. Sein Versuch, Gegner Johanns III. auf seine Seite zu ziehen, scheiterte weitgehend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folge der Bürgerkriege ===&lt;br /&gt;
Der aus den Bürgerkriegen hervorgegangene Thronkonflikt blieb jedoch bestehen, zumal Philipp Karl kurz vor seinem Tod 1740 seine Herrschaftsansprüche auf den Sohn seiner Schwester, [[Louis-Gabriel de Vienne]] übertrug, der diese schließlich 14 Jahre später nach dem Tod [[David II.|Davids II.]] gegen Johanns und Marias Tochter [[Maria II.]] geltend machte. Der in der Folge ausgetragene [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradische Erbfolgekrieg]] kann daher als Folgekonflikt der Bürgerkriege von 1713-1723/35 verstanden werden, in dem erneut auch das Verhältnis der sagradischen Stände zum Königtum zur Diskussion gestellt wurde, letztlich aber in einem wieder erstarkten Königtum unter den Königen der [[Vienne]]-Dynastie resultierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Johann Franz</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Erlebnisse im Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Johann Franz von Santori''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Joán Francisco de Sántori'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Joán Francês de Sàntori'', *1700, †1749) war als ''Johann Franz I.'' Graf von Nadal, als '''Johann III. Franz''' [[Fürst von Cuentez]] (1725-1744) sowie seit 1723 als Mitherrscher seiner Frau [[Maria I.]] und nach deren Tod 1735 allein [[König von Sagradien]] (1723-1749).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Francisco de Diegue|Prinz Francisco von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Danadier II.]] in [[Semest]] auf und gehörte zum fürstlichen Hochadel: 1699 hatte sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] geerbt. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte [[Maria I. Luise|Maria Luise von Sagradien]] kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen &amp;quot;[[Coalicionarioes]]&amp;quot; unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Fürsten stellte. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erlebnisse im Koalitionskrieg ===&lt;br /&gt;
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 - der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]s im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, gingen die Anhänger Johann Franz' schließlich in die Offensive und lancierten dessen Kandidatur um den Thron. König Maximilian II. arrangierte schließlich die Verlobung seines Neffen und Erben mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa]], einer Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]]. Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein, was die Stände dazu bewegte, Johann Karl große Zugeständnisse zu machen und ihm den Oberbefehl über das Heer zu übertragen. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] war der Thron in greifbarer Nähe. Die Stände benannten diese schließlich als Erbin der Krone und trugen dem jungen Paar schließlich gemeinsam die Königswürde an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönung zum sagradischen König === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und König Maximilian II. von Cuentez. Feierlich wurde Johann Franz die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit mit [[Maria I. Luise|María Luísa de Santori]], der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die [[Codices Magna]], antreten. Im Juli kam es in [[Semest]] zur Hochzeit, im August schworen Joán Francisco und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens [[Maria II. Franziska|María Francisca]] lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich. Die dagegen nochmals mobilisierten Anhänger [[Philipp Karl von Viça]]s konnte Johann Franz schließlich endgültig besiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündeten. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Fürst von Cuentez]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Santori]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Johann Franz</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Johann Franz von Santori''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Joán Francisco de Sántori'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Joán Francês de Sàntori'', *1700, †1749) war als ''Johann Franz I.'' Graf von Nadal, als '''Johann III. Franz''' [[Fürst von Cuentez]] (1725-1744) sowie seit 1723 als Mitherrscher seiner Frau [[Maria I.]] und nach deren Tod 1735 allein [[König von Sagradien]] (1723-1749).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Francisco de Diegue|Prinz Francisco von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Danadier II.]] in [[Semest]] auf und gehörte zum fürstlichen Hochadel: 1699 hatte sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] geerbt. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte [[Maria I. Luise|Maria Luise von Sagradien]] kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen &amp;quot;[[Coalicionarioes]]&amp;quot; unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Fürsten stellte. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erlebnisse im Koalitionskrieg ===&lt;br /&gt;
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 - der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]' im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, gingen die Anhänger Johann Franz' schließlich in die Offensive und lancierten dessen Kandidatur um den Thron. König Maximilian II. arrangierte schließlich die Verlobung seines Neffen und Erben mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa]], einer Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]]. Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein, was die Stände dazu bewegte, Johann Karl große Zugeständnisse zu machen und ihm den Oberbefehl über das Heer zu übertragen. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] war der Thron in greifbarer Nähe. Die Stände benannten diese schließlich als Erbin der Krone und trugen dem jungen Paar schließlich gemeinsam die Königswürde an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönung zum sagradischen König === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und König Maximilian II. von Cuentez. Feierlich wurde Johann Franz die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit mit [[Maria I. Luise|María Luísa de Santori]], der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die [[Codices Magna]], antreten. Im Juli kam es in [[Semest]] zur Hochzeit, im August schworen Joán Francisco und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens [[Maria II. Franziska|María Francisca]] lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich. Die dagegen nochmals mobilisierten Anhänger [[Philipp Karl von Viça]]s konnte Johann Franz schließlich endgültig besiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündeten. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Fürst von Cuentez]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Santori]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Erbteilungsplan_Martins_VII.&amp;diff=24238</id>
		<title>Erbteilungsplan Martins VII.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Erbteilungsplan Sergis II.''' wird das Vorhaben König [[Sergi II.|Sergis II.]] bezeichnet, seine in der [[Union von Alagua]] vereinigten Königreiche [[Sagradien]], [[Mikolinien]], [[Peruzien]] und [[Golen]] nach seinem Tod unter seinen beiden Söhnen [[Gabriel IV.|Gabriel]] und [[Don Joán de Perucía|Johann]] aufzuteilen. Hintergrund war die Erkrankung Sergis, die es ihm zunehmend unmöglich machte, die Herrschaft in allen Teilen des Großreichs auszuüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Plan sah vor, dass Sergis ältester Sohn Gabriel die Krone von Sagradien und Golen und sein jüngerer Sohn Johann die Krone Mikoliniens und die Peruziens erben sollte. Ob der Plan erst nach dem Tod Sergis greifen sollte, oder ob dieser an eine Abdankung dachte, ist bis heute ungeklärt. Als erstes stimmten die Stände Mikoliniens in der '''Konvention von Marbore''' im Jahr 1368 dem Plan zu. Ehe es jedoch zu einer Bestätigung auch in den anderen Reichsteilen hätte kommen können, starb Sergis jüngerer Sohn Johann überraschend, wodurch die Konvention hinfällig wurde. Nach Sergis Tod 1378 übernahm sein Sohn Gabriel IV. daher in allen Reichsteilen die Herrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als es 1386 jedoch in Mikolinien zum Aufstand gegen Gabriel IV. kam, beriefen sich die mikolinischen Stände auf die Konvention von 1368 und den Erbteilungsplan und erklärten diesen für gültig, wodurch das Königtum Gabriels IV. für unwirksam erklärt wurde. An Stelle Gabriels wurde nun Karl von Interea als [[Karl V. von Mikolinien]] zum König erhoben, was den [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigkeitskrieg]] auslöste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Vertrag von Álbero 1390]] erklärte Gabriel IV. schließlich seinen Verzicht auf die Krone Mikoliniens, durfte aber das Königreich Peruzien behalten, womit die Konvention von Marbore nicht gänzlich durchgesetzt werden konnte. Nach dem Tod Gabriels IV. widerrief Karls Sohn und Nachfolger [[Karl VI. von Mikolinien]] jedoch den Vertrag von Álbero, erklärte die Konvention von 1368 erneut für geltendes Recht und erhob selbst Anspruch auf das Königreich Peruzien, was den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] auslöste. Erst 1402 revidierte Karl seine Haltung und erklärte auch die Konvention von Marbore für ungültig, womit er nun nicht nur Anspruch auf die Krone Peruziens, sondern als vermeintlicher Erbe [[Sergi I.|Sergis I.]] auch Anspruch auf die sagradisch-golische Königskrone erheben konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Friede von Tesqué]], der den Fünfzigjährigen Krieg 1443 beendete, nahm schließlich die Konvention von Marbore aus dem Jahr 1368 und damit den Erbteilungsplan Sergis II. als rechtliche Grundlage, um den im Krieg entstandenen Status Quo zu rechtfertigen, der die Trennung der Territorien Karls VI. und [[Michael II.|Michaels II.]] entlang der so genannten &amp;quot;[[Medéo-Linie]]&amp;quot; festschrieb. Die Krone Peruziens wurde damit - wie bereits 1368 vorgesehen - mit der Mikoliniens vereinigt, während Golen bei Sagradien verblieb. Diese Konstellation blieb im Grunde bis zu den Napoleonischen Kriegen und darüber hinaus wirksam und bildet die Grundlage für den modernen gesamtmikolinischen Nationalstaat, der sich über die gesamte mikolinische Halbinsel erstreckt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Martin_VII./II.&amp;diff=24237</id>
		<title>Martin VII./II.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sergius II.''' (von Sagradien und Mikolinien) (*1324, †1378), genannt ''der Jüngere'' oder ''der Kleine'', war [[König von Sagradien]], [[König von Mikolinien]], [[König von Peruzien]], [[König von Golen]] (jeweils 1354-1378) sowie [[Herzog von Skanten]] (1326-1359). Er war der zweite König der so genannten &amp;quot;[[Union von Alagua]]&amp;quot;, die ein halbes Jahrhundert lang alle Königskronen der [[Konsettenhalbinsel]] unter dem [[Haus Redanior]] vereinte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergi der Jüngere wurde im Jahr 1324 als ältester Sohn [[Sergi I.|Sergis des Weisen]] und dessen zweiter Ehefrau Maria von Interea geboren. Sein Vater war seit 1315 König von Mikolinien und seit 1321 zudem König von Sagradien, Peruzien und Golen. Sergis Mutter war eine Tochter [[Martin von Interea]]s. Serge war damit sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits (hier in illegitimer Linie) ein Nachkomme König [[Karl III. von Mikolinien|Karls III. von Mikolinien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Serge geboren wurde, regierte sein älterer Bruder aus der ersten Ehe seines Vaters, [[Philipp von Sória]] (*1305), bereits als Mitkönig an der Seite Sergis in den Reichsteilen westlich der [[Konsetten]]. Als Sergi selbst volljährig wurde, ermunterte ihn seine Mutter Maria von Interea, eine aktivere Rolle zu spielen und von seinem Vater an der Regentschaft beteiligt zu werden, woraufhin es zu Spannungen zwischen dem König und seinen beiden Söhnen kam. Auch die von Sergi I. arrangierte Ehe Sergis mit seiner Nichte Maria, der Tochter Philipps, half wenig, die Konflikte aus der Welt zu schaffen. 1347 gab Sergi I. nach und ernannte Sergi den Jüngeren zum Mitregenten in den sagradischen Königreichen, nicht jedoch im Westen. Erst zwei Jahre nach dem Tod Philipps 1348 wurde Sergi der Jüngere von seinem Vater als ältester lebender Sohn auch in den peruzinischen und mikolinischen Reichsteilen zum Mitregenten ernannt. Als sein Vater 1354 starb, folgte ihm Sergi II. sodann auch in beiden Reichsteilen auf den Thron. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem seine erste Frau Maria gestorben war, heiratete Sergi 1346 in zweiter Ehe Luisa von Nanthés, die ihm schließlich mehrere Kinder schenkte. Seinem ältesten Sohn [[Gabriel IV.|Gabriel]] übergab er das [[Herzogtum Scantia]]. Seinen jüngeren Sohn [[Don Joán de Perucía|Johann]] ernannte er zum [[Prinz von Peruzien|Prinzen von Peruzien]] und begründete damit die noch heute in Mikolinien bestehende Tradition, dass der Sohn des Königs diesen Titel trägt. Wie bereits sein Vater versuchte auch Sergi II., durch Allianzen mit dem mikolinischen Adel, die Herrschaft im mikolinischen Reichsteil zu sichern. Dazu bestimmte er seinen Onkel [[Heinrich von Interea]], Sohn Martins von Interea, zum Vikar in Mikolinien. Dennoch nahmen die Spannungen mit dem Adel in beiden Reichsteilen zu, vor allem als Sergi im Jahr 1362/63 schwer erkrankte und nicht mehr im ganzen Reich anwesend sein konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge entwickelte Sergi einen Reichsteilungsplan, wonach sein erstgeborener Sohn Gabriel die Reichsteile östlich und südlich der Konsetten, namentlich Sagradien und Golen, sein jüngerer Sohn Johann dagegen Mikolinien und Peruzien erhalten sollte. Diese Regelung wurde sodann auch im Jahr 1368 durch die mikolinischen Stände in der [[Konvention von Marbore]] bestätigt. Die Regelung wurde aber, noch ehe die Stände in den anderen Reichsteilen hätten zustimmen können, durch den Tod Johanns im Jahr 1369 hinfällig. Dennoch übergab Sergi im Jahr 1370 die Regentschaft in Sagradien und Golen an seinen Sohn Gabriel, genannt &amp;quot;der Schöne&amp;quot;. In Mikolinien installierte er einen Regentschaftsrat, der von [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]], dem Sohn Heinrichs von Interea, dominiert wurde. Entscheidungsbefugt war der Rat jedoch nicht, stattdessen kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Rat und dem Statthalter [[Stefan von Noyar]], dem Bischof von Albero, der als Gefolgsmann Gabriels galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sergi II. schließlich 1378 nach längerer Krankheit starb, hinterließ er seinem Sohn und Nachfolger in allen Reichsteilen [[Gabriel IV.]] eine bereits destabilisierte Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Peruzien]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sergius II.''' (von Sagradien und Mikolinien) (*1324, †1378), genannt ''der Jüngere'' oder ''der Kleine'', war [[König von Sagradien]], [[König von Mikolinien]], [[König von Peruzien]], [[König von Golen]] (jeweils 1354-1378) sowie [[Herzog von Skanten]] (1326-1359). Er war der zweite König der so genannten &amp;quot;[[Union von Alagua]]&amp;quot;, die ein halbes Jahrhundert lang alle Königskronen der [[Konsettenhalbinsel]] unter dem [[Haus Redanior]] vereinte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergi der Jüngere wurde im Jahr 1324 als ältester Sohn [[Sergi I.|Sergis des Weisen]] und dessen zweiter Ehefrau Maria von Interea geboren. Sein Vater war seit 1315 König von Mikolinien und seit 1321 zudem König von Sagradien, Peruzien und Golen. Sergis Mutter war eine Tochter [[Martin von Interea]]s. Serge war damit sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits (hier in illegitimer Linie) ein Nachkomme König [[Karl III. von Mikolinien|Karls III. von Mikolinien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Serge geboren wurde, regierte sein älterer Bruder aus der ersten Ehe seines Vaters, [[Philipp von Sória]] (*1305), bereits als Mitkönig an der Seite Sergis in den Reichsteilen westlich der [[Konsetten]]. Als Sergi selbst volljährig wurde, ermunterte ihn seine Mutter Maria von Interea, eine aktivere Rolle zu spielen und von seinem Vater an der Regentschaft beteiligt zu werden, woraufhin es zu Spannungen zwischen dem König und seinen beiden Söhnen kam. Auch die von Sergi I. arrangierte Ehe Sergis mit seiner Nichte Maria, der Tochter Philipps, half wenig, die Konflikte aus der Welt zu schaffen. 1347 gab Sergi I. nach und ernannte Sergi den Jüngeren zum Mitregenten in den sagradischen Königreichen, nicht jedoch im Westen. Erst zwei Jahre nach dem Tod Philipps 1348 wurde Sergi der Jüngere von seinem Vater als ältester lebender Sohn auch in den peruzinischen und mikolinischen Reichsteilen zum Mitregenten ernannt. Als sein Vater 1354 starb, folgte ihm Sergi II. sodann auch in beiden Reichsteilen auf den Thron. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem seine erste Frau Maria gestorben war, heiratete Sergi 1346 in zweiter Ehe Luisa von Nanthés, die ihm schließlich mehrere Kinder schenkte. Seinem ältesten Sohn [[Gabriel IV.|Gabriel]] übergab er das [[Herzogtum Scantia]]. Seinen jüngeren Sohn [[Don Joán de Peruzien|Johann]] ernannte er zum [[Prinz von Peruzien|Prinzen von Peruzien]] und begründete damit die noch heute in Mikolinien bestehende Tradition, dass der Sohn des Königs diesen Titel trägt. Wie bereits sein Vater versuchte auch Sergi II., durch Allianzen mit dem mikolinischen Adel, die Herrschaft im mikolinischen Reichsteil zu sichern. Dazu bestimmte er seinen Onkel [[Heinrich von Interea]], Sohn Martins von Interea, zum Vikar in Mikolinien. Dennoch nahmen die Spannungen mit dem Adel in beiden Reichsteilen zu, vor allem als Sergi im Jahr 1362/63 schwer erkrankte und nicht mehr im ganzen Reich anwesend sein konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge entwickelte Sergi einen Reichsteilungsplan, wonach sein erstgeborener Sohn Gabriel die Reichsteile östlich und südlich der Konsetten, namentlich Sagradien und Golen, sein jüngerer Sohn Johann dagegen Mikolinien und Peruzien erhalten sollte. Diese Regelung wurde sodann auch im Jahr 1368 durch die mikolinischen Stände in der [[Konvention von Marbore]] bestätigt. Die Regelung wurde aber, noch ehe die Stände in den anderen Reichsteilen hätten zustimmen können, durch den Tod Johanns im Jahr 1369 hinfällig. Dennoch übergab Sergi im Jahr 1370 die Regentschaft in Sagradien und Golen an seinen Sohn Gabriel, genannt &amp;quot;der Schöne&amp;quot;. In Mikolinien installierte er einen Regentschaftsrat, der von [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]], dem Sohn Heinrichs von Interea, dominiert wurde. Entscheidungsbefugt war der Rat jedoch nicht, stattdessen kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Rat und dem Statthalter [[Stefan von Noyar]], dem Bischof von Albero, der als Gefolgsmann Gabriels galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sergi II. schließlich 1378 nach längerer Krankheit starb, hinterließ er seinem Sohn und Nachfolger in allen Reichsteilen [[Gabriel IV.]] eine bereits destabilisierte Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Peruzien]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sergius II.''' (von Sagradien und Micolinien) (*1324, †1378), genannt ''der Jüngere'' oder ''der Kleine'', war [[König von Sagradien]], [[König von Micolinien]], [[König von Peruzien]], [[König von Golen]] (jeweils 1354-1378) sowie [[Herzog von Skanten]] (1326-1359). Er war der zweite König der so genannten &amp;quot;[[Union von Alagua]]&amp;quot;, die ein halbes Jahrhundert lang alle Königskronen der [[Konsettenhalbinsel]] unter dem [[Haus Redanior]] vereinte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergi der Jüngere wurde im Jahr 1324 als ältester Sohn [[Sergi I.|Sergis des Weisen]] und dessen zweiter Ehefrau Maria von Interea geboren. Sein Vater war seit 1315 König von Micolinien und seit 1321 zudem König von Sagradien, Perucía und Golen. Sergis Mutter war eine Tochter [[Martin von Interea]]s. Serge war damit sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits (hier in illegitimer Linie) ein Nachkomme König [[Karl III. von Micolinien|Karls III. von Micolinien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Serge geboren wurde, regierte sein älterer Bruder aus der ersten Ehe seines Vaters, [[Philipp von Sória]] (*1305), bereits als Mitkönig an der Seite Sergis in den Reichsteilen westlich der [[Konsetten]]. Als Sergi selbst volljährig wurde, ermunterte ihn seine Mutter Maria von Interea, eine aktivere Rolle zu spielen und von seinem Vater an der Regentschaft beteiligt zu werden, woraufhin es zu Spannungen zwischen dem König und seinen beiden Söhnen kam. Auch die von Sergi I. arrangierte Ehe Sergis mit seiner Nichte Maria, der Tochter Philipps, half wenig, die Konflikte aus der Welt zu schaffen. 1347 gab Sergi I. nach und ernannte Sergi den Jüngeren zum Mitregenten in den sagradischen Königreichen, nicht jedoch im Westen. Erst zwei Jahre nach dem Tod Philipps 1348 wurde Sergi der Jüngere von seinem Vater als ältester lebender Sohn auch in den peruzinischen und micolinischen Reichsteilen zum Mitregenten ernannt. Als sein Vater 1354 starb, folgte ihm Sergi II. sodann auch in beiden Reichsteilen auf den Thron. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem seine erste Frau Maria gestorben war, heiratete Sergi 1346 in zweiter Ehe Luisa von Nanthés, die ihm schließlich mehrere Kinder schenkte. Seinem ältesten Sohn [[Gabriel IV.|Gabriel]] übergab er das [[Herzogtum Scantia]]. Seinen jüngeren Sohn [[Don Joán de Perucía|Johann]] ernannte er zum [[Prinz von Perucía|Prinzen von Perucía]] und begründete damit die noch heute in Micolinien bestehende Tradition, dass der Sohn des Königs diesen Titel trägt. Wie bereits sein Vater versuchte auch Sergi II., durch Allianzen mit dem micolinischen Adel, die Herrschaft im micolinischen Reichsteil zu sichern. Dazu bestimmte er seinen Onkel [[Heinrich von Interea]], Sohn Martins von Interea, zum Vikar in Micolinien. Dennoch nahmen die Spannungen mit dem Adel in beiden Reichsteilen zu, vor allem als Sergi im Jahr 1362/63 schwer erkrankte und nicht mehr im ganzen Reich anwesend sein konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge entwickelte Sergi einen Reichsteilungsplan, wonach sein erstgeborener Sohn Gabriel die Reichsteile östlich und südlich der Konsetten, namentlich Sagradien und Golen, sein jüngerer Sohn Johann dagegen Micolinien und Perucía erhalten sollte. Diese Regelung wurde sodann auch im Jahr 1368 durch die micolinischen Stände in der [[Konvention von Marbore]] bestätigt. Die Regelung wurde aber, noch ehe die Stände in den anderen Reichsteilen hätten zustimmen können, durch den Tod Johanns im Jahr 1369 hinfällig. Dennoch übergab Sergi im Jahr 1370 die Regentschaft in Sagradien und Golen an seinen Sohn Gabriel, genannt &amp;quot;der Schöne&amp;quot;. In Micolinien installierte er einen Regentschaftsrat, der von [[Karl V. von Micolinien|Karl von Interea]], dem Sohn Heinrichs von Interea, dominiert wurde. Entscheidungsbefugt war der Rat jedoch nicht, stattdessen kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Rat und dem Statthalter [[Stefan von Noyar]], dem Bischof von Albero, der als Gefolgsmann Gabriels galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sergi II. schließlich 1378 nach längerer Krankheit starb, hinterließ er seinem Sohn und Nachfolger in allen Reichsteilen [[Gabriel IV.]] eine bereits destabilisierte Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Micolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Perucía]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sergius II.''' (von Sagradien und Micolinien) (*1324, †1378), genannt ''der Jüngere'' oder ''der Kleine'', war [[König von Sagradien]], [[König von Micolinien]], [[König von Peruzien]], [[König von Golen]] (jeweils 1354-1378) sowie [[Herzog von Scantia]] (1326-1359). Er war der zweite König der so genannten &amp;quot;[[Union von Alagua]]&amp;quot;, die ein halbes Jahrhundert lang alle Königskronen der [[Konsettenhalbinsel]] unter dem [[Haus Redanior]] vereinte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergi der Jüngere wurde im Jahr 1324 als ältester Sohn [[Sergi I.|Sergis des Weisen]] und dessen zweiter Ehefrau Maria von Interea geboren. Sein Vater war seit 1315 König von Micolinien und seit 1321 zudem König von Sagradien, Perucía und Golen. Sergis Mutter war eine Tochter [[Martin von Interea]]s. Serge war damit sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits (hier in illegitimer Linie) ein Nachkomme König [[Karl III. von Micolinien|Karls III. von Micolinien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Serge geboren wurde, regierte sein älterer Bruder aus der ersten Ehe seines Vaters, [[Philipp von Sória]] (*1305), bereits als Mitkönig an der Seite Sergis in den Reichsteilen westlich der [[Konsetten]]. Als Sergi selbst volljährig wurde, ermunterte ihn seine Mutter Maria von Interea, eine aktivere Rolle zu spielen und von seinem Vater an der Regentschaft beteiligt zu werden, woraufhin es zu Spannungen zwischen dem König und seinen beiden Söhnen kam. Auch die von Sergi I. arrangierte Ehe Sergis mit seiner Nichte Maria, der Tochter Philipps, half wenig, die Konflikte aus der Welt zu schaffen. 1347 gab Sergi I. nach und ernannte Sergi den Jüngeren zum Mitregenten in den sagradischen Königreichen, nicht jedoch im Westen. Erst zwei Jahre nach dem Tod Philipps 1348 wurde Sergi der Jüngere von seinem Vater als ältester lebender Sohn auch in den peruzinischen und micolinischen Reichsteilen zum Mitregenten ernannt. Als sein Vater 1354 starb, folgte ihm Sergi II. sodann auch in beiden Reichsteilen auf den Thron. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem seine erste Frau Maria gestorben war, heiratete Sergi 1346 in zweiter Ehe Luisa von Nanthés, die ihm schließlich mehrere Kinder schenkte. Seinem ältesten Sohn [[Gabriel IV.|Gabriel]] übergab er das [[Herzogtum Scantia]]. Seinen jüngeren Sohn [[Don Joán de Perucía|Johann]] ernannte er zum [[Prinz von Perucía|Prinzen von Perucía]] und begründete damit die noch heute in Micolinien bestehende Tradition, dass der Sohn des Königs diesen Titel trägt. Wie bereits sein Vater versuchte auch Sergi II., durch Allianzen mit dem micolinischen Adel, die Herrschaft im micolinischen Reichsteil zu sichern. Dazu bestimmte er seinen Onkel [[Heinrich von Interea]], Sohn Martins von Interea, zum Vikar in Micolinien. Dennoch nahmen die Spannungen mit dem Adel in beiden Reichsteilen zu, vor allem als Sergi im Jahr 1362/63 schwer erkrankte und nicht mehr im ganzen Reich anwesend sein konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge entwickelte Sergi einen Reichsteilungsplan, wonach sein erstgeborener Sohn Gabriel die Reichsteile östlich und südlich der Konsetten, namentlich Sagradien und Golen, sein jüngerer Sohn Johann dagegen Micolinien und Perucía erhalten sollte. Diese Regelung wurde sodann auch im Jahr 1368 durch die micolinischen Stände in der [[Konvention von Marbore]] bestätigt. Die Regelung wurde aber, noch ehe die Stände in den anderen Reichsteilen hätten zustimmen können, durch den Tod Johanns im Jahr 1369 hinfällig. Dennoch übergab Sergi im Jahr 1370 die Regentschaft in Sagradien und Golen an seinen Sohn Gabriel, genannt &amp;quot;der Schöne&amp;quot;. In Micolinien installierte er einen Regentschaftsrat, der von [[Karl V. von Micolinien|Karl von Interea]], dem Sohn Heinrichs von Interea, dominiert wurde. Entscheidungsbefugt war der Rat jedoch nicht, stattdessen kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Rat und dem Statthalter [[Stefan von Noyar]], dem Bischof von Albero, der als Gefolgsmann Gabriels galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sergi II. schließlich 1378 nach längerer Krankheit starb, hinterließ er seinem Sohn und Nachfolger in allen Reichsteilen [[Gabriel IV.]] eine bereits destabilisierte Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Micolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Perucía]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sechzigj%C3%A4hriger_Krieg&amp;diff=24231</id>
		<title>Sechzigjähriger Krieg</title>
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		<updated>2015-11-07T17:50:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Mikolinien|Karls VI. von Mikolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Mikolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:&lt;br /&gt;
* [[Mikolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)&lt;br /&gt;
* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)&lt;br /&gt;
* Peruzinischer Bürgerkrieg zwischen der pro-mikolinischen [[Alberenser Union]] und ihren Gegnern&lt;br /&gt;
* Sagradisch-Mikolinischer Krieg um [[Peruzien]], [[Golen]] und [[Skanten]] (1396-1423, 1427-1443)&lt;br /&gt;
* Erster Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1398-1418)&lt;br /&gt;
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)&lt;br /&gt;
* Zweiter Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1424-1440)&lt;br /&gt;
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anlass ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp]] als [[König von Peruzien]] und [[König von Mikolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), [[Peruzien]] und [[Mikolinien]] in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der mikolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der mikolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum mikolinischen König machte und seine Herrschaft im Mikolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die mikolinische Krone fallen lassen, behielt aber Peruzien und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erbenlosigkeit Gabriels und die ungeklärte Lage in Peruzien führten aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Peruzien kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Mikolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Peruzien nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promikolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die [[Konvention von Marbore]]. Nach dem Tod Josephs von Ostino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Mikolinien, mit dem mikolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der mikolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-mikolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmikolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmikolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die mikolinische Krone vor allem taktischer Natur war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Mikolinien brachte Erfolge für Mikolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit mikolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Mikolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[Sancristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.&lt;br /&gt;
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische [[Union von Alagua]] endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um [[Peruzien]] wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Verzicht Sagradiens auf [[Peruzien]] und dem Mikoliniens auf [[Golen]] sowie die Festschreibung der so genannten &amp;quot;[[Medeo-Linie]]&amp;quot; als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden mit Mikolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschätzung ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sechzigj%C3%A4hriger_Krieg&amp;diff=24230</id>
		<title>Sechzigjähriger Krieg</title>
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		<updated>2015-11-07T17:48:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Anlass */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Mikolinien|Karls VI. von Mikolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Mikolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:&lt;br /&gt;
* [[Mikolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)&lt;br /&gt;
* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)&lt;br /&gt;
* Peruzinischer Bürgerkrieg zwischen der pro-mikolinischen [[Alberenser Union]] und ihren Gegnern&lt;br /&gt;
* Sagradisch-Mikolinischer Krieg um [[Peruzien]], [[Golen]] und [[Skanten]] (1396-1423, 1427-1443)&lt;br /&gt;
* Erster Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1398-1418)&lt;br /&gt;
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)&lt;br /&gt;
* Zweiter Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1424-1440)&lt;br /&gt;
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anlass ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp]] als [[König von Peruzien]] und [[König von Mikolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), [[Peruzien]] und [[Mikolinien]] in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der mikolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der mikolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum mikolinischen König machte und seine Herrschaft im Mikolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die mikolinische Krone fallen lassen, behielt aber Peruzien und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erbenlosigkeit Gabriels und die ungeklärte Lage in Peruzien führten aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Peruzien kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Mikolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Peruzien nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promikolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die [[Konvention von Marbore]]. Nach dem Tod Josephs von Ostino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Mikolinien, mit dem mikolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der mikolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-mikolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmikolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmikolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die mikolinische Krone vor allem taktischer Natur war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Mikolinien brachte Erfolge für Mikolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit mikolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Mikolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[Sancristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.&lt;br /&gt;
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische Union endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Perucía wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Verzicht Sagradiens auf Perucía und dem Mikoliniens auf Golens sowie die Festschreibung der so genannten &amp;quot;[[Medeo-Linie]]&amp;quot; als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden mit Mikolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschätzung ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Sechzigjähriger Krieg</title>
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		<updated>2015-11-07T17:45:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Mikolinien|Karls VI. von Mikolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Mikolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:&lt;br /&gt;
* [[Mikolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)&lt;br /&gt;
* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)&lt;br /&gt;
* Peruzinischer Bürgerkrieg zwischen der pro-mikolinischen [[Alberenser Union]] und ihren Gegnern&lt;br /&gt;
* Sagradisch-Mikolinischer Krieg um [[Peruzien]], [[Golen]] und [[Skanten]] (1396-1423, 1427-1443)&lt;br /&gt;
* Erster Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1398-1418)&lt;br /&gt;
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)&lt;br /&gt;
* Zweiter Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1424-1440)&lt;br /&gt;
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anlass ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp]] als [[König von Perucía]] und [[König von Mikolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), Perucía und Mikolinien in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der mikolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der mikolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum mikolinischen König machte und seine Herrschaft im Mikolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die mikolinische Krone fallen lassen, behielt aber Perucía und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erbenlosigkeit Gabriels führte aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Perucía kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Mikolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Perucía nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promikolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die Konvention von Marbore. Nach dem Tod Josephs von Óstino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Mikolinien, mit dem mikolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der mikolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-mikolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmikolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmikolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die mikolinische Krone vor allem taktischer Natur war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Mikolinien brachte Erfolge für Mikolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit mikolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Mikolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[Sancristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.&lt;br /&gt;
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische Union endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Perucía wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Verzicht Sagradiens auf Perucía und dem Mikoliniens auf Golens sowie die Festschreibung der so genannten &amp;quot;[[Medeo-Linie]]&amp;quot; als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden mit Mikolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschätzung ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mikolinien&amp;diff=24228</id>
		<title>Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T17:38:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] einen Höhepunkt, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte. Nach Kriegen gegen das napoleonische Frankreich und gegen dessen sagradischen Verbündeten sicherte sich Mikolinien auf dem Wiener Kongress 1815 schließlich den Besitz [[Westligrien]]s und [[Golen]]s (ohne den Ostteil). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert erlebte Mikolinien unter liberaler Vorherrschaft einen Industrialisierungs-, Zentralisierungs- und Demokratisierungsprozess, die sich gegenseitig überlagerten und zu neuen Spannungen führte. Das Staatsgebiet konnte in zwei [[Golenkriege]]n gegen Sagradien abgesichert werden. Unter [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]] erhielt Mikolinien 1856 eine liberale Verfassung, die [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|1879]] weiter demokratisiert wurde. Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) fanden Wirtschafts- und Sozialreformen statt. Zudem wurde 1906 das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt. 1917 trat Mikolinien auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spannungen zwischen Zentralmacht und einer erstarkten Unabhängigkeitsbewegung in Golen führte in den 1920er Jahren zu dauerhaften Kämpfen zwischen golischen Separatisten, golischen Loyalisten und mikolinischer Staatsmacht, die seit 1934 Formen eines [[Golischer Bürgerkrieg|offenen Bürgerkriegs]] annahmen. Nach dem Tod des langjährigen Staatsministers [[Pier Ulisse]] von der konservativ-liberalen [[Nationale Koalition|Nationalkoalition]] weitete sich die Golenkrise in den 1940er Jahren zu einer gesamtmikolinischen Staatskrise, aus der nach der [[Maikrise 1948]] die Auflösung der Nationalkoalition und eine umfangreiche [[Mikolinische Verfassungsrevision 1948|Verfassungsrevision]] resultierte. Aus dem mikolinischen Zentralstaat wurde nun eine föderale Monarchie aus parlamentarischer Grundlage, der Bürgerkrieg in Golen wurde endgültig beendet. Offene Grenzkonflikte mit Sagradien konnten in den [[Golenverträge]]n 1955 endgültig ausgeräumt werden, 1972 gründeten beide Nationen den [[Blaumeer]]]rat, 1973 trat das bisherige EFTA-Mitglied Mikolinien wie zuvor Sagradien den Europäischen Gemeinschaften bei. 1999/2002 führte Mikolinien den Euro ein, der die [[Mikolinische Libra]] als gesetzliches Zahlungsmittel ablöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mikolinien&amp;diff=24227</id>
		<title>Mikolinien</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mikolinien&amp;diff=24227"/>
		<updated>2015-11-07T17:35:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] einen Höhepunkt, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte. Nach Kriegen gegen das napoleonische Frankreich und gegen dessen sagradischen Verbündeten sicherte sich Mikolinien auf dem Wiener Kongress 1815 schließlich den Besitz [[Westligrien]]s und [[Golen]]s (ohne den Ostteil). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert erlebte Mikolinien unter liberaler Vorherrschaft einen Industrialisierungs-, Zentralisierungs- und Demokratisierungsprozess, die sich gegenseitig überlagerten und zu neuen Spannungen führte. Das Staatsgebiet konnte in zwei [[Golenkriege]]n gegen Sagradien abgesichert werden. Unter [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]] erhielt Mikolinien 1856 eine liberale Verfassung, die [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|1879]] weiter demokratisiert wurde. Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) fanden Wirtschafts- und Sozialreformen statt. Zudem wurde 1906 das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt. 1917 trat Mikolinien auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spannungen zwischen Zentralmacht und einer erstarkten Unabhängigkeitsbewegung in Golen führte in den 1920er Jahren zu dauerhaften Kämpfen zwischen golischen Separatisten, golischen Loyalisten und mikolinischer Staatsmacht, die seit 1934 Formen eines offenen Bürgerkriegs annahmen. Nach dem Tod des langjährigen Staatsministers [[Pier Ulisse]] von der konservativ-liberalen [[Nationale Koalition|Nationalkoalition]] weitete sich die Golenkrise in den 1940er Jahren zu einer gesamtmikolinischen Staatskrise, aus der nach der [[Maikrise 1948]] die Auflösung der Nationalkoalition und eine umfangreiche [[Mikolinische Verfassungsrevision 1948|Verfassungsrevision]] resultierte. Aus dem mikolinischen Zentralstaat wurde nun eine föderale Monarchie aus parlamentarischer Grundlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mikolinien&amp;diff=24226</id>
		<title>Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T17:29:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] einen Höhepunkt, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte. Nach Kriegen gegen das napoleonische Frankreich und gegen dessen sagradischen Verbündeten sicherte sich Mikolinien auf dem Wiener Kongress 1815 schließlich den Besitz [[Westligrien]]s und [[Golen]]s (ohne den Ostteil). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert erlebte Mikolinien unter liberaler Vorherrschaft einen Industrialisierungs-, Zentralisierungs- und Demokratisierungsprozess, die sich gegenseitig überlagerten und zu neuen Spannungen führte. Das Staatsgebiet konnte in zwei [[Golenkriege]]n gegen Sagradien abgesichert werden. Unter [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]] erhielt Mikolinien 1856 eine liberale Verfassung, die [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|1879]] weiter demokratisiert wurde. Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) fanden Wirtschafts- und Sozialreformen statt. Zudem wurde 1906 das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt. 1917 trat Mikolinien auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Mikolinien&amp;diff=24225</id>
		<title>Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T17:20:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] eine Krönung, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T17:19:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Königreich Mikolinien''' ([[Mikolinische Sprache|mikol.]] '''Règne de Micolinas''', wörtlich ''Königreich der Mikolinien'') ist eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist [[Servette]].  Mit einer Fläche von 334.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 29 Millionen gehört Mikolinien zu den zehn größten Staaten Europas. Seit 1973 ist der frühere EFTA-Staat Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist Mikolinien ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat, in dem die historischen Regionen [[Peruzien]] und [[Golen]] eigene Landesteile bilden. Zum Staatsgebiet des Königreichs gehören neben den Regionen Mikoliniens auch die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik, die einen weitreichenden Autonomiestatus besitzen und kein Teil der EU sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Mikolinien ist eine Halbinsel in Westeuropa und der westliche Teil der größeren [[Konsettenhalbinsel]]. Das Land grenzt im Osten an [[Sagradien]] und [[Sancristo]] sowie ans [[Blaues Meer|Blaue]] und ans [[Ligrisches Meer|Ligrische Meer]]. Ansonsten ist das Land ganz vom Atlantischen Ozean umgeben. Die größten vorgelagerten Inseln sind [[Feiróa]] und [[Sáloa]]. Im Nordatlantik befinden sich die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]], die einen autonomen Bestandteil des Königreichs Mikolinien mit Sonderstatus darstellen. Die mikolinische Halbinsel kann in drei Landschaften geteilt werden. [[Perucía]], [[Soria]] und [[Westligre]] mit dem [[Alberisches Tiefland|Alberischen Tiefland]], dem [[Sorisches Plateau|Sorischen Plateau]] sowie dem [[Hochland von Perucía]] im Norden; die [[Litische Konsetten|Litischen]] und [[Murische Konsetten|Murischen]] [[Konsetten]] sowie die angrenzende [[Westmikolinische Gebirgskette|westmikolinischen Gebirgskette]] in der Mitte sowie die [[Correrische Tiefebene|Correrische]], die [[Lukische Tiefebene|Lukische]] und die [[Eraltiefebene]] rund um das [[Südmikolinisches Massiv|Südmikolinische Massiv]] im Süden des Landes. Höchster Berg des Landes sowie höchster Gipfel der Konsetten sowie der Konsettenhalbinsel ist der 3690 Meter hohe [[Mont Durasq]] in den [[Hochkonsetten]].&lt;br /&gt;
Der Staat Mikolinien verfügt über eine Fläche von ca. 334.000 km².&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohner und Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Mit einer Einwohnerzahl von ca. 35 Millionen ist Mikolinien nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Sagradien, Italien, Spanien und Polen das achtgrößte Land der Europäischen Union. Die bevölkerungsreichsten Gebiete Mikoliniens liegen im Südwesten des Landes mit der dicht besiedelten Eraltiefebene, den Metropolregionen [[Servette]], [[Saséia]] und [[Nanthés]] sowie den südpiranischen Industriegebieten. Zudem existieren größere Ballungsräume um die Städte [[Albero]],[[Luenas]] und [[Alagua]]. Die montanischen Gebirgsregionen sowie die peruzinischen Lande im Norden der Halbinsel sind dagegen sehr dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist [[Servette]]. Die Stadt gehört mit einer Einwohnerzahl von etwa 1,8 Millionen Einwohnern zu den zehn größten Städten der EU. Zweigrößte Stadt des Landes und zugleich Metropole des peruzinischen Nordens ist [[Albero]] mit einer Einwohnerzahl von knapp einer Million. Danach folgen [[Macedi]] (450.000), [[Nanthés]] (390.000), [[Luenas]] (340.000), [[Saséia]] (320.000), [[Plato]] (290.000) und [[Alagua]] (285.000). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Größte Städte Mikoliniens: &lt;br /&gt;
* 1. [[Servette]] (1.8 Millionen Einwohner)&lt;br /&gt;
* 2. [[Albero]] (990.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 3. [[Macedi]] (450.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 4. [[Nanthés]] (390.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 5. [[Luenas]] (340.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 6. [[Saséia]] (320.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 7. [[Plato]] (290.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 8. [[Alagua]] (285.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 9. [[Cania]] (231.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
* 10. [[Léias]] (205.000 Einwohner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
Im gesamten Staatsgebiet des Königreichs Mikolinien gilt die [[Mikolinische Sprache]] als Amtssprache. Daneben ist das [[Peruzinische Sprache|Peruzinische]] regionale Amtssprache in den nördlichen Regionen des Landes, namentlich [[Ober-Perucia]], [[Nieder-Perucia]], [[Nord-Perucia-Westligre]] sowie in [[Soria]]. In der Region [[Golen]] gilt das [[Golische Sprache|Golische]] als regionale Amtssprache. Auf den [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] wird neben Mikolinisch die keltische [[Avinische Sprache]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es verschiedene Minderheitensprachen wie [[Sagradische Sprache|Sagradisch]], [[Blaumeerromanische Sprachen|Blaumeerromanisch]] und [[Litische Sprache|Litisch]], die unter besonderem Schutz stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
siehe ausführlich: [[Geschichte Mikoliniens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war die [[mikolinische Halbinsel]] von verschiedenen [[Sagrer|sagrischen]] und keltischen Stämmen wie den [[Litier]]n, [[Haesker]]n, [[Pontier]]n, [[Faläer]]n und [[Oskanier]]n besiedelt. Unter Augustus und seinen Nachfolgern wurde ein großer Teil der Halbinsel von den Römern erobert, die die [[Provincia Micolina]] einrichteten und sie nach dem Stamm der [[Mikoläer]] benannten. Der oskanische Norden blieb aber unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fielen verschiedene Stämme auf der Halbinsel ein und errichteten unabhängige Reiche, darunter die [[Skanten]], [[Golen]] und [[Herkanden]]. Im Süden der Halbinsel etablierten sich fünf [[Herkanden|herkandische Kleinkönigreiche]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693) in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein südliches Großreich bis zur [[Voraneiy]] schuf und zum trinitarischen Glauben übertrat. Er gilt bis heute als Begründer der mikolinischen Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert errichteten skandinavische [[Perutinger]] im Norden der Halbinsel ein eigenes Königreich, im Süden zerfiel das Reich Franzerichs des Großen seit 804 in verschiedene Kleinreiche ([[Drei-Mikolinien]]), die 998 von [[Ludiga der Große|Ludiga dem Großen]]  (998-1049) aus dem [[Haus Lonea]] wieder vereint und konsolidiert wurden. Nach dessen Tod begannen erneute Wirren. Im 12. Jahrhundert verlor das mikolinische Königreich zuerst den [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erfolgekrieg 1101-1112]] und danach den [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg]] gegen [[Sagradien]]. Im Innern kam es zu Aufständen des Hauses Salua, die 1167 in bürgerkriegsähnlichen Zuständen resultierten ([[Temp de Sang]]). Erst 1214 konnte sich das [[Haus Salua]] dauerhaft als Königshaus etablieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Sergi I.|Serge dem Weisen]] (1315-1354) aus dem [[Haus Redanior]] wurden erstmals die Kronen Mikoliniens, Peruziens, Golens und Sagradiens in Personalunion vereint ([[Union von Alagua]]), das Machtzentrum verlagerte sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aber nach Sagradien. Gegen die Herrschaft [[Gabriel I.|Gabriels I.]] verbündete sich der mikolinische Hochadel 1386 in der [[Nantheser Konvention]] unter Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]]. Nach dem erfolgreichen [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg|Mikolinischen Unabhängigskeitskrieg]] (1386-1390) begründeter dieser als [[Karl V. von Mikolinien]] das [[Haus Interea|Königshaus Interea]], ehe sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI.]] im [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] die Union Mikoliniens mit der peruzinischen Krone sichern konnte. Die mikolinische Krone blieb aber schwach. Im Zuge der [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriege]] im 15. Jahrhundert fielen große Teile der Südküste an das sagradische [[Haus Sántori]], seit Mitte des 16. Jahrhunderts führte der Vormarsch der protestantischen [[Uleistenbewegung]] im Norden zu Religionskriegen, die erst im [[Edikt von Plato]] (1584) ein Ende fanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert setzte ein allmählicher Machtgewinn der mikolinischen Krone und eine Konsolidierung des Staatsgebiets ein. Nach dem erfolglosen [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] gegen Sagradien (1620-1624) gewann Mikolinien im [[Azumarischer Krieg|Azumarischen Krieg]] (1657-1669) und im Spanischen Erbfolgekrieg strategische Vorteile gegenüber Sagradien, das seine Vorherrschaft im Blaumeerraum einbüßte. Nach dem erbenlosen Tod [[Karl IX. von Mikolinien|Karls IX.]] regierte seit 1670 in Mikolinien das [[Haus Albero]]. Die Könige aus dem Haus Albero setzten die sogenannte [[Restitutionspolitik]] fort, die auf eine Vertreibung sagradischer Einflüsse auf der mikolinischen Halbinseln hinauslief. Diese Politik erlebte schließlich unter [[Karl X. von Mikolinien|Karl X.]] eine Krönung, der das [[Herzogtum Servette]] am Ende des [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekriegs]] 1760 wieder ins mikolinische Königreich einverleiben konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
Das Königreich Mikolinien (''Règne de Micolinas'') ist gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1856 (in der revidierten Form von 1948) eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der [[König von Mikolinien|König]] ist Repräsentant der Monarchie und der Nationalen Einheit. In der Verfassung wird er nur als König von Mikolinien (''Rè de Micolinas'') bezeichnet, im Protokoll benutzt er aber u.a. die Titel ''Rè de Micolinas, Perucía i Gólica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formell ist der König zudem Oberster Inhaber der Exekutive. Diese wird de facto vom [[Mikolinische Regierung|Staatsministerium]] (''Ministère d’Estat'') gebildet, das aus dem [[Staatsminister]] (''Ministre d’Estat'') und den Fachministern (''Ministres'') besteht und vom König ernannt wird. Dem König ist ein [[Mikolinischer Staatsrat|Staatsrat]] (''Consile d’Estat'') als Beratungsorgan beigegeben, der aus Mitgliedern des königlichen Hauses, ehemaligen Richtern, Beamten und Politikern besteht, die vom König ernannt werden. Mitglieder des Rates können vom König delegiert werden und in dessen Namen den Kabinettssitzungen beiwohnen. Zudem müssen Gesetze vor deren Inkrafttreten vom Staatsrat diskutiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative besteht aus einem [[Mikolinisches Parlament|Zweikammerparlament]] (''Parlament Micoline''). Der [[Mikolinischer Senat|Senat]] (''Senat Reial'') besteht aus 91 Mitgliedern, die durch Verhältniswahl von den Regionalparlamenten delegiert werden. Die [[Mikolinische Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer]] (''Camra-Deputate'') mit 351 Mitgliedern wird direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei eine Sperrklausel von 4% der Stimmen auf regionaler Ebene zur Anwendung kommt. Die Legislaturperiode der beiden Kammern dauert vier Jahre. Beide Kammern können vom König vorzeitig, jedoch nur gemeinsam aufgelöst werden. Sie können sich durch Mehrheitsbeschluss auch selbst auflösen. Das Staatsministerium bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer und kann durch Misstrauensvotum gestürzt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der höchste Gerichtshof ist der ''[[Cort Suprème de Micolinas]]''. Daneben existiert ein oberster Verwaltungsgerichtshof (''Cort Suprème de Administratió'').Zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung ist ein Ombudsmann tätig, der als Defensor Cívic bezeichnet wird und vom Senat für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien erfüllt einige Kriterien einer Konsens-Demokratie nach dem Konzept von A. Lijphart. Dazu gehören der föderale Staatsaufbau, das nahezu unbeschränkte Verhältniswahlrecht bei Wahlen zur Abgeordnetenkammer, die bikamerale Legislative sowie die feste Verfassung. Die meist aus mehreren Parteien zusammengesetzte Exekutive richtet sich in ihrer Zusammensetzung zudem nach einer inoffziellen Quote, um die nationalen Minderheiten und Regionen einzubeziehen. So gibt es ungeschriebene Quoten für Golen und Peruziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Mikolinisches Parteiensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikolinien war über viele Jahrzehnte hinweg von einem Fünfparteiensystem geprägt. Stärkste und zeitweise dominante Partei war die christdemokratische [[Cèntre Democrat de Micolina|Zentrumspartei]] (CDM), die mit der etwa gleich großen sozialdemokratischen [[Partit Socialiste Lavorator|Arbeispartei]] (PSL) konkurrierte. Wichtiger Bündnispartner der Christdemokraten war dabei lange Zeit die liberale [[Partit Democrat Libral|PDL]]. Sowohl die [[Partit Comuniste de Micolina|Kommunisten]] auf der Linken als auch die nationalistische [[Partit National Libral|PNL]] auf der Rechten waren weitgehend von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Erst mit der Spaltung der Liberalen 1979 und der Etablierung der konservativ-liberalen [[Unió Popolar Democrat|UPD]] sowie dem Auftreten der [[Liste Vert|Grünen]] hat sich dieses Bild verändert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Auf nationaler Ebene existieren derzeit drei größere Parteien: Die christdemokratische Zentrumspartei [[CDM]], die sozialistische Arbeitspartei [[PSL]] sowie die rechtsliberale Volksunion [[UPD]]. Daneben ist eine Reihe kleinerer Parteien wie die [[Liste Vert|Grüne Liste]], die [[PCM|Kommunistische Partei Mikoliniens]], die linksliberale [[Democratia Libral]] und die rechtsgerichtete [[PNL-PLM]] von Bedeutung. In [[Golen]] dominieren mit der zentristischen [[Pùble Gools|Volkspartei]] und der sozialdemokratischen [[Gools Natiò|Nationalpartei]] zwei starke nationalistische Parteien, während als Regionalpartei des peruzinischen Nordens der [[Bloq Perucín]] eine Rolle spielt. Zudem besteht in [[Litica-Paes Montane]] auf regionaler und kommunaler Ebene die agrarische [[Partit Montane]]. Auf den [[Avinische Inseln|Avinen]] konkurrieren mit der linksnationalistischen [[Anibynnòl Avvynn|Unabhängigkeitspartei]] und der liberal-unionistischen [[Blàedh Kevryadh Avynn|Koalitionspartei]] zwei regionale Parteien der linken und der rechten Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Seit 1948 ist das Königreich Mikolinien ein Bundesstaat, der aus 17 formal weitgehend gleichberechtigten ''Regionen'' besteht. Den historisch und kulturell eigenständigen Gebieten [[Peruzien]] und [[Golen]] wird in der Verfassung zudem der Status distinkter ''Landesteile'' (&amp;quot;innerhalb des vereinigten Königreichs&amp;quot;) zuerkannt, womit einige weitergehende Vollmachten verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 17 Regionen Mikoliniens sind: &lt;br /&gt;
* [[Alto Conte]] (''Oberkont''), Hauptstadt: [[Mont Sinicia]]&lt;br /&gt;
* [[Alto Perucía]] (''Oberperucia''), Hauptstadt: [[Alessa]]&lt;br /&gt;
* [[Baiso Perucía]] (''Niederperucia''), Hauptstadt: [[Albero]]&lt;br /&gt;
* [[Conte-Tinagua]] (''Kont-Tinagua''), Hauptstadt: [[Tinagua]]&lt;br /&gt;
* [[Correra]], Hauptstadt: [[Marbore]]&lt;br /&gt;
* [[Fanata]], Hauptstadt: [[Saseia]]&lt;br /&gt;
* [[Feiroa]], Hauptstadt: [[Feiroa-Citat]]&lt;br /&gt;
* [[Golica]] ([[golisch|gol.]] ''Gŏole'', ''Golen''), Hauptstadt: [[Alagua]] (gol. ''Elaque'')&lt;br /&gt;
* [[Litica-Paes Montane]] (''Litien-Bergland''), Hauptstadt: [[Cania]]&lt;br /&gt;
* [[Lonea]], Hauptstadt: [[Luenas]]&lt;br /&gt;
* [[Lucia]] (''Lukien''), Hauptstadt: [[Macedi]]&lt;br /&gt;
* [[Nort Perucía - Ligre Ovest]] (''Nordperucia-Westligre''), Hauptstadt: [[Luagua]]&lt;br /&gt;
* [[Piranía]] (''Piranien''), Hauptstadt: [[Nanthés]]&lt;br /&gt;
* [[Saloa]] (''Salua''), Hauptstadt: [[Sant Roque]]&lt;br /&gt;
* [[Servette-Capital]] (''Hauptstadtregion Servette''), Hauptstadt: [[Servette]]&lt;br /&gt;
* [[Soria]], Hauptstadt: [[Santa Maria de Soria]]&lt;br /&gt;
* [[Voraneiy]], Hauptstadt: [[Santéi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regionen sind wiederum in verschiedene [[Mikolinische Bezirke|Verwaltungsbezirke]] unterteilt, die je nach Region unterschiedlich benannt sind (''Provinzen'', ''Distrikte'', ''Viguers''). Die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der Regionen wird amtlich als [[Regionale Verwaltungs-Einheit]] (''Entitat Regional Administratif'', ERA) bezeichnet. Die ERAs sind weitestgehend mit den alten zentralstaatlichen Verwaltungsbezirken identisch und in einigen Regionen lediglich statistischer Natur. Die Regionen [[Saloa]], [[Feiroa]], [[Servette-Capital]] und [[Soria]] sind mit der entsprechenden ''ERA'' identisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Regionen gehören zum Königreich Mikolinien als ''Entitates Especials'' die beiden ''Zwillingsinseln'' [[Nerva und  Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]]. Diese gehören keiner Region an, sondern unterstehen direkt der Krone. Sie genießen eigene Autonomierechte, sind aber kein gleichberechtigtes Subjekt der Föderation. Die [[Avinische Inseln|Avinischen Inseln]] im Nordatlantik besitzen seit 2000 den Status eines komplett selbstverwalteten Gemeinwesens unter der Krone Mikoliniens, dessen lediglich auswärtigen und militärischen Angelegenheiten vom Königreich Mikolinien wahrgenommen werden. Versuche Golens, einen ähnlichen Status zu erreichen, sind bisher fehlgeschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte des Föderalismus in Mikolinien ===&lt;br /&gt;
Die mikolinische Monarchie war bis 1948 als Einheitsstaat verfasst, doch gab es bereits seit den 1920er Jahren Versuche, dem nach stärkerer Selbständigkeit strebenden [[Golen]] begrenzte Autonomie zuzugestehen. Antriebskraft war die [[Golische Unabhängigkeitsbewegung]], die zur Erreichung eines eigenständigen Golischen Staates seit den 1930er Jahren schließlich einen offenen [[Golischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] anführte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg in Golen, verbunden mit Regional- und Autonomiebewegungen in anderen Teilen des Landes, vor allem in [[Peruzien]] und [[Litica]], führte 1948 schließlich zur Föderalisierung des Landes. Mit der Verfassungsrevision dieses Jahres wurde die die bis dahin unitarische Monarchie als Bundesstaat definiert und erhob die bereits vorher bestehenden [[Mikolinische Regionen|Regionen]] zu Gliedstaaten mit eigenem Statut, eigenen Institutionen und eigenen Vollmachten. Als historische &amp;quot;Landesteile&amp;quot; wurden Golen und Peruzinern einige Vorrechte eingeräumt, die im Falle Golens die [[Golen|gleichnamige Region]], im Fall Peruziens die perutinischen Regionen gemeinsam ausüben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht Mikolinien aus 17 Regionen als Gliedstaaten. Obwohl Mikolinien als föderale Monarchie verfasst ist, gibt es auch zentralstaatliche Elemente. Es gibt keinen Mechanismus für einen Austritt einer Region aus der Union, dagegen kann de jure der König, de facto aber die Zentralregierung in Servette, eine regionale Regierung suspendieren, wenn sie gegen die gemeinsame Verfassung des Königreichs verstößt. Der mikolinische Föderalismus wird daher auch als schwacher Föderalismus bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der jüngeren Vergangenheit gab es Versuche, die Regionen des [[Perucía|peruzinischen]] Nordens zu einer großen ''Region Perucía'' zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht gegen die einwohner- und wirtschaftsstarken Regionen des Südens zu bilden und die Ausübung der gemeinsamen Aufgaben zu erleichtern. Dies konnte bisher allerdings nicht durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch haben sich die Regionen [[Soria]], [[Oberperucía|Ober-]] und [[Niederperucia]] sowie [[Nordperucia-Westligre]] 1993 offiziell zur [[Peruzinische Gemeinschaft|Peruzinischen Gemeinschaft]] (''Comunitat Perucina'', peruz. ''Comuntait Perucín'') zusammengeschlossen, die als [[Interregionale Gemeinschaften|interregionale Gemeinschaft]] (''Comunitats Inter-Regionals'') gemeinsame politische Maßnahmen koordiniert, vor allem die laut Verfassung dem Landesteil Peruzien zukommenden Sonderrechte. Darunter fallen vor allem die Kultur- und gemeinsame Steuerspolitik. Als gemeinsame Organe bestehen der ''Peruzinische Rat'' (''Consile Perucine'', peruz. ''Consell Perucín''), der aus delegierten Mitgliedern der Regionalparlamente besteht, sowie der ''Gemeinsame Ausschuss'' (''Comisió Coniunta'', peruz. ''Comisiò Coxunt''), bestehend aus Präsidenten und Fachministern der Regionen. Jedoch nehmen nicht alle Regionen, v.a. Nordperucia-Westligre, in gleichem Umfang an der gemeinsamen Politik teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem gibt es in [[Golen]] und in geringerem Ausmaß auch im peruzinischen Norden Bestrebungen, den bisherigen Föderalismus in eine Konföderation gleichberechtigter Staaten Golen und Mikolinien (und gegebenenfalls Perucia) umzuwandeln und die Zuständigkeit der Zentralregierung in Servette für die anderen Landesteile stark einzuschränken bzw. gänzlich abzuschaffen. Diese Lösung wird vor allem von den golischen Nationalisten der [[Gŏols Natiò]] und teilweise auch von der [[Pùble Gŏols|Golischen Volkspartei (Pùble Gŏols)]] angestrebt und ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts „Königreich der Bürger und Nationen“, das die seit 2008 amtierende golische Regionalregierung [[Senterrsi]] in Anknüpfung an bereits zuvor mit der Volkspartei ausgehandelten Strategien zu ihrem Regierungsprogramm gemacht hat. Die gesamtstaatlich operierenden Parteien lehnen die Umwandlung der Föderation in eine Konföderation jedoch mehrheitlich ab, ebenso wie golische Republikaner, die sich für einen vollständigen Austritt Golens aus der Monarchie aussprechen. Innerhalb der Sozialistischen Partei besteht hier Dissens zwischen der Golischen [[PSG]] und der gesamtmikolinischen [[PSL]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1948 gab es bisher erst zwei Änderungen an der föderalen Gebietsgestaltung des Königreichs. Der Bezirk [[Soria]] gehörte nach 1948 zur Region [[Niederperucía]] und wurde erst im Jahr 1991 aus der Region ausgegliedert und als eigene Region konstituiert. Der [[Bezirk Servette]] war nach 1948 ein bundesunmittelbares Gebiet und erhielt erst im Jahr 1982 den Status als gleichberechtigte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Staat in Westeuropa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Erster_Asumarischer_Krieg&amp;diff=24223</id>
		<title>Erster Asumarischer Krieg</title>
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		<updated>2015-11-07T17:12:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Bedeutung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Asumarische Krieg''' von 1657 bis 1669 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen [[Micolinien]] und [[Sagradien]], zeitweise unter Beteiligung weiterer Mächte, um die Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blauen Meer]] und auf der [[Konsettenhalbinsel]] sowie um Thronfolge des kinderlosen [[Karl IX. von Micolinien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Nach den [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriegen]] 1477-1506 stellte die Großmacht [[Sagradien]] unter den [[Santori]]-Königen eine Hegemonialmacht über die westliche europäische Peripherie dar und kontrollierte neben [[Golen]] und [[Westligrien]] auch den gesamten Süden der micolinischen Halbinsel. Nach inneren Wirren in Micolinien versuchte die aufstrebende Macht seit dem frühen 17. Jahrhundert die Vorherrschaft Sagradiens zu brechen und Gebiete zurückzugewinnen. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] von 1620 verbündete sich Micolinien mit England gegen Sagradien und versuchte einen Angriff auf das westligrische Küstengebiet. Bis 1624 konnte sich Sagradien jedoch behaupten und seine Stellung sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit waren die Schicksale beider Mächte eng miteinander verknüpft. Bis 1633 regierte in Micolinien die Santori-Prinzessin [[Maria Charlotte von Sagradien]] für den minderjährigen König [[Karl IX. von Micolinien|Karl IX.]]. Dessen Schwester [[Katharina von Micolinien]] gewann als Ehefrau des sagradischen Königs [[Gabriel VI.]] zeitweise entscheidenden Einfluss auf die sagradische Politik und war nach Gabriels Tod 1651 Regentin des Landes. Ihr Bruder Karl IX. selbst heiratete in dritter Ehe schließlich Katharinas Tochter, seine Nichte [[Maria Teresa von Sagradien]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die enge Allianz beider Mächte hielt jedoch nicht lange. Der zwangsweise herbeigeführte Sturz Katharinas von Micolinien als sagradische Regentin im Jahr 1654 und die folgende Regierung des [[Kardinal Bernabêu|Kardinalbischofs Bernabêu]] führte zu ernsten Verstimmungen zwischen beiden Staaten. In diesem Augenblick wurde auch die Thronfolge-Frage in Micolinien aktuell. Da sich eine kinderlose Ehe zwischen Karl IX. und Maria Teresa abzeichnete und die Nachfolge damit vakant wurde, drängten die micolinischen Stände den kinderlosen König, seinen Neffen [[Johann IV. von Micolinien|Johann von Albero]] aus einer Nebenlinie des Königshauses zum Nachfolger zu designieren. Sagradien unter Kardinalbischof Bernabêu erkannte aber die Thronfolge nicht an und erhob für Karls Schwester Katharina - trotz ihres Sturzes - und ihre Nachkommen Anspruch auf den Thron. Eine solche Doppelmonarchie in Westeuropa fürchtete vor allem Sagradiens Dauergegner Spanien, das nach dem Dreißigjährigen Krieg um seine Vorherrschaft fürchtete und schließlich eine Allianz mit Micolinien einging. Im Gegenzug machte Micolinien zudem alte Ansprüche auf [[Golen]] geltend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Der Einfall des micolinischen Heeres unter dem designierten Thronfolger Johann von Albero in Golen 1657 markierte schließlich den Beginn des Asumarischen Kriegs. Spanien hielt sich zunächst zwar offiziell aus dem Krieg heraus, steuerte aber Hilfstruppen bei, sodass sich das im Krieg gegen Spanien befindliche republikanische England unter Oliver Cromwell zu ähnlicher Unterstützung für Sagradien entschied. Der micolinische Einfall in Golen konnte zunächst zurückgeschlagen werden, große Teile des Südens wurden aber erobert. Seit 1559 setzte Sagradien aber im Norden zum Gegenschlag an und rückte unter dem Befehlshaber Herzog [[Ludwig Philipp II. von Sesin]], genannt &amp;quot;der Vielgeliebte&amp;quot;, bis ins [[Perucia|peruzinische]] [[Alessa]] vor, wo es vor allem unter calvinistischen [[Uleisten]] einen antimicolinischen Aufstand entfachte. Auch im Süden konnte Sagradien bis 1664 Boden gut machen. Mit der [[Schlacht von Bovel]] 1664 kam die Wende zugunsten Micoliniens, das Golen weiterhin besetzt hielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Finanzkrise Sagradiens zwang Bernabêu 1665 zu einem Waffenstillstand mit Micolinien und der Aufnahme von Friedensverhandlungen. Angesichts der Kräfteverteilung konnte Sagradien auf einen günstigen Frieden hoffen, zumal Micolinien im Norden noch immer mit Aufständen zu kämpfen hatte und um Entlastung bemüht war. Anfang 1667 einigten sich beide Seiten in [[Coloma]] zu einem Präliminarfrieden. Die Kriegspartei in Sagradien schürte jedoch Unfrieden und erstritt in einer Intrige schließlich 1667 die Ablösung Bernabêus. Dessen Nachfolger als leitender Minister [[Ernesto Graf Gilán]] suchte 1668 in einer erneuten Kampfaufnahme das Heil und begann gleichzeitig einen [[Sagradisch-Spanischer Seekrieg|Seekrieg gegen Spanien]]. Giláns Ziel, Micolinien endgültig in die Abhängigkeit zu treiben, misslang jedoch auf voller Linie. Die sagradische Offensive begann schnell zu stocken. Im gesamten Kriegsjahr 1668/69 kam Sagradien nicht über den Status Quo auf der micolinischen Halbinsel hinaus. Derweil bemühte sich Micolinien angesichts eines schwer kranken Königs um eine formelle Anerkennung Johanns von Albero als Nachfolger und um eine Beruhigung der Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friede von Villagua ===&lt;br /&gt;
Die sich dauernd verschlechternde Lage im Seekrieg gegen Spanien zwang Sagradiens Minister Gilán zum Rücktritt. Der wieder ins Amt zurückgekehrte Bernabêu brachte schließlich die ausgesetzten Friedensverhandlungen erfolgreich zu einem Ende. Der Friede von Villagua baute in wesentlichen Punkten auf dem Präliminarfrieden von Coloma auf und bedeutete im Wesentlichen eine Festschreibung des Status quo ante von 1656. Micolinien verfehlte damit sein Ziel der Rückeroberung [[Golen]]s und [[Westligrien]]s und musste die sagradische Herrschaft in [[Südkont]] und [[Lukien]] sowie die formelle Souveränität des [[Herzogtums Servette]] im Besitz der Santori anerkennen. Es kam lediglich zu kleineren Grenzänderungen in Golen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagradien erkannte im Gegenzug die Thronfolge des [[Haus Albero|Hauses Albero]] in Micolinien an. Außerdem musste König [[Gabriel VII.]] das [[Herzogtum Servette]] an seinen jüngeren Sohn [[Ludwig Philipp I. von Servette|Luis Filipe]] abgeben. Damit wurde das nun auch formell aus der Lehnsabhängigkeit Micoliniens ausgeschiedene und zum Großherzogtum erhobene Servette zur Sekundogenitur der sagradischen [[Santori]], blieb aber auch im folgenden Jahrhundert Zankapfel zwischen beiden Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sagradisch-spanischen Auseinandersetzungen gingen jedoch noch weiter und wurden erst 1670 beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Was auf den ersten Blick als Sieg Sagradiens wirkt, markierte in Wahrheit einen wichtigen Grundstein für den machtpolitischen Aufstieg Mikoliniens. Die gesicherte Nachfolge des Hauses Albero war Basis einer nationalen Machtpolitik, die im 18. Jahrhundert schließlich zur Wiedergewinnung Servettes und Westligriens führte. Die Abtrennung Südmicoliniens aus der direkten Zugriffsgewalt der sagradischen Könige eröffnete diplomatische Spielräume und war ein empfindlicher Schlag für die Großmachtstellung Sagradien. Deren machtpolitischer Abstieg ging weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Mikolinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Mikoliniens&amp;diff=24222</id>
		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2015-11-07T17:03:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmikolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Mikoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher mikolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in NordMikolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in NordMikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Mikolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Mikolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Mikolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Mikolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Mikolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Mikolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Mikolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Mikolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den mikolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Mikolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Mikolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der mikolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter mikolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Mikolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Mikolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in mikolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Mikolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Mikolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Mikolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Mikolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den mikolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische und Golische Kriege === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Verisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung und Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära der Nationalen Koalition ===&lt;br /&gt;
Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein &amp;quot;rotes&amp;quot; Kabinett zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde &amp;quot;König, Volk, einiges Vaterland&amp;quot;, das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Golenkonflikt 1934-1948 ===&lt;br /&gt;
Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semess]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semess jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piel-Ferrer-Plan 1945 ===  &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Parlamentswahl 1945]] verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen [[PSL|Sozialisten]], [[PCM|Kommunisten]] und [[LNPP|Agrarier]]. In der Folge sah sich die weiterhin amtierende Regierung unter Noribert Ferrer gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Errichtung autonomer Regionen mit eigenen Parlamenten und Regierungen. Der damit eingeleitete Prozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maikrise 1948 ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 25. Mai öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision === &lt;br /&gt;
Bei den [[Mikolinische Parlamentswahl 1948|vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 1948]] wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regulären [[Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]]. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2015-11-07T17:03:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Revolution und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmikolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Mikoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher mikolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in NordMikolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in NordMikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Mikolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Mikolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Mikolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Mikolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Mikolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Mikolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Mikolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Mikolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den mikolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Mikolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in SüdMikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Mikolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der mikolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter mikolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Mikolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Mikolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in mikolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Mikolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Mikolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Mikolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Mikolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den mikolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische und Golische Kriege === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Verisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung und Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära der Nationalen Koalition ===&lt;br /&gt;
Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein &amp;quot;rotes&amp;quot; Kabinett zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde &amp;quot;König, Volk, einiges Vaterland&amp;quot;, das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Golenkonflikt 1934-1948 ===&lt;br /&gt;
Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semess]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semess jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piel-Ferrer-Plan 1945 ===  &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Parlamentswahl 1945]] verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen [[PSL|Sozialisten]], [[PCM|Kommunisten]] und [[LNPP|Agrarier]]. In der Folge sah sich die weiterhin amtierende Regierung unter Noribert Ferrer gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Errichtung autonomer Regionen mit eigenen Parlamenten und Regierungen. Der damit eingeleitete Prozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maikrise 1948 ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 25. Mai öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision === &lt;br /&gt;
Bei den [[Mikolinische Parlamentswahl 1948|vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 1948]] wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regulären [[Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]]. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<title>Sergi der Gute</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Sergius I.''' (von Sagradien und Mikolinien) (*1287; †1354), genannt ''der Weise'' (sagr. ''Don Sergi I il Sábio'', mikol. ''Serge I le Sage'') war [[König von Perucía]] (1313-1354), [[König von Mikolinien|Mikolinien]] (1315-1354) und [[König von Sagradien|Sagradien]] (1321-1354). Er war der zweite mikolinische Regent aus dem [[Haus Redanior]] und der erste Herrscher, der alle drei Königskronen in einer Hand vereinte ([[Union von Alágua]]). Er gilt sowohl in der mikolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromikolinischen Großreich verwirklichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Stellung in der Thronfolge ===&lt;br /&gt;
Sergi wurde 1287 in [[Gerón]] als zweiter Sohn von [[Joán de Gerón]], [[Herzog von Scantia]] und Bruder König [[Philipp VI.|Philipps VI.]], und Prinzessin [[Margarete von Mikolinien]] geboren. Sergi war ein Enkel [[Philipp der Schweigsame|Philipps des Schweigsamen]] und Neffe der Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien]] sowie des seit 1301 regierenden Königs [[Jakob II.]] von Sagradien. Als zweiter Sohn des jüngsten Bruders war Sergi bei seiner Geburt erst an siebter Stelle der sagradischen Thronfolge und es war unwahrscheinlich, dass er je einen Thron besteigen würde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Sergis Mutter Margarete von Mikolinien war Tochter des mikolinischen Königs [[Karl III. von Mikolinien|Karl III.]] und Schwester König [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]] und [[Roderich I. von Mikolinien|Rodriques I.]]. Die Hochzeit zwischen Johann von Gerón, dem [[Herzog von Scantia]], und Margarete war Teil einer geplanten Allianz zwischen Mikolinien und Scantia gegen die sagradische Krone.  Als gebildete Frau hatte Margarete bereits früh den Ehrgeiz, ihren Söhnen eine einflussreiche Stellung zu sichern. Durch seine Mutter und seine Erzieher lernte Sergi bereits früh neben [[Sagradische Sprache|Sagradisch]] auch [[Mikolinische Sprache|Mikolinisch]], [[Peruzinische Sprache|Peruzinisch]], Französisch und Latein und wurde in verschiedenen Wissenschaften unterrichtet. Er genoss damit die für die damalige Zeit denkbar umfassendste Ausbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ihr Bruder Rodrique, zu dem sie ein enges Verhältnis pflegte, 1289 auf den Thron gekommen war, gewann Margarete großen Einfluss auf dessen Politik. Sie erreichte die Verlobung von Rodriques ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien]] mit ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp]] (*1384). Sie wurden in der Folge am Königshof in Mikolinien erzogen. Nachdem Sergis beide Onkel Martin IV. Felix 1289 und Robert 1292 gestorben waren, wurden nacheinander Sergis Cousins [[Philipp VI.]] und [[Martin V.]] Könige in Sagradien und Perucía. Als Martin V. 1301 den Thron bestieg, war er bereits in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und wurde daher nach nur kurzer Zeit auf dem Thron von seinem Onkel Erzbischof Jakob von Tesqué entmachtet, der als Jakob II. selbst den Thron bestieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor Martins Entmachtung hatte sich Sergis Vater [[Johann von Gerón]] mit der mikolinischen Krone gegen seinen Neffen [[Philipp VI.]] und seinen Bruder [[Jakob II.|Jakob von Tesqué]] verschworen. Als Anführer der Rebellion in Perucía besiegte er Philipp VI. 1301 in der [[Schlacht bei Cresq]], in der diese sein Leben ließ, und übernahm anschließend zunächst als Sachwalter seines Neffen [[Martin V.]], nach dessen erzwungener Thronentsagung als König selbst die Macht in Perucía. Sergi und sein älterer Bruder Philipp wurden auf diese Weise Prinzen von Perucía.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Mikolinien hielten die Nachfolgesorgen König Rodriques I. an. Im Jahr 1302 erließ der noch immer kinderlose König schließlich mit Zustimmung der Stände die [[Konvention von Santéi]], in der er seine älteste Tochter Karolina als Erbin einsetzte. Sie heiratete Margaretes Sohn und Sergis älteren Bruder Philipp von Gerón. Als König Rodrique I. im Jahr 1310 starb, wurde Karolina als Königin Carolina I. offiziell inthronisiert. Filip von Gerón wurde als König [[Philipp I. von Mikolinien]] ihr Mitkönig. Damit war ein neuerlicher Bürgerkrieg wie zur [[Temp de Sang]] ein halbes Jahrhundert zuvor, verhindert. Karoline starb jedoch bereits im Jahr 1313, ohne einen Erben zu hinterlassen. Entgegen der Konvention von Santéi übernahm nun Philipp selbst den Thron, ließ seine bisher übermächtige Mutter Margarete von Mikolinien vom Hof entfernen und strebte ein persönliches Regiment an. Nach kurzer Zeit kam es jedoch zur Revolte gegen den unbeliebten König, die von [[Heinrich von Kont]], einem unehelichen Sohn [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]] angeführt wurde. In der [[Schlacht von Marquesta]] besiegte Heinrich von Kont Philipp, der in der Schlacht getötet wurde. Die Stände verweigerten dem Bastard jedoch die Anerkennung, sodass der Thron erneut verwaist war. Es kam zu einem Interregnum, in dem es keinem der Thronprätendenten gelang, die Herrschaft zu übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kampf um die mikolinische Krone ===&lt;br /&gt;
Margarete versuchte nun mit [[Anton von Servette]] - selbst ein möglicher Thronprätendent - eine Allianz zu schmieden, was anfangs jedoch misslang. 1303 bereits hatte Sergi [[Blanka von Servette]], die Tochter des Herzogs geheiratet. Die Stände übertrugen nun Margarete die Herrschaft, scheiterten aber bei dem Versuch, sich auf einen Nachfolgekandidaten zu einigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mikolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Servette um die mikolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Servette schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Sergis durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische König [[Jakob II.]] mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Sergis Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Servette, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi nun mit einem Heer von Skanten aus über [[Golen]] nach Mikolinien, um seinen Thronanspruch gegen [[Heinrich von Kont]], den unehelichen Sohn Roderichs I., zu verteidigen. In der [[Schlacht bei Luenas]] kam es im März 1315 zum Sieg des sagradischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum mikolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den mikolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette im [[Akt von Marrel]] einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum mikolinischen König gekrönt. Mikolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]] regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaftsantritt in Sagradien ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1319 erhielt Sergi die Nachricht vom Tod des vierjährigen Thronfolgers Don Filipe in Sagradien, sodass Sergi plötzlich im Falle des Todes seines Onkels auch zum sagradischen Thronanwärter wurde. Als Jakob 1320 gestorben war, erhob Sergi als Neffe und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen auch auf die sagradische Krone Anspruch. Derweil hatte der Neffe König Jakobs, [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] in Sagradien die Königskrone usurpiert und sich seine Erhebung von den Ständen legitimieren lassen, denen er große Zugeständnisse machte. Danadier war ein Sohn Katharinas von Mikolinien, der Witwe Martins IV., die nach dem Tod ihres Mannes den Grafen [[José von Scola]] und Pineta geheiratet hatte. Danadier berief sich auf eine angebliche Thronentsagung Sergis vor seiner Krönung zum mikolinischen König und leitete seine eigenen Ansprüche von seiner Frau Josefina ab, einer Schwester der Könige [[Philipp VI.]] und [[Martin V.]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach wenigen Monaten zeigte sich, dass Danadier nicht willens und in der Lage war, die Zugeständnisse an die Stände einzuhalten. Sergi zog im folgenden Sommer wiederum mit einem eigenen Heer aus sagradischen Gefolgsleuten und mikolinischen Adligen zurück nach Sagradien und verhandelte mit den sagradischen Ständen über eine mikolinisch-sagradische Union. Seinen ältesten Sohn [[Philipp von Soria]] hatte er derweil zum Mitkönig im Königreich Mikolinien ernannt. Bei [[Alágua]] in [[Golen]] besiegte er das Heer Danadiers, der in der Schlacht das Leben verlor. Nach Einigung mit den Ständen zog er nach [[Noyar]], wo er sich auch zum sagradischen König krönen ließ und damit als erster König, die mikolinische mit der sagradischen Krone vereinigte, wodurch er die jahrhundertelang offenen Kriege zwischen beiden Ländern vorübergehend beenden konnte (Pax Sergiana).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken als König in beiden Reichsteilen ===&lt;br /&gt;
Sergi baute die Macht der Krone in beiden Reichsteilen weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf in jedem Reichsteil einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen und verbot den mächtigen [[Fallenserorden]] in Südmikolinien, dessen Vermögen er der Krone einverleibte. Als König der Kronen von [[Scantia]], [[Sarmay]], [[Alconía]], [[Malesc]], [[Golen]], [[Perucía]] und [[Mikolinien]] bemühte sich Sergi um eine ausgewogene Herrschaft und zog von einem Ort seines Riesenreichs in den anderen. Mit dem [[Statut von Alessa]], das den peruzinischen Ständen Privilegien einräumte, beendete Sergi auch endgültig die seit 1290 immer wieder aufgeflackerten Aufstände der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige ([[Peruzinische Kriege]]). Nachdem Sergis erste Frau Blanka von Servette 1318 gestorben war, heiratete Sergi im Jahr 1320 die Witwe seines Konkurrenten Heinrich von Kont, Maria von Interea, Tochter [[Martin von Interea|Martins von Interea]]. Damit band er einen potenziellen Machtrivalen, einen illegitimen Vetter des letzten Saloanerkönigs, eng an das Königshaus. Er machte Martin von Interea zudem zum Vikar des südlichen Reichsteils und gab ihm seine jüngste Schwester Anna zur Frau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod seines Sohnes Filip von Sória im Jahr 1348 ernannte Sergi seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe [[Sergius II.|Sergi d.J.]] zum Mitkönig in beiden Reichsteilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergi war ein großer Förderer der Künste und der Wissenschaften und verfasste zu Lebzeiten selbst philosophische, anthropologische und naturwissenschaftliche Werke, weshalb er den Beinamen &amp;quot;der Weise&amp;quot; erhielt. Sergi I. führte die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Er starb im Jahr 1354 in [[Álbero]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Mikolinien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=K%C3%B6nig_von_Mikolinien&amp;diff=24219</id>
		<title>König von Mikolinien</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Könige von [[Mikolinien]]''' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
| H.-Beginn&lt;br /&gt;
| H.-Ende&lt;br /&gt;
| König (Lebenszeiten)&lt;br /&gt;
| Sagradischer Herrschername&lt;br /&gt;
| besonderes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFB2B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Syliden]] (bis 804)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 592&lt;br /&gt;
| 610&lt;br /&gt;
| [[Antro]]&lt;br /&gt;
| Antro&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 610&lt;br /&gt;
| 632&lt;br /&gt;
| [[Sylius]]&lt;br /&gt;
| Sile&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 632&lt;br /&gt;
| 661&lt;br /&gt;
| [[Korrent I.]]&lt;br /&gt;
| Corrent&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 661&lt;br /&gt;
| 693&lt;br /&gt;
| [[Franzerich I. der Große]]&lt;br /&gt;
| Francrec I le Grand&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 693&lt;br /&gt;
| 699&lt;br /&gt;
| [[Loris I.]]&lt;br /&gt;
| Loris I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 699&lt;br /&gt;
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| [[Lorrivik I. der Kurze]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic I le Cort&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 729&lt;br /&gt;
| 757&lt;br /&gt;
| [[Franzerich II. der Kluge]]&lt;br /&gt;
| Francrec II le Prudent&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 757&lt;br /&gt;
| 778&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik II. der Barmherzige]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic II le Misericordiose&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 778&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| [[Michael I. von Micolinien|Michael I.]]&lt;br /&gt;
| Mikael I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 837&lt;br /&gt;
| [[Franzerich III. der Kurze]]&lt;br /&gt;
| Francrec III le Cort&lt;br /&gt;
| König in [[Montana]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 843&lt;br /&gt;
| [[Loris II.]]&lt;br /&gt;
| Loris II&lt;br /&gt;
| König in [[Piranía]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| [[Michael II. von Micolinien|Michael II.]]&lt;br /&gt;
| Mikael II&lt;br /&gt;
| König in [[Tresterre]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 837&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik III.]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic III&lt;br /&gt;
| König in Montana&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 843&lt;br /&gt;
| 899&lt;br /&gt;
| [[Loris III.]]&lt;br /&gt;
| Loris III&lt;br /&gt;
| König in Piranía und (seit 859) in Montana&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| 873&lt;br /&gt;
| [[Korrent II. von Micolinien|Korrent II.]]&lt;br /&gt;
| Corrent II&lt;br /&gt;
| König in Tresterre&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 873&lt;br /&gt;
| 909&lt;br /&gt;
| [[Korrent III. von Micolinien|Korrent III.]]&lt;br /&gt;
| Corrent III&lt;br /&gt;
| König in Tresterre, seit 899 in [[Drei-Micolinien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#CAE1FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Berrentiden]] (804-989 in Kont)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 846&lt;br /&gt;
| [[Berrent I. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 846&lt;br /&gt;
| 894&lt;br /&gt;
| [[Berrent II. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent II&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 894&lt;br /&gt;
| 933&lt;br /&gt;
| [[Berrent III. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent III&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 933&lt;br /&gt;
| 989&lt;br /&gt;
| [[Berrent IV. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 989&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Muno von Tinagua]]&lt;br /&gt;
| Muno de Tinagua&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFE5B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Lonea]] (909-1167)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 909&lt;br /&gt;
| 912&lt;br /&gt;
| [[Loris IV.]]&lt;br /&gt;
| Loris IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 912&lt;br /&gt;
| 929&lt;br /&gt;
| [[Loris V.]]&lt;br /&gt;
| Loris V&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 929&lt;br /&gt;
| 967&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik IV.]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 967&lt;br /&gt;
| 991&lt;br /&gt;
| [[Joseph I. von Micolinien|Joseph I.]]&lt;br /&gt;
| Josep I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 991&lt;br /&gt;
| 998&lt;br /&gt;
| [[Joseph II. von Micolinien|Joseph II.]]&lt;br /&gt;
| Josep II&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 998&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
| [[Ludiga I. der Große]] (980-1049)&lt;br /&gt;
| Ludighe I le Grand&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Achim I.]] (1018-1049)&lt;br /&gt;
| Aquim I&lt;br /&gt;
| Sohn Ludigs des Großen&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
| 1085&lt;br /&gt;
| [[Johann I. von Micolinien|Johann I.]] (1035-1085)&lt;br /&gt;
| Joann I&lt;br /&gt;
| Neffe Ludigs des Großen&lt;br /&gt;
|-bgcolor=&lt;br /&gt;
| ''1049''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Karl von Albero]]''&lt;br /&gt;
| ''Charl de Albero''&lt;br /&gt;
| ''Gegenkönig''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| ''1049''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Distriqs von Salua]]''&lt;br /&gt;
| ''Distriqs de Sáloa''&lt;br /&gt;
| ''Gegenkönig, Schwager Achims I.''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1085&lt;br /&gt;
| 1123&lt;br /&gt;
| [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] (1066-1123)&lt;br /&gt;
| Joann II&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1123&lt;br /&gt;
| 1167&lt;br /&gt;
| [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] (1118-1167)&lt;br /&gt;
| Mikael III&lt;br /&gt;
| Enkel Johanns II., bis 1137 unter Vormundschaft seiner Großmutter [[Margareta von Salua]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style= colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Temp de Sang]] (1167-1214)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1167&lt;br /&gt;
| 1170&lt;br /&gt;
| [[Karl I. von Micolinien|Karl I.]] (1137-1200)&lt;br /&gt;
| Charl I de Sáloa&lt;br /&gt;
| Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1170&lt;br /&gt;
| 1182&lt;br /&gt;
| [[Loris VI.]]&lt;br /&gt;
| Loris VI&lt;br /&gt;
| Enkel Johanns I., Loneischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Mark I.]]&lt;br /&gt;
| Marque I&lt;br /&gt;
| Sohn Loris' VI., Loneischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1182&lt;br /&gt;
| 1200&lt;br /&gt;
| [[Karl I. von Micolinien|Karl I.]] (1137-1200, erneut)&lt;br /&gt;
| Charl I de Sáloa&lt;br /&gt;
| Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1209&lt;br /&gt;
| 1214&lt;br /&gt;
| [[Joseph III. von Micolinien|Joseph III.]] (1163-1214)&lt;br /&gt;
| Josep III de Sáloa&lt;br /&gt;
| Sohn Karls I., Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=&lt;br /&gt;
| ''1210''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Laurentius von Cherest]]''&lt;br /&gt;
| ''Laurenç de Cherest''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFFFCC&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Salua]] (1214-1310)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1214&lt;br /&gt;
| 1217&lt;br /&gt;
| [[Karl II. von Micolinien|Karl II.]] (1167-1217)&lt;br /&gt;
| Charl II&lt;br /&gt;
| Bruder Josephs III., Sohn Karls I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1217&lt;br /&gt;
| 1259&lt;br /&gt;
| [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] (1189-1259)&lt;br /&gt;
| Richard I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1259&lt;br /&gt;
| 1265&lt;br /&gt;
| [[Richard II. von Micolinien|Richard II.]] (1220-1265)&lt;br /&gt;
| Richard II&lt;br /&gt;
| Sohn Richards I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1265&lt;br /&gt;
| 1280&lt;br /&gt;
| [[Karl III. von Micolinien|Karl III.]] (1223-1280)&lt;br /&gt;
| Charl III&lt;br /&gt;
| Bruder Richards II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1280&lt;br /&gt;
| 1289&lt;br /&gt;
| [[Karl IV. von Micolinien|Karl IV.]] (1249-1289)&lt;br /&gt;
| Charl IV&lt;br /&gt;
| Sohn Karls III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1289&lt;br /&gt;
| 1310&lt;br /&gt;
| [[Roderich I. von Micolinien|Roderich I.]] (1255-1310)&lt;br /&gt;
| Rodrique I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls III., Bruder Karls IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1310&lt;br /&gt;
| 1312&lt;br /&gt;
| [[Karoline I. von Micolinien|Karoline I.]] (1285-1312)&lt;br /&gt;
| Carolina I&lt;br /&gt;
| Tochter Roderichs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#BFEFFF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Redanior|Haus Redanior-Geró]] (1310/15-1386, [[Union von Alagua]] seit 1321)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1310/12&lt;br /&gt;
| 1313&lt;br /&gt;
| [[Philipp I. von Micolinien|Philipp I. von Gerón]] (1284-1313)&lt;br /&gt;
| Filip I de Geró&lt;br /&gt;
| Ehemann Karolines I., Enkel Karls III., bis 1313 Mitkönig seiner Frau, [[König von Perucía]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1313&lt;br /&gt;
| 1315&lt;br /&gt;
| ''Interregnum, Prätendent [[Heinrich von Kont]]''&lt;br /&gt;
| ''Henrique de Conte''&lt;br /&gt;
| ''Herrschaft [[Marguerita von Micolinien|Margaretes von Micolinien]]''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1315&lt;br /&gt;
| 1354&lt;br /&gt;
| [[Sergi I. der Weise|Serge I. der Weise]] (1287-1354)&lt;br /&gt;
| Serge I le Sage&lt;br /&gt;
| Bruder Philipps I., Enkel Karls III., [[König von Perucía]] und seit 1321 [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| ''1321''&lt;br /&gt;
| ''1348''&lt;br /&gt;
| ''[[Philipp von Soria]]'' (1305-1348)&lt;br /&gt;
| ''Filip de Sória''&lt;br /&gt;
| ''Sohn Serges I., Mitkönig in Micolinien und Perucía''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1354&lt;br /&gt;
| 1378&lt;br /&gt;
| [[Serge II. der Kleine]] (1324-1378)&lt;br /&gt;
| Serge II le Petit&lt;br /&gt;
| Sohn Serges I., [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1378&lt;br /&gt;
| 1386&lt;br /&gt;
| [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel I.]] (1348-1395)&lt;br /&gt;
| Gabriel I&lt;br /&gt;
| Sohn Serges II., [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFB2B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Interea]] (1386-1670)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Interea&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1386&lt;br /&gt;
| 1391&lt;br /&gt;
| [[Karl V. von Micolinien|Karl V. von Interea]] (1338-1391)&lt;br /&gt;
| Charl V de Interea&lt;br /&gt;
| Urenkel Karls III., Schwager Gabriels I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1391&lt;br /&gt;
| 1452&lt;br /&gt;
| [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] (1370-1452)&lt;br /&gt;
| Charl VI&lt;br /&gt;
| Sohn Karls V.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1452&lt;br /&gt;
| 1481&lt;br /&gt;
| [[Heinrich I. von Micolinien|Heinrich I.]] (1415-1481)&lt;br /&gt;
| Henrique I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls VI.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1481&lt;br /&gt;
| 1484&lt;br /&gt;
| [[Johann III. von Micolinien|Johann III.]] (1426-1484)&lt;br /&gt;
| Joann III&lt;br /&gt;
| Sohn Karls VI., Bruder Heinrichs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1484&lt;br /&gt;
| 1501&lt;br /&gt;
| [[Heinrich II. von Micolinien|Heinrich II.]] (1459-1501)&lt;br /&gt;
| Henrique II&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1501&lt;br /&gt;
| 1542&lt;br /&gt;
| [[Achim II. von Micolinien|Achim II.]] (1494-1542)&lt;br /&gt;
| Aquim II&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1542&lt;br /&gt;
| 1571&lt;br /&gt;
| [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] (1499-1571)&lt;br /&gt;
| Charl VII&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs II., Bruder Achims II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1571&lt;br /&gt;
| 1578&lt;br /&gt;
| [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] (1557-1578)&lt;br /&gt;
| Charl VIII&lt;br /&gt;
| Enkel Karls VII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Interea-Conte&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1578&lt;br /&gt;
| 1624&lt;br /&gt;
| [[Albert I. von Micolinien|Albert I. von Kont]] (1549-1624)&lt;br /&gt;
| Albert I de Conte&lt;br /&gt;
| Urenkel Heinrichs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1624&lt;br /&gt;
| 1670&lt;br /&gt;
| [[Karl IX. von Micolinien|Karl IX.]] (1617-1670)&lt;br /&gt;
| Charl IX&lt;br /&gt;
| Enkel Alberts I., bis 1633 unter der Regentschaft seiner Mutter [[María Catarina de Sántori]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#E5E5FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Albero]] (1670-1882)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1670&lt;br /&gt;
| 1686&lt;br /&gt;
| [[Johann IV. von Micolinien|Johann IV. von Albero]] (1629-1686)&lt;br /&gt;
| Joann IV de Albero&lt;br /&gt;
| Urenkel Alberts I., Neffe Karls IX.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1686&lt;br /&gt;
| 1714&lt;br /&gt;
| [[Georg I. von Micolinien|Georg I.]] (1650-1714)&lt;br /&gt;
| George I&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1714&lt;br /&gt;
| 1719&lt;br /&gt;
| [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] (1704-1719)&lt;br /&gt;
| George II&lt;br /&gt;
| Enkel Georgs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1719&lt;br /&gt;
| 1760&lt;br /&gt;
| [[Karl X. von Micolinien|Karl X.]] (1707-1760)&lt;br /&gt;
| Charl X&lt;br /&gt;
| Enkel Georgs I., Bruder Georgs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1760&lt;br /&gt;
| 1794&lt;br /&gt;
| [[Heinrich III. von Micolinien|Heinrich III.]] (1732-1794)&lt;br /&gt;
| Henrique III&lt;br /&gt;
| Sohn Karls X.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1794&lt;br /&gt;
| 1824&lt;br /&gt;
| [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] (1752-1824)&lt;br /&gt;
| Charl XI&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1824&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| [[Franz I. von Micolinien|Franz I.]] (1785-1839)&lt;br /&gt;
| Francis&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XI.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| 1848&lt;br /&gt;
| [[Karoline II. von Micolinien|Karoline II.]] (1812-1848)&lt;br /&gt;
| Carolina II&lt;br /&gt;
| Tochter Franz' I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero-Erin&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] (1799-1852)&lt;br /&gt;
| Mikael IV&lt;br /&gt;
| Ehemann Karolines II., Urenkel Heinrichs III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero-Poléi&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| 1909&lt;br /&gt;
| [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]] (1835-1909)&lt;br /&gt;
| Luisa I&lt;br /&gt;
| Enkelin Karolines I. und Michaels IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#CAE1FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Albero-Poléi-Battenberg]] (seit 1909)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1909&lt;br /&gt;
| 1920&lt;br /&gt;
| [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] (1879-1920)&lt;br /&gt;
| Joann V&lt;br /&gt;
| Enkel Luises I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1920&lt;br /&gt;
| 1948&lt;br /&gt;
| [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] (1882-1957)&lt;br /&gt;
| Charl XII&lt;br /&gt;
| Enkel Luises I., Bruder Johanns V., abgedankt&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1948&lt;br /&gt;
| 1973&lt;br /&gt;
| [[Karl XIII. von Micolinien|Karl XIII.]] (1909-1973)&lt;br /&gt;
| Charl XIII&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1973&lt;br /&gt;
| 1977&lt;br /&gt;
| [[Wilhelm I. von Micolinien|Wilhelm I.]] (1934-1977)&lt;br /&gt;
| Guillemes I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XIII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1977&lt;br /&gt;
| 2014&lt;br /&gt;
| [[Michael Albert I. von Micolinien|Michael Albert I.]] (*1939)&lt;br /&gt;
| Mikael Albert I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XIII., Bruder Wilhelms I., abgedankt&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 2014&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Karl Johann von Micolinien|Karl XIV. Johann]] (*1970)&lt;br /&gt;
| Charl XIV Joann&lt;br /&gt;
| Prinz von Perucía, Sohn Michael Alberts&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=K%C3%B6nig_von_Mikolinien&amp;diff=24218</id>
		<title>König von Mikolinien</title>
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		<updated>2015-11-07T16:56:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Könige von [[Mikolinien]]''' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
| H.-Beginn&lt;br /&gt;
| H.-Ende&lt;br /&gt;
| König (Lebenszeiten)&lt;br /&gt;
| Sagradischer Herrschername&lt;br /&gt;
| besonderes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFB2B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Syliden]] (bis 804)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 592&lt;br /&gt;
| 610&lt;br /&gt;
| [[Antro]]&lt;br /&gt;
| Antro&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 610&lt;br /&gt;
| 632&lt;br /&gt;
| [[Sylius]]&lt;br /&gt;
| Sile&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 632&lt;br /&gt;
| 661&lt;br /&gt;
| [[Korrent I.]]&lt;br /&gt;
| Corrent&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 661&lt;br /&gt;
| 693&lt;br /&gt;
| [[Franzerich I. der Große]]&lt;br /&gt;
| Francrec I le Grand&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 693&lt;br /&gt;
| 699&lt;br /&gt;
| [[Loris I.]]&lt;br /&gt;
| Loris I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 699&lt;br /&gt;
| 729&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik I. der Kurze]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic I le Cort&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 729&lt;br /&gt;
| 757&lt;br /&gt;
| [[Franzerich II. der Kluge]]&lt;br /&gt;
| Francrec II le Prudent&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 757&lt;br /&gt;
| 778&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik II. der Barmherzige]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic II le Misericordiose&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 778&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| [[Michael I. von Micolinien|Michael I.]]&lt;br /&gt;
| Mikael I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 837&lt;br /&gt;
| [[Franzerich III. der Kurze]]&lt;br /&gt;
| Francrec III le Cort&lt;br /&gt;
| König in [[Montana]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 843&lt;br /&gt;
| [[Loris II.]]&lt;br /&gt;
| Loris II&lt;br /&gt;
| König in [[Piranía]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| [[Michael II. von Micolinien|Michael II.]]&lt;br /&gt;
| Mikael II&lt;br /&gt;
| König in [[Tresterre]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 837&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik III.]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic III&lt;br /&gt;
| König in Montana&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 843&lt;br /&gt;
| 899&lt;br /&gt;
| [[Loris III.]]&lt;br /&gt;
| Loris III&lt;br /&gt;
| König in Piranía und (seit 859) in Montana&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 859&lt;br /&gt;
| 873&lt;br /&gt;
| [[Korrent II. von Micolinien|Korrent II.]]&lt;br /&gt;
| Corrent II&lt;br /&gt;
| König in Tresterre&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 873&lt;br /&gt;
| 909&lt;br /&gt;
| [[Korrent III. von Micolinien|Korrent III.]]&lt;br /&gt;
| Corrent III&lt;br /&gt;
| König in Tresterre, seit 899 in [[Drei-Micolinien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#CAE1FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Berrentiden]] (804-989 in Kont)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 804&lt;br /&gt;
| 846&lt;br /&gt;
| [[Berrent I. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 846&lt;br /&gt;
| 894&lt;br /&gt;
| [[Berrent II. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent II&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 894&lt;br /&gt;
| 933&lt;br /&gt;
| [[Berrent III. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent III&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 933&lt;br /&gt;
| 989&lt;br /&gt;
| [[Berrent IV. von Kont]]&lt;br /&gt;
| Berrent IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 989&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Muno von Tinagua]]&lt;br /&gt;
| Muno de Tinagua&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFE5B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Lonea]] (909-1167)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 909&lt;br /&gt;
| 912&lt;br /&gt;
| [[Loris IV.]]&lt;br /&gt;
| Loris IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 912&lt;br /&gt;
| 929&lt;br /&gt;
| [[Loris V.]]&lt;br /&gt;
| Loris V&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 929&lt;br /&gt;
| 967&lt;br /&gt;
| [[Lorrivik IV.]]&lt;br /&gt;
| Lorrevic IV&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 967&lt;br /&gt;
| 991&lt;br /&gt;
| [[Joseph I. von Micolinien|Joseph I.]]&lt;br /&gt;
| Josep I&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 991&lt;br /&gt;
| 998&lt;br /&gt;
| [[Joseph II. von Micolinien|Joseph II.]]&lt;br /&gt;
| Josep II&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 998&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
| [[Ludiga I. der Große]] (980-1049)&lt;br /&gt;
| Ludighe I le Grand&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Achim I.]] (1018-1049)&lt;br /&gt;
| Aquim I&lt;br /&gt;
| Sohn Ludigs des Großen&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1049&lt;br /&gt;
| 1085&lt;br /&gt;
| [[Johann I. von Micolinien|Johann I.]] (1035-1085)&lt;br /&gt;
| Joann I&lt;br /&gt;
| Neffe Ludigs des Großen&lt;br /&gt;
|-bgcolor=&lt;br /&gt;
| ''1049''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Karl von Albero]]''&lt;br /&gt;
| ''Charl de Albero''&lt;br /&gt;
| ''Gegenkönig''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| ''1049''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Distriqs von Salua]]''&lt;br /&gt;
| ''Distriqs de Sáloa''&lt;br /&gt;
| ''Gegenkönig, Schwager Achims I.''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1085&lt;br /&gt;
| 1123&lt;br /&gt;
| [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] (1066-1123)&lt;br /&gt;
| Joann II&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1123&lt;br /&gt;
| 1167&lt;br /&gt;
| [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] (1118-1167)&lt;br /&gt;
| Mikael III&lt;br /&gt;
| Enkel Johanns II., bis 1137 unter Vormundschaft seiner Großmutter [[Margareta von Salua]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style= colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Temp de Sang]] (1167-1214)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1167&lt;br /&gt;
| 1170&lt;br /&gt;
| [[Karl I. von Micolinien|Karl I.]] (1137-1200)&lt;br /&gt;
| Charl I de Sáloa&lt;br /&gt;
| Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
| 1170&lt;br /&gt;
| 1182&lt;br /&gt;
| [[Loris VI.]]&lt;br /&gt;
| Loris VI&lt;br /&gt;
| Enkel Johanns I., Loneischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFE5B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Mark I.]]&lt;br /&gt;
| Marque I&lt;br /&gt;
| Sohn Loris' VI., Loneischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1182&lt;br /&gt;
| 1200&lt;br /&gt;
| [[Karl I. von Micolinien|Karl I.]] (1137-1200, erneut)&lt;br /&gt;
| Charl I de Sáloa&lt;br /&gt;
| Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1209&lt;br /&gt;
| 1214&lt;br /&gt;
| [[Joseph III. von Micolinien|Joseph III.]] (1163-1214)&lt;br /&gt;
| Josep III de Sáloa&lt;br /&gt;
| Sohn Karls I., Saloanischer Prätendent&lt;br /&gt;
|-bgcolor=&lt;br /&gt;
| ''1210''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| ''[[Laurentius von Cherest]]''&lt;br /&gt;
| ''Laurenç de Cherest''&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFFFCC&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Salua]] (1214-1310)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1214&lt;br /&gt;
| 1217&lt;br /&gt;
| [[Karl II. von Micolinien|Karl II.]] (1167-1217)&lt;br /&gt;
| Charl II&lt;br /&gt;
| Bruder Josephs III., Sohn Karls I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1217&lt;br /&gt;
| 1259&lt;br /&gt;
| [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] (1189-1259)&lt;br /&gt;
| Richard I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1259&lt;br /&gt;
| 1265&lt;br /&gt;
| [[Richard II. von Micolinien|Richard II.]] (1220-1265)&lt;br /&gt;
| Richard II&lt;br /&gt;
| Sohn Richards I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1265&lt;br /&gt;
| 1280&lt;br /&gt;
| [[Karl III. von Micolinien|Karl III.]] (1223-1280)&lt;br /&gt;
| Charl III&lt;br /&gt;
| Bruder Richards II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1280&lt;br /&gt;
| 1289&lt;br /&gt;
| [[Karl IV. von Micolinien|Karl IV.]] (1249-1289)&lt;br /&gt;
| Charl IV&lt;br /&gt;
| Sohn Karls III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1289&lt;br /&gt;
| 1310&lt;br /&gt;
| [[Roderich I. von Micolinien|Roderich I.]] (1255-1310)&lt;br /&gt;
| Rodrique I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls III., Bruder Karls IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFFFCC&lt;br /&gt;
| 1310&lt;br /&gt;
| 1312&lt;br /&gt;
| [[Karoline I. von Micolinien|Karoline I.]] (1285-1312)&lt;br /&gt;
| Carolina I&lt;br /&gt;
| Tochter Roderichs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#BFEFFF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Redanior|Haus Redanior-Geró]] (1310/15-1386, [[Union von Alagua]] seit 1321)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1310/12&lt;br /&gt;
| 1313&lt;br /&gt;
| [[Philipp I. von Micolinien|Philipp I. von Gerón]] (1284-1313)&lt;br /&gt;
| Filip I de Geró&lt;br /&gt;
| Ehemann Karolines I., Enkel Karls III., bis 1313 Mitkönig seiner Frau, [[König von Perucía]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1313&lt;br /&gt;
| 1315&lt;br /&gt;
| ''Interregnum, Prätendent [[Heinrich von Kont]]''&lt;br /&gt;
| ''Henrique de Conte''&lt;br /&gt;
| ''Herrschaft [[Marguerita von Micolinien|Margaretes von Micolinien]]''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1315&lt;br /&gt;
| 1354&lt;br /&gt;
| [[Serge I. der Weise]] (1287-1354)&lt;br /&gt;
| Serge I le Sage&lt;br /&gt;
| Bruder Philipps I., Enkel Karls III., [[König von Perucía]] und seit 1321 [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| ''1321''&lt;br /&gt;
| ''1348''&lt;br /&gt;
| ''[[Philipp von Soria]]'' (1305-1348)&lt;br /&gt;
| ''Filip de Sória''&lt;br /&gt;
| ''Sohn Serges I., Mitkönig in Micolinien und Perucía''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1354&lt;br /&gt;
| 1378&lt;br /&gt;
| [[Serge II. der Kleine]] (1324-1378)&lt;br /&gt;
| Serge II le Petit&lt;br /&gt;
| Sohn Serges I., [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=BFEFFF&lt;br /&gt;
| 1378&lt;br /&gt;
| 1386&lt;br /&gt;
| [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel I.]] (1348-1395)&lt;br /&gt;
| Gabriel I&lt;br /&gt;
| Sohn Serges II., [[König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#FFB2B2&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Interea]] (1386-1670)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Interea&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1386&lt;br /&gt;
| 1391&lt;br /&gt;
| [[Karl V. von Micolinien|Karl V. von Interea]] (1338-1391)&lt;br /&gt;
| Charl V de Interea&lt;br /&gt;
| Urenkel Karls III., Schwager Gabriels I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1391&lt;br /&gt;
| 1452&lt;br /&gt;
| [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] (1370-1452)&lt;br /&gt;
| Charl VI&lt;br /&gt;
| Sohn Karls V.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1452&lt;br /&gt;
| 1481&lt;br /&gt;
| [[Heinrich I. von Micolinien|Heinrich I.]] (1415-1481)&lt;br /&gt;
| Henrique I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls VI.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1481&lt;br /&gt;
| 1484&lt;br /&gt;
| [[Johann III. von Micolinien|Johann III.]] (1426-1484)&lt;br /&gt;
| Joann III&lt;br /&gt;
| Sohn Karls VI., Bruder Heinrichs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1484&lt;br /&gt;
| 1501&lt;br /&gt;
| [[Heinrich II. von Micolinien|Heinrich II.]] (1459-1501)&lt;br /&gt;
| Henrique II&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1501&lt;br /&gt;
| 1542&lt;br /&gt;
| [[Achim II. von Micolinien|Achim II.]] (1494-1542)&lt;br /&gt;
| Aquim II&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1542&lt;br /&gt;
| 1571&lt;br /&gt;
| [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] (1499-1571)&lt;br /&gt;
| Charl VII&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs II., Bruder Achims II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1571&lt;br /&gt;
| 1578&lt;br /&gt;
| [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] (1557-1578)&lt;br /&gt;
| Charl VIII&lt;br /&gt;
| Enkel Karls VII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Interea-Conte&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1578&lt;br /&gt;
| 1624&lt;br /&gt;
| [[Albert I. von Micolinien|Albert I. von Kont]] (1549-1624)&lt;br /&gt;
| Albert I de Conte&lt;br /&gt;
| Urenkel Heinrichs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=FFB2B2&lt;br /&gt;
| 1624&lt;br /&gt;
| 1670&lt;br /&gt;
| [[Karl IX. von Micolinien|Karl IX.]] (1617-1670)&lt;br /&gt;
| Charl IX&lt;br /&gt;
| Enkel Alberts I., bis 1633 unter der Regentschaft seiner Mutter [[María Catarina de Sántori]]&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#E5E5FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Albero]] (1670-1882)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1670&lt;br /&gt;
| 1686&lt;br /&gt;
| [[Johann IV. von Micolinien|Johann IV. von Albero]] (1629-1686)&lt;br /&gt;
| Joann IV de Albero&lt;br /&gt;
| Urenkel Alberts I., Neffe Karls IX.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1686&lt;br /&gt;
| 1714&lt;br /&gt;
| [[Georg I. von Micolinien|Georg I.]] (1650-1714)&lt;br /&gt;
| George I&lt;br /&gt;
| Sohn Johanns IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1714&lt;br /&gt;
| 1719&lt;br /&gt;
| [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] (1704-1719)&lt;br /&gt;
| George II&lt;br /&gt;
| Enkel Georgs I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1719&lt;br /&gt;
| 1760&lt;br /&gt;
| [[Karl X. von Micolinien|Karl X.]] (1707-1760)&lt;br /&gt;
| Charl X&lt;br /&gt;
| Enkel Georgs I., Bruder Georgs II.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1760&lt;br /&gt;
| 1794&lt;br /&gt;
| [[Heinrich III. von Micolinien|Heinrich III.]] (1732-1794)&lt;br /&gt;
| Henrique III&lt;br /&gt;
| Sohn Karls X.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1794&lt;br /&gt;
| 1824&lt;br /&gt;
| [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] (1752-1824)&lt;br /&gt;
| Charl XI&lt;br /&gt;
| Sohn Heinrichs III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1824&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| [[Franz I. von Micolinien|Franz I.]] (1785-1839)&lt;br /&gt;
| Francis&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XI.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| 1848&lt;br /&gt;
| [[Karoline II. von Micolinien|Karoline II.]] (1812-1848)&lt;br /&gt;
| Carolina II&lt;br /&gt;
| Tochter Franz' I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero-Erin&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1839&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] (1799-1852)&lt;br /&gt;
| Mikael IV&lt;br /&gt;
| Ehemann Karolines II., Urenkel Heinrichs III.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| Haus Albero-Poléi&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
|-bgcolor=E5E5FF&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| 1909&lt;br /&gt;
| [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]] (1835-1909)&lt;br /&gt;
| Luisa I&lt;br /&gt;
| Enkelin Karolines I. und Michaels IV.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#CAE1FF&amp;quot; colspan=&amp;quot;9&amp;quot; |'''[[Haus Albero-Poléi-Battenberg]] (seit 1909)'''&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1909&lt;br /&gt;
| 1920&lt;br /&gt;
| [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] (1879-1920)&lt;br /&gt;
| Joann V&lt;br /&gt;
| Enkel Luises I.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1920&lt;br /&gt;
| 1948&lt;br /&gt;
| [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] (1882-1957)&lt;br /&gt;
| Charl XII&lt;br /&gt;
| Enkel Luises I., Bruder Johanns V., abgedankt&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1948&lt;br /&gt;
| 1973&lt;br /&gt;
| [[Karl XIII. von Micolinien|Karl XIII.]] (1909-1973)&lt;br /&gt;
| Charl XIII&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1973&lt;br /&gt;
| 1977&lt;br /&gt;
| [[Wilhelm I. von Micolinien|Wilhelm I.]] (1934-1977)&lt;br /&gt;
| Guillemes I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XIII.&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 1977&lt;br /&gt;
| 2014&lt;br /&gt;
| [[Michael Albert I. von Micolinien|Michael Albert I.]] (*1939)&lt;br /&gt;
| Mikael Albert I&lt;br /&gt;
| Sohn Karls XIII., Bruder Wilhelms I., abgedankt&lt;br /&gt;
|-bgcolor=CAE1FF&lt;br /&gt;
| 2014&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
| [[Karl Johann von Micolinien|Karl XIV. Johann]] (*1970)&lt;br /&gt;
| Charl XIV Joann&lt;br /&gt;
| Prinz von Perucía, Sohn Michael Alberts&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Mikoliniens&amp;diff=24217</id>
		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2015-11-07T16:44:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Mikolinien im frühen Mittelalter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmikolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Mikoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher mikolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in NordMikolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in NordMikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Mikolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Mikolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Mikolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Mikolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Mikolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Mikolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Mikolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Mikolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den mikolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz NordMikolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Mikolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in SüdMikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Mikolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der mikolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter mikolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Mikolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Mikolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in mikolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Mikolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Mikolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Mikolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Mikolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den mikolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische und Golische Kriege === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Verisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung und Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära der Nationalen Koalition ===&lt;br /&gt;
Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein &amp;quot;rotes&amp;quot; Kabinett zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde &amp;quot;König, Volk, einiges Vaterland&amp;quot;, das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Golenkonflikt 1934-1948 ===&lt;br /&gt;
Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semess]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semess jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piel-Ferrer-Plan 1945 ===  &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Parlamentswahl 1945]] verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen [[PSL|Sozialisten]], [[PCM|Kommunisten]] und [[LNPP|Agrarier]]. In der Folge sah sich die weiterhin amtierende Regierung unter Noribert Ferrer gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Errichtung autonomer Regionen mit eigenen Parlamenten und Regierungen. Der damit eingeleitete Prozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maikrise 1948 ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 25. Mai öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision === &lt;br /&gt;
Bei den [[Mikolinische Parlamentswahl 1948|vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 1948]] wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regulären [[Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]]. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Mikoliniens&amp;diff=24216</id>
		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2015-11-07T16:41:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Mikolinien im frühen Mittelalter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmikolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher mikolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in NordMikolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in NordMikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Mikolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Mikolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Mikolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Mikolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Mikolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Mikolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Mikolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Mikolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den mikolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz NordMikolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Mikolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in SüdMikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Mikolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der mikolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter mikolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Mikolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Mikolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in mikolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Mikolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Mikolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Mikolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Mikolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den mikolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische und Golische Kriege === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Verisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung und Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära der Nationalen Koalition ===&lt;br /&gt;
Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein &amp;quot;rotes&amp;quot; Kabinett zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde &amp;quot;König, Volk, einiges Vaterland&amp;quot;, das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Golenkonflikt 1934-1948 ===&lt;br /&gt;
Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semess]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semess jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piel-Ferrer-Plan 1945 ===  &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Parlamentswahl 1945]] verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen [[PSL|Sozialisten]], [[PCM|Kommunisten]] und [[LNPP|Agrarier]]. In der Folge sah sich die weiterhin amtierende Regierung unter Noribert Ferrer gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Errichtung autonomer Regionen mit eigenen Parlamenten und Regierungen. Der damit eingeleitete Prozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maikrise 1948 ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 25. Mai öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision === &lt;br /&gt;
Bei den [[Mikolinische Parlamentswahl 1948|vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 1948]] wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regulären [[Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]]. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.51.150.145</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Mikoliniens&amp;diff=24215</id>
		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2015-11-07T16:36:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.51.150.145: /* Mikolinien in der Antike */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und MittelMikolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher mikolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in NordMikolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in NordMikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Mikolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Mikolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Mikolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Mikolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Mikolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Mikolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Mikolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Mikolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Mikolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Mikolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den mikolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz NordMikolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Mikolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in SüdMikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Mikolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der mikolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter mikolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Mikolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Mikolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in mikolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Mikolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Mikolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Mikolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Mikolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Mikolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den mikolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische und Golische Kriege === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Verisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung und Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ära der Nationalen Koalition ===&lt;br /&gt;
Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein &amp;quot;rotes&amp;quot; Kabinett zu ernennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde &amp;quot;König, Volk, einiges Vaterland&amp;quot;, das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Golenkonflikt 1934-1948 ===&lt;br /&gt;
Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semess]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semess jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piel-Ferrer-Plan 1945 ===  &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Parlamentswahl 1945]] verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen [[PSL|Sozialisten]], [[PCM|Kommunisten]] und [[LNPP|Agrarier]]. In der Folge sah sich die weiterhin amtierende Regierung unter Noribert Ferrer gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Errichtung autonomer Regionen mit eigenen Parlamenten und Regierungen. Der damit eingeleitete Prozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maikrise 1948 ===&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 25. Mai öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision === &lt;br /&gt;
Bei den [[Mikolinische Parlamentswahl 1948|vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni 1948]] wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regulären [[Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]]. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===&lt;br /&gt;
Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]&lt;/div&gt;</summary>
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